Hallo Alexander!
Uranus bei 100* ist ein kleines leicht grünliches Scheibchen; kaum größer als ein Stern. Oberflächendetails kannst du darauf eigentlich nicht erkennen.
Diesen Anblick zu simulieren bringt dir deshalb leider nur wenig. Interessanter wird es dann, wenn dich interessiert, wo die Monde des Uranus stehen, denn wenigstens Ariel und Umbriel sind zu erwischen. Du hast nicht gesagt, was du für ein Teleskop hast, aber ab acht Zoll und bei dunklem Himmel und gutem Seeing kann das gelingen. Mit dem 14,5"er hatte ich Ariel und Umbriel schon erwischt. Dabei hat mir das Programm GUIDE 8.0 geholfen, das bei allen Positionsfragen wirklich eine unbestechliche Genauigkeit an den Tag legt.
Anblick einer Galaxie: ja, Eye&Telescope simuliert so etwas. Allerdings nicht fotorealistisch, sondern schematisch. Das Objekt wird als eine Ellipse mit grauer Füllung gezeichnet. Der Clou dabei ist, dass das grau umso heller kommt, je besser das Objekt zu sehen ist. Dabei werden die Daten der Optik, die aktuelle Grenzgröße und Erfahrungswerte über das Sehsystem berücksichtigt. Wie das aussieht, kannst du hier auf den
E&T-Seiten bei oculum ansehen (Punkt 3: "Grenzgröße einstellen").
Wenn es dich näher interessiert, dann kannst du bei oculum eine Demo runterladen. Warte vielleicht noch ein, zwei Tage: das Update auf die nächste Version 1.3 habe ich kürzlich rausgeschickt und der Webmaster wird es sobald möglich live stellen.
Weil E&T sich an Deep Sky Beobachter wendet, kennt es keine Planeten. Ich finde das nicht ganz so schlimm, weil es ja jede Menge Software gibt, die da weiterhelfen kann. Das Freeware-Programm HNSKY kann ich nur empfehlen. Cartes du Ciel wird auch gerne benutzt, aber HNSKY ist m.E. viel übersichtlicher in der Bedienung und vor allem schnell. Solche Konfigurationsprobleme, wie sie hier bzgl. Cartes beschrieben werden, habe ich bei HNSKY noch nie erlebt. Inzwischen kenne ich einen der beiden Autoren persönlich und den anderen per Mailkontakt - Han und Patrick leisten wirklich ganze Arbeit und das für lau! Das treibt die Kaufware-Szene an (bekanntlich belebt Konkurrenz das Geschäft) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Den Okularanblick (bei Planeten wirklich erstaunlich realitätsnah) simuliert auch
SkyTools2 von CapellaSoft. Ein bemerkenswertes Programm; für den Einsatz am Fernrohr während der Beobachtung sind die Himmelskarten aber zu langsam. Zum daheim ausdrucken mag es geeignet sein, aber dann würde ich für wenig mehr Geld lieber Guide kaufen.
StarryNight habe ich mir mal als 14-Tage-Demo runtergeladen. Es bringt eine tolle Grafik und man kann unheimlich viel damit visualisieren, aber ich sehe den Einsatzbereich des Programms eher in der "armchair astronomy", in der Präsentation (für Vorträge etc. ist es sicher toll geeignet) oder zum Erklären. Als Tool für Beobachter käme es für mich aus mehreren Gründen nicht in Betracht (nur die richtig teure Pro-Version hat genug Daten).
Gruß,
Tom