Holzöl...

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betzi

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Tag ihr Selbstbauer...

Da mein neulich konstruierter 6 Zöller mir doch ein wenig zu stark Kopflastig war, habe ich nun die komplette Spiegelbox neu konstruiert (mit ein bischen besserer Planung:-)
Das Holz (12mm Birke Multiplex) möchte ich diesmal durch Behandlung mit Holzöl dauerhaft schützen.
Daher meine Frage:
Ist es sinnvoll die Bretter bereits vor dem Zusammenleimen mit Holzöl zu Behandeln, oder behandelt man besser den fertig zusammen geleimten Kasten?
Eine vorherige Behandlung hätte den Vorteil, daß ich dann auch die Velourfolie vor dem Zusammenleimen einkleben kann (weniger geschnippsel). Allerdings bewirkt ja das "verölen" einen Schutz des Holzes gegen Feuchtigkeit, ich könnte mir also vorstellen daß dann der Holzleim nicht mehr richtig wirkt.
Für Tipps bin ich sehr Dankbar... (Auch was die Art des zu verwendenden Holzöles betrifft)

Möge der Himmel so klar bleiben wie jetzt...

Bernd

 
Hallo,

ein geöltes Teleskop gibt es Samstag beim ATT Essen zu sehen:

http://www.fh-jena.de/contrib/fb/et/stud/sebastiansauer/meister.htm

Dort erkläre ich auch gerne ausführlich, wie ich es gebaut habe.
(Fotos und Zeichnungen nehme ich mit)


Zum Ölen:

NHO-Hartöl von Zweihorn ist sehr gut.

Öle drei mal VOR dem Zusammenbau und klebe die Verleimstellen ab.

Ölen kannst Du so:

Schleifen, satt ölen, nach 20 Minuten mit Lappen abreiben,
über Nacht trocknen lassen.

Das Ganze drei mal (mit feinem Zwischenschliff)


ACHTUNG !!!!!
MIT ÖL GETRÄNKTE LAPPEN KÖNNEN SICH SELBST ENTZÜNDEN !!!
SOFORT UNTER WASSER DAMIT ODER KONTROLLIERT VERBRENNEN !!!



Bei weiteren Fragen helfe ich gerne.


Viele Grüße


Dirk
mohlitz@t-online.de

www.beobachterforum.de
 
Hi Dirk !

Du schreibst :

>>ACHTUNG !!!!!
>>MIT ÖL GETRÄNKTE LAPPEN KÖNNEN SICH SELBST ENTZÜNDEN !!!
>>SOFORT UNTER WASSER DAMIT ODER KONTROLLIERT VERBRENNEN !!!


wie kompass ????

Gruss
Bernd
 
Einfache Frage, etwas längere Antwort:

Leinöl (Bestandteil fast aller Holzöle) oxidiert an der Luft.

Dieser Vorgang trägt zum Aushärten der Ölschicht bei.

Oxidation erzeugt Wärme.
Wird diese Wärme in einem "zusammengeknüllten" Lappen gespeichert,
wird die Zündtemperatur der flüchtigen Bestandteile leicht erreicht.

Lappen aus Leinen (z.B. Bettlaken) beschleunigen diesen Vorgang noch,
da Leinen und Leinöl beides aus Flachs gewonnen wird und
hervorragend miteinander reagiert.

Lässt man die Lappen ausgebreitet trocknen, kann nichts passieren, da die entstehende Wärme gut abgeleitet wird.

Doch sollten die Lappen vorsichtshalber unter Wasser getaucht werden.

Wer weiß, wer vorbeikommt und die "alten Lappen" in den Mülleimer
wirft o.ä.


Viele Grüße

Dirk
mohlitz@t-online.de
 
Hallo...

Wie Kollege Mohlitz schon schrieb, es gibt gewisse Öle, die an der
Luft oxidieren und dabei Wärme erzeugen...verhindert man, das diese Wärme abgegeben werden
kann, wird relativ leicht die Zündtemperatur der flüchtigen Bestandteile erreicht und dann
fackelt das Zeug sich ab...ist/war eine beliebte Methode bei Brandstiftern, mit solch einem Öl getränkter
Lappen in einen Heuhaufen in der Scheune...wenn es warm ist, brennt die Scheune einige Stunden später
ziemlich sicher.

(Nein, nicht nachmachen!)

Ich selbst hatte den Effekt mal "live" mit dem Verdünner einer Ökofarbe (10 Jahre her), dabei handelte es
sich um irgendein Zitronenöl oder sowas, und der Lappen, mit dem ich den Pinsel abgewischt hatte, lag in der Sonne...und
der hat sich dann entzündet...da es nur ein Küchenpapier war, war der ratzfatz weg und gut war...war aber auch erstaunt über den Effekt.

 
Hi Dirk...

Danke für die Info. Ich habe alle zukünftigen Verleimstellen abgeklebt und Hartöl aufgetragen. Zwar nicht von Zweihorn sondern ein anderer Hersteller.
Leider habe ich beim Kauf nicht gemerkt daß es das Zeug in verschiedenen Farben gibt, naja jetzt habe ich halt eine rotbraune Spiegelbox:-)

Grüße,

Bernd
 
Hi Dirk,

was ist eigentlich der Vorteil von Holzöl gegenüber von Wachsen oder Lasuren? Bislang behandle ich Holzoberflächen sehr gern mit Dekorwachs, weil das Zeug sich super verarbeiten läßt... "Öl" klingt irgendwie so, als würde man sich schmierige Finger beim Anfassen holen - oder trocknet/oxidiert das Öl zu einer festen Substanz?
 
Holzöl dringt im Gegensatz zu Wachsen oder Lasuren in das
Holz ein.
Wachse und Lasuren schützen genau so gut, aber nur oberflächlich.

Kommen Kratzer in die Fläche, dringt Wasser ein.

Öl durchtränkt die Fasern und bietet auch bei Kratzern einen
guten Schutz.
Eine geölte Fläche mit Kratzer lässt sich einfach "reparieren".
Leichte Kratzer werden "überölt", größere Kratzer leicht angeschliffen, "ausgebügelt" (s.u.) und geölt.

Bei Lasuren und Lacken, bedingt auch bei Wachsen ist ein
vollständiger Schliff des Stückes und Neubehandlung nötig.
(Farbabweichung)

Zum "Ausbügeln":

Hier verrate ich einen alten Tischlertrick.
Kratzer oder Dellen im Holz sind meist recht leicht zu entfernen.

Man nimmt einen gut feuchten Lappen, hält ihn auf den Kratzer (Delle) und bügelt mit der Spitze eines Bügeleisens
über den feuchten Lappen.
Der heiße Dampf dringt in das Holz ein und die Fasern quellen auf.
(evtl. mehrmals wiederholen)

So bekommt das Holz fast immer seine Form zurück.
Danach muß es natürlich wieder angeschliffen und behandelt werden.

(Daher die Redewendung "etwas ausbügeln" für etwas, was schiefgegangen ist, auf seine Kappe nehmen.
Meist hat der "Lehrling" beim Transport einen Kratzer
verursacht, den er dann nach Feierabend "ausbügeln" durfte ;-)

Bei Öl kein Problem.
Bei Lack, Lasur etc. s.o.


Bei weiteren Fragen helfe ich gerne.

Da ich Tischlermeister bin, kann ich bestimmt zu jedem
Thema, was Holz betrifft, zumindest gute Tipps geben ;-)

Beste Grüße

Dirk
mohlitz@t-online.de



 
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