fuetti
Aktives Mitglied
Erstellungsdatum 2025-04-21
INDI-Version: 2.1.3
Hallo Astrofreunde,
da mir die Installation von Indi auf einem Raspberry Pi 4 vergleichsweise schwer gefallen ist und ich einige Fehlversuche durchlaufen musste, veröffentliche ich hier das in meinem Falle erfolgreiche Installationsrezept. So könnt Ihr euch Zeit sparen, falls ein Raspberry Pi 4 für die Teleskopsteuerung neu eingerichtet werden soll.
Als Besonderheit sind hier parallel 2 Netzwerkverbindungen vorgesehen, das erste "eth0" läuft über ein 1000er Ethernetkabel und bleibt lokal (keine Verbindung zum Internet) und das zweite "wlan1" ist über eine externe USB-WLAN-Antenne mit dem Internet verbunden. Die interne Antenne ist wenig brauchbar, wenn der Raspberry nicht wenige Meter vom WLAN-Router entfernt steht. Vielleicht liegt es auch am Metallgehäuse meines Raspberrys.
Dabei ist der Adressraum 10.50.10.0/24 fürs Intranet (eth0) und 10.50.11/24 fürs Internet (wlan1) vorgesehen. Für die Intranetverbindung (eth0) werden statische Adressen, fürs Internet (wlan1) dynamische (dhcp) verwendet. Dies hat den Vorteil, dass über WLAN Updates wie gewohnt möglich sind und die Uhrzeit durch Verbindung zu einem Zeitserver automatisch abgeglichen werden kann. Diese Verbindung ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Gleichzeitig laufen die Steuerungsbefehle und der Bilddatenstrom über die zuverlässigere und schnellere Kabelverbindung. Denn es hat sich herausgestellt, dass WLAN-Schwankungen von INDI oft nicht toleriert werden. Die Aufnahmen werden dann plötzlich nicht mehr übertragen oder die Verbindung wird sogar ganz unterbrochen. Schlimmer noch ist die schlechte EMV mancher Kameras, z.B. von Player One, weswegen ich WLAN mit angeschlossener Kamera kaum nutzen konnte. Allein schon aus diesem Grunde empfiehlt sich unbedingt eine große externe WLAN-Antenne, idealerweise von Edimax, da die Treiber hier keine zusätzliche Installationsakrobatik erfordern und eine Kabelverbindung für kritische Daten.
Ein weiteres Ziel war von der 64bit Version von Raspios profitieren zu können.
Die nicht ganz aktuelle Version "Bullseye" wurde hier bevorzugt, da diese als zuverlässig und vielfach ausgetestet gilt. Sie wird von Debian für kritische Anwendungen empfohlen.
Zusatzinfo: Bullseye setzt noch standardmäßig auf den dhcpcd-Client für die Netzwerkkonfiguration, was für Bookworm geändert wurde.
Dies ist keine Anleitung für gänzliche Anfänger ohne Erfahrung mit Unix/Linux.
Ich setze die Grundlagen von Linux und die Verfahren zur Installation und Kompilation auf einen Linux-System voraus.
Für Mitteilung von Fehlern oder bessere Lösungen bin ich dankbar, jedoch leiste ich kein Hilfestellung, falls die Installation nicht wie vorgesehen klappt.
In dem Fall bitte ich selbst zu recherchieren und zu probieren. Ich habe dieses Rezept mehrfach getestet und es funktionierte tadellos.
----- EINRICHTUNG DER SD-KARTE ---------
Nach Einstecken der SD-Karte in einen Linux-Zweitrechner (OpenSuSE Tumbleweed) muss man zunächst den Namen der Karte ermitteln:
> sudo fdisk -l
Der letzte Eintrag in der ausgegebenen Liste sollte den Eintrag /dev/sdX enthalten. "X" ist hierbei ein Platzhalter für Kleinbuchstaben b,c,d,e,f,... Das ist das neue Device, also die gerade eingesteckte SD-Karte. Der exakte Buchstabe hängt von der individuellen Konfiguration des Zweitrechners ab.
Folgende Image-Datei muss aus dem Internet entweder mit Browser oder wget heruntergeladen werden:
2024-10-22-raspios-bullseye-arm64-lite.img
Bitte nichts von Drittanbietern herunterladen, sondern die Raspberry Pi Webseite nutzen. Sonst kann man nicht ausschließen, dass Spy-Software oder Backdors mit installiert werden. Dies ist kritisch, da hier der Raspberry permanent mit dem Internet verbunden sein kann und seine ganze Leistungsfähigkeit für die Erstellung und Verarbeitung der Astroaufnahmen benötigt wird. Es empfiehlt sich daher auch, die Checksumme zu prüfen.
-----------------------------------------------------------
Nun folgt das Schreiben des Images auf die SD-Karte im Zweitrechner:
> sudo dd if=2024-10-22-raspios-bullseye-arm64-lite.img of=/dev/sdX bs=4096 status=progress && sync
Nach Fertigstellung nach plus minus 10 Minuten bitte die Karte auswerfen:
> sudo eject /dev/sdX
Jetzt Karte herausziehen und erneut einstecken.
jetzt erscheinen 2 neue Partitionen in der Partitionsliste: bootfs und rootfs
Da der Standarduser "pi" nicht mehr automatisch eingerichtet ist, muss man das erst manuell erledigen:
> touch /run/media/cf/bootfs/ssh
> echo "pi:$(echo 'raspberrypi' | openssl passwd -6 -stdin)" > /run/media/cf/bootfs/userconf
> sync
> eject /dev/sdX
Dabei lautet das Passwort "raspberrypi" und sollte nach erfolgreicher Installation unbedingt ersetzt werden.
Jetzt müssen noch ein paar Dateien angepasst werden, damit sich der Raspi mit den Netzwerken verbinden kann:
> sudo nano /run/media/cf/rootfs/etc/network/interfaces
#--------------------------------------------#
# Setup the loopback network interface (lo0) #
#--------------------------------------------#
auto lo
iface lo inet loopback
#--------------------------------------------#
# Setup eth0 - verbunden mit privatem LAN #
#--------------------------------------------#
auto eth0 # fuer fest eingebaute Hardware
#--------------------------------------------#
# Setup wlan1 - verbunden mit dem Internet #
#--------------------------------------------#
allow-hotplug wlan1 # fuer mobile Hardware
iface wlan1 inet dhcp
wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
> sudo nano /run/media/cf/bootfs/wpa_supplicant.conf
ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1
country=DE
network={
ssid="Netzwerkname"
psk="Passwort"
scan_ssid=1
}
Anmerkung: Hier die entsprechenden Daten fürs WLAN zwischen den Anführungszeichen manuell einfügen.
> sudo nano /run/media/cf/rootfs/etc/dhcpcd.conf
interface eth0
static ip_address=10.50.10.30/24
> sudo nano /run/media/cf/rootfs/etc/resolv.conf
# Generated by resolvconf
domain fritz.box
nameserver 10.50.11.1
Anmerkung: Ich habe nicht ausprobiert, diese letzte Anpassung wegzulassen. Vielleicht gehts auch ohne.
Jetzt den Puffer leeren...
> sudo sync
...die Karte unmounten...
> sudo eject /dev/sdX
...und auswerfen oder besser gesagt: rausziehen.
Nun die SD-Karte in den Raspberry Pi einstecken und die Stromversorgung anschließen.
Nach ein paar Minuten sollte der Raspberry fertig gebootet haben und im WLAN-Netz und im lokalen Kabelnetz durch ping oder nmaps auffindbar sein.
Jetzt kann man sich über WLAN oder Kabel-LAN einloggen:
ssh pi@10.50.10.30
oder
ssh pi@raspberrypi.fritz.box
oder ähnlich, je nach den lokalen Gegebenheiten Deines Systems
Falls das nicht funktioniert, muss noch auf dem Zweitrechner die Liste der bekannten Hosts angepasst werden. Das geschieht durch Löschen der Zeilen mit den für den Raspberry vorgesehenen Adressen. Denn sind diese Adressen schon vorher benutzt worden, interpretiert ssh dies als Penetrationsversuch durch ein Fremdsystem und blockiert den Zugang.
> nano ~/.ssh/known_hosts
So, jetzt sind wir auf dem Raspberry Pi - endlich!
Zuerst, wie üblich, muss aktualisiert werden:
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt update
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt -y upgrade
----- INSTALLATION VON INDI ---------
Hierbei wird INDI komplett kompiliert, was den Vorteil hat, dass man selbst direkt und sofort Anpassungen in den Treibern vornehmen kann.
Wir benötigen hierzu in jedem Fall "git":
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt install git
Für INDI werden noch folgende Bibliotheken und Befehle benötigt und nachinstalliert:
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt -y install cmake libusb-1.0-0-dev libnova-dev libcfitsio-dev libcfitsio-bin octave-fits libccfits-dev libev-dev libcurl4-gnutls-dev libjpeg-dev libfftw3-dev build-essential libgsl-dev
Nun kreieren wir das Arbeitsverzeichnis und wechseln in dieses:
pi@raspberrypi:~ $ mkdir Projects
pi@raspberrypi:~ $ cd Projects
Nun wird der INDI-Sourcecode auf den Raspberry geklont,...
pi@raspberrypi:~ $ git clone GitHub - indilib/indi: INDI Core Library Repository
... kompiliert...
pi@raspberrypi:~ $ cd indi
pi@raspberrypi:~ $ mkdir build
pi@raspberrypi:~ $ cd build
pi@raspberrypi:~ $ cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr ..
...und installiert:
pi@raspberrypi:~ $ make -j4
das wars.
Jetzt kommen noch die Treiber beigetragen von Dritten ("3rd party"):
Zuerst klonen wir den Sourcecode:
pi@raspberrypi:~ $ git clone GitHub - indilib/indi-3rdparty: INDI 3rd Party drivers repository
Installieren die erforderlichen Bibliotheken und Befehle nach:
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt -y install libavcodec-dev libavdevice-dev libpthreadpool-dev libraw-dev libboost-all-dev libdrm-dev libcamera-dev
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt-get -y install libindi-dev libcxxtools-dev
Diesmal kompilieren wir die Treiber selektiv und automatisiert angepasst an das spezifischen Setup.
Das erreichen wir durch ein kleines BASH-Script, weches in eine Datei z.B. mit Namen "script.sh" abgespreichert werden muss:
BASEDIR=${HOME}/Projects/indi-3rdparty/
cd $BASEDIR
mkdir build 2> /dev/null
mods=( libtoupcam
libnncam
libogmacam
libasi
libatik
libmicam
libplayerone
libqhy
libbressercam
libaltaircam
libmallincam
libmeadecam
libomegonprocam
libstarshootg
libtscam
libsvbonycam
indi-toupbase
indi-asi
indi-atik
indi-mi
indi-sx
indi-webcam
indi-qhy
)
for m in ${mods[*]}; do
echo
echo
echo " To be built: " $m
mkdir -p ${BASEDIR}/build/$m
cd ${BASEDIR}/build/$m
cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr -S ../../$m -B .
make clean
make -j4
sudo make install | tee install.log
done
Bitte also das Script an Dein Teleskop-Aufbau anpassen, denn eine Übersetzung aller Treiber dauert sehr lange.
Dieses Script muss noch mit Ausführerlaubnis ausgestattet werden...
pi@raspberrypi:~ $ chmod u+x script.sh
und kann dann ausgeführt werden:
pi@raspberrypi:~ $ ./script.sh
Das dauert gut 20 Minuten, sollte aber ohne Fehler ablaufen.
Werden mehr Treiber benötigt, muss man evtl. noch Bibliotheken und die gewünschten Treiber hinzufügen. Manche Treiber - insbesondere die für Touptek - verwenden sehr viele Fremdbibliotheken: libbressercam, libaltaircam, libmallincam, libmeadecam, libomegonprocam, libstarshootg, libtscam, libsvbonycam...
Welche genau musste ich durch Ausprobieren herausfinden. Hierfür ist das Script sehr nützlich. so war jedenfalls einfacher, als den Quellcode zu durchsuchen.
Danach ist INDI einsatzbereit.
Viel Spaß beim Fotografieren und viele osterliche Astro-Grüße, Claus
------------------------------------------------------------------------------------------------
Bemerkung: Das ursprüngliche Script habe ich im Internet gefunden und angepasst. Leider kann ich die genaue Quelle nicht mehr finden, um den Autor fairerweise zu zitieren. Es ist jedoch sehr einfach, sehr leicht verständlich und wirklich kein Hexenwerk.
INDI-Version: 2.1.3
Hallo Astrofreunde,
da mir die Installation von Indi auf einem Raspberry Pi 4 vergleichsweise schwer gefallen ist und ich einige Fehlversuche durchlaufen musste, veröffentliche ich hier das in meinem Falle erfolgreiche Installationsrezept. So könnt Ihr euch Zeit sparen, falls ein Raspberry Pi 4 für die Teleskopsteuerung neu eingerichtet werden soll.
Als Besonderheit sind hier parallel 2 Netzwerkverbindungen vorgesehen, das erste "eth0" läuft über ein 1000er Ethernetkabel und bleibt lokal (keine Verbindung zum Internet) und das zweite "wlan1" ist über eine externe USB-WLAN-Antenne mit dem Internet verbunden. Die interne Antenne ist wenig brauchbar, wenn der Raspberry nicht wenige Meter vom WLAN-Router entfernt steht. Vielleicht liegt es auch am Metallgehäuse meines Raspberrys.
Dabei ist der Adressraum 10.50.10.0/24 fürs Intranet (eth0) und 10.50.11/24 fürs Internet (wlan1) vorgesehen. Für die Intranetverbindung (eth0) werden statische Adressen, fürs Internet (wlan1) dynamische (dhcp) verwendet. Dies hat den Vorteil, dass über WLAN Updates wie gewohnt möglich sind und die Uhrzeit durch Verbindung zu einem Zeitserver automatisch abgeglichen werden kann. Diese Verbindung ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Gleichzeitig laufen die Steuerungsbefehle und der Bilddatenstrom über die zuverlässigere und schnellere Kabelverbindung. Denn es hat sich herausgestellt, dass WLAN-Schwankungen von INDI oft nicht toleriert werden. Die Aufnahmen werden dann plötzlich nicht mehr übertragen oder die Verbindung wird sogar ganz unterbrochen. Schlimmer noch ist die schlechte EMV mancher Kameras, z.B. von Player One, weswegen ich WLAN mit angeschlossener Kamera kaum nutzen konnte. Allein schon aus diesem Grunde empfiehlt sich unbedingt eine große externe WLAN-Antenne, idealerweise von Edimax, da die Treiber hier keine zusätzliche Installationsakrobatik erfordern und eine Kabelverbindung für kritische Daten.
Ein weiteres Ziel war von der 64bit Version von Raspios profitieren zu können.
Die nicht ganz aktuelle Version "Bullseye" wurde hier bevorzugt, da diese als zuverlässig und vielfach ausgetestet gilt. Sie wird von Debian für kritische Anwendungen empfohlen.
Zusatzinfo: Bullseye setzt noch standardmäßig auf den dhcpcd-Client für die Netzwerkkonfiguration, was für Bookworm geändert wurde.
Dies ist keine Anleitung für gänzliche Anfänger ohne Erfahrung mit Unix/Linux.
Ich setze die Grundlagen von Linux und die Verfahren zur Installation und Kompilation auf einen Linux-System voraus.
Für Mitteilung von Fehlern oder bessere Lösungen bin ich dankbar, jedoch leiste ich kein Hilfestellung, falls die Installation nicht wie vorgesehen klappt.
In dem Fall bitte ich selbst zu recherchieren und zu probieren. Ich habe dieses Rezept mehrfach getestet und es funktionierte tadellos.
----- EINRICHTUNG DER SD-KARTE ---------
Nach Einstecken der SD-Karte in einen Linux-Zweitrechner (OpenSuSE Tumbleweed) muss man zunächst den Namen der Karte ermitteln:
> sudo fdisk -l
Der letzte Eintrag in der ausgegebenen Liste sollte den Eintrag /dev/sdX enthalten. "X" ist hierbei ein Platzhalter für Kleinbuchstaben b,c,d,e,f,... Das ist das neue Device, also die gerade eingesteckte SD-Karte. Der exakte Buchstabe hängt von der individuellen Konfiguration des Zweitrechners ab.
Folgende Image-Datei muss aus dem Internet entweder mit Browser oder wget heruntergeladen werden:
2024-10-22-raspios-bullseye-arm64-lite.img
Bitte nichts von Drittanbietern herunterladen, sondern die Raspberry Pi Webseite nutzen. Sonst kann man nicht ausschließen, dass Spy-Software oder Backdors mit installiert werden. Dies ist kritisch, da hier der Raspberry permanent mit dem Internet verbunden sein kann und seine ganze Leistungsfähigkeit für die Erstellung und Verarbeitung der Astroaufnahmen benötigt wird. Es empfiehlt sich daher auch, die Checksumme zu prüfen.
-----------------------------------------------------------
Nun folgt das Schreiben des Images auf die SD-Karte im Zweitrechner:
> sudo dd if=2024-10-22-raspios-bullseye-arm64-lite.img of=/dev/sdX bs=4096 status=progress && sync
Nach Fertigstellung nach plus minus 10 Minuten bitte die Karte auswerfen:
> sudo eject /dev/sdX
Jetzt Karte herausziehen und erneut einstecken.
jetzt erscheinen 2 neue Partitionen in der Partitionsliste: bootfs und rootfs
Da der Standarduser "pi" nicht mehr automatisch eingerichtet ist, muss man das erst manuell erledigen:
> touch /run/media/cf/bootfs/ssh
> echo "pi:$(echo 'raspberrypi' | openssl passwd -6 -stdin)" > /run/media/cf/bootfs/userconf
> sync
> eject /dev/sdX
Dabei lautet das Passwort "raspberrypi" und sollte nach erfolgreicher Installation unbedingt ersetzt werden.
Jetzt müssen noch ein paar Dateien angepasst werden, damit sich der Raspi mit den Netzwerken verbinden kann:
> sudo nano /run/media/cf/rootfs/etc/network/interfaces
#--------------------------------------------#
# Setup the loopback network interface (lo0) #
#--------------------------------------------#
auto lo
iface lo inet loopback
#--------------------------------------------#
# Setup eth0 - verbunden mit privatem LAN #
#--------------------------------------------#
auto eth0 # fuer fest eingebaute Hardware
#--------------------------------------------#
# Setup wlan1 - verbunden mit dem Internet #
#--------------------------------------------#
allow-hotplug wlan1 # fuer mobile Hardware
iface wlan1 inet dhcp
wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
> sudo nano /run/media/cf/bootfs/wpa_supplicant.conf
ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1
country=DE
network={
ssid="Netzwerkname"
psk="Passwort"
scan_ssid=1
}
Anmerkung: Hier die entsprechenden Daten fürs WLAN zwischen den Anführungszeichen manuell einfügen.
> sudo nano /run/media/cf/rootfs/etc/dhcpcd.conf
interface eth0
static ip_address=10.50.10.30/24
> sudo nano /run/media/cf/rootfs/etc/resolv.conf
# Generated by resolvconf
domain fritz.box
nameserver 10.50.11.1
Anmerkung: Ich habe nicht ausprobiert, diese letzte Anpassung wegzulassen. Vielleicht gehts auch ohne.
Jetzt den Puffer leeren...
> sudo sync
...die Karte unmounten...
> sudo eject /dev/sdX
...und auswerfen oder besser gesagt: rausziehen.
Nun die SD-Karte in den Raspberry Pi einstecken und die Stromversorgung anschließen.
Nach ein paar Minuten sollte der Raspberry fertig gebootet haben und im WLAN-Netz und im lokalen Kabelnetz durch ping oder nmaps auffindbar sein.
Jetzt kann man sich über WLAN oder Kabel-LAN einloggen:
ssh pi@10.50.10.30
oder
ssh pi@raspberrypi.fritz.box
oder ähnlich, je nach den lokalen Gegebenheiten Deines Systems
Falls das nicht funktioniert, muss noch auf dem Zweitrechner die Liste der bekannten Hosts angepasst werden. Das geschieht durch Löschen der Zeilen mit den für den Raspberry vorgesehenen Adressen. Denn sind diese Adressen schon vorher benutzt worden, interpretiert ssh dies als Penetrationsversuch durch ein Fremdsystem und blockiert den Zugang.
> nano ~/.ssh/known_hosts
So, jetzt sind wir auf dem Raspberry Pi - endlich!
Zuerst, wie üblich, muss aktualisiert werden:
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt update
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt -y upgrade
----- INSTALLATION VON INDI ---------
Hierbei wird INDI komplett kompiliert, was den Vorteil hat, dass man selbst direkt und sofort Anpassungen in den Treibern vornehmen kann.
Wir benötigen hierzu in jedem Fall "git":
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt install git
Für INDI werden noch folgende Bibliotheken und Befehle benötigt und nachinstalliert:
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt -y install cmake libusb-1.0-0-dev libnova-dev libcfitsio-dev libcfitsio-bin octave-fits libccfits-dev libev-dev libcurl4-gnutls-dev libjpeg-dev libfftw3-dev build-essential libgsl-dev
Nun kreieren wir das Arbeitsverzeichnis und wechseln in dieses:
pi@raspberrypi:~ $ mkdir Projects
pi@raspberrypi:~ $ cd Projects
Nun wird der INDI-Sourcecode auf den Raspberry geklont,...
pi@raspberrypi:~ $ git clone GitHub - indilib/indi: INDI Core Library Repository
... kompiliert...
pi@raspberrypi:~ $ cd indi
pi@raspberrypi:~ $ mkdir build
pi@raspberrypi:~ $ cd build
pi@raspberrypi:~ $ cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr ..
...und installiert:
pi@raspberrypi:~ $ make -j4
das wars.
Jetzt kommen noch die Treiber beigetragen von Dritten ("3rd party"):
Zuerst klonen wir den Sourcecode:
pi@raspberrypi:~ $ git clone GitHub - indilib/indi-3rdparty: INDI 3rd Party drivers repository
Installieren die erforderlichen Bibliotheken und Befehle nach:
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt -y install libavcodec-dev libavdevice-dev libpthreadpool-dev libraw-dev libboost-all-dev libdrm-dev libcamera-dev
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt-get -y install libindi-dev libcxxtools-dev
Diesmal kompilieren wir die Treiber selektiv und automatisiert angepasst an das spezifischen Setup.
Das erreichen wir durch ein kleines BASH-Script, weches in eine Datei z.B. mit Namen "script.sh" abgespreichert werden muss:
BASEDIR=${HOME}/Projects/indi-3rdparty/
cd $BASEDIR
mkdir build 2> /dev/null
mods=( libtoupcam
libnncam
libogmacam
libasi
libatik
libmicam
libplayerone
libqhy
libbressercam
libaltaircam
libmallincam
libmeadecam
libomegonprocam
libstarshootg
libtscam
libsvbonycam
indi-toupbase
indi-asi
indi-atik
indi-mi
indi-sx
indi-webcam
indi-qhy
)
for m in ${mods[*]}; do
echo
echo
echo " To be built: " $m
mkdir -p ${BASEDIR}/build/$m
cd ${BASEDIR}/build/$m
cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr -S ../../$m -B .
make clean
make -j4
sudo make install | tee install.log
done
Bitte also das Script an Dein Teleskop-Aufbau anpassen, denn eine Übersetzung aller Treiber dauert sehr lange.
Dieses Script muss noch mit Ausführerlaubnis ausgestattet werden...
pi@raspberrypi:~ $ chmod u+x script.sh
und kann dann ausgeführt werden:
pi@raspberrypi:~ $ ./script.sh
Das dauert gut 20 Minuten, sollte aber ohne Fehler ablaufen.
Werden mehr Treiber benötigt, muss man evtl. noch Bibliotheken und die gewünschten Treiber hinzufügen. Manche Treiber - insbesondere die für Touptek - verwenden sehr viele Fremdbibliotheken: libbressercam, libaltaircam, libmallincam, libmeadecam, libomegonprocam, libstarshootg, libtscam, libsvbonycam...
Welche genau musste ich durch Ausprobieren herausfinden. Hierfür ist das Script sehr nützlich. so war jedenfalls einfacher, als den Quellcode zu durchsuchen.
Danach ist INDI einsatzbereit.
Viel Spaß beim Fotografieren und viele osterliche Astro-Grüße, Claus
------------------------------------------------------------------------------------------------
Bemerkung: Das ursprüngliche Script habe ich im Internet gefunden und angepasst. Leider kann ich die genaue Quelle nicht mehr finden, um den Autor fairerweise zu zitieren. Es ist jedoch sehr einfach, sehr leicht verständlich und wirklich kein Hexenwerk.
Zuletzt bearbeitet:
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