Hallo,
da verläuft ja so ungefähr der Himmelsäquator. Vielleicht waren es Reflexionen von geostationären Satelliten, die sich ja scheinbar am Himmel kaum bewegen.
Die Sonne stand unterhalb des Nordwesthorizonts und könnte im flachen Winkel großflächige Radiatoren genau im richtigen Winkel beschienen haben, daß sie für Deinen Standort als helle Punkte erschienen.
Die Solarpanels dürften es wohl weniger gewesen sein, da die wohl auf die Sonne ausgerichtet sind.
Ob allerdings eine derartige Reflexion so hell werden kann?
Eine grobe Abschätzung:
Die Iridiumsatelliten sind etwa 770 km von der Erde entfernt, ihre Helligkeit bei Sonnenreflexion an den Flächenantennen kann scheinbar -9 mag erreichen.
Geostationäre Satelliten sind von der Erdoberfläche rund 36000 km entfernt, mithin ca. 48 mal so weit. Deshalb ist ihre max. mögliche Sonnenreflexions-Strahlungsleistung rund 48²=2300mal so schwach gegenüber einer wesentlich erdnäheren Iridium-Bahn. (Hierbei wird ganz grob abschätzend derselbe "Spiegel" vorausgesetzt, was bei der Entfernung eventuell ziemlich daneben sein kann...)
Ein 2300mal so schwacher Strahlungsfluß würde einer Abschwächung um rund 8,3 Magnituden [lg((36000/770)²):lg(2,512)]entsprechen. Wenn iridiumähnliche Verhältnisse vorliegen, würde also -9mag+8,3mag= -0,7 mag visuell möglich sein. Immerhin, ich finde das schon überraschend.
Jupiter war kurz vor seinem Untergang rund -1,7 hell - wenn es denn die Atmosphäre nicht gäbe. Bereits in der Dämmerung zieht dieser Planet schon im Atmosphärendreck und Gewaber seine tiefe Bahn Richtung Horizont. Eine Magnitude könnte er in der Luft und horizontnah locker verloren haben, so daß Deine vergleichende Helligkeitsschätzung hinkommen könnte.
Ich frage mich,
a) ob geostationäre Satelliten soche Reflektoren aufweisen
b) ob es rein geometrisch bei diesem Sonnenstand (ob es überhaupt jemals) zu solchen Reflexionen kommt
c) ob meine Helligkeitsabschätzung stimmen kann
d) ob jemand - so es das denn gibt - das schon mal beobachtet hat
e) ob man das sogar vorausberechnen kann (falls es überhaupt zutrifft)
f) wie groß wohl der Reflexions-"Fleck" mit wohl zum Rand hin abnehmender Helligkeit wie bei den Iridien auf der Erdoberfläche sein kann
Daß Du gleich 2 mit leicht unterschiedlicher Helligkeit gesehen hast, würde m. E. für die Idee mit geostationären Sats sprechen. Der schwächere war für Deinen Ort auf der Erdoberfläche schlechter ausgerichtet. Durch das Weiterdrehen der Erde und Satelliten dürfte der Reflexionsfleck über die Erde gezogen sein. (Auch wenn er nur 0 mag hell war, da ist wohl kaum von Beleuchtung, eher von Sichtbarkeit zu sprechen). Falls das alles überhaupt stimmen kann: wie schnell der wohl gewesen ist in Bezug auf die "feste" Erdoberfläche.
Ich bin gespannt, ob jemand hierzu was weiß oder anzumerken hat...
Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht
Matthias.