Moin,
deshalb benutzt man ja die Nachführung, um die Sterne punktförmig zu halten?! Bei der Barndoor gibt es durch die tangentiale Nachführung natürlich nach einer bestimmten Zeit eine Abweichung vom Soll. Deshalb gibt es sogar Konstruktionen mit zwei oder mehr ineinandergreifenden Armen, die das ausgleichen sollen. Mir geht das zu weit, zumal der Aufwand beim Bau dann auch gewaltig wird und eine sehr hohe Genauigkeit erfordert. Da kann man gleich anfangen, eine richtige Montierung zu bauen ...
Der Trick bei der Barndoor ist, die unweigerlich auftretenden Bildfehler (sprich Strichspuren) unter der Wahrnehmungsschwelle zu halten. Bei längerer Brennweite verkürzt sich also die mögliche Nachführzeit. Während Du ein 28er fast problemlos 15-20 Minuten nachführen kannst, bist Du mit einem 135er nach 5-6 Minuten bereits in einem Bereich, in dem die Chance, Ausschuss zu produzieren, erheblich steigt. Das Geheimnis dabei ist die möglichst genaue Einnordung der Scharnierachse in Kombination mit einer möglichst gleichmäßigen Nachführung.
Für die Einnordung habe ich billiges 4x20 Zielfernrohr genommen und hinten am Scharnier angelegt. Beim Nachführen selbst bleibst Du stur bei einer Geschwindigkeit, das heißt, jede Minute muß die Schraube um 1 Umdrehung bewegt werden. (Die Umdrehungsgeschwindigkeit hängt von der Hebellänge und der Gewindesteigung ab). Man kann das gut in 15-Sekunden-Intervalle teilen und dann jeweils eine Vierteldrehung machen. Mit einiger Übung sind auch Achteldrehungen drin. Oder man steckt mit einem Stück Gummischlauch einen längeren Gewindestab auf die Nachführschraube (etwa wie die Lamellenverstellung bei einer Jalousie) und dreht das Ganze langsam zwischen Daumen und Zeigefinger. Du siehst, damit ist Astrofotografie noch echte Handarbeit! Ein Leitrohr ist dabei nicht vorgesehen. Dürfte auch schwierig werden, es sei denn, man baut das Ganze sehr stabil.