HILFE, Teilkreisnavigation,.Ich dreh noch durch :)

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HuFux

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Hallo Leute

Es war heute meine zweite Beobachtungsnacht. Gut, ich hatte nur Jupiter und Pollux vor der Linse, aber das Seeing war zum einen nicht besonders und zum anderen wollte ich auch nicht besonders spechteln sondern einmal etwas Praxis mit den Teilkreisen üben, nachdem ich schon den ganzen Nachmittag "Trockenübungen" im Zimmer & zusammen mit HNSKY gemacht habe.
Da ich für die Teilkreisnavigation (vor allem für die RA Achse) ja die aktuelle Sternzeit benötige habe ich von www.parallax.at den FLASH Sternzeitrechner geladen ( http://members.a1.net/hcgreier/dl/ ) und mit dessen Hilfe unter eingabe meines Breitengrades die aktuelle Sternzeit berechnet.

Jetzt habe ich auf diversen Seiten erfahren dass der aktuelle Stundenwinkel = aktuelle Sternzeit - RA des Sternes ist.

Daten von Jupiter und Pollux laut HNSKY:

Jupiter
RA 10:47
DEC 9d 11

Pollux
RA 7:45
DEC 28d 01

So, also hab ich fleißig zuerst mal mein Scope in Nord Süd Richtung ausgerichtet, die Höhengradskala auf meinen Breitengrad gestellt & dann erstmal Jupiter ins Visier genommen. Das war auch alles bisher kein größeres Problem. Die Nord/Süd/Höhen Ausrichtung war auch recht gut gelungen, so dass ich Jupiter nur mithilfe der RA Achse zentriert halten konnte falls er wiedermal etwas gewandert ist.

So nun ging es ans Eichen der Teilkreise. KEINE PROBLEM,... dachte ich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Gut, es war dann doch eins. Zuerst habe ich mal den aktuellen Stundenwinkel von Jupiter ausgerechnet. da es zu der Zeit gut 11:47 Sternzeit war bekam ich da auch schöne 1:00 raus (11:47 - 10:47 = 1:00). Also ich flux die RA Achse auf "1" gestellt und die DEC Achse auf 9,11 Grad (oder was auch immer).

Und genau hier fing es gewaltig an zu haken. Schon einmal die Skalen sind absolut furchtbar. Die RA Achse läuft unten z.b. von 0 bis 23 und oben von 23 bis 0. Also steht z.B. oben 23, unten 1. oben 22 unten 2,.... So, wo stelle ich nun die 1:00 ein welche ich errechnet habe ??? oben oder unten ???
Und bei der DEC Achse ging die Verwirrung glatt weiter. Die geht nämlich von 0 .. 80,90,80, .. 0 .. 80,90,80, .. 0, sprich ich habe 4 mal die 9,11. BZW. 2 Möglichkeiten sie einzustellen.

gut, ich habs mal so eingestellt wie es vielleicht hätte sein können. Danach hab ich dann die Daten von Pollux berechnet. Mittlerweile 11:52, was für Pollux somit einen aktuellen Stundenwinkel von 4:07 macht.

Wie ich das verstanden habe muss ich jetzt nurnoch die DEC Achse von 9,11 auf 28,01 drehen und die RA Achse auf 4:07 .....ABER das hat auf keinem Auge geklappt. Das Scope zeigte immer völlig im Nebel rum. Nichtmal in der Nähe von Pollux. Und das hat mich nach 3 Stunden doch ganz schön verrückt gemacht. Ich hab es mit allen möglichen Einstellungen versucht. Aber es wollte nicht hinhauen.
Ich weis zwar dass meine Monti (Astro 3) nicht so genau ist dass man damit Punkte genau anfahren kann, aber ich sollte doch zumindest "etwas" in die Nähe kommen von meinen Zielen & nicht irgendwo völlig anders landen.

Darum wende ich mich hilfesuchend an euch. Vielleicht mache ich ja auch etwas VÖLLIG falsches <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Wäre schön wenn mir da jemand helfen könnte.

Viele Grüße
Christian

AstroFux@web.de
 
Hallo Christian

Ich bin im Anfang mit den Teilkreisen und der "Sternzeit" auch immer im Nirwana gelandet, die Fehlerrate ist einfach zu hoch.
Ich habe mit danach folgede Vorgehensweise angewöhnt:

Zunächst ziemlich gut einnorden, dann einen unverwechselbaren Stern einstellen. Dessen Koordinaten kann man aus Karkoschka oder ähnlichem nehmen.

Die DEC Achse mit diesem Wert kalibrieren, dabei kann man den Fehler machen die plus und minus Werte zu verwechseln!!
Hier hilft überprüfen durch drehen Richtung Zenit==+90 Grad.

Den RA Wert stellt man dann an der RA Achse ein, hier ist, wenn ich mich richtig erinnere, die Scala die richtige bei der die Werte in Drehrichtung der Sonne ansteigen.
Dieser RA Wert ist dann solange festzustellen (mit der Schraube) wie das Objekt im Okular nachgeführt ist. ( Nachführmotor?)

Bei Einstellen eines neuen Objekts stellt öffne ich die RA Festtellschraube und drehe RA auf die neuen Koordinaten. (sofort wieder feststellen).
Danach gehe ich zu der DE Verstellung und stelle dort die neue DEC Werte ein. fertig.

Und da dieses Vorgehen, obwohl es eigentlich funktioniert, durch häufige Fehlbedienungen auch ins Nirwana führt, habe ich mir digitale Teilkreise zugelegt.

 
Hallo,

Hm, wenn Du unbedingt die Teilkreise benutzen willst würde ich mir den Kram mit der Sternzeit usw. sparen.

Richte Deine Montierung auf den Polarstern aus. Stelle ein gut sichtbares Objekt in der nähe des Zielobjektes ein, dessen RA und Dec Du kennst. Um Dein Ziel zu erreichen brauchst Du nur die Differenzen der RA bzw. Dec der beiden Objekte weiterzudrehen.

Die Differenzen sind bei stellaren Objekten konstant die Sternzeit nicht und Du mußt alle halblang Deine Scala korrigieren, es sei denn sie läuft mit.

Hast Du diesen Weg eingeschlagen, wirst Du sehr schnell auf die Suche via Starhopping umsteigen. Hier leisten Starpointer, Telrad, Quickfinder usw. hervorragende Dienste, die ich auch auf meinem Refraktor nicht mehr missen will.

Viel Erfolg, für den zweiten Einsatz ist das absolut normal, nicht einschüchtern lassen.

CS
Adrian
 
Hi Ihr

Zugegeben, ich bin momentan schon sehr verwirrt was die Teilkreise angeht. Aber dennoch versuche ich einmal Licht ins Dunkel zu bringen.
Starhopping finde ich bei einer parallaktischen Montierung nicht besonders effizient, bzw. ist mit den Achsen meines Erachtens momentan noch etwas schwierig. Schon alleine wenn ich Planeten betrachten möchte. Die kann ich ja wenigstens noch mit dem Auge gut sehen. Aber die anderen schönen Dinge am Himmel welche man nicht so ohne weiteres sieht sind dann doch ne ecke komplizierter zu finden als es mit einer Dobson Montierung der Fall wäre.
Darum würde ich mich gerne mit den Teilkreisen etwas genauer befassen um mit deren Hilfe zumindest einmal in die Nähe des Objektes zu kommen. Dann kann ich immernoch zum Stern oder Nebel hoppen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Vorweg mal ne Frage:
Adrian: Du schreibst dass sich die Sternzeit ändert & ich die Scala ständig korrigieren muss. Hmmm, ... so wie ich das bisher aufgefasst habe muss ich doch genau das nicht wenn ich die Scala einmal mithilfe der Sternzeit & einem bekannten Objekt eiche, oder ?

Aber zuerst einmal Gaaaaanz von Anfang an, damit die Verwirrung nun nicht komplett wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Also. Zunächst einmal ist mein Beobachtungsrichtung nicht richtung Norden, sondern eher von SE über S nach NW. Ich habe aber durchaus einen Ort an dem ich den Polarstern sehen kann & das teleskop somit ausrichten kann.
Es ist nun überall die Rede davon dass ich die Stundenachse, bzw das Gegengewicht Richtung Norden ausrichten soll. Aber wenn ich das tue dann kann ich ja im Süden nichts beobachten. Darum denke ich mir dass ich die ganze Apperatur einmal um 180° drehen muss, damit mein Scope Richtung Süden zeigt.
Damit scheint es auch ganz gut zu gehen. Mithilfe von scheinern kann ich dann auch am Stern die nötigen letzten Korekturen anbringen, so dass ich nurnoch mit der RA Achse nachstellen muss & er mir nichtmehr seitwärts abweicht.

Gut. Wenn das soweit ist, dann kann ich mir ja einen Stern, einen Planeten oder irgendwas aussuchen von dem ich die RA & DEC Werte kenne. Um daran dann die RA & DEC Scala zu eichen.
Frage: Ist es egal was ich da als "Eichobjekt" aussuche oder gibt es da besonders günstige ? Stichwort "Himmelsäquator-Nähe" ??

Habe ich dieses Objekt gefunden dann zentriere ich es im Okular (mit Nachstellmotor nicht so leicht es auch zentriert zu halten, aber wenn man schnell ist geht das) und stelle dann die DEC Skala auf den Wert vom Stern ein. Dabei einfach drauf achten dass wenn ich das Scope Richtung Zenit drehe, dass dann die Scala ansteigt.

Um nun die RA Achse zu justieren rechne ich mit der aktuellen Sternzeit den aktuellen Stundenwinkel des Objektes aus. Sprich: Stundenwinkel = Sternzeit - RA des Sterns
Diesen Wert stelle ich dann, ebenfalls unter der Bedingung dass das Objekt zentriert ist, an der RA Achse ein. Um sicher zu stellen dass ich es auf der richtigen Scala (obere oder untere) einstelle achte ich darauf dass die Werte wenn ich nach Westen drehe zunehmen.

So, wie ich das verstanden habe müssten die Teilkreise nun geeicht sein. Und wenn ich mich nur hinter meinem Haus bewege müsste ich die Teilkreise nie wieder anders einstellen. Darum werde ich sie an dieser Stelle mit Tesa oder ähnlichem gegen versehentliches verdrehen fixieren.

Ist das alles geschehen so müsste ich, wenn ich das recht verstanden habe "nurnoch" den DEC Wert des Objektes einstellen welches ich beobachten möchte & an der RA Achse nurnoch den augenblicklich errechneten Stundenwinkel welcher das Zielobjekt gerade hat.

Ich hoffe meine Überlegungen sind nicht allzu falsch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Werds wohl heute Abend wiedermal versuchen.

Viele Grüße
Christian
 
Hi Christian

Nein, Du solltest wirklich diese Sternzeit vergessen. Objekte habe eine Koordinate in RA und die bleibt (wenn es keine Wandersterne sind).

Was sich dreht ist die Erde und deswegen haben wir die Ra Achse um genau diese Erddrehung zu kompensieren (am besten mit Schrittmotor) .
Aber jetzt kommts: Wenn Du ein Objekt korrekt in Ra eingestellt hast und Du hälst es für 2 Stunden im Okular sollte Dir auffallen, daß dieses Ding sich am Himmel weggedreht hat, Richtung Sonnenuntergang. Und trotzdem hat es immer noch die gleiche RA Koordinate. Und deswegen sagte ich RA feststellen, solange das Objekt im Okular steht.

Die Erde dreht sich unter RA durch, De bleibt gleich wenn die Einnordung stimmt. Hier ist Hoffnung für eine endgültige Einstellung wenn Du richtig eingenordet hast.

Und noch ein Hinweis, die RA Achse ist immer auf den Polarstern ausgerichtet, auch wenn Du mit dem Fernrohr nach Süden schaust, zumindest hier in old Germany und zumindest dann wenn Du die Teilkreise nutzen willst. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Christian,

wenn die Montierung wie hier ausgerichtet ist...
Link zur Grafik: http://people.freenet.de/reuscher/astro/montierung_prinzip.jpg

...wird es auch nimmer umgestellt, sondern so verfahren:
Link zur Grafik: http://www.detray.com/ab/eq/images/move_to_se.gif

Link zur Grafik: http://www.detray.com/ab/eq/images/move_to_sw.gif
(Quelle: http://www.astronomyboy.com/eq/)
(Reloadbutton des Browsers um die Clips nochmal zu sehen)

vieleicht bringt das etwas Licht ins Dunkel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Zum Rest kann ich nicht viel sagen, da ich Deine Meinung nicht teile, daß man mit den Teilkreisen effizienter arbeiten könnte, zumindest nicht bei Montierungen der unteren Preiskategorie, da ist Starhopping wirklich schneller und mit einem Telrad und passenden Karten dazu kaum zu schlagen, aber....finds raus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo,

die Dec mußt Du immer nur für den jeweiligen Breitengrad einstellen und könntest ihn für zu hause fixieren, was ich trotzdem nicht machen würde.

Wenn Du die RA zu einem Objekt einstellst mußt Du damit das Objekt im Sichtbereich bleibt die RA-Achse nachführen. Die Werte im Atlas sind aber immer für einen bestimmten Ort und Zeit angegeben. Führst Du Dein Teleskop nach so daß das Objekt im Sichtbereich bleibt wird sich der Wert für RA verstellen, es sei denn Du hast eine Scala mit Uhrwerk.

Die Ausrichtung des Parallaktisch montierten Teleskopes ist immer auf den Himmelsnordpol, egal wohin Du kuckst. Siehst Du den Polarstern nicht gibt es andere Methoden die allerdings ziemlich Zeitaufwändig sind.

Du solltest Dich eingehender mit den Grundlagen befassen, vielleicht siehst Du Dir mal diese Seiten an:

Astrozeiger der Sternenwarte Diez und die Themen die im unteren Bildschirmbereich angezeigt sind.

Weiterhin gibt es hier auf Astronomie.de die Einsteigerseiten

http://www.astronomie.de/einsteiger/index.htm

Dort findest Du zwei Artikel zum Ausrichten eines Teleskops, wobei die Methode Scheiner auch dann funktioniert, wenn der Polarstern nicht zu sehen ist und zu genaueren Ergebnissen führt.

Hast Du die Sache im Griff und immer den selben Standort, lohnt es sich entweder eine Säule zu montieren auf der die Montierung korrekt ausgerichtet ist oder Du markierst dauerhaft die Aufstandspunkte Deines Stativs auf der Du Dein Teleskop ausgerichtet hast.

Nebenbei ist es bei Ansatz der Teilkreise schon wichtig das Teleskop halbwegs korrekt auf den Himmelspol auszurichten, was ohne Polsucher nicht so ohne weiteres geht. Bei der Differenzenmethode ist die Fehleranfälligkeit nicht ganz so dramatisch, weil man hier größere Distanzen meidet und ein Fehler in der Horizontalen oder Vertikalen Gesamtausrichtung sich nicht ganz so starkt auswirkt.

Es gibt neben den genannten Seiten eine Menge guter Seiten zu diesem Thema, vielleicht hängt der ein oder andere eine Info hierzu an.

Wenn Du heute Gelegenheit zum Beobachten hast bist Du zu beneiden hier ist alles bewölkt.

Zum Üben solltest Du Dir nicht zu schwierige Objekte vornehmen und sicher sein, daß Du das Objekt der begierde gut mit Deinem Instrument sehen kannst und es nicht allzu lichtschwach ist. Nimm Dir auch nicht zuviele vor, 3 sollten für den Start reichen.

Gute einfache Objekte sind Hi und Chi in Casiopia, oder zur Zeit M44 bzw. M67 im Krebs. Überprüfe an solchen Objekten Dein Vorgehen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg.

CS
Adrian
 
Re: HILFE, Teilkreisnavigation,.Ich dreh noch durc

Hallo Christian,

klar, das musste schiefgehen...
Also, die Teilkreise sind bei den meisten Montierungen nicht dazu geeignet, damit eine Navigation am Himmel zu machen. Sie sind meist zu ungenau. Wie soll man mit einer 5° Teilung auskommen, wenn das Okulargesichtsfeld gerade mal 1,5° Durchmesser hat? Bei den meisten Montierungen laufen die Teilkreise dann auch nicht mit dem Nachführmotor mit. 4 Minuten entsprechen 1° Himmelsdrehung. 5 Minuten nach der Eichung liegt man etwa um ein 3/4 Gesichtsfeld daneben.

Die Mehrfach beschrifteten Skalen haben übrigens ihre Gründe. Die RA-Skala ist doppelt beschriftet, weil eine Skale für die Südhalbkugel der Erde dient. Dort wird die parallaktische Montierung ja auf den Südpol ausgerichtet, und räumlich vorgestellt steht die Achse dann genau um 180° gedreht im Raum, daher ist auch die Skala anders herum.
Auf der Nordhalbkugel gilt, daß nach Westen hin die RA kleiner wird. Beim Ablesen "hinter dem Teleskop" ist also die nach Rechts hin wachsende Skala die richtige, denn diese liefert den kleineren Wert, wenn das Teleskop nach rechts (=Westen) geschwenkt wird. Genau lesen, nicht verwirren lassen!
Bei der Deklination ist die Mehrfachbedruckung auch richtig. Vielleicht ist es Dir schon aufgefallen, daß Du mit dem Teleskop einen Punkt im Süden auf zwei verschiedene Weisen erreichen kannst. Zum einen mit dem Teleskop rechts von der Montierung, zum anderen mit dem Teleskop links davon. Der weg von rechts nach links heisst im Jargon "umschlagen" und beinhaltet eine 180° Drehung des Teleskopes. Dafür sind also schonmal 2 Bereiche von 0° bis 90°. Weiterhin gibt es bei vielen Montierungen 2 Möglichkeiten, um das Teleskop zu befestigen. Zum einen parallel zu einer Schiene, zum andern 90° gedreht dazu. Die letztere Möglichkeit dient vor allem für Doppelteleskop-Plattformen. Auch dafür soll ja dann eine Skala vorhanden sein. Es hängt am Hersteller, wofür er sich entscheidet. Richte Dein Teleskop auf den Polarstern aus. Die Skale, die dann 90° zeigt, ist die richtige. Ggf. musst Du hier auch nochmal eichen.

Trotzdem: Teilkreise dienen eher der Einstellung des Polsuchers, denn der Orientierung am Himmel. Bei der Suche eines schwachen Kometen oder Asteroiden in sternarmer Gegend sind sie sicher auch hilfreich, aber für alles andere empfiehlt es sich doch eher, sich per Star-Hopping und mit den Sternbildern an den richtigen Ort heranzutasten.

Clear Skies
Sven
 
Hi Christian,
vergiß eingach die Teilkreise. Mit Sucher und langbrennweitigen Okular kommst Du schneller und einfacher hin.
Das Bedarf etwas Orientierungsvermögen am Himmel und etwas Paxis mit dem Scope.
Beides kommt i.d.R. recht schnell und dann klappts.
CS
 
Dankeschön für die Hilfe

Hallo Leute

Ich möchte euch an dieser Stelle recht herzlich für all die Antworten, Erklärungen und Ratschläge danken. Ihr habt mir wirklich sehr geholfen. Denn als Anfänger steht man bei solchen Sachen sehr schnell mal vor einem riesen Berg & weis nicht mehr weiter.

Aber mittlerweile sind mir doch einige Lichter aufgegangen & unter anderem habe ich dank der super Illustrationen von raziel [ super vielen Dank an dieser Stelle ] endlich verstanden dass man durchaus nach Süden schauen kann, auch wenn die Stundenachse nach Norden zeigt.

Aber auch recht herzlichen dank an "kleinerMUCK", Adrian, Sven & Antares für eure ausführlichen Erklärungen.

Mein Fazit:
Ich werde mich bei Gelegenheit noch einmal mit den Teilkreisen beschäftigen. Ansonsten versuche ich mich so gut wie möglich mit dem Star Hopping anzufreunden, bzw. was mir auch sehr gut gefällt ist die Mischung aus Starhopping & Differenzen-Methode. Ich werde dies bei Gelegenheit mal alles durchgehen. Übung macht ja bekanntlich den Meister <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Leider sind mittlerweile doch einige Wolken am Himmel, aber vielleicht wirds dann morgen wieder was.

Wünsche auf alle Fälle allen schöne Osterfeiertag & Clear Skies

Viele Grüße
Christian
 
Kleiner Nachtrag:

War heute bei meiner ersten wirklichen Beobachtungsnacht erfolgreich mit folgender Methode:

1.) Montierung auf Polaris ausrichten
2.) Bekannter Stern in der Nähe des Zielobjektes aufsuchen + zentrieren
3.) RA & DEC Werte dieses Sternes einstellen
4.) Auf die RA & DEC Werte des Zielobjektes fahren
5.) Freuen

Und ich kann euch sagen. Trotz Astro-3 Bin ich mit meinen Teilkreisen immer da gelandet wo ich wollte. Im Herzen meines Zielobjektes. Nur bei M104 ging es nicht so recht. Aber der Fehler lag daran dass ich leider den falschen Leitstern erwischt habe. Naja, Übung macht den Meister.

Näheres auch unter den Beobachtungsberichten:´
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=beobavis&Number=166207&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1

Ich leg mich jetzt erstma aufs Ohr & wünsch allen Clear Skies

Viele Grüße
Christian
 
Re: HILFE, Teilkreisnavigation,.Ich dreh noch durc

Hallo Sven,

Du schreibst:
"Auf der Nordhalbkugel gilt, daß nach Westen hin die RA kleiner wird. Beim Ablesen "hinter dem Teleskop" ist also die nach Rechts hin wachsende Skala die richtige, denn diese liefert den kleineren Wert, wenn das Teleskop nach rechts (=Westen) geschwenkt wird. Genau lesen, nicht verwirren lassen!"

Ich versuche jetzt schon eine ganze Weile das Ganze mit der RA-Scala meiner EQ6 nachzuvollziehen. Irgendwas passt bei mir nicht ganz. Wahrscheinlich ein grober Denkfehler.
Die Werte der oberen, vermeintlich richtigen RA-Skala, steigen nach rechts an. Nun versuchte ich Regulus (imaginär) so ungefähr im Süden einzustellen. (RA grob 10h 8').
Wenn ich das ganze nun (ebenfalls imaginär) auf Beteigeuze schwenke (in Richtung West) steigen die RA Werte aber auf der Scala, anstatt auf RA 5h 48' zu fallen.
Ich habe keine Ahnung, was da nicht passt.

Könntest Du dies bitte versuchen zu erläutern?

Vielen Dank und Grüße
Rolf
 
Re: HILFE, Teilkreisnavigation,.Ich dreh noch durc

Hallo Rolf,

ich kenne nun die Skalen der EQ-6 nicht auswendig, aber um sowohl auf der Nord, als auch auf der Südhalbkugel einsetzbar zu sein, müsste die Montierung ebenfalls eine Doppelskala haben, also eine, die nach rechts fällt und eine andere, die nach rechts steigt. Die wäre dann so beschriftet:
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18...
0 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6...
Welche Skala nun die richtige ist, hängt von der Anbringung an der Montierung ab, also ob sich die Skala mit dem Teleskop dreht, oder die Ablesemarke. Ich bin davon ausgegangen, daß die Skala fest ist, und das sich die Ablesemarke mit dem Teleskop dreht.
Dreht man nun das Teleskop nach rechts=west, so gleitet die Ablesemarke nach links über die Skala und die Werte müssen kleiner werden. Also muß die richtige Skala nach rechts wachsen. Wenn bei Deiner Montierung die Ablesemarke fest ist (ich meine, bei der EQ 6 ist das so), dann gilt es genau anders herum. Dann dreht sich die Skala nach links und die Ablesemarke "wandert virtuell" nach rechts. Also umgekehrte ansicht.

Allerdings, hilfe, warum so kompliziert? Nimm einfach die Skala, die passt...

Clear Skies
Sven
 
Re: Dankeschön für die Hilfe

Hallo Christian,

Sven hat die Verwendung der differenzierten Skalen ("-Verläüfe") bereits ausführlich erläutert und raziel hat die fixe Stellung der Montierungsausrichtung bei unterschiedlichen Teleskopblickrichtungen dargestellt. Die von Dir zu letzt genannte Skizzierung der Vorgehensweise nutze ich partiell auch. Stern mit bekannter Rekt. und Decl. einstellen, Teilkreise eichen und beobachten. Wichtig ist natürlich die genaue Ausrichtung der Montieurung. Wichtig ist die Exaktheit der Teilkreise. Erst gestern haben wir mit einem C14 auf Selbstbaumontierung mit Teilkreisen eingestellt. Diese sind sehr präzise und die Einstellung ist bis auf 1 Minute möglich. Jedes Objekt ist im Gesichtsfeld. "Preiswerte" Montierungen sind häufig zu ungenau.

Ansonsten ist die häufig beschriebene Aufsuchmethode über Telrad und/oder 50mm Sucher, Star-Hopping und Übersichtsokular sowie gutem Himmelsatlas, eine schnelle und sichere Methode zum Auffinden.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Beobachten, Christoph Lohuis. NightSky - Zeitschrift von Amateuren für Amateure
 
Hallo Christian,

Du schriebst: "...So, wie ich das verstanden habe müssten die Teilkreise nun geeicht sein. Und wenn ich mich nur hinter meinem Haus bewege müsste ich die Teilkreise nie wieder anders einstellen.
Ist das alles geschehen so müsste ich, wenn ich das recht verstanden habe "nurnoch" den DEC Wert des Objektes einstellen welches ich beobachten möchte & an der RA Achse nurnoch den augenblicklich errechneten Stundenwinkel welcher das Zielobjekt gerade hat."


Mit solchen Fragen habe mich auch rumgeschlagen. Hat lange gedauert bis ichs begriffen habe. In der Praxis brauche ich keine der beiden Scalen lösen und verdrehen. Meine Scalen bewegen sich immer mit der Achse mit egal, ob motorisiert oder von Hand verfahren wird. Sie sind beide einmalig (so genau wie es geht) "geeicht" und funktionieren eigentlich gut, wenn die schnellere Variante Sucher oder Peilsucher zum Aufsuchen lichtschwacher Objekte nicht geht.
Bei der Dekl.-Scale ist das ja klar (0°=Himmelsäquator, 90°=Pol).
Die RA-Scale meiner Monti zeigt den Stundenwinkel und braucht deshalb auch nie verstellt werden. Die Südrichtung hat 0° Stundenwinkel. Die Rektaszension eines Sterns ist in den Koordinaten auch immer gleich. Was sich ändert ist die aktuelle Ortssternzeit und damit der Stundenwinkel. Der wird ausgerechnet und eingestellt. Bei einigermaßen genauer Polausrichtung haut das immer wieder hin.

Schneller gehts natürlich oft mit Karte und Starhopp, und sicher haben die Teilkreise auch unterschiedliche Beschriftungen. Da muß man etwas umrechnen und probieren aber das Prinzip sollte, wenn man denn die Teilkreise verwenden will, überall funtionieren.

Gruß Steffen
 
Danke

Hallo Ihr

Entschuldigt meine etwas längere Abwesenheit, ...aber mein Studium war wiedermal an der Reihe.

Ich möchte mich hier noch einmal recht herzlich für all die Antworten bedanken. Ihr habt mir wirklich sehr weitergeholfen.

Vielen dank nochmals + Clear Skies
Christian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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