Institut, welches das Temperaturverhalten misst

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

TS-Wolfi

Sponsor Astronomie.de
Hallo Sternfreunde,

nun wende ich mich mit einer Bitte an Euch.

Wir bekommen demnächst mehrere Spiegel aus dem neuen "Low Expansion" von GSO rein.

Die ersten Erfahrungswerte zeigen, daß sich bei Erwärmung des Materials das Interferogramm nicht verändert. Eine ähnliche Aussage machte auch GSO.

Nun suchen wir ein Institut, welches das neue Material vermisst und uns mit verleichbaren Daten versorgen kann.

Hat jemand einen Tipp für uns?

Vielen Dank für die Hilfe.

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
info@teleskop-service.de
 
Re: Institut, welches das Temperaturverhalten miss

Hi Wolfi,

frag doch einfach mal bei der TU München nach. Die sollten doch Mittel und WEge haben.

Dr. Big
 
Hallo...

Auf den ersten Ansatz fällt mir da mal das Max-Planck-Institut für
Festkörperphysik ein...die sitzen hier in BaWü irgendwo.

Prinzipiell sollte einen solchen Auftrag aber jede Uni mit einer entsprechenden
Abteilung (Festkörperlehre, Baustatik, Keramik) durchführen können.

Auch interessant wären kleinere Ingenieur-Büros aus diesem Bereich.
(IHK fragen, Gelbe Seiten)

Evtl. kannst du auch bei den Herstellern von INVAR (Spezialmetall mit einem sehr geringen
Ausdehnungskoeefizienten von ca. 1,5ppm) fündig werden, die müssen solch kleine
Ausdehnungskoeefizienten messen können, denn davon hängt die Zusammensetzung ihrer Schmelze ab,
das ist also deren täglich Brot.

Zu seeligen Zeiten meiner Diplomarbeit (1998) hat eine Fa. NETZSCH für uns solche
Messungen an INVAR durchgeführt...der Wärmeausdehnungskoeffizient von INVAR ist nämlich nicht
linear oder konstant, sondern verändert sich selbst über die Temperatur...und die
Schwankungsbreiten haben uns interessiert (von 0,8-2,5ppm übrigens (-40°C - 160°C), wenn das
Low Expansion-Zeugs das noch extremer macht, dann viel Spaß... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

Etwas googeln findet zu NETZSCH folgende Links:
http://www.ngb.netzsch.com/deutsch/
http://www.netzsch.com/
http://www.e-thermal.com/

(Das ist alles derselbe Laden, ich weiß jetzt nicht, ob die identisch mit unserem NETZSCH sind/waren,
klick dich mal durch oder schreib ne Mail, ob die sowas machen können...)

Wohlgemerkt: Die messen nur den Ausdehnungskoeffizienten, mit Optik haben die nix am Hut.
 
Temperaturverhalten

Hallo Wolfi,

unabhängig von zukünftigen Messungen durch ein Institut
hinsichtlich des Temperaturverhaltens dieses neuen low-
expansions-Spiegel-Substrates von GSO läßt sich zum
Temperatur-Verhalten folgendes festhalten:

a) Wie lange braucht dieses Material, um sich an die Um-
gebungs-Temperatur anzupassen. Dieses Problem hat jede Optik,
also auch APO's, SC's und Refraktoren etc. Im Falle
dieses neuen Spiegels-Substrates hängt die Temperatur-
Anpassung zwar von Durchmesser und Dicke des Spiegelträgers,
aber ebenso von Spiegelzelle, Tubus und Belüftung ab, sodaß
eine eindeutige Zuordnung schwierig wird bei der Beurteilung,
besonders, wenn man integral und nicht selektiv vorgeht.

b) der zweite, eigentlich interessantere Teil, ist die Frage, wie sich
low-expansion bei wechselnden Temperaturen
verhält. Da kann z.B. Pyrex noch ganz heftig reagieren, wie
ich in meinem Bericht unter der oberen Web-Adresse zeigen
konnte und nachzulesen unter:

http://www.astrotreff.de/boards/topic.asp?TOPIC_ID=1733


Bei etwa 4 Grad Wärme-Differenzen zwischen Vorder- und
Rückseite eines Pyrex-Spiegels kann man beispielsweise die
Strehl-Werte von 0.99 und einem PV-Wert von 0.11 auf
beachtliche Strehl-Werte von 0.65 und einem PV-Wert von 0.47 "verbiegen".

Gleiche Versuche, die ich bei diesem low-expansion-Material angestellt
hatte, ließen das Interferogramm völlig unbeeindruckt.
Der Spiegel reagiert also NICHT auf eine Temperatur-Differenz
zwischen Vorder- und Rückseite eines Spiegels von 4 Grad Celsius. Viel mehr
wird im Laufe einer Nacht kurzfristig nicht zu erwarten sein.

Damit dürfte eigentlich der große Vorteil gegenüber Pyrex
bereits hervorgehoben sein: Während Pyrex noch deutlich
meßbar reagiert, und damit den Strehl regelrecht "verbiegt"
bei widrigen Umständen, bleibt beim low-expansion Substrat
der gemessene Strehl-Wert erhalten, solange nicht Tubus-
Seeing und andere Einflüsse die optische Qualität stören.

Die Antwort zu a) müßte also sehr differenziert ausfallen,
bei b) erwarte ich eigentlich keine neuen Erkenntnisse, weil
besonders dort die Auswirkungen auf die optische Qualität
sehr leicht zu führen sind.

Herzliche Grüße

Wolfgang Rohr


 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben