In der Regenbogenbucht...

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DieterBrümmer

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Beobachtungsbericht

Beobachtungsort: GMV Meppen
Beobachtungszeit: 30.05.2004, 00:55 - 01:10 Uhr MESZ
Beobachtungsgerät: 70/700 Skylux Lidlscope Refraktor "Melusine"
Okulare: K 20mm (35fach), K 4mm (175fach)
Sonstiges Zubehör: Kosmos "Der Mondführer"
Wetter: Dunstglocke, die zum Horizont immer stärker wurde, selbst im Zenit Dunst, sehr warm draussen, windstill
Temperatur: Anfang: +14,8° C Ende: +14,6° C
Objekt: Mond
Themengebiet: In der Regenbogenbucht

Bericht:
Auch heute führte ich wieder eine Mondbeobachtung durch, diesmal sehr spät aus privaten Gründen und auch heute wieder mit 175facher Vergrösserung. Die Region heute, die ich mir ausgesucht hatte, war wieder in der nördlichen Region zu finden, genauer gesagt, im Nordwest-Bereich des Regenmeeres (Mare Imbrium). Hier kann man genau im Nordwesten des Meeres an der Lichtschattengrenze eine schöne Bucht finden, die Regenbogenbucht oder lateinisch Sinus Iridum. Diese Bucht ist ein sogenannter Halbkrater und man kann diese eigentlich deutlich erkennen. Die Nordlinie dieser Bucht markiert das Juragebirge, ein halbkreisförmiger Gebirgszug entlang der Bucht, an dessen beiden Enden zwei Berge zu finden sind, die beiden Kaps Laplace und Heraclides, wobei besonders Laplace durch sein Dreieck-förmiges Aussehen auffällt, Heraclides ist nur so´ne Art spitzförmig zu laufend. Laplace wirkte etwas grösser auf mich als Heraclides und ist am Ostende des Jura-Gebirges zu finden, Heraclides somit am Westende. In der Mitte scheint ein Krater richtig eingepresst zu sein. Dieser Krater heisst Bianchini. An seinem Südwestende befindet sich das sogenannte Steingesicht, wobei es diesen Namen bekam aufgrund von drei Gipfel und bei entsprechender Beleuchtung soll man aus diesen ein Gesicht sehen. Nun ja, soll man, ich konnte kein´s sehen, sondern war schon froh, überhaupt zaghaft einen dieser Gipfel erkennen zu können. Mehr ging beim heutigen Seeing nicht. Bianchini hingegen war deutlich zu sehen und zeigte einen sehr kräftigen Innenschatten. Dieser Krater ist auch in der Tat sehr tief, laut Mondführer 3000m. Wenn man von Laplace aus, also vom Ostende des Juragebirges leicht nach Norden driftet, so findet man einen weiteren, sehr zerklüfteten und flachen Krater namens Maupertuis. Und über Maupertuis befindet sich dann noch ein Krater, ebenfalls mit zerklüfteten Kraterwänden und sehr flach. Dieser Krater wird als La Condamine bezeichnet. Gleich an der La Condamine nordwestlich sah ich noch einen kleineren, aber tiefen Krater und auch mit glatten Wänden. Dieser Krater ist aber selbst im virtuellen Mondatlas nicht mit Namen verzeichnet. Dann ging ich von La Condamine wieder nach Maupertuis runter und dann nach Südosten in´s Mare Imbrium rein. Man kommt dann zu einem sehr kleinen Gebirgszug namens Gerades Gebirge, es heisst wohl so, weil es eben sehr grade ist. Dieses Gebirge konnte ich nur so eben erkennen, seinen 5km kleinen Krater auf ihn drauf konnte ich beim besten Willen nicht mal andeutungsweise sehen. Sowieso erlaubte das heutige Seeing kein Erkennen von genauen Details, auch die winzigen Krater, die sich da in der Gegend im Mare Imbrium befanden, konnte ich nicht erkennen. Neben dem Geraden Gebirge findet man auch wieder die schon bekannten Teneriffe-Berge. Vom Geraden Gebirge aus in südwestlicher Richtung konnte ich noch die beiden grösseren Krater Helicon und La Verrier sehen, die zwar grade Wände haben, aber auch nicht allzu tief sind. Das Seeing verschlechterte sich mittlerweile, der Mond sank tiefer in den Dunstbereich ein, was man auch deutlich sehen konnte, die Konturen wurden verschwommener und so beendete ich den kurzen Ausflug auf dem Mond.

Fazit:
Schade, schade, schade, die Regenbogenbucht hätte ich gerne bei besserem Seeing betrachtet. So in der Dunstglocke gingen mir doch viele kleine Details flöten und hier wird einem wieder bewusst, dasz sehr gutes Seeing wichtig für Detailbeobachtung ist. Ruhige Luft ok, aber keinen Dunst. Nun ja, ich hoffe für morgen auf Besserung, denn der Mond begibt sich jetzt in immer tiefere Bereiche der Ekliptik. Zu der Erschwernis mit Horizontdunst kommt bei mir noch das Problem hochstehender Bäume hinzu. Wobei eine grosse Lücke sich zwischen den Bäumen befindet und da muss ich morgen rechtzeitig draussen sein. Heute ging es leider nicht.
 
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