Io's Schatten in Nöten

Schiefspiegler

Aktives Mitglied
Venus steigt von Abend zu Abend. Da ich in fünf Minuten aufbauen musste wollte ich sie noch erhaschen, ging es heute abend mit nur 60mm Öffnung hinaus. Das kleine Apo wollte auch mal Nachtluft schnuppern. Dunst verdeckte unsere Nachbarin. Aber da war doch was - fand nicht ein Durchgang von Io's Schatten statt? Hochgeschwenkt und die Vergrößerung langsam gesteigert - ja, bei 88x ein kompakter schwarzer Punkt am oberen Rand des SEB, kurz nach Planetenmitte. Schön!

Moment - das müsste auch heissen, dass Io selbst dennächst austritt, vielleicht in 20 Minuten? Die Zwischenzeit genutzt um mit der Vergrößerung rauf und runter zu gehen. Das Seeing gab nicht mehr her, am Besten bei 88x bleiben. Und dann: eine punktförmige Aufhellung in der Nähe des Planetenrands, aha! Zehn Minuten lang verfolgt, wie Io sich dem Jupiterrand nähert. Dann eine winzige Ausbeulung des Planetenrands, langsam wachsend. Nach einige Minuten schliesslich löste sich Io von seinem Planeten und driftete majestätisch davon.

Io's Schatten verweilte noch auf der Planetenoberfläche und erreichte nun den letzten Viertel seines Weges. Hier begann er, stetig an Kontrast zu verlieren. Nach einer Weile meinte ich, er würde sich auch ein wenig strecken. Im letzten Achtel seines Weges wurde die Sichtung schwierig, auf dem letzten Sechszehntel verlor ich ihn.

Ich beobachtete noch eine Viertelstunde angestrengt den Jupiterrand, nichts zu machen. Nun musste der Schatten den Jupiter verlassen haben. Und da durchzuckte mich ein erschütternder Gedanke. Worauf konnte sich Io's Schatten jetzt legen? Die Antwort: auf fast nichts, ausser einige Moluküle und Staubteilchen. Ist das ein Leben für einen rüstigen Schatten in den besten Jahren? Ich meine nicht!

Spätestens seit Peter Schlemihls Wundersame Geschichte (Adelbert von Chamisso, 1814 - Pflichtlektüre für jeden Schattenliebhaber) wissen wir ja, dass ein Schatten durchaus ein prinzipiengeleitetes Eigenleben führt. Kann es ein Trost sein, dass Io's Schatten alle zwei Tage, grob gerechnet, ein paar Stunden über Jupiter wandern darf? Ist das ein erfülltes Schattendasein? Was sagt die versammelte Astrogemeinde dazu?

Besorgte Grüße,
Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Christopher,

wie schön, wir haben gestern zur gleichen Zeit mit der gleichen Öffnung den Jupiter beobachtet. Ich hatte wenig Zeit und Motivation die prallaktische Monti und den 5“er raus zu schleppen, deshalb habe ich den 60mm f/6 SD-Apo von TS auf der azimutalen Monti genommen.

Ich hatte echtes Glück mit dem Seeing. Nach etwas Auskühlphase konnte ich gewinnbringend bis 120x vergrößern und das 3-8mm Svbony zeigte mir ein tolles klares Bild. Ich war etwas später dran als Du, so fiel mir schnell der kleine Bobbel am Jupiterrand auf. Ich hatte Io genau beim Austritt erwischt. Und ohne direkt nach einem Schatten geschaut zu haben, sah ich einen dunklen Punkt, den ich dann auch als seinen Schatten identifizieren konnte. Nachdem Io sich vom Rand gelöst hatte, war die Lücke zwischen Mond und Planet auch sehr schnell als feine schwarze Linie auszumachen. Sorgfältiges fokussieren brachte dann eine Überraschung zutage: ich bin mir sehr sicher Ganymed als Fläche gesehen zu haben. Und das mit 60mm Öffnung!
Der in der Nähe stehende 44 Gem hat eine mit den Monden vergleichbare Helligkeit und erleichterte das fokussieren. Sein Beugungsscheibchen war kleiner als Ganymed und hatte eine deutlich andere Struktur. Ich bin mir also ziemlich sicher, mir das Scheibchen von Ganymed nicht eingebildet zu haben.
Ich musste dann andere Dinge erledigen aber nach einiger Zeit ging ich nochmal raus. Io war mittlerweile deutlich weitergewandert und der Schatten war nicht mehr auszumachen. Aber in Momenten perfekten Seeings konnte ich die Sichtung der Ganymed-Scheibe reproduzieren.

Das war ein tolles Erlebnis. Im nachherein bedaure ich es, den 5“er nicht rausgeholt zu haben, das hätte sich gelohnt. Nächstes mal dann.
Aber ich hätte nicht gedacht, dass man mit einem 60mm Refraktor Ganymed flächig sehen kann. Ich bin immer wieder begeistert, was der kleine Apo von TS zu leisten vermag.

Bis dann:
Marcus
 
Danke Christopher!

Deine Beiträge erinnern mich immer mal wieder daran, warum ich hier im Forum bin; ganz großes Kino.

Herzlich,
Urs
 
Hallo Christopher,
Ich habe mir es auch angesehen.
Kurz vor dem Austritt konnte ich Io auch vor der Jupiterscheibe als kleines hellgelbes Scheibchen ausmachen.
Dieser leuchtete plötzlich auf wie eine Leuchtdiode.
Und das schwarze Schattenscheibchen war wie ausgestanzt zu sehen.
Bei dieser Schönwetterkatastrophe wird man gar nicht mehr fertig mit beobachten. :cool:
Heute geht es gleich mit einer Io-Finsternis los und später geht es wieder an den GRF.
LG
 
Hallo Christopher,

ich muss mich leider korrigieren. Ich habe gestern Abend doch nicht Ganymed als Scheibchen gesehen. 60mm Öffnung haben eine Auflösung von 2,3“, Ganymed hat aber nur einen Durchmesser von 1,5“. Ich habe also nicht den Mond selbst gesehen, sondern eine Beugungserscheinung, die durch die Fläche des Mondes größer und flächiger erschien als das Beugungsscheibchen vom 44 Gem. Schade. Ich hatte mich so gefreut. Aber so lernt man nie aus. ;)

Bis dann:
Marcus
 
Servus Marcus,

ich würde es anders ausdrücken: Du hast erkennen können, dass Ganymed keine Punklichtquelle ist, sondern ein kleines Scheibchen ist. Die Detektion erfolgte eben indirekt durch das größere Gesamtbeugungsscheibchen, das sich von dem umliegender Sterne unterschieden hat. Ich wollte das auch schon im Nachbarforum schreiben, kam aber nicht dazu (man ist ja nicht immer am PC). Spock würde sagen: faszinierend! Der Detektor der Flächigkeit kann selbige nicht direkt auflösen, trotzdem konntest du es erkennen, dass das Ergebnis der Beugung einen größeren Durchmesser hat als eben Vergleichsbeugungsbilder.

Das bloße Auge schafft es noch indirekter an Planeten wie Jupiter. Wenn die für unser Auge punktförmigen Sterne funkeln, strahlt Jupiter nich in aller Seelenruhe. Die kleine Fläche ist weniger seeinganfällig als der punktförmige Stern nebenan. Man kann also auch mit bloßem Auge Planetenscheiben "detektieren", die man so nicht auflösen kann (betrifft ja auch Mars, Merkur, Venus - bei Merkur fehlt nur irgendwie der Vergleich mit Sternen).

Liebe Grüße,
Christoph
 
Spätestens seit Peter Schlemihls Wundersame Geschichte (Adelbert von Chamisso, 1814 - Pflichtlektüre für jeden Schattenliebhaber) wissen wir ja, dass ein Schatten durchaus ein prinzipiengeleitetes Eigenleben führt. Kann es ein Trost sein, dass Io's Schatten alle zwei Tage, grob gerechnet, ein paar Stunden über Jupiter wandern darf? Ist das ein erfülltes Schattendasein? Was sagt die versammelte Astrogemeinde dazu?
Lieber Christopher,

darüber lässt sich vielleicht beim dsm in aller Ruhe philosophieren. Es sei nur eins jetzt schon gesagt: auch die Wanderung auf Jupiter hat zwei Seiten einer Medaille. Der Schatten wird jetzt klar erkennbar, tritt aus seinem dunklen Schattendasein quasi heraus und fällt dir Beobachter nun auf. Dafür ist der Schatten verkürzt. Trifft er nicht auf Jupiter, dann darf sich der Kernschatten strecken, bis ganz weit nach hinten, bis er - sich verjüngend - zu einem Punkt schrumpft und endet. Dieses sich Strecken wird ihm genommen, wenn er auf Jupiter fällt. Was dürfte dem Schatten nun besser gefallen? Der größere Raum, den er einnehmen darf oder doch die kurzzeitige Auffälligkeit? Wer kann das sagen?

Liebe Grüße,
Christoph
 
Hallo Christopher,

ja das Jupiterspektakel hatte ich am Dienstag auch mit 14" + 246x beobachtet. Du hast das ganze, wie gewohnt, sehr schön mit Worten ausgeschmückt.
Danke für die Zeilen.

cs
Lothar
 
Hallo zusammen
Über die Beugung ist das Beobachtete Phänomen schlecht zu erklären.
Die größe des Beugungsscheibchen hängt eigentlich nur von der Öffnung und der Wellenlänge ab (Photopisch 555nm).
Daher kann es eigentlich "flächenmäßig" kein größeres oder mal kleineres Beugungsscheibchen geben.
Da Ganymed kleiner als das Auflösungsvermögen des Teleskops ist, erscheint er als Beugungsscheibchen, die Beugung zwingt ihn quasi in die Form des Beugungsscheibchens.
Und obwohl Ganymed mit 1,6" kleiner ist als das Beugungsscheibchen erscheint er uns als 2,3" Beugungsscheibe.
Daher sind es vielmehr Beleuchtungs- und Wahrnehmungseffekte welche zu solch unterschiedlichen Größenwahrnemungen führen können, wie z.B. der Irradiationseffekt oder vielleicht unterschiedliche Vergrößerungen.
LG
 
Hi,

da musste ich mal suchen was ich zu den Schattendurchgängen vor Jupiter so fand. ;)
Beobachtungsbericht des Optus Refraktors von Lidl.

Datum/Zeit: 08.01.2001 von 18:45 bis 19:15 Uhr
Ort: Darmstadt-Süd, Balkonbrüstung 49.871°N, 8.649°E 200 N.N.
Bedingungen:: sehr gutes Seeing
Gerät: Optus Refraktor 70/700 mm,
Okulare:10 mm Plössl Antares (70x) und 6 mm Plössl Antares (117x)
Objekte: Mond, Jupiter und Saturn (im Stier)

Jetzt wurde Jupiter mit dem 6mm Okular reingesaugt. Jupiter mit 3 Monden (zwei im Osten, einer im Westen) und den beiden Äquatorbändern.
Im Norden war noch ein weiteres Band zu erkennen. Gegen 19:00 waren nur 3 Mond sichtbar doch plötzlich kurze Zeit später erschien am Westrand der 4. Mond. Europa wie ich später aus SkyMap erfuhr, der hatte gerade seinen
Durchgang vor Jupiter beendet, gegen 18:57 MEZ. Doch jetzt kommt's: Auf Jupiter war nördlich des Äquatorbandes am Ostrand ein kleiner schwarzer Punkt zu sehen. Der Schatten des Mondes Europa auf Jupiter. Wau, und das mit 70mm Öffnung bei 117x. Kaum zu glauben!
Ich vergewisserte mich später mit meinen extra dafür geschriebenen Turbo-Pascal Programm davon, das wirklich ein Schattendurchgang stattfand. Bingo so war's. Der SE sollte um 20:52 MEZ beendet sein.

cs
Lothar
 
Da Ganymed kleiner als das Auflösungsvermögen des Teleskops ist, erscheint er als Beugungsscheibchen, die Beugung zwingt ihn quasi in die Form des Beugungsscheibchens.
Und obwohl Ganymed mit 1,6" kleiner ist als das Beugungsscheibchen erscheint er uns als 2,3" Beugungsscheibe.

Hallo Quanten,

da muss ich widersprechen. Meine Beobachtung hat nebenan im Astrotreff einen Thread zu diesem Thema angestoßen:

Eine nicht-punktförmige Lichtquelle vergrößert sehr wohl das Airy-Scheibchen, sobald sie größer ist als 1/4 des Durchmessers des Beugungsscheibchens im 1. Minimum. Siehe Beitrag #9 von Guntram.
Das macht auch Sinn, wenn man sich das Ganymed-Scheibchen als Schar von punktförmigen Lichtquellen vorstellt, die alle individuell ein Airy-Scheibchen produzieren. Die Helligkeitsschwerpunkte der Airyscheibchen vom rechten Rand Ganymeds liegen einen Monddurchmesser neben denen vom linken Rand. Die Scheibchen aus der Mitte überlappen sich. Der visuelle Durchmesser Ganymeds entspricht also dem Durchmesser des Mondes plus zwei mal den halben Durchmesser des Beugungsscheibchens. Bei Ganymed sind das 1,5“ plus zwei mal 2,3“/2, also 3,8“. Deutlich größer als der Mond an sich, so dass man sicher sagen kann, dass er nicht aufgelöst ist, obwohl er scheibenförmig erscheint. Bei Io sind das dann 1,1“ + 2x2,3“/2. Also 3,4“. Auch viel größer als der Mond an sich, aber kleiner als die Beugungsfigur (ich sage bewusst nicht Beugungsscheibchen) von Ganymed. Und größer als das Airycheibchen von 2,3“ eines Sterns.
Meine Rechenbeispiele sind natürlich angenähert und geben nur die Richtung und die Größenordnung an. Aber sie zeigen in welche Richtung die Überlegung geht.

Und das deckt sich halt auch mit meinen Beobachtungen. Die Beugungsfiguren von Ganymed und Io sind größer als die von 44 Gem in der Nähe und die von Ganymed ist minimal größer als die von Io. Was ich bei einer gezielten Beobachtung gestern Abend auch nochmal nachprüfen konnte. :)

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Lothar
So wie die Beugung den Mond auf die Größe des Beugungsscheibchens vergrößert passiert das natürlich auch mit dessen Schatten.
Das Ereignis muss dazu die entsprechende Helligkeit und Kontraste aufweisen, dann kann man quasi Ereignisse beobachten welche nicht aufgelöst werden können.
Den erst kürzlich stattgefunden Titan Transit vor Saturn konnten auch viele Sternfreunde mit relativ kleinen Teleskopen beobachten, welche von der Öffnung her nicht die Auflösung hatten.
Der Vergrößerungseffekt durch Beugung wird auch in dem Buch Planetary Astronomy in Kapitel 4.2.3 beschrieben.
LG
 
Das macht auch Sinn, wenn man sich das Ganymed-Scheibchen als Schar von punktförmigen Lichtquellen vorstellt, die alle individuell ein Airy-Scheibchen produzieren.
Hallo Marcus
Stimmt da hast du recht, dass ist der Vergrößerungseffekt der in Kapitel 4.2.3 Planetary Astronomy beschrieben wird.
Man sieht den Mond dann als verwaschenes Scheibchen und nicht als Beugungsscheibchen.
Danke für die Klarstellung!
LG
 
Moin Lothar!

> Ich vergewisserte mich später mit meinen extra dafür geschriebenen Turbo-Pascal Programm davon, das wirklich ein Schattendurchgang stattfand.

Aha?! - Hat dir SkyMap das nicht auch angezeigt?
Ich benutze das Programm nun schon seit über 25 Jahren und es war immer sehr zuverlässig. Hier der Screenshot von dem Datum damals:

jupiter-monde_2001.jpg


Ende des Schattendurchgangs von Europa (II) um 20:52 MEZ...

Tja, und da siehste mal, was mit dem alten Lidl-Scope so alles ging. :y::love:
 
Es sei nur eins jetzt schon gesagt: auch die Wanderung auf Jupiter hat zwei Seiten einer Medaille. Der Schatten wird jetzt klar erkennbar, tritt aus seinem dunklen Schattendasein quasi heraus und fällt dir Beobachter nun auf. Dafür ist der Schatten verkürzt. Trifft er nicht auf Jupiter, dann darf sich der Kernschatten strecken, bis ganz weit nach hinten, bis er - sich verjüngend - zu einem Punkt schrumpft und endet. Dieses sich Strecken wird ihm genommen, wenn er auf Jupiter fällt. Was dürfte dem Schatten nun besser gefallen? Der größere Raum, den er einnehmen darf oder doch die kurzzeitige Auffälligkeit? Wer kann das sagen?

Liebe Grüße, Christoph
>>Christoph (Lucifugus): Danke für Deinen hellsichtigen Beitrag zur Schattenfrage! Ich habe Deine Worte mehrere Tage lang in meiner Seele gewogen bevor ich eine innere Haltung dazu gewann. Schlussendlich scheint mir entscheidend, dass wir Erdenwesen ebenfalls einen verkürzten Schatten sehen wenn dieser auf den Boden fällt. So betrachtet ist dies ein natürlicher, ja notwendiger Zustand für unseren Schatten. Aus einer anthropozentrischen Perspektive - welche andere könnte sinnstiftend sein? - halte ich die Analogie zu Io für haltbar. Folglich erlebt ihr Schatten nur in den wenigen Stunden des Durchgangs seinen eigentlichen Zustand. Alles andere ist nur Warten auf den nächsten Durchgang, Verkürzung hin oder her.

>>Tom (Ursus Corpulentus) und Lothar (Lots): Vielen Dank für Eure Wertschätzung meiner bescheidenen Zeilen. Das bedeutet mir viel.

>>Allen anderen: Seid gedankt für die interessanten technischen Erörterungen, insbesondere zur Frage der (Gesamt-)Beugungsscheibe eines Mondes von einer Winkelgröße unterhalb der Beugungsauflösung der Optik.

Christopher
 
Vorhin stiess ich auf eine Stelle in Ovids Metamorphosen die bestens zum Thema dieses Threads passt und die ich mit Euch teilen möchte. Es geht dort um die Sorge des Inachus, Vater der Io, nach deren schicksalhaften Begegnung mit Jupiter:

"Inachus ... trauert, der Arme, um Io, seine verlorene Tochter; er weiß nicht: lebt sie im Lichte? Weilt sie bereits bei den Toten? Und da er sie nirgends mehr findet, glaubt er, man könne sie nirgends mehr finden, und fürchtet das Schlimmste."
Ovid: Metamorphosen, Zeilen 583-587. Übersetzt von Hermann Breitenbach. Artemis Verlag, 1958.

Da ich die englische Übersetzung von A. D. Melville um Einiges poetischer finde, sei auch sie zitiert:

"Inachus ... mourns in bitter grief Io, his daughter lost. He cannot tell whether she lives or dwells among the shades, and finding her nowhere thinks she must be nowhere and fear feeds fear when knowledge fails."
Ovid: Metamorphoses, lines 583-587. Translated by A. D. Melville. Oxford University Press, 1986.

"fear feeds fear when knowledge fails" ist eine wunderschöne und auf viele Situationen im Leben treffende Wendung. Merkwürdigerweise fehlt sie in der deutschen Übersetzung. Wie auch immer werden diese Zeilen fortan in meinem inneren Ohr klingen während ich eine Bedeckung des/der Io beobachte. Auch auf einen Durchgang passen sie, denn oft, ja meistens verschwindet Io auch dabei! Lebt sie im Lichte? Fear feeds fear when knowledge fails.

Grüße in die Runde, Christopher
 
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