Import von optischem Zubehör aus den USA ohne CE-Kennzeichnung? | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Import von optischem Zubehör aus den USA ohne CE-Kennzeichnung?

Heymann

Mitglied
Ein Raspberry PI3. Laut Aussage des Zollbeamten spielte die Art des Produktes keine Rolle. Es ging ausschließlich darum, das Waren, welche in die EU eingeführt werden, grundsätzlich ein CE-Kennzeichnung, welche nicht entfernbar ist (also ein Aufkleber hätte nicht gereicht), haben muss.

Grüße
Silvio
 

Optikus

Mitglied
Da steht das CE doch auf der Platine ?

Da bei allem was ein "Gerät" ist auch die entsprechenden EU-Regeln gelten ist das eh kritischer. Aber im Kopf ging es ja um optisches Zubehör.

CS
Jörg
 

Heymann

Mitglied
Dass öffnen des Gerätes hatte ich dem Zollbeamten angeboten. CE-Kennzeichnung muss aber laut Zollbeamten außen auf dem jeweiligen Gerät sichtbar angebracht sein. Lust zum Streiten hatte ich da wirklich nicht. Das gilt auch für optisches Zubehör. Selbst ein Sack voller Zement trägt in Deutschland ein CE-Zeichen. Kurzum, der Einfuhr aus den nicht EU-Raum birgt das eine oder andere Risiko.

Grüße
Silvio
 

TakFan

Mitglied
Bei der CE Zertifizuerung unserer Chemieanlage prüft Lloyds alles. Pumpendruck gegen Designdruck, Sicherheitskonzepte. Sicherheitsventile, Leitsystemnotabschaltungen, etc.

Wie kann man da behaupten CE ist wertlos?

Das Betriebshandbuch wird CE komform gemacht, dadurch wird der Anlagenbediener im besonderem Maße auf Gefahren hingewiesen, etc.

Jeder Zulieferer macht dasselbe, da er CE konform (nebst diversen anderen Codes) sein muss. Wir reden von einem Grosskomplex mit tausenden von Apparaten und Maschinen.

Soviel mal aus der Praxis zu CE.

Gruss Dirk
 

Optikus

Mitglied
Hallo Dirk,

bei Industrieanlagen sieht allein die Zertifizierungsanforderung hinsichtlich Umwelt- Maschinen- und Arbeitschutz ganz anders aus als bei Konsumgütern, zudem sind wir nicht in China, wo letztlich ein ganz anderes Verständnis von solchen Vorgaben herrscht. Das Problem mit dem CE-Zeichen ist ja dass es keine EINHEITLICHEN Vorgaben gibt, wie zu verfahren ist. Bei uns wird keiner eine Zertifizierung anerkennen, die nicht von einem entsprechend selbst zertifizierten Prüfinstitut, bei Euch Lloyds, das ist in meinem Metier Bahn ja nicht anders. Da werden Bücher mit Spezifikationen, Prüfnachweisen und Abnahmen jedem Fahrzeug beigegeben die die Aufsicht so lange das Teil existiert weitergeführt sehen will.

Ich kenne aus der Praxis Betriebe die z.B. Radsätze und Drehgestelle wegen der Preise aus der VR China bezogen haben/beziehen. Da mussten deutsche Qualitätsprüfer und Zertifizierer hinfliegen, haben vor Ort geprüft und abgenommen, da den dortigen Herstellern, die die Wände vollgepflastert hatten mit regelmäßigen Zertifikaten und staatlichen Diplomen nicht beizubringen war, das das ernsthaft jedesmal einzeln am Objekt zu prüfen war. Und das nicht mal eben mit Messchieber und Schablone sondern wie in unserer Spezifikation inkl. röntgen der Welle und Scheibe, el. Vollvermessung usw. wie das in Deutschland (auch nicht überall in Europa!) üblich ist. Das wurde einfach zusammenkopiert, war ja am Zeichnungsmuster geprüft und bescheinigt, incl. CE und allen was Du haben wolltest.

Sprich einmal prüfen und dann fleißig kleben oder - was dort ebenfalls üblich ist, der Auftragsbestätigung ein Papier beilegen das z.B. CE bescheinigt, auf dem Objekt steht nix, wenn Du dann was bestellst und ausdrücklich auf der Kennzeichnung bestehst wirds mit Farbe draufgestempelt. Wenn Du dann das Zertifikat sehen willst kommt postwendend ein bunt vollgestempeltes wichtig aussehendes Papier in Landessprache.
Sowas kommt auch nicht nur in China vor sondern vielen Billiglohnländern in Südostasien. Meine Frau baut sich derzeit eine Edelpilzucht auf, manche Ausrüstung dazu (wenn sie nicht nur dort gibt) kommt bezahlbar nur aus den Gegenden, das ist jedes Mal ein Thema wenn man dort was bestellen will, da sowas ohne Papiere und Kennzeichnung auf keinen Fall nach Deutschland kommt, auch die BG will sowas nicht im Betrieb sehen. Das Perverse - es gibt "Importspezialisten" die sowas dann über Griechenland und Bulgarien einführen - dort kriegt man das offenbar mit geeigneten Hilfsmedien hin - EU at it's best.

CS
Jörg
 

Omegon_Tassilo

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Hallo Jörg,
dass es Firmen gibt, die das umgehen spricht nicht per Se gegen die EU. Schmuggler gibt es schon viel länger als die EU. Ebenso spricht auch die Tatsache, dass es Leute gibt, die die Regeln brechen nicht unbedingt gegen die Regeln. Ich denke nicht, dass es ausser dem "Herbeiführen einer Atomexplosion" noch ein anderes Gesetz in D gibt, das noch nicht gebrochen wurde. Man kann sicher trefflich über vieles streiten, der Sinn oder Unsinn etlicher Regelung ist diskussionswürdig. Aber dass eine Regel umgangen oder gebrochen wird, ist normal.
Clear skies
Tassilo
 

TakFan

Mitglied
Nach ja EU hat It's best trifft den Kern nicht. Wenn Zöllner irgendwo nicht sauber arbeiten kann die EU nicht dafür, sondern die lokale Dienstaufsicht. CE ist in gewissem Maße eine Handelsschranke, so wie Ghost, API und Co. Wenn man sich an die Regeln hält ist CE sinnhaft.

Und auch wir kaufen in China. Selbe Problematik.

CS
Dirk
 
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