aro
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
gestern Abend konnte ich ausführlich aus dem Hinterhof "nach weit draußen" schauen und den neuen "feinen Zwirn" des Tubus ausprobieren, den meine Frau mir genäht hat. Außerdem war dies das First Light meiner neuen Maxvision-Okulare am Martini.
Hier mein Bericht:
Teleskop: Martini 10" Dobson
Okulare: 24mm Maxvision 68°, 16mm Maxvision 68°, 7mm TS HR-Planetary
Literatur und Software: [Interstellarum Deep Sky Atlas, Kosmos Sternatlas kompakt
Ort: heim. Hof, Region D'dorf
Grenzgröße fst: ca 5,0mag
Zeit: 29.12.2013, 1900-0030 MEZ
--
Nach dem Auskühlen und Justieren des Dobsons, habe ich mal mit was Einfachem angefangen: dem Andromeda-Nebel M31. Ich muss mich erst noch wieder etwas ans Starhopping gewöhnen, aber M31 ist ja ein einfaches Ziel. Einzig die recht hohe Elevation machte den Blick durch Leuchtpunktsucher und Sucher etwas unbequem; vielleicht gönne ich mir irgendwann noch mal einen Winkelsucher.
Neben M31 war auch der Kernbereich der Begleitgalaxie M32 gut als eine Ecke eines Sternvierecks erkennbar. Nur von M110 fehlte gestern jede Spur.
Weiter zu den Plejaden M45, die aber mit dem sichtbaren Bildausschnitt von ca. 1,3° zu sehr ins Bild "gequetscht" wirkten. Die sind eher was für Fernglas oder Richfielder.
Wirklich beeindruckend waren h und chi Per, die zunächst auch sehr hoch standen - inklusive leichter Verrenkungen beim Aufsuchen. Aber der grandiose Anblick entschädigt dafür schon.
Jetzt machte ich erst mal eine familienbedingte Pause und ...
... kehrte um 21.45 Uhr zurück, um auf Jupiter den GRF zu beobachten. Ich vergrößerte mit dem 7er-Planetary auf knapp 180-fach. Hierbei bemerkte ich deutlich den gesteigerten Kontrast im Vergleich zu meinem MAK und die damit verbundene bessere Sichtbarkeit der Strukturen in der Jupiteratmosphäre. Der GRF lag genau auf dem Meridian und die galileischen Monde waren drei zu eins um Jupiter herum verteilt.
Jetzt aber wieder der Blick weiter hinaus ins All: Zunächst bot sich der Orionnebel M42 an. Hierbei wechselte ich auf das 16er und schraubte eine Baader O-III davor. Längere Zeit genoss ich das Trapez, die Strukuren in der Gaswolke von M42 und den Kernbereich von M43.
Ich wechselte den O-III auf das 24er und schwenkte in den Stier auf der Suche nach dem Krebsnebel M1, der wirklich leicht zu finden war. Auch hier hob der O-III den Kontrast ganz massiv.
Etwas kniffliger war da schon das Aufsuchen des Rosettennebel NGC2237, bei dem ich etwas länger mit den Suchern am Himmel "herumgeeiert" bin, bis ich endlich den Sternhaufen NGC2244 im Bild hatte. Vom Rosettennebel selbst war aber leider nur ein schwaches "Glimmen" um den Sternhaufen herum zu sehen. Vermutlich ist dies auch ein Objekt für Fernglas oder Richfielder.
Jetzt blätterte ich etwas im Atlas und versuchte mich an dem planetarischen Nebel NGC2022 im Orion. Leider habe ich den nicht erkannt, so blieb aber immerhin die Beobachtung des offenen Haufens Collinder 69 um Meissa, der mir als Startpunkt für die Suche gedient hatte.
Zum Thema Starhopping: Hier betrachte ich mich definitiv noch als Anfänger aber mit dem Interstellarum-Atlas kam ich direkt gut klar. Der Maßstab ist groß genug, um sich mit dem Okular "weiterzutasten". Schön, dass das Christkind dieses Buch bei mir gelassen hat.
Ausgehend von Wasat hangelte ich mich zum Eskimonebel NGC2392, den ich leicht fand und mit verschiedenen Vergrößerungen mit und ohne O-III Filter genoss. Bei höherer Vergrößerung konnte ich einen hellen, runden Kernbereich und einen etwas dunkleren Randbereich erkennen.
Jetzt mal von Sirius runter nach Süden zu M41, der trotz seines sehr niedrigen Stands schön und sternreich zu geniessen war.
Ich schaute mich nach neuen Zielen um und stolperte in unserer Einfahrt über die Große Bärin. Im Atlas nachgeschlagen und auf die Suche nach M108 und dem Eulennebel M97 gemacht... Die Galaxie war leider nur zu erahnen aber der Eulennebel brachte (besonders mit dem O-III) einen eindrucksvolles Anblick.
Mein Highlight in UMa waren aber definitiv M81 und M82, die beide wunderschön gemeinsam im 24er zu bewundern waren, was ich auch ausführlich tat.
Die Strudelgalaxie M51 mit NGC5195 waren im Gegensatz dazu nur wie ein leicht beschlagener Fleck im Okular zu sehen. Für einen schöneren Anblick standen sie echt zu niedrig.
Mir wurde bei Temperaturen um den Gefrierpunkt jetzt auch trotz warmer Klamotten kalt und ich packte langsam ein. Zum Abschluss noch mal h und chi geniessen, dann alles rein und ab ins Bett.
Fazit:
Die "Socke" für den Dobson hat gut gehalten und auch aus der Stadt raus war der Martini eine echte Bereicherung der Möglichkeiten.
Beste Grüße,
Achim
gestern Abend konnte ich ausführlich aus dem Hinterhof "nach weit draußen" schauen und den neuen "feinen Zwirn" des Tubus ausprobieren, den meine Frau mir genäht hat. Außerdem war dies das First Light meiner neuen Maxvision-Okulare am Martini.
Hier mein Bericht:
Teleskop: Martini 10" Dobson
Okulare: 24mm Maxvision 68°, 16mm Maxvision 68°, 7mm TS HR-Planetary
Literatur und Software: [Interstellarum Deep Sky Atlas, Kosmos Sternatlas kompakt
Ort: heim. Hof, Region D'dorf
Grenzgröße fst: ca 5,0mag
Zeit: 29.12.2013, 1900-0030 MEZ
--
Nach dem Auskühlen und Justieren des Dobsons, habe ich mal mit was Einfachem angefangen: dem Andromeda-Nebel M31. Ich muss mich erst noch wieder etwas ans Starhopping gewöhnen, aber M31 ist ja ein einfaches Ziel. Einzig die recht hohe Elevation machte den Blick durch Leuchtpunktsucher und Sucher etwas unbequem; vielleicht gönne ich mir irgendwann noch mal einen Winkelsucher.
Neben M31 war auch der Kernbereich der Begleitgalaxie M32 gut als eine Ecke eines Sternvierecks erkennbar. Nur von M110 fehlte gestern jede Spur.
Weiter zu den Plejaden M45, die aber mit dem sichtbaren Bildausschnitt von ca. 1,3° zu sehr ins Bild "gequetscht" wirkten. Die sind eher was für Fernglas oder Richfielder.
Wirklich beeindruckend waren h und chi Per, die zunächst auch sehr hoch standen - inklusive leichter Verrenkungen beim Aufsuchen. Aber der grandiose Anblick entschädigt dafür schon.
Jetzt machte ich erst mal eine familienbedingte Pause und ...
... kehrte um 21.45 Uhr zurück, um auf Jupiter den GRF zu beobachten. Ich vergrößerte mit dem 7er-Planetary auf knapp 180-fach. Hierbei bemerkte ich deutlich den gesteigerten Kontrast im Vergleich zu meinem MAK und die damit verbundene bessere Sichtbarkeit der Strukturen in der Jupiteratmosphäre. Der GRF lag genau auf dem Meridian und die galileischen Monde waren drei zu eins um Jupiter herum verteilt.
Jetzt aber wieder der Blick weiter hinaus ins All: Zunächst bot sich der Orionnebel M42 an. Hierbei wechselte ich auf das 16er und schraubte eine Baader O-III davor. Längere Zeit genoss ich das Trapez, die Strukuren in der Gaswolke von M42 und den Kernbereich von M43.
Ich wechselte den O-III auf das 24er und schwenkte in den Stier auf der Suche nach dem Krebsnebel M1, der wirklich leicht zu finden war. Auch hier hob der O-III den Kontrast ganz massiv.
Etwas kniffliger war da schon das Aufsuchen des Rosettennebel NGC2237, bei dem ich etwas länger mit den Suchern am Himmel "herumgeeiert" bin, bis ich endlich den Sternhaufen NGC2244 im Bild hatte. Vom Rosettennebel selbst war aber leider nur ein schwaches "Glimmen" um den Sternhaufen herum zu sehen. Vermutlich ist dies auch ein Objekt für Fernglas oder Richfielder.
Jetzt blätterte ich etwas im Atlas und versuchte mich an dem planetarischen Nebel NGC2022 im Orion. Leider habe ich den nicht erkannt, so blieb aber immerhin die Beobachtung des offenen Haufens Collinder 69 um Meissa, der mir als Startpunkt für die Suche gedient hatte.
Zum Thema Starhopping: Hier betrachte ich mich definitiv noch als Anfänger aber mit dem Interstellarum-Atlas kam ich direkt gut klar. Der Maßstab ist groß genug, um sich mit dem Okular "weiterzutasten". Schön, dass das Christkind dieses Buch bei mir gelassen hat.
Ausgehend von Wasat hangelte ich mich zum Eskimonebel NGC2392, den ich leicht fand und mit verschiedenen Vergrößerungen mit und ohne O-III Filter genoss. Bei höherer Vergrößerung konnte ich einen hellen, runden Kernbereich und einen etwas dunkleren Randbereich erkennen.
Jetzt mal von Sirius runter nach Süden zu M41, der trotz seines sehr niedrigen Stands schön und sternreich zu geniessen war.
Ich schaute mich nach neuen Zielen um und stolperte in unserer Einfahrt über die Große Bärin. Im Atlas nachgeschlagen und auf die Suche nach M108 und dem Eulennebel M97 gemacht... Die Galaxie war leider nur zu erahnen aber der Eulennebel brachte (besonders mit dem O-III) einen eindrucksvolles Anblick.
Mein Highlight in UMa waren aber definitiv M81 und M82, die beide wunderschön gemeinsam im 24er zu bewundern waren, was ich auch ausführlich tat.
Die Strudelgalaxie M51 mit NGC5195 waren im Gegensatz dazu nur wie ein leicht beschlagener Fleck im Okular zu sehen. Für einen schöneren Anblick standen sie echt zu niedrig.
Mir wurde bei Temperaturen um den Gefrierpunkt jetzt auch trotz warmer Klamotten kalt und ich packte langsam ein. Zum Abschluss noch mal h und chi geniessen, dann alles rein und ab ins Bett.
Fazit:
Die "Socke" für den Dobson hat gut gehalten und auch aus der Stadt raus war der Martini eine echte Bereicherung der Möglichkeiten.
Beste Grüße,
Achim