Holzrohrschellen für meinen 12" Orion-Newton

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Holger_Sassning

Aktives Mitglied
Ein Vorteil der Leichtbau-Newtons von Orion ist aber auch gleichzeitig ihr größter Nachteil. Durch das konsequente Trimmen auf Leichtbau sind der Tubus und insbesondere die Rohrschellen für den "harten" Astroeinsatz nur bedingt geeignet. Während man am Tubus nur wenig machen kann, bieten sich die Rohrschellen geradezu an, nicht zum Verbessern, sondern nur zum Auswechseln.

Auf meiner Suche nach dem Geeigneten, bin ich auf ein Angebot von Dirk Mohlitz dirkmohlitz@t-online.de gestoßen.

Rohrschellen nach Maß zu einem vernünftigen Preis.

Nach einer kurzen Kontaktaufnahme wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht, der Tubus wurde vermessen, Sonderwünsche abgestimmt und die Bestellung aufgegeben. Und dann kamen, nach astronomisch kurzen 10 Tagen, meine neuen Rohrschellen.



Und es kamen nicht nur Rohrschellen nach meinen Vorstellungen, sondern es kam ein Stück Möbel. In einer wirklich sehr guten, nur schwerlich zu überbietenden, handwerklich hervorragend ausgeführten Arbeit. An der nichts, aber auch gar nichts auszusetzen ist. An jedem Teil der Rohrschellen merkt man die Liebe des Tischlers zu seinem Werkstoff, dem Holz.

Jede Verstrebung wurde ganz sauber angepasst. Alle Kanten und Ecken wurden abgerundet. Die Verstrebungen wurden nicht nur einfach aufgeleimt, sondern auf jeder Seite mit 4 Leimformfedern verleimt und mit 4 Schrauben von innen zusätzlich verschraubt. Die Scharniere sind mit von innen verschraubten Maschinenschrauben befestigt, also nicht nur einfach angeschraubt. Und die Lackierung ist so glatt, das man sogar den Wattetest machen kann. Da bleibt NICHTS hängen.

Link zur Grafik: http://www.astropictures.de/Photogallery2/4WEB_IMAG0017.jpg Link zur Grafik: http://www.astropictures.de/Photogallery2/5WEB_IMAG0015.jpg Link zur Grafik: http://www.astropictures.de/Photogallery2/3WEB_IMAG0001.jpg Link zur Grafik: http://www.astropictures.de/Photogallery2/1WEB_IMAG0010.jpg Link zur Grafik: http://www.astropictures.de/Photogallery2/2WEB_IMAG0016.jpg

An die von mir so stabil gewählten Streben - auf meinen Wunsch wurden alle Streben 18mm stark ausgeführt - habe ich mein Leitrohr und 2 Pentacon 300mm/f4 Teleobjektive angebaut. Da wackelt nichts mehr. Der Newton lässt sich jetzt sehr leicht ausbalancieren, eben weil die Schellen so schön stabil sind. Und den Griff zum Tragen kann man sich auch sparen, den eine Strebe ist immer frei.

Ein kleiner Nachteil sollte natürlich nicht verschwiegen werden, da die Rohrschellen wesentlich schwerer wie die originalen Orion Spannbänder sind, brauch ich mehr Gegengewichte.

Bei den ersten Gehversuchen im Hellen hat meine EQ6 alles noch getragen und vom Eindruck her ist mein ganzer Aufbau jetzt wesentlich stabiler.

 
Hallo Holger,

mein Gott, ich bin begeistert !!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
Und ich dachte, ich würde meiner EQ-6 etwas zumuten.
Aber was du da alles draufpackst, ist echt erstaunlich.
Der erste Gedanke, den ich beim Anblick dieser Rohrschellen hatte: "Die muss ich haben!".
Ich glaube, Dirk wird seine Messer noch einmal wetzen müssen.

Welche Schiene verwendest du denn? Ist das die Baader?
 
Die Preise für die ganz großen Rohrschellen werden natürlich
entsprechend angepasst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

(soll ja auch nur als "Richtwert" gelten)


Beste Grüße

Dirk Mohlitz
Teleskope, Zubehör & mehr
mohlitz@t-online.de
 
Hallo Jockel,

Unsereins ist von den Rohrschellen begeistert.
Der Kommentar meiner, nur sehr wenig an Astronomie interessierten Ehefrau war: "Wenn ich das Ding auf den Boden stelle und ne Plastiktüte rein mache, hab ich einen wunderbaren Papierkorb." <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />

Da fehlen einem doch die Worte.

Als der 12"er kam meinte sie ja auch: "Die Ofenrohre werden immer dicker und größer." <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Aber um ihr den tieferen Sinn der Rohrschellen klar zu machen, hab ich die Rohrschellen mir mal um den Bauch gebunden, ein Fernglas in die Hand genommen und wollte mich dann auf meiner EQ6 paralaktisch montieren. Zum Glück für meine EQ6 hab ich die Beine nicht hoch genug bekommen. Denn das wäre bestimmt zu viel gewesen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Aber 25 KG Zuladung hab ich ihr schon öfters zugemutet. Und bisher hat sie alles klaglos mitgemacht. Das Wichtigste bei der Zuladung ist das exakte Ausbalancieren des ganzen Geraffels. Und sehr viel bringt es wohl auch, das die Teleobjektive unten montiert sind. Denn nahe am Drehpunkt der Achse ziehen sie bei weitem nicht so stark, wie wenn sie oben angebaut wären.
Als Schiene verwende ich noch eine Baader C8 Schiene. Trotz der leichten Rundung der Schiene ergibt es eine soldide Basis für alles. 4 Stück M6 Gewindeschrauben halten alles fest.
 
Glückwunsch Holger !

Da hat unser "Holzwurm" gezeigt was er kann und daß so eine Rohrschelle ihren Preis hat versteht sich von selbst.

Werner
 
Hallo,
Rohrschellen aus Multiplex können durchaus ausreichend steif sein. Ich habe sogar schon die Befürchtung, dass die Befestigung der relativ schmalen Prismenschiene mit der Holzplatte der schwächste Punkt der Steifigkeitskette sein könnte. Leider kann man das auch nicht so genau sehen.

Deshalb die Frage: Wie und mit wieviel Schrauben ist diese befestigt?

Man könnte ja die Steifigkeit mit einer Messuhr überprüfen, wie auf http://zellix.bei.t-online.de/steif.htm gezeigt (Bild 4, 5 und 6). Mit der beschriebenen Methode kann man auch leicht überprüfen, wie sich die Steifigkeiten der alten Rohrschelle zur Neuen verhält.

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau
http://www.vds-astro.de (Vereinigung der Sternfreunde)
 
Hallo Werner,

so teuer fand ich die Rohrschellen garnicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Wenn man sieht was auf Maß gefertigte Metallschellen bei Wolfi kosten. Und die haben keine Streben zur Verstärkung bzw. Anbau weiterer Gerätschaften.

Da macht unser "Holzwurm" doch schon recht gute Preise. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
 
Hallo,

Sind ja ganz proper geworden...naja, kein Wunder, bei dem Vorbild: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Schellen von meinem 10-Zöller

Das mit dem "Griff zum Festhalten" ist sehr praktisch...außerdem hat man immer noch ein Plätzchen für eine zusätzliche Kamera oder ein Leitrohr, Sucher, Telrad, etc.

@Dirk Mohlitz:
Keine Angst, ich will kein Prozente...finds ja auch gut, wenn eine Idee sich verbreitet, AFAIK gabs sowas nämlich bisher nicht zum Kaufen...daher ja auch mein Selbstbau.

 
Hallo Herbert,


Ich habe sogar schon die Befürchtung, dass die Befestigung der relativ schmalen Prismenschiene mit der Holzplatte der schwächste Punkt der Steifigkeitskette sein könnte.

In der Tat war das in meiner Überlegung ein Punkt der mir auch etwas Kopfzerbrechen bereitet hat. Darum hab ich auch erstmals eine Prismenschiene vom C8 genommen. Trotz der leichten Rundung der Schiene ist die Auflagefläche doch größer wie bei einer einfachen Prismenschiene und das Ganze macht das schon einen recht stabilen Eindruck. Befestigt ist die Schiene an den Rohrschellen mit 4 Stück M6 Schloßschrauben.
Besser wäre mit Sicherheit eine entsprechend große Metallplatte mit Prismenschiene, die plan an den Streben der Rohrschellen angeschraubt wird.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Aber auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Da das Wetter z. Zt. sehr mies ist werde ich noch mal in mich gehen und gucken was da zu Verbessern ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
In der Tat ist dieses Vorbild Grundlage der Konstruktion <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Vor etwa 2 Monaten fragte jemand bei mir nach, ob ich
Rohrschellen so bauen könnte.

Ich hab die Konstruktion dann noch etwas modifiziert.


Beste Grüße
Dirk Mohlitz
Teleskope, Zubehör & mehr
mohlitz@t-online.de
 
Hallo Mohlitz !

Genau solche Rohrschellen wie Du sie für Holger gemacht hast würden mich auch interessieren ( für 10 Zoll TS-Newton).

Könntest Du mir den Preis dafür Mailen (inkl.Versand nach Österreich)?
rochus_hess@aon.at

Vielen Dank und beste Grüße
Rochus Hess
 
Hallo Freunde,

auch ich war in Sachen Anti-Spannband-Aktion tätig und habe mal ein paar Alu-Guss-Schellen für den 10"-Orion-Newton konstruiert. (Die Originalbänder sind wirklich die reinsten Federn ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> )

Hier ein paar Bilder auf der EQ6, die übrigens zusätzlich mit dem 4", f/10-Skywatcher-Refraktor als Leitrohr beladen ist. Macht zusammen mit Kamera und Parallelplatte u. Baader-Leitrohrschellen ca. 20 kg. 20,5kg sind an Gegengewicht drauf. (Zusammen mit den Conrad-Motor-Getrieben kann man feine Fotos machen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> )

Link zur Grafik: http://members.aol.com/astrobilder/gesamt.jpg
Link zur Grafik: http://members.aol.com/astrobilder/unterteil.jpg
Link zur Grafik: http://members.aol.com/astrobilder/oberteil.jpg

Bei einem Gesamtgewicht beider Schellenpaare von 2,1kg (gut das Doppelte der Originalbänder) habe ich jetzt, dank Leichtbau-Auslegung, die 20-fache (!) Steifigkeit.

Außerdem habe ich noch die Parallelplatte "tiefergelegt", d.h. direkt mittels drei Schrauben auf der Schwalbenschwanzplatte der EQ-6 verschraubt. Das bringt jeweils 3cm weniger Hebelarm auf Teleskop- und Gegengewichtseite (das ist richtig viel und kostet nichts !!! )

Link zur Grafik: http://members.aol.com/astrobilder/platte_auf_eq6.jpg

Bei Interesse kann ich ja mal die mail-Adresse meines Prototypenbauers zur Angebotserstellung weitergeben.

Fazit:
Die Wackelei ist DEUTLICH (!!!) weniger geworden.


Astro-Gruß

Mark
 
Hallo Mark,

sei mir bitte nicht böse, wenn ich vermute, dass die Verbindung zwischen Leitrohr und Hauptrohr nicht besonders steif ist. Woher du eine 20fache Steifigkeit ermittelt hast ist mir auch noch nicht ganz klar. Kannst du das etwas genauer erklären?

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau
http://www.vds-astro.de (Vereinigung der Sternfreunde)
 
Hallo Herbert,

die Verbindung ist auch mit Kraftaufwand nicht im geringsten verformbar, also sehr stabil. Kann ich nur empfehlen.

Die 20-fache Steifigkeit ermittelt sich aus den Flächenträgheitsmomenten:

einerseits des Rechteck-Querschnittes der lächerlichen Spannbänder

andererseits aus dem zusammengesetzten Querschnitt des Rechtecks der Auflagefläche am Rohr (aus dem die meisten Schellen ausschließlich bestehen) und aus der Rippe, die die eigentliche Steifigkeit herstellt.
Damit die Rippe sich bei Belastung nicht ausbeult sind die Dreiecks-Rippen vorgesehen bzw. die aufgedickten Rippen an den oberen Hälften (damit man noch was ranschrauben kann).

Die Steifigkeit ist in der maßgeblichen Belastungerichtung proportional des Flächenträgheitsmomentes. Entsprechend habe ich sie berechnet.


Gruß

Mark
 
Hallo

Ich seh schon, da prallen die Rechner wieder mit den Probierern aufeinander. Wobei ich sagen muß, daß ich zuerst auch gedacht habe, einfach etwas rechnen, das ist es. Aber die ganzen Formeln gehen ja immer von dünnen Stäben aus und natürlich noch von Modellen in der Belastung. Gut, vielleicht fehlt mir da auch die mathematische Begabung für oder eben die am Pc, um mit FE-Methoden alles durchrechnen zu lassen.
Soll heißen: Am Ende wird man wohl um Steifigkeitsmessungen a la Nirosta nicht herumkommen, wenn man handfeste Vergleichswerte erhalten will.

Aber zur Berechnung einfacher Querschnitte kann man sich vielleicht ganz gut vor Augen führen, wie biegesteif der jeweilige Querschnitt ist.
Mich hat es mal gejuckt, folgendes Beispiel durchzurechnen:

Annahme: Stahlband 30x5 mm und Alu-Winkel 30x20 x10mm
die 30 jeweils als Auflagefläche, Biegung um die Querachse, untere Kante...

Die Formel für ein Rechteck lautet 1/12 * Breite*(Hoehe(hoch3))
Alle Vorfaktoren lasse ich später weg, weil es ja um ein Verhältnis geht.

Das Stahlband: 5*5*5*30=3750
Das gilt bei Biegung um den Schwerpunkt. Wir müssen ja noch den Steineranteil =Querschnittsfläche * (Abstand zur Biegeachse hoch2) hinzuaddieren:
also 5*30*2,5*2,5=937,5
Summe= 4687,5

Alu: 30*10*10*10=30000
+30*10*5*5=7500
+ wegstehendes L-Stück:
10*10*10*10=10000
+davon Steiner: 10*10+15*15=22500 (man sieht ein großer Beitrag für das kleine Eck!)
Summe=70000

Da Stahl jedoch einen um rund 3x höheren E-Modul hat das ganze durch 3=23333

und somit eine 5x höhere Steifigkeit des Alu-Teils
-wenn ich mich noch richtig an Technische Mechanik erinnere <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Die von mir gewählten Querschnitte sind jedoch in etwa gleich schwer, entsprechen also wohl nicht den Maßen aus dem Bild.
Alles nur mal so als Beispiel

Jetzt fehlen nur noch einige Zahlen für die hölzernern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Haasi,

ja, genau. Die Rechnung sieht etwa so aus wie meine, nur dass ich sogar noch den Steiner-Anteil vergessen hatte (ich [zensiert]). Der macht die Sache (rechnerisch) ja nochmal steifer. Dafür habe ich die Sache mit dem Material der Bänder nicht berücksichtigt gehabt, da ich von Alu ausgegangen bin (na ja, sind halt lackiert und gebohrt hatte ich auch nicht drin). O.K., sagen wir: Stahl.

Aber Folgendes (qualitativ):

die Originalbänder sind 50mm breit und 4mm dick. D.h. das Trägheitsmoment ist bei gleichem Gewicht noch ungünstiger, da die Breite in erster, die Höhe aber in dritter Potenz eingeht.
Meine Schellen sind 30mm breit (gut beobachtet), der Schenkel des "L", der auf dem Tubus aufliegt 9mm hoch und die Rippe (der hochstehende Teil des "L", der die Hauptsteifigkeit liefert) aber 21mm hoch. Resultat ist eine relativ leichte (doppeltes Gewicht zum Original) und sehr steife Konstruktion.
Ob es nun die 10- oder 20-fache Steifigkeit hat, ist mir wurst. (Ich bin jetzt auch zu faul, nochmal den Krempel zu rechnen. Wer Lust hat, kann's ja machen.) Wichtig ist, dass die Dinger einen Eindruck machen, als wären sie unzerstörbar und absolut starr (ich weiß: absolut gibt's natürlich nicht).

Was jetzt noch an Schwingungen da ist, würde ich als Elastizitäten der Schwalbenschwanz-Schiene und an der EQ-6 einstufen. (Die Schiene ist aber schon sehr viel steifer als die Baader-Schiene, die mit dem Tubus geliefert wurde. Die formschlüssige Verbindung der Schiene mit dem Schellenunterteil finde ich gut gelungen. Da kann nichts wackeln oder schwingen.)

Die Parallelplatte ist übrigens ein Bestandteil der Parallelplatte, die es bei Wolfi gibt. Nur eben jetzt direkt auf dem Montierungskopf. (Nicht mehr so, wie auf den ersten beiden Bildern.)

Ich hatte nicht vor, mit den Bildern meiner Schellen einen Wettbewerb Holz gegen Alu oder eine gegen die andere Konstruktion zu starten. Vielmehr hatte ich bereits einige Hilferufe bzgl. der schrottigen Bänder gelesen und wollte eine Anregung mehr in die Runde streuen. Mein Glück war außerdem, dass ich den Hersteller meiner Schellen von der Arbeit her kenne. (Meistens ist es doch sehr schwierig, jemanden zu finden, der einem Formen fräst/dreht und selbst konstruierte Teile in Alu gießt.)
Abgesehen davon, sind die Schellen von Holger und mir schon wegen der Tubusgrößenunterschiede nicht vergleichbar.

Und: 1000 Wege führen nach Rom.


astronomischen Gruß

Mark
 
Hallo Mark,

hast du denn schon konkrete Ergebnisse mit Langzeitfotografie in dieser Kombination?

Freundliche Grüße, Herbert
 
Hallo miteinander!

@ Mark:
Wollte auch keinen Konkurrenzkampf ausrufen, nur mal etwas detailierter die beiden Profile vergleichen. Und du hast schon recht, da geht es ja nicht um die Nachkommastellen. Im Übrigen sehen die beiden Schellenpaare ja recht gut aus und unterscheiden sich außer im Material nur durch ein Gelenk anstatt einer zweiten Schraube. Jedenfalls Glückwunsch dem, der jemanden an der Hand hat für solche Arbeiten!
Die Holzschellen traue ich mir noch zu, aber die aus Alu: Alles gießgerecht hinzubekommen, da gehört schon was dazu.

+ @ Nirosta:
Ich frage mich jedoch, warum so viele über die originalen Spannbänder schimpfen. Denn spannen tun die ja wohl auch.
Kann man sich das so erklären, daß hier die mangelnde Steifigkeit vom Tubus mit hineinspielt? Denn ein Tubus ohne Spanten läßt sich recht leicht einbeulen. So würde dann das Spannband nicht (nur) spannen, sondern als eine Art außenliegender Spant funktionieren?!?!
Und da haben die oben bebilderten Konstruktionen natürlich deutliche Vorteile.

grübel, grübel
 
Hallo Haasi und Herbert,

meine Antwort hat ein "bißchen" gedauert. Ich hatte in letzter Zeit recht wenig Zeit. Aber nun zum Thema:

Herbert:
Schau mal auf meine Homepage ( http://members.aol.com/markacht )
Da ist aber noch nichts drauf mit den neuen Schellen. Wenn ich fotografiert habe, hat mich Wind noch nie gestört (Glück gehabt). Und ob man 30 Minuten schon als Langzeit... bezeichnet, liegt im Auge des Betrachters.
Leider hat bisher Petrus alle Hoffnung auf neue Fotos vermasselt.
Die Schellen schätze ich vor allen Dingen beim Visuellen und beim Fokussieren.

Haasi:
Du hast vollkommen recht. Der Tubus ist saudünn und schwabbelt richtig rum. Das ist so heftig, dass die Kollimation beim Schwenken auf die andere Seite verloren geht. Ich habe längere Zeit gerätselt woran das liegt. Als ich die Anzahl der Schrauben, mit denen die Spiegelzelle gehalten wird, von 3 auf 6 verdoppelt habe, wurde es DEUTLICH geringer.
Die Schellen habe ich auch deshalb so steif ausgelegt, um den Tubus in seine Form zu ZWINGEN. Seitdem habe ich keine "Wanderung" der Kollimation mehr.
Im Originalzustand muß man es sich so vorstellen, dass der Tubus im Verlauf seiner Länge zwischendurch eiförmig wird. Dadurch hängt dann die Spiegelzelle durch. Mit den beschriebenen Maßnahmen wird aber alles gut. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Gruß

Mark
 
Im Originalzustand muß man es sich so vorstellen, dass der Tubus im Verlauf seiner Länge zwischendurch eiförmig wird

Brrrrrrrr, da gruselts einen ja, daß man Gänsehaut bekommt! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> Da würde ich mir aber auch was einfallen lassen! Vielleicht einen Tubus aus Geax?
Grüße Martin
 
Hallöchen ,

ich bin im Moment daran, mir auch solche schönen Rohrschellen zu bauen bzw.zu planen.
War heute im Baumarkt.
1m² Multiplex kostet dort 66€.
Von der Stärke her sind das dann 21mm.
Was meint ihr, das müsste doch reichen oder?

MfG Christoph
 
Hallo Christoph,

Meine Schellen sind 40mm stark. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Und die Streben sind 18mm stark. Normal reichen da auch 8mm aber da ich auf die Streben noch das Leitrohr und Teleobjektive anbaue, hab ich sie stärker gewählt.

Wie groß ist denn Dein Teleskop?
Willst Du die Schellen mit der Stichsäge sägen?
 
Hallo Christoph,
auch ich habe mir solche Rohrschellen gebaut. Ich bin zu einem Schreiner mit einer Oberfräse gegangen habe mir 2 Stück Multiplex mit den Maßen 360x360x40mm innen exakt auf 280mm ausfräsen lassen und habe mir dann die Ecken mit der Handsäge!! (sehr mühsam) abgesägt und dann die Rohrschellen halbiert. Geht mit Sicherheit auch beim Schreiner auf einer Bandsäge. Noch 2 Scharniere und 4 Aluwinkel das wars. Funktioniert super. Alles andere kannste vergessen.
Die Stichsäge läuft dir mit Sicherheit weg.
Das hat mich alles in allem 50 Eur gekostet.

Gruß
Ralf
 
Hallo Holger,
Habe gestern noch ein Angebot bekommen für eine 80x40cm Multiplexplatte für etwa 12€.
Die ist dann auch 30mm stark.

Meine Idee ist es, Rohrschellen für meinen 8" Newton zu bauen.
Dieser hat einen Aussendurchmesser von 74cm was auch gleich dem Innendurchmesser der Rohrschellen sein wird, mit etwas Spiel dazwischen.
Aussen werden die Rohrschellen die Form eines Achtecks haben.
Die Stärke der Platten wird wie gesagt 3cm sein.Ebenso die Breite an den dünnsten Stellen.
Zwischen Tubus und Schellen komt eine dünne Filzschicht.
Aussen kommen verstrebungen hin, die variabel angebracht werden können oder fest an 4 der 6 freien Aufnahmeflächen angebracht werden.
Jede dieser Aufnahmeflächen soll etwa 12,5cm breit werden.
Meine Losmandy Adapterplatte ist 6,3cm breit und soll etwas in eine Strebe eingelassen werden und verschraubt werden.

Was meinst du oder alle, die sich damit auskennen?
Aussägen werde ich das ganze entweder selber mit einer Dekupiersäge oder aber ich gehe zum Schreiner und lasse das machen, was wohl besser wäre.

MfG und einen schönen 3.Advent

Christoph

 
So machen wir die Rohrschellen:

Zuerst wird eine exakte Schablone erstellt.
Dazu fräsen wir an einen stationären Oberfäse die genauen
Radien. Die geraden "Auflageflächen" werden an der Schablone abgeschnitten.


Damit werden die Teile an der Tischfräse mit Anlaufring
und Falzkopf gefräst, nachdem sie mit einer Bandsäge grob vorgeschnitten wurden.

Dir engen Radien werden mit einem mit Wendemessern
bestückten Kopierfräser mit Anlaufring
oben in mehreren Gängen gefräst.

Der Rest ist "normaler" Zuschnitt.

Danach werden Nuten für Leimformfedern (Lamellos) gefräst,
alle Teile an den Sichtkanten mit einem Radienfräser gerundet und die Schraubenlöcher werden vorbereitet.

Nachdem alle Teile sauber geschliffen, verleimt und von innen
verschraubt sind, lackieren wir drei Schichten Klarlack
auf PUR-Basis mit feinem Zwischenschliff.

Nun werden beide Hälften mit den Scharnieren verbunden und
Velours eingeklebt.

Fertig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Bei weiteren Fragen helfe ich gerne.


Dirk Mohlitz
Teleskope, Zubehör & mehr
mohlitz@t-online.de
 
Hallo Christoph,

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Durchmesser 74,3cm? Ist das nicht ein bißchen groß für den 8"er? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Stabil wird die Konstruktion mit Sicherheit, aber auch schwer. Da hat die Monti einige Kilo mehr zu tragen.
Voraussetzung ist natürlich, das alles schön genau und sauber ausgefräst und die Auflageflächen gerade und gleichmäßig gesägt werden.
Ich hab weder die Maschinen für solche Arbeiten noch Beziehungen zu einem Tischler. Darum hab ich meine Schellen auch von Dirk Mohlitz anfertigen lassen.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir gutes Gelingen.
 
Hallo Holger,

Recht hast du, die 74cm sind der Umfang.
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß Christoph
 
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