Ist "altes Zerodur" weiss ?

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JSchmoll

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Hallo,


nochmal was zu Glasfarben !

Ich bekam gestern von jemanden einen nicht ganz auspolierten 6" f/8 - Spiegel zur Begutachtung und eventuell zur Weiterverarbeitung. Er ist Teil eines nicht zuendegefuehrten Projekts und 25 Jahre alt !

Der Besitzer erklaerte mir, der Rohling sei aus Zerodur und ich erwartete ein dunkleres, eher orangeroetliches Material --- so sieht das Zerodur zumindest in einem Schottkatalog aus, den ich in den 80er Jahren bekam und auch in dem Thread ueber Spiegelfarben unter TELESKOP-OPTIK wird Zerodur roetlichbraun abgebildet (Link zur Birkmaierseite). Duran ist dagegen z.B. auf der Seite von Teleskop-Service gruenlichweiss --- dort ist der Stapel mit "Duran - randbearbeitet" und "Duran - roh" oder so aehnlich beschriftet.

Dieser Blank sieht aber eher weiss aus, mit leichtem Gruenstich --- er erinnert mich total an meinen 6"-Erstling, den ich aus Duran 50 schliff. Der Blank hat die typischen Schottmasse (knapp 16 cm Durchmesser, Dickenverhaeltnis 1:6), koennte also Duran oder Zerodur sein. Der Vorbesitzer ist sich sicher, dass er damals Zerodur orderte.


Meine Frage - wie verhaelt es sich mit den Zerodurfarben - gibt es da Unterschiede ueber die Jahre ? Ich meine nicht, dass sich das Zerodur farblich veraendert, sondern dass durch Farbstoffbeimengungen herstellerseitige Vairationen existieren.


 
Ich kenne auch nur gelb- honigfarbenes Zorodur.

Da er poliert ist, kannst du den Fingerwärmetest machen: Mit den Fingerkuppen auf die Fläche fassen, Alufolie o.ä. dazwischen, damit es keine Fettflecken gibt, und sofort dannach durch den Foucault Tester schauen. Wenn du 5 schicke Hügelchen siehst, die nach ca. 30 sekunden verschwinden, haben Sie deinen Freund geleimt. Die entstehen bei Zerodur / Sital definitiv nicht.
 
Test mit thermischem Finger

Hallo Stathis,


danke fuer Deinen Hinweis --- werde es mal ausprobieren, sobald ich den 8" ausm Aufbau habe (also nach diesem Wochenende).

Wenn die ihm wirklich damals Duran fuer Zerodur verkauft haben, waere das ein starkes Stueck --- kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.


Alles Gute,


Juergen
 
Hallo Jürgen !
Ich habe noch nie weises Zerodur gesehen, auserdem ist die Farbe von Zerudur so wie Du schreibst orangerötlich und sogar sehr konstant gleichbleibend.
Wenn der ehemalige Besitzer damit niedrige Ausdehnung aussagen will, dann kännte es sein, dass es eine Quarzscheibe ist.
Vileicht hast Du Glück.
Gruß
Alois
 
Hallo,
Hast du deinen Verkäufer mal nach der Rechnung gefragt? In 25 Jahren kann die Erinnerung von der Realität erheblich abweichen! Das muß garnichts mit Böswilligkeit zu tun haben.
Grüße martin
 
Re: Ist "altes Zerodur" weiss ? - Nein!

Hallo Jürgen,
also ich habe schon Zerodur aus fast allen möglichen Zeiten gesehen. Es ist eher so, daß das Zerodur früher dunkler war. Ein fast durchsichtiges Material mit einem ähnlich günstigen Ausdehnungsverhalten ist das sog. ULE (Ultra Low Expansin) von der Firma Corning. Ich glaube aber nicht, daß es das damals schon gab.
Wenn Du zwei polierte Seiten gegenüber hast kannst Du ja auch mal versuchen durch das Teil durchzuschauen. Ist es etwas schlierig (ähnlich als wenn man einen Löffel Zucker in Wasser wirft und das betrachtet - da gibt es auch so Schlieren welche auf verschiedenes Brechungsverhalten hinweisen) kann es sich auch um einfaches Quarzglas handeln. Hochwertiges Quarzglas ist es sicher nicht - das wäre unbezahlbar (heutiger Preis >500Euro/kg).

Es könnte viel sein, aber kein Zerodur wenn es nahezu weiß ist!

bin mal gespannt was schließlich rauskommt *g*

Neugieriege Grüße
Raphael
 
Hi Jürgen,
könnte es evtl.Cervit der Fa. O???? sein?
Ich hatte mal ein Probestück von einer Messe bekommen; das sah weiß aus
trübe Grüße
Jorgos
 
Dichtebestimmung

Hallo allerseits und danke fuer die Antworten !


Ich habe den Blank am Wochenende vermessen und gewogen (mit einer 5 Pfund-Billigwage aus dem Supermarkt). Ich erhielt eine Dichte von 2.33. Duran hat 2.23, waehrend Zerodur eher 2.7 hat (habe die exakten Werte nicht parat). Auf jeden Fall liegt der Blank naeher an Duran als an Zerodur. Andere Glaeser muss ich noch untersuchen (Quarz?). Ich glaube nicht, dass der Rohling aus Cervit ist, da er bei Schott angekauft wurde.



 
Das Prinzip der Goldwaage ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Die Differenz des Gewichtes zwischen getauchtem und trockenem Rohling ist die Verdrängung die entspricht dem Volumen.
Merke: Man soll nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Grüße Martin

 
Dichtebestimmung die Zweite

Hallo,


heute habe ich meine Aufzeichnungen dabei. Die Dichte des "Zerodur"-Rohlings habe ich zu 2.336 g/cm^3 gemessen.



Zum Vergleich Zitat aus Tabelle, Handbuch fuer Sternfreunde, Bd. 1, S. 36:

Material Dichte[g/cm^3]

Kronglas 2.5
Flintglas 4.4
Duran50 2.23
(Pyrex)
Quarz 2.2
Zerodur 2.53


Damit liegt der Rohling naeher an Duran50 als an Zerodur. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Quarz handelt, ist geringer als die fuer Duran, da Quarz noch ein wenig leichter ist.


 
Hi Philipp,


danke fuer den Link. Das mit der Brechzahl hatte ich auch schon ueberlegt, aber als problematisch eingestuft, da die Raender nicht sehr sauber sind. Da wird das Ergebnis zu sehr verfaelscht. Hat man einen randseitig sauber gefraeste Block, kann man die Seiten ja nassmachen und der Strahl geht durch. Aber wenns gussrauh ist, gehts leider nicht.



 
Hallo allerseits,

weiss evtl. jemand, wo es eine Liste der spezifischen Gewichte der wichtigen optischen Gläser gibt? Mich interessieren dabei besonders auch die Gläser für Refraktor-Objektive.

Und gleich noch eine Frage: spielt dabei die Vergütung der Linsen eine wesentliche Rolle? Ich vermute nicht, weil die Vergütung ja doch extrem dünn ist.

Ciao, Heiner
 
Re: Dichtebestimmung die Zweite

Hallo Jürgen!

Wie ist es Dir eigentlich gelungen, eine Dichte auf den Promillbereich genau zu bestimmen?
(Mit der Volumenmethode doch nicht, denn allein aufgrund der Oberflächenspannung der Eintauchflüssigkeit ist das nicht möglich...)

Erklär mir das doch mal bitte.

Viele Grüße
Thomas
 
Re: Dichtebestimmung die Zweite

Hallo Thomas,
Wie ist es Dir eigentlich gelungen, eine Dichte auf den Promillbereich genau zu bestimmen?
(Mit der Volumenmethode doch nicht, denn allein aufgrund der Oberflächenspannung der Eintauchflüssigkeit ist das nicht möglich...)
Ich weis natürlich nicht wie der Jürgen das gemacht hat, aber die Eintauchmethode ist sehr genau.
Ich hab das schon mal beschrieben: Wenn du den ganzen Spiegel in eingetauchtem und in nicht eingetauchtem Zustand wiegst, dann entspricht die Differenz der beiden Gewichte genau dem Volumen.
Dabei bestimmst Du den Auftrieb des Spiegels im Wasser, der entspricht genau der Verdrängung und damit dem Volumen.
Das geht bestimmt bis auf 1/2 Gramm genau, je nach dem was Du für eine Waage benutzt, Du kannst ja auch den Faden, an dem der Spiegel hängt wegrechnen. Das ist das Prinzip der Goldwaage. (Nicht die Volumenzuname in einem Messgefäß bestimmen, das ist zu ungenau) Es gibt dabei kein Ablesen des Flüssigkeitsspiegels und das ganze hat nichts mit Oberflächenspannung zu tun.
Grüße Martin
 
Re: Dichtebestimmung die Zweite

Hi Thomas,


ich glaube ich habe einen Fehler gemacht --- naemlich das Ergebnis auf 3 Stellen hinterm Komma zu posten. So genau ist es nicht.

Ich habe den Spiegel nicht eingetaucht sondern lediglich als Zylinder angenommen, wobei ich die ca. 1 mm Pfeiltiefe nur halt wichtete. Also z.B. Rohling ist 37mm dick und hat 1mm Pfeiltiefe, dann habe ich ihn als 36.5mm dick angenommen. Das ist zwar rudimentaer aber bei geringen Pfeiltiefen gehts ok. Das Hauptproblem ist die verwendete Waage, eine 5 Pfund teure Kuechenwaage aus dem Supermarkt. Wenn man die belastet und entlastet, geht der Zeiger nicht auf Null zurueck sondern auf Null plusminus vierzig Gramm. Ich denke hier ist die Hauptfehlerquelle. Bei Duran muesste ich ja 2.23 statt 2.33 rausbekommen. Aber zumindest ists ne Hausnummer und Zerodur ist es definitiv nicht.


 
Danke!

Hallo Martin!

Dank Dir, ich glaube, jetzt habe ich das verstanden...oder...
Doch, habe ich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße
Thomas
 
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