Im Fuhrmann und um den Fuhrmann herum

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Rohrspecht

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Neben vielen schönen Frostminuten mit den Gasriesen (Schattenhaschen zwischen
Io und Europa, Enceladus endlich mal definitiv gesichtet, etc) hat sich
Zaphod mein 8" f/5 Sky-Watcher-Dob letztens vor der Mondmachtübernahme
(auch dieser wurde eine Zeitlang bespechtelt) auch noch einmal den Deep-
Sky-Schätzen gewidmet. Inspiriert aus diversen Quellen und nicht zuletzt
dem Night Sky Observer's Guide wurden in den letzten zwei Nächten aufgesucht
und zur Strecke gebracht u.a. (nicht in dieser Reihenfolge):
  • IC 2149, PN bei pi Aur. Leicht zu finden - von pi nach Westen zu einem
    7m-Stern und noch etwas weiter bis zu einer Miniaturausgabe der drei Aries-
    Hauptsterne auf Okular-Gesichtsfeld verkleinert, direkt darunter (also
    nördlich) ein weiteres 10m-Sternchen, das ist er. Mit UHC bei bis zu 178x
    nicht ganz eindeutig identifiziert (außer dann durch Nachschlagen), so
    ziemlich alles in der Gegend hatte einen ähnlichen Streulichthof. Ohne
    Filter sprang er dann aber sofort als nebulös ins Auge, mit [O III]
    ebensogut aber nicht besser. Verträgt sicher noch höhere Vergrößerung.
  • NGC 2126 noch ein Stück weiter nördlich. Eher ein "Na ja..."-Fall.
    Acht zerstreute ~11m-Sterne bei einem 6m-Leuchtturm.
  • NGC 1664 2° westlich von eps Aur (kannte ich schon vom letzten Jahr).
    Hübscher kleiner entflogener Herbstdrachen - rautenförmige Kontur aus
    Dutzenden 10-11m Sternchen mit einem Drachenschwanz an einer Ecke und
    einer längeren "Schnur" an der nächsten. Kommt gut bei ca. 100x.
  • Ein Stück weiter nach W, gerade über die Grenze in Perseus, findet sich
    der größere, heller NGC 1582 (etwa 30' lang O-W). Taufe ihn, wegen seiner
    Form, den "Büroklammerhaufen"! Ein Fall für ein relativ weites Feld bei 50x.
  • Südlich der Linie my-omega Aur ist Struve 644 der nächste nennenswert
    helle Stern. Enger (1,6'') Doppelstern mit auffällig gelber A-Komponente,
    weißlich gelb erscheinende, nicht viel schwächere B-Komponente vorangehend
    bei etwas unter 270° Positionswinkel. Schon bei 178x getrennte Beugungs-
    scheibchen sichtbar.
  • Der dient auch gleich als Wegweiser zum benachbarten NGC 1778. Diesen
    erkläre ich zum "Spitzmaus-Haufen"! Putzig. Das Schnäuzchen zeigt nach
    SO, der Bauch bildet die NO-Seite, das Mäuseschwänzchen ringelt sich im
    NW der ovalen Gruppe. Die helleren Sternchen markieren ein Ohr und die
    Pfoten!
  • Längere Suchaktion, bis UV Aurigae dingfest gemacht ist - in der alten
    Uranometria 2000 ist er nicht eingezeichnet, in der neuen zwar als Stern
    markiert, aber nicht beschriftet. Ein recht interessantes Objekt: die
    Primärkomponente des Doppelsterns (3,4", PW 4°) ist ein roter Carbon-
    Stern und veränderlich vom Mira-Typ, zwischen 7m4 und 10m6, der Begleiter
    bei ca. 11m vis. sollte bläulich sein (was aber mehr Öffnung braucht) -
    so eine Art Mikro-Albireo. Die Position ist 5h21m49s +32°30'40'', man
    findet ihn südöstlich von 16 Aur via HIP 24877 (6m94) und HIP 25000
    (8m5), mit diesem und einem 9m5-Stern nordöstlich bildet er die südöstliche
    Spitze eines kleinen gleichschenkligen Dreiecks. Zu verwechseln ist er
    bei hoher Vergrößerung nicht! Erwische ihn bei 245x (mit dem UWA 4,7,
    das ich nicht häufig nehme). Die A-Komponente liegt eher beim Licht-
    minimum - weniger als eine Größenklasse heller als die B-Komponente,
    schätze ich. Immerhin reicht es gerade noch für einen Resteindruck
    von orange!
  • Weit im Westen des Fuhrmanns wird schließlich noch NGC 2281 angefahren,
    ein weiterer sehenswerter Offener Haufen, unweit psi7 Aur. Macht bei 52x
    schon einen guten Eindruck. An die 30 Sternchen in kunterbunten geometri-
    schen Mustern skizziert, zwischen einigen helleren aufgehängt. Im Nachhinein
    fand ich alle in der neuen U'metria einzeln dargestellten Sterne in der
    Skizze wieder, und die Beschreibung im N.S.O.G. (für 12-Zöller!) passt
    auch recht gut (die zentrale kleine Raute ist sehr auffällig), aber die
    Skizze 5-21 im N.S.O.G. kann ich hinten und vorn nicht zuordnen, auch
    nicht gedreht oder gespiegelt...
  • Zwischendurch, an ganz anderem Ort, auch einmal NGC 1999 aufgesucht.
    Am einfachsten zu finden, indem man von Hip 26345 (dem südlichsten 5m7-
    Stern der Gruppe um iota Ori) ein halbes Grad nach S fährt. Der helle
    Reflexionsnebel war schon bei 153x augenfällig, und deutlich unrund-
    asymmetrisch. Das dunkle "Schlüsselloch" darin ist nicht so leicht zu
    sehen, einmal glaubte ich es indirekt für kurze Zeit erhascht zu haben.
Inzwischen haben uns nun auch die dicken Schneewolken wieder eingeholt!
 
Hallo Gerhard,
schöner BB. Habe mal in meinen Aufzeichnungen nachgeschaut. Die Objekte IC2149, NGC1664, NGC1778 und NGC2281 hatte ich auch schon vor der Linse.
Beispiel aus den Aufzeichnungen über NGC2281 vom 28.10.02 mit C8: Großer lockerer Sternenhaufen mit vielen hellen Sternen, Sternketten, in der Mitte des Haufens eine kleine Sternenraute.
Ist doch ganz gut, wenn man sich Notizen macht, da hat man schöne Vergleichsmöglichkeiten.
Bis zum Freitag am Stammtisch.

Gruß Helmut
 
Hallo Meister Rohrspecht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

schön, von Dir zu lesen.
Das hast du ja einige ziemlich interessante Sternhaufennamen verteilt - man bekommt da regelrecht Lust auf's nachbeobachten.

Und zur Pn in Auriga-Geschichte. Finde ich ja gut, das wenigstens noch einer diese stellaren Pn-Fizzel genau wie herausnebelt, und nicht filtert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Manchmal bringt das blinking mit dem UHC fast nix - ich denke, ein OIII würde diesen Effekt vielleicht eher deutlich machen - existiert aber noch nicht in meinem Equipment. Dann fixiere ich meist das vermutete Objekt, und bei _direkter Sicht_ nebelt es merkwürdig. Bei indirekter erscheint es wieder wie ein Stern. So hab ich schon viele Pn's ohne Filter gefunden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Na dann bald wieder guten Münchener Himmel

Clear Skies
Matthias
 
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