Infos zum Meteoritenfall Raum Hunsrück

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Hunsruecker

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Nabend allerseits,

Durch einen Zufall bin ich auf das Thema "Meteoriten & Co." gestoßen und nun hat mich der Ergeiz gepackt mal einen echten Meteorit zu finden.
1920 soll sich bei Simmern im Hunsrück ein Meteoritenfall ereignet haben der mich als Sondengänger nun doch mal interessiert. Ich fand im Internet bereits einen recht gut berschriebenen Bericht:

http://adsabs.harvard.edu/full/1923MiSon...4....1H

Sind mittlerweile mehr als 3 Bruchstücke des damaligen Ereignisses aufgetaucht? Gibt es eine Karte wo die ungefähre Lage der restlichen Stücke vermutet wird? Sind hier erfahrene Meteoritensucher angemeldet die mir ein paar Tipps geben könnten?

Über antworten würde ich mich freuen
Gruß
 
Moin!

Erstmal willkommen! :super:

Ein bißchen Googeln und Wikipedia fördert zutage:
Beim Simmern-Meteorit handelt es sich um einen gewöhnlichen Chondriten (Typ H5), also um einen Steinmeteorit. Da kannst Du also mit Deinem Minensucher lange rumlaufen... ;) Nach 91 Jahren dürften die restlichen Bruchstücke, die nicht entdeckt worden sind, auch längst verwittert sein.

Daten:
Fall am 1.7.1920, das Streufeld hatte eine Ausdehnung von 18x3 km. Nur drei Steine wurden gefunden: 610 g bei Götzeroth, 142 g bei Hochscheid und 470 g zwischen Hochscheid und Hinzerath. Museen in Berlin und Bonn besitzen vom Fall 600 g und 200 g. (aus: F. Heide, "Kleine Meteoritenkunde", 3. Auflage, Springer-Verlag 1988)
 
Hallo winnie,

erstmal vielen Dank für deine Antwort. Damit hätte sich der Meteoritenfall bei uns wohl erledigt :(
Dann kann ich wohl nur noch hoffen irgendwann mal zufällig über einen echten Metoeriten zu stolpern... Das wäre mal ein Fund :cool:

Gruß
 
Hallo Micha,

ich habe zwar keine eigene Erfahrung mit Metalldetektoren bei der Meteoritensuche, aber was man über den Eisengehalt von Chondriten liest, ist durchaus beachtlich. Wobei man unterscheiden muss zwischen chemisch gebundenem Eisen, welches nicht oder kaum magnetisch ist, und ungebundenem metallischem Eisen, welches im wesentlichen den Magnetismus erzeugt. H-Chondriten haben einen Gesamteisengehalt von etwa 30%, und der metallische Anteil davon beträgt etwa 20%, das wären also etwa 6% von der gesamten Masse. Ob das zum Auffinden mit einem gewöhnlichen Metalldetektor ausreicht, müsste man mal an solchen Fundstücken untersuchen. Vielleicht kann uns ja auch ein ausgewiesener Fachmann darüber aufklären.

Some meteorite realities

Magnetic: Meteorites are magnetic because they contain iron metal. Earth rocks don't contain iron metal.
Many Earth rocks are magnetic because they contain magnetite, however.


Wie Du Dich vielleicht erinnern kannst, hatten wir schon mal eine ähnliche Diskussion zum Magnetismus von Chondriten:

Meteoriten

Würde mich mal interessieren, was daraus geworden ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Moin Peter!

> Ob das zum Auffinden mit einem gewöhnlichen Metalldetektor ausreicht, müsste man mal an solchen Fundstücken untersuchen.

Mache folgende Einschränkung: Lege diesen Chondriten über 90 Jahre in den feuchten mitteleuropäischen Wald oder einen fetten Acker und sieh dann nach, was von dem Meteoriten überhaupt noch vorhanden ist.
Zweite Einschränkung: Suche allein mit einem Metalldetektor eine Streuellipse von 18x3 km ab, von der du die genaue Lage noch nicht einmal kennst. (Ist die irgendwo dokumentiert? Ich hab' nichts gesehen bis auf Untersuchungen des Durchmessers der Feuerkugel - die Simmern-Meteorite kamen ja am hellichten Vormittag herunter.)
Ich denke, das kann man schlicht und einfach vergessen. Alte Meteorite, die es sich heute noch zu finden lohnt - und die auch noch gefunden werden - sind reine Meteoreisen. Die haben in unserem Klima wenigstens eine gewisse "Standzeit", bis auch sie irgendwann weggerostet sind.

Mit den H-Chondriten hatte ich was falsches in Erinnerung, wenn die doch so magnetisch sind, wie Du schiebst.
 
Zitat von winnie:
Mache folgende Einschränkung: Lege diesen Chondriten über 90 Jahre in den feuchten mitteleuropäischen Wald oder einen fetten Acker und sieh dann nach, was von dem Meteoriten überhaupt noch vorhanden ist.

Ich denke, das kann man schlicht und einfach vergessen. Alte Meteorite, die es sich heute noch zu finden lohnt - und die auch noch gefunden werden - sind reine Meteoreisen. Die haben in unserem Klima wenigstens eine gewisse "Standzeit", bis auch sie irgendwann weggerostet sind.
Hallo Micha,

ich fürchte auch, dass nach 90 Jahren in unserem Klima von irgendwelchem metallischen Eisen nur noch Rost übrig ist.

Eigentlich ein Jammer, wenn man bedenkt, dass dieses Eisen möglicherweise schon Jahrmilliarden da oben herumgekreist ist, aber kaum, dass es hier unten ankommt, fängt es an zu verrosten ...

Die Moral von der Geschichte ist wohl, dass man mit der Suche keine 90 Jahre warten sollte.

Davon abgesehen, würde mich trotzdem interessieren, ob ein gewöhnlicher Metalldetektor das gut erhaltene Teilstück in der Humboldt Universität registrieren würde, und wenn ja, aus welcher Entfernung.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Moin Peter!

> Davon abgesehen, würde mich trotzdem interessieren, ob ein gewöhnlicher Metalldetektor das gut erhaltene Teilstück in der Humboldt Universität registrieren würde, und wenn ja, aus welcher Entfernung.

ROTFL! :biggrin:
Was hindert Dich daran, mit einem Minensucher in die Humboldt-Sammlung zu gehen und das am Objekt der Begierde auszuprobieren?! Vielleicht sollte man aber vorher bei der Museumsleitung diskret anfragen?! ;)

BTW: Sondengänger liegen mir wirklich quer - das meiste, was die finden, sind (außer Neuzeit-Schrott) archäologische Artefakte - und zu was Raubgrabungen führen, läßt sich leicht am Fall "Himmelsscheibe Nebra" nachvollziehen.
In SH gilt das Schatzregal und allgemeines "Sondenverbot". Wer hier mit Sonde rumgehen will, braucht eine höchstamtliche Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, die nur nach vorhergehender Qualifikation vergeben wird. Sondengänger dürfen hier nicht einfach rumtoben wie in anderen Bundesländern...
 
Nabend, also jetzt wollen wir mal nciht alle Sondengänger = Raubgräber abstempeln! Schwarze Schafe gibt es leider überall...
Eisen ist in der Regel mit einem Detektor schon zu finden- Problem ist nur das der Boden damit verseucht ist. Würde man ohne Diskriminator (der Eisenfilter) sondeln gehen müsste man alle 2 schritte graben weil überall Eisenschrott /Splitter liegen. Hätte ich ein konkretes Suchfeld würde ich mir die Arbeit schon antun, wie weit ich dabei käme ist eine andere Frage.. Verlieren kann man ja nix.
 
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