Hilfe mein Jupiter ist zu klein!!

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StarsLover

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Hallo Leute. Heute früh sind wir um vier Uhr aufgestanden um endlich Jupiter zu sehen. Unser Dobson 200/1200 haben wir seit Mai und wegen Jahreszeiten und Wetterbedingungen noch nicht sooo viel nutzen können. Doch gestern und heute früh haben wir richtig schöne Dinge gesehen. Vom orionnebel und der Andromeda Galaxie sind wir hell auf begeistert...nur Jupiter hat uns ein wenig enttäuscht. Er ist einfach viel zu klein. Selbst wenn wir durch unser 4 mm Plössl schauen bleibt er recht winzig und man erkennt grad so die Bänder bei angestrengtem Gucken. Ich dachte immer mit nem 200/1200er Dobson sieht man ihn viel näher und größer. Habt ihr vllt nen Tipp für uns? Vllt ein tolles Plantenokular oder so? Oder sieht man Jupiter gar nicht größer durch unser Teleskop? Fänd ich aber komisch weil wir uns vor unserem Kauf genauestens informiert haben was und wie viel und in welcher Größe man mit welchem Teleskop gucken kann. Und da wurde uns damals mehr versprochen...deshalb sind wir ein wenig enttäuscht...
Vielen Dank für eure Hilfe.
 
Hallo StarsLover,

Also bei 300x vergrößert(4mm Plössl) ergibt eine AP von 0.7 - bei uns war der Himmel bzgl. Transparenz und Seeing gestern bzw. heute morgen nicht so dolle, von daher nehme ich an, dass das Bild ziemlich matschig war. Kannst Du mal hier nachsehen, welches Bild deinem Eindruck am ehesten entspricht.

Grüße
Matthias
 
Hallo "StarsLover",
Gib deine Teleskopgröße und dein verwendetes Okular an:
http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php#

Dann wirst du merken, ob alles OK ist.
Du musst auch bedenken das Jupiter ~ 700.000.000 km weit weg!!!

Grüße
David
 
Hi,
die Vergrößerung errechnet sich ja aus Teleskopbrennweite / Okularbrennweite. Somit seid ihr beim 4mm Oku bei 300-fach.
Sooo klein ist er damit eigentlich nicht mehr.
Was konkret habt ihr erwartet?

Ein spezielles Planeten-Okular gleicher Brennweite bringt also wenig bis nix, außer eventuell etwas mehr Kontrast/Licht.
Ein Plössl ist bis auf den sehr kurzen Augenabstand aber eigentlich garnicht so schlecht für den Zweck.
Der Himmel muss aber mitspielen!
Und das Teleskop muss top justiert und temperiert sein.

Wir waren gestern auch draußen und haben neben vielen anderen Dingen natürlich auch mal auf Jupi gehalten. Zu Beginn stand er noch recht tief und das Seeing war nicht besonders - es war also sehr wenig an Details auszumachen.
Ab ca. 0:30 Uhr wurde das aber schlagartig besser und die Höhe überm Horizont tat ihr übriges.
Ich nutze dazu am 200/1200 ein 5mm Planetary, das zum Zoom umgebaut ist (5mm - 2.5mm).
Bis ganz runter auf 2.5mm kam ich nicht, da wurde das Bild dann zu weich. Aber so ab 1:00 Uhr waren Vergrößerungen um 400-fach super möglich und es gab 5 Wolkenbänder mit Strukturen und farblichen Unterschieden darin zu sehen.

So ging es etwa los: http://www.astrotreff-deep-sky.de/resource.ashx?image=2255
Und das entspricht etwa dem Bildeindruck später bei ca. 400-fach: http://img.photobucket.com/albums/v341/Chefe/Astronomie/jupiter2303a1.jpg
 
@matthias: also unser jupiter sah ungelogen so aus wie das aller erste Bild. Mit unserem 4mm Plössl vllt noch wie das 2. Bild. Aber das kanns doch nicht sein oder? Mit nem 200/1200 Dobson?

@david: also den Mond sehen wir mit unserem Teleskop und die jeweiligen Okulare so wie der Rechner sie berechnet. Aber kann ich da auch irgendwie auf jupiter umstellen?
 
@ralf: nein, was du da heute gesehen hast ist wirklich kein Vergleich zu dem was wir sahen. Wir haben uns Jupiter so gg halb 5 angeguckt und da stand er weit weit oben. Wenn ich den Jupiter so sehen würde wie du würde ich mich wirklich nicht beschweren. Woran liegt das bloß dass wir ihn so klein sehen?? :-(
 
oh Tatsache...so ungefähr wie durch den rechner ausgerechnet haben wir Jupiter gesehen. Aber warum seht ihr ihn dann so groß? Ralf du hast doch ein gleichwertiges Teleskop wie wir aber wie kommst du dann 5 Wolkenbänder und so ein tolles Bild wie du gepostet hast? Sollten wir uns vllt noch ein 3mm Plössl kaufen??
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Na ja, geh mal mit dem Auge so weit an den Bildschirm, wie Du auch am Okular entfernt bist...
Du kriegst dann das Monitorbild nicht mehr scharf, aber die Größe passt.
 
Hallo Ralf,

ich benutze ebenfalls ein 5mm Planetary.
Ich wollte dich fragen wie du dein Okular verzoomt hast bzw. welches Zubehör du dafür verwendet hast, da ich auch vorhatte meins zu verzoomen. Habe bisher noch keine Erfahrungen damit.

Viele Grüße und CS

Igor
 
Hallo,

wobei man zu Ralfs Schilderung noch sagen muss, daß 400-fache Vergrößerung (3mm Okularbrennweite) eine Austrittspupille von 0,5mm bringt.

Damit Wolkenbänder zu sehen bedarf einiger Erfahrung und sehr guten Verhältnissen bzgl. Himmel, Seeing etc.

0,5mm ist schon eine Nummer, auf die man sich in Ruhe einlassen muss. Ich selbst bspw. habe mit solch extrem kleinen Austrittspupillen große Probleme, sprich ich denke das hängt in dem Grenzbereich stark von Erfahrung, Physis und Ruhe/Zeit ab.

gruß

Ulrik
 
Hallo Ulrik,
absolut konform.
Ich habe jedoch auch einen Mitbeobachter mit wenig visueller Erfahrung ans Okular gesetzt (der allerdings schon viele Jahre fotografiert) und ihn einfach aufgefordert: sag mir, was Du siehst.
Seine Aussagen passten sehr gut mit meinen Beobachtungen zuvor überein.

Da ich keine Skala an dem Zoom habe und die Brennweiten nicht vermessen habe, könnte es auch ein wenig unter 400-fach gewesen sein, deswegen schrieb ich "ca.".
Sollte ich mal tun...
Jupi hatte aber gut 1,5-fache Größe im Vergleich zu 5mm Okularbrennweite.
 
Zitat von StarsLover:
nur Jupiter hat uns ein wenig enttäuscht. Er ist einfach viel zu klein. Selbst wenn wir durch unser 4 mm Plössl schauen bleibt er recht winzig ...
Aus einem Betrachtungsabstand von 60 cm an einem Bildschirm mit 0,28 mm Pixelraster erscheint dieser mit einem 6" Refraktor aufgenommene Jupiter in knapp 300-facher Vergrößerung. So groß sollte er auch in Deinem 4 mm Plössl erscheinen. Der Bildkontrast ist allerdings bei visueller Beobachtung am Okular viel geringer als in solch einem kontrastverstärkten Foto. Außerdem stört bei der Live-Betrachtung die Luftunruhe in erheblichem Maße, und mit beidäugigem Sehen am Bildschirm wird der Planet größer wahrgenommen als in einem einäugigen Okular.

Okulare mit geringerer Brennweite bringen vermutlich keinen Gewinn, allenfalls ein Okular mit bequemerem Einblick, d.h. größerem Augenabstand.

Gruß, Jan
 
Hi!

Zitat von StarsLover:
nur Jupiter hat uns ein wenig enttäuscht. Er ist einfach viel zu klein. Selbst wenn wir durch unser 4 mm Plössl schauen bleibt er recht winzig und man erkennt grad so die Bänder bei angestrengtem Gucken. Ich dachte immer mit nem 200/1200er Dobson sieht man ihn viel näher und größer. Habt ihr vllt nen Tipp für uns?
Sogar mehrere

1. Viel Beobachtungspraxis!
2. 4er Plössl oder 40er?
3. Auf besseres Seeing warten.

Klare Nächte und mehr Erfolg wünscht

fquadrat
 
Moin zusammen!

> 1. Viel Beobachtungspraxis!
> 2. 4er Plössl oder 40er?
> 3. Auf besseres Seeing warten.

Genau. :super: Ich weiß auch nicht, wo das Problem liegt. Anfang des Monats hebe ich zusammen mit einem Vereinskollegen Jupiter bei 300fach beobachtet, allerdings im 12"-ACF und das morgens gegen Vier, wenn der Planet schön hoch steht. Bei der Vergrößerung ist die Planetenscheibe angenehm groß und man sieht (je dnach Seeing) eine Menge Details in den Wolkenbändern. Selbst die Galileischen Monde sind dann als kleine Scheibachen erkennbar.

Hingucken, Be-ob-ach-ten, Erfahrungen sammeln! Nicht nur sinnlos vergrößern und drauf hoffen, daß es knallt!
 
Hallo

Mal angenommen, dass das Teleskop justiert und austempertiert war so kann es durchaus gewesen sein, dass das Seeing die 300x nicht zugelassen hat - ganz einfach. Gerade Jupiter "reagiert" auf schlechtes Seeing sehr empfindlich und die feinen Details verwischen sofort und man sieht außer den beiden Hauptbändern nichts.

Ansonsten kann ich mich den anderen nur anschließen: Gerade Jupiter ist ein Planet, bei dem man nicht einfach mal vorbeischaut und gleich alle Details sieht. Wenn das Seeing passt, muss man sich in Ruhe hinsetzen und einfach mal 10-15min beobachten. Du wirst sehen, dass in dieser Zeit immer mehr Details sichtbar werden. Und je öfters du Jupiter beobachten wirst, umso mehr Beobachtungserfahrung bekommst du und umso leichter kannst du feine Details erkennen und richtig zuordnen. Dazu empfehle ich auch mal z.B. diesen Link durchzustudieren -> http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/jupiterbeobachtung.htm

Außerdem würde ich dir neben dem 4mm Okular noch ein weiteres empfehlen für eine geringere Vergrößerung, z.B. eines mit einer Brennweite von 6-7mm. Dieses wirst du wahrscheinlich öfters einsetzen können als das 4mm, welches wirklich gutes Seeing benötigt.

LG Michael
 
Hey Leute, vielen vielen Dank für eure hilfreichen Tipps!! Das gibt uns wirklich Mut es weiterhin mit Jupiter zu probieren und vllt haben wir schon heute Nacht Glück. :) Wir nehmen uns eure zahlreichen Tipps sehr zu Herzen und ein 6-7 mm Okular ist schon auf der Wunschliste ;) Danke ihr Lieben!!

LG Sarah
 
Um Planeten zu finden benutze ich die App Starwalk und halte das Handy gegen den Himmel. Ein Pfeil zeigt dann die Richtung des gewünschten Objektes. Die zwei dunkelsten Wolkenbänder sind übrigens mit meinem skywatcher heritage bereits bei gutem Sehring mit 65 Facher Vergrößerung bei genauem hinsehen zu erkennen. Für die Planetenbeobachtung empfehle ich ein 6mm tsswm okular (goldkante) im günstigen Preissegment. Die Kosten weniger als die planetarys und bilden fast genauso gut ab.

CS

Michi
 
Zitat von optimus_primeg1:
Um Planeten zu finden benutze ich die App Starwalk und halte das Handy gegen den Himmel. Ein Pfeil zeigt dann die Richtung des gewünschten Objektes.
Für die Planeten von Venus bis Saturn benutze ich die App "human eyes", die reicht völlig aus, wenn man die Sternbilder kennt. ;)

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

die App "human eyes" verwende ich jetzt auch! Die ist sogar momentan gratis zu erwerben:-).
Aber: Es war am Anfang noch schwer, die Planeten von den Sternen zu unterscheiden. Daher ist die elektronische Hilfe für den Einsteiger sicherlich sinnvoll, besonders wenn man zu unterschiedlichen Urzeiten beobachtet. Für fünf Minuten konnte man den Jupiter ja in der letzten Stunde mit human eyes unübersehbar beobachten, wenn man weiß, dass er sich im Sternbild Zwilling befindet.


Gruß

Michi

 
Hallo Michi!

Zitat von optimus_primeg:
Aber: Es war am Anfang noch schwer, die Planeten von den Sternen zu unterscheiden.
Ist eigentlich recht einfach: Planeten sind die hellen Objekte dort, wo die Sternkarten keine solchen zeigen, und die auch nicht funkeln. Klappt nicht mit Uranus und Neptun, aber die beobachtet der Anfänger selten.

Für fünf Minuten konnte man den Jupiter ja in der letzten Stunde mit human eyes unübersehbar beobachten, wenn man weiß, dass er sich im Sternbild Zwilling befindet.
Hier zu dem Zeitpunkt: Komplettbewölkung
Nun: Regen (schon seit Stunden)
Du hast Glück gehabt!

Grüße

fquadrat
 
Hallo Starslover,
hier noch eine einfache Möglichkeit um die Größe von Jupiter bei 300x-Vergrößerung zu veranschaulichen:

1. Zeichne dir einen Kreis von 1,8 cm (z.B. im Schreibblock mit kariertem Papier, Kästchen à 0,5cm, d.h. knapp 4 Kästchen im Durchmesser)
2. Betrachte den Kreis aus 30cm Entfernung (normaler Betrachtungsbstand).

Das sollte dir einen guten Größenvergleich geben.

Thomas

 
Hallo StarsLover

Folgendes:
Ich besitze ebenfalls ein teleskop mit 200 öffnung, bin auch noch recht neu hier.

Aber! Obwohl ich mit einem 20mm okular. Den jupiter beobachtet habe, konnte ich dennoch seine bräunliche atmosphäre schön scharf erkennen! Sogar seine 4 hauptmonde waren darin zu erkennen, sls kleine leuchtpunkte. Wobei ich noch erwähnen muss dass es sich um meine erste beobachtung handelt!


MfG
Nikita
 
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