RoStMu
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Hallo,
Gestern Abend (15. August 2004) war endlich mal wieder Neumond und dazu passables Spechtelwetter. Deshalb habe ich schon mittags ständig die Satellitenbilder verfolgt und mit meiner Freundin vereinbart, dass wir ca. 15 Minuten raus aufs Land in ein kleines Dorf auf der Schwäbischen Alb fahren, wo meine Schwester wohnt. Als ich an Weihnachten 2003 von diesem Standort aus den Sternenhimmel beobachtet habe, fand ich fast einen 6m Himmel vor!
Deshalb gegen 21.00 Uhr alles ins Auto gepackt, um es eine viertel Stunde später an Ort und Stelle auszuladen und aufzubauen. Meine Ausrüstung bestand aus dem D8 (200mm/1200mm Newton) auf einer parallaktischen Montierung EQ6, dazu eine Reihe von Okularen, drehbare Sternkarte, DeepSky-Reiseführer, einer roten Lampe und einem Tritthocker (zum Hinsitzen und Draufstehen bei entsprechender Okularhöhe).
Gegen 21.30 Uhr war dann alles aufgebaut aber der Himmel noch nicht dunkel genug. Deshalb gleich nach dem Einnorden der Montierung etwas gemacht, das ich für DeepSky-Beobachtungen eigentlich unentbehrlich finde: Teppich auf die Wiese gelegt und ca. 30-45 Minuten den Sternenhimmel beobachtet -> sehr gute Adaptionsmöglichkeit für die Augen!!!
Dann war es soweit.
Leider war der Himmel nicht ganz so gut wie erhofft. Das Sternbild des "Kleinen Wagens" um den Himmelsnordpol war komplett zu sehen, aber nicht mehr und nicht weniger. Das bedeutete also eine Grenzgröße von "nur" 5m. Naja, erfahrungsgemäß liegt zwischen 5m und 6m ne Menge, aber auch mit 5m lässt sich schon ordentlich DeepSky beobachten.
M51: Zuerst wurde M51 im "Großen Bären" anvisiert. Das Galaxienpaar stand in der einzigen ungünstigen Richtung (Licht über dem Dorf), aber ich wusste, dass das Sternbild bald hinter einer nahe stehenden Tanne verschwinden würde. Also den ersten Deichselstern Benetnasch in den Sucher genommen und den Tubus nach unten bewegt. Aus einer Vielzahl an Sternen sticht einem ein Dreieck entgegen, und genau hier ist M51 zu finden.
Bereits beim ersten Blick offenbarten sich deutlich zwei galaktische Zentren. Auch waren um beide hellen Punkte sofort ein runder nebliger Fleck erkennbar. Während ich wusste, dass NGC 5195 keine Details offenbaren wird, konzentrierte ich mich auf "M 51 a". Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dunklere und hellere Regionen erkennen zu können und ein oder zwei Spiralarme zu sehen. Nachdem ich diesen Eindruck mehrfach hatte, sah ich mir ein Bild an, was mich bestätigte. Auch die Verbindung zwischen den beiden Galaxien schien zumindest zeitweise ansatzweise erkennbar.
Das ist es eben, was DeepSky sehr oft ausmacht und ich auch erst lernen musste: Indirektes Sehen und Erfahrung helfen oft, Dinge zu ERAHNEN. Aber man hat sie eben doch irgendwie wahrgenommen und letztendlich gesehen.
M31: Dann war die Andromedagalaxie in guter Position. Mirach in den 8x50-Sucher rein, nach oben gefahren und WOW - welch ein Anblick bereits im Sucher. M31 stand in der dunkelsten Himmelsregion (Osten). Im 2" 40mm Kellner-Okular dann der nächste Wow-Effekt. Nicht nur M31, sondern auch M110 war sofort darunter zu sehen. Die Andromedagalaxie offenbare ein extrem helles galaktisches Zentrum, einen großen hellen Halo und nach einigen Minuten des Beobachtens stellte ich fest, dass M31 eigentlich das komplette, fast 2 Grad große, Gesichtsfeld einnimmt! Am unteren Ende war eine etwas dunklere Region zu erahnen.
M13: Dann verabschiedeten wir uns von den Galaxien und wechselten ins Sternbild "Herkules". M13 sollte ich zum ersten Mal so richtig beobachten. Also, im Sucher schnell gefunden aber im 40mm-Okular nur ein kleiner Fleck. Auch das 32mm-Okular änderte daran nichts. Umso mehr das 9mm-Oku: Einfach geil! M13 war zu ca. 80-90% in Einzelsterne aufgelöst. Zahlreiche Einzelsterne waren sogar bis ins Zentrum zu sehen - sind wohl die Sterne, die von uns aus gesehen vor dem Zentrum des Kugelsternhaufens liegen. Umwerfend. Auch meine Freundin war von M13 bei 133facher Vergrößerung total begeistert.
M27: Die nächste Premiere stellte für mich der Hantelnebel dar (zumindest im eigenen Teleskop und selbst gesucht). Meiner Meinung nach ein Objekt, bei dem ich froh bin ,einen Sucher und kein Telrad zu verwenden. M27 liegt zwischen der Leier und Atair im Schwan. Im Sucher einfach mal in die Mitte gepeilt, fällt einem eine Dreiecksformation auf (wie ein Pfeil). Die Spitze zeigt auf zwei weitere Sterne, die in einer Linie stehen. Vom letzteren ausgehen im rechten Winkel um ebefnalls zwei Sterne nach oben und... drin ist M27.
Das beste Ergebnis wurde mit dem 32mm-Okular erzielt (37,5fache Vergrößerung). Das Objekt offenbarte klar die Form einer Hantel und setzte sich deutlich vom Hintergrund ab. Leider konnte ich die schwächeren Partien des Nebels (die Ohren) nicht erkennen (aber ganz sicher beim nächsten Mal!).
M57: Den Abschluss (nach nunmehr fast 2 Stunden) bildete der Ringnebel in der Leier. Aufsuchen kein Problem. Wega rein, von da aus die beiden helleren Sterne darunter in den Sucher genommen und was liegt in der Mitte der Verbindungslinie - ein kleiner Ring! Im 40mm-Okular ein Miniring erahnbar, im 32mm-Okular ein Miniring sichtbar, im 32mm-Okular mit 2fach-Barlow ein Ring sichtbar und im 9mm-Okular ein noch immer heller Ring mit klarer Struktur. Es war zu sehen, dass M57 nicht völlig rund ist sondern leicht oval. Außerdem war auf der oberen Seite scheinbar etwas zu erahnen. Es schien, als würde ein kleiner Faden vom Hauptring abstehen. Leider konnte ich diese Beobachtung noch nocht mit Bildern vergleichen. Schön auch, dass man in dieser Himmelsregion der Milchstraße das Gesichtsfeld voller Sterne hat (im Sucher und 40mm-Oku fast mehr Sterne als schwarze Stellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).
So gegen Mitternacht wurde dann abgebaut, da ich ferienarbeitsbedingt bereits um 5.00 Uhr morgens aufstehen muss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> . Das nächste Mal sind diese 5 Objekte auf jeden Fall wieder dran. Vielleicht ein etwas besserer Himmel und NOCH mehr Details. Außerdem werde ich versuchen, die Objekte zu zeichnen.
mfg und klaren Himmel
Rolf
Hier noch ne Karte zur Lichtverschmutzung. Mein ungefährer Standort ist in dem roten Kreis.
Link zur Grafik: http://www.arcor.de/palb/alben/15/774315/1280_6262653634306562.jpg
Gestern Abend (15. August 2004) war endlich mal wieder Neumond und dazu passables Spechtelwetter. Deshalb habe ich schon mittags ständig die Satellitenbilder verfolgt und mit meiner Freundin vereinbart, dass wir ca. 15 Minuten raus aufs Land in ein kleines Dorf auf der Schwäbischen Alb fahren, wo meine Schwester wohnt. Als ich an Weihnachten 2003 von diesem Standort aus den Sternenhimmel beobachtet habe, fand ich fast einen 6m Himmel vor!
Deshalb gegen 21.00 Uhr alles ins Auto gepackt, um es eine viertel Stunde später an Ort und Stelle auszuladen und aufzubauen. Meine Ausrüstung bestand aus dem D8 (200mm/1200mm Newton) auf einer parallaktischen Montierung EQ6, dazu eine Reihe von Okularen, drehbare Sternkarte, DeepSky-Reiseführer, einer roten Lampe und einem Tritthocker (zum Hinsitzen und Draufstehen bei entsprechender Okularhöhe).
Gegen 21.30 Uhr war dann alles aufgebaut aber der Himmel noch nicht dunkel genug. Deshalb gleich nach dem Einnorden der Montierung etwas gemacht, das ich für DeepSky-Beobachtungen eigentlich unentbehrlich finde: Teppich auf die Wiese gelegt und ca. 30-45 Minuten den Sternenhimmel beobachtet -> sehr gute Adaptionsmöglichkeit für die Augen!!!
Dann war es soweit.
Leider war der Himmel nicht ganz so gut wie erhofft. Das Sternbild des "Kleinen Wagens" um den Himmelsnordpol war komplett zu sehen, aber nicht mehr und nicht weniger. Das bedeutete also eine Grenzgröße von "nur" 5m. Naja, erfahrungsgemäß liegt zwischen 5m und 6m ne Menge, aber auch mit 5m lässt sich schon ordentlich DeepSky beobachten.
M51: Zuerst wurde M51 im "Großen Bären" anvisiert. Das Galaxienpaar stand in der einzigen ungünstigen Richtung (Licht über dem Dorf), aber ich wusste, dass das Sternbild bald hinter einer nahe stehenden Tanne verschwinden würde. Also den ersten Deichselstern Benetnasch in den Sucher genommen und den Tubus nach unten bewegt. Aus einer Vielzahl an Sternen sticht einem ein Dreieck entgegen, und genau hier ist M51 zu finden.
Bereits beim ersten Blick offenbarten sich deutlich zwei galaktische Zentren. Auch waren um beide hellen Punkte sofort ein runder nebliger Fleck erkennbar. Während ich wusste, dass NGC 5195 keine Details offenbaren wird, konzentrierte ich mich auf "M 51 a". Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dunklere und hellere Regionen erkennen zu können und ein oder zwei Spiralarme zu sehen. Nachdem ich diesen Eindruck mehrfach hatte, sah ich mir ein Bild an, was mich bestätigte. Auch die Verbindung zwischen den beiden Galaxien schien zumindest zeitweise ansatzweise erkennbar.
Das ist es eben, was DeepSky sehr oft ausmacht und ich auch erst lernen musste: Indirektes Sehen und Erfahrung helfen oft, Dinge zu ERAHNEN. Aber man hat sie eben doch irgendwie wahrgenommen und letztendlich gesehen.
M31: Dann war die Andromedagalaxie in guter Position. Mirach in den 8x50-Sucher rein, nach oben gefahren und WOW - welch ein Anblick bereits im Sucher. M31 stand in der dunkelsten Himmelsregion (Osten). Im 2" 40mm Kellner-Okular dann der nächste Wow-Effekt. Nicht nur M31, sondern auch M110 war sofort darunter zu sehen. Die Andromedagalaxie offenbare ein extrem helles galaktisches Zentrum, einen großen hellen Halo und nach einigen Minuten des Beobachtens stellte ich fest, dass M31 eigentlich das komplette, fast 2 Grad große, Gesichtsfeld einnimmt! Am unteren Ende war eine etwas dunklere Region zu erahnen.
M13: Dann verabschiedeten wir uns von den Galaxien und wechselten ins Sternbild "Herkules". M13 sollte ich zum ersten Mal so richtig beobachten. Also, im Sucher schnell gefunden aber im 40mm-Okular nur ein kleiner Fleck. Auch das 32mm-Okular änderte daran nichts. Umso mehr das 9mm-Oku: Einfach geil! M13 war zu ca. 80-90% in Einzelsterne aufgelöst. Zahlreiche Einzelsterne waren sogar bis ins Zentrum zu sehen - sind wohl die Sterne, die von uns aus gesehen vor dem Zentrum des Kugelsternhaufens liegen. Umwerfend. Auch meine Freundin war von M13 bei 133facher Vergrößerung total begeistert.
M27: Die nächste Premiere stellte für mich der Hantelnebel dar (zumindest im eigenen Teleskop und selbst gesucht). Meiner Meinung nach ein Objekt, bei dem ich froh bin ,einen Sucher und kein Telrad zu verwenden. M27 liegt zwischen der Leier und Atair im Schwan. Im Sucher einfach mal in die Mitte gepeilt, fällt einem eine Dreiecksformation auf (wie ein Pfeil). Die Spitze zeigt auf zwei weitere Sterne, die in einer Linie stehen. Vom letzteren ausgehen im rechten Winkel um ebefnalls zwei Sterne nach oben und... drin ist M27.
Das beste Ergebnis wurde mit dem 32mm-Okular erzielt (37,5fache Vergrößerung). Das Objekt offenbarte klar die Form einer Hantel und setzte sich deutlich vom Hintergrund ab. Leider konnte ich die schwächeren Partien des Nebels (die Ohren) nicht erkennen (aber ganz sicher beim nächsten Mal!).
M57: Den Abschluss (nach nunmehr fast 2 Stunden) bildete der Ringnebel in der Leier. Aufsuchen kein Problem. Wega rein, von da aus die beiden helleren Sterne darunter in den Sucher genommen und was liegt in der Mitte der Verbindungslinie - ein kleiner Ring! Im 40mm-Okular ein Miniring erahnbar, im 32mm-Okular ein Miniring sichtbar, im 32mm-Okular mit 2fach-Barlow ein Ring sichtbar und im 9mm-Okular ein noch immer heller Ring mit klarer Struktur. Es war zu sehen, dass M57 nicht völlig rund ist sondern leicht oval. Außerdem war auf der oberen Seite scheinbar etwas zu erahnen. Es schien, als würde ein kleiner Faden vom Hauptring abstehen. Leider konnte ich diese Beobachtung noch nocht mit Bildern vergleichen. Schön auch, dass man in dieser Himmelsregion der Milchstraße das Gesichtsfeld voller Sterne hat (im Sucher und 40mm-Oku fast mehr Sterne als schwarze Stellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).
So gegen Mitternacht wurde dann abgebaut, da ich ferienarbeitsbedingt bereits um 5.00 Uhr morgens aufstehen muss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> . Das nächste Mal sind diese 5 Objekte auf jeden Fall wieder dran. Vielleicht ein etwas besserer Himmel und NOCH mehr Details. Außerdem werde ich versuchen, die Objekte zu zeichnen.
mfg und klaren Himmel
Rolf
Hier noch ne Karte zur Lichtverschmutzung. Mein ungefährer Standort ist in dem roten Kreis.
Link zur Grafik: http://www.arcor.de/palb/alben/15/774315/1280_6262653634306562.jpg