Ist das ein Zeiss?

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Re: Hat Meopta das Logo rechts?

Hallo Walter,
Vielleicht hat der Verkäufer kalte Füße bekommen und in letzter Sekunde das Glas selbst (unter einem anderen Namen oder über einen Freund) "ersteigert"? Wenn der Käufer sich nicht meldet, werden wir das nie erfahren, aber die Vermutung liegt dann nahe. Ich würde mich jedenfalls schwarz ärgern, wenn ich mir ein echtes Van Gogh für teures Geld ersteigern würde und hinterher stellt sich heraus dass das eine Fälschung ist (auch wenn eine gute Fälschung).
Schöne Grüße,
Gabriel
 
Der Käufer hat sich gemeldet

Inzwischen habe ich eine Nachricht vom Käufer erhalten, der sich übrigens jetzt bemüht, hier im Forum registriert zu werden, um sich auch selbst hier an der Diskussion beteiligen zu können. Ferner ist heute bei mir eine eMail des Verkäufers eingetroffen, in der er mitteilt, daß er den Käufer über den Sachverhalt und die Diskussion darüber informieren will. Nun werden die beiden sich irgendwie einigen, soweit ich es abschätzen kann, wird der Kauf wahrscheinlich nicht zustandekommen.

Nach allen eMails des Verkäufers, der mich anfangs noch als „Lügner” beschimpft hat, inzwischen aber wohl gemerkt hat, daß an seinem Fernglas wirklich etwas faul ist (ich will ihm daher unterstellen, das Fernglas in gutem Glauben als Zeiss-Glas angeboten zu haben), räumt der Verkäufer inzwischen ein, daß es evtl. von einem anderen Hersteller stammen könnte. Angeblich ist das Zeiss-Logo aber so fest mit dem Gehäuse verbunden, daß er es nicht entfernen konnte, um darunter nachzusehen, ob dort ein Meopta-Logo steht. Weiter schrieb der Verkäufer, daß er mit einem Sammler von WK-II-Ferngläsern Kontakt aufgenommen hat, der möglicherweise zur Klärung beitragen kann. Der Verkäufer hat offenbar die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß es sich um ein sehr seltenes Fernglas von Wert handelt. Mal sehen, was weiter daraus werden wird.

Der Käufer hat aufgrund des Hinweises auf Meopta folgende Website von Meopta gefunden:

http://www.meopta.cz/history/products/history.phtml?products=scopes

Ich konnte sie bei mehreren Versuchen erst nicht öffnen, bis es dann schließlich etwa im 6. oder 7. Anlauf klappte, also gegebenenfalls mit Geduld mehrfach aufrufen! Leider ist das Foto in der eBay-Auktion recht unscharf, aber soweit man ihm Details entnehmen kann, könnte es sich um das in der obigen Meopta-Übersicht 9. Fernglas von oben mit Einzelokularfokussierung handlen (siehe Riemenbefestigung, Niete/Schraube rechts neben dem Zeiss-Logo, Form des Okulartubus und der Knickbrückenachse).

Walter E. Schön
 
Re: Der Käufer hat sich gemeldet

Hmm, ich verweise hier nochmal auf meinen Kontakt mit Herrn Dr. W. vom Carl zeiss Archiv, der mir schrieb dass es sich hier um eine Fälschung handelt. siehe weiter oben - er sollte es wissen !

CS Michi
 
Jetzt geht es um die Herkunft

Hallo Michi,

darüber sind wir uns hier aufgrund aller Indizien doch schon länger einig, es geht also nicht um Zweifel an Aussagen von Dr. W., sondern jetzt darum, den wirklichen Hersteller ausfindig zu machen.

Walter E. Schön
 
Re: Jetzt geht es um die Herkunft

Hallo hier im Forum.

Ich bin der mehr oder weniger glückliche Käufer des Glases.

Zuerst möchte ich mich bedanken, daß hier so fundierte Hilfe geleistet wird! Herr Schön hat mich bisher per email betreut und auch den Link gepostet.

Der Grund meines Kaufes ist der, daß ich kein Fernglas-Chronist bin, mich allerdings bereits technisch über Ferngläser recht gut schlau gemacht habe. Ein 12x60 Porro wäre so ziemlich genau das was ich will. Da ich bisher nur geliehene Gläser habe (z.B. Hensoldt Dialyt 8x56B, Spitzenteil, und Seeadler 7x50, kompletter Schrott), wollte ich mir endlich selber eins zulegen.... und bin wohl baden gegangen.
Hätt ich das bei ebay nicht gefunden, ich hätte (aus Budgetgründen) in Nikon VII 10x50 bestellt. Bevor mich alle wegen dem Nikon beschimpfen: Bleiben wir beim Thema Meopta.
Ich denke es ist die 200 Euro nicht wert, drum werde ich auf den Verkäufer einwirken, daß er es behält und mir das Geld zurückgibt (ist nämlich schon überwiesen). Oder ist es das Geld wert? (Frage geht speziell an GerdHuissel)

Ansonsten habe ich bei ebay noch keine übermäßig schlechten Erfahrungen gemacht, die Leute waren meist sehr kulant.

Es wurde schon behauptet, daß das Glas von Zeiss für Meopta gefertigt wurde. Ist da was dran?

Und: Ist das Glas überhaupt irgendwie vergütet, auch wenn es von Meopta stammt?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Meopta 12x60

Hallo Ontracker,
herzlich willkommen im Forum;
wenn ein 12x60 genau das ist, was Du willst, dann solltest Du das Fernglas, das Du gerade erworben hast, nicht zu schnell zurückgeben: es gibt kein einziges mir bekanntes 12x60 Porro-Glas, das zur Zeit auf dem Markt erhältlich ist! Es soll mich korrigieren, wenn jemand eins kennt.
Ein einziges 12x60-Glas aktueller Produktion habe ich gefunden und das ist das fujinon 12x60 HB, ein Dachkantglas, in den USA für ca. 700 USD zu haben, in Deutschland nicht im Angebot, vielleicht über einen Fujinon-Vertragshändler erhältlich.
Eigentlich unverständlich, warum 12x60-Gläser überhaupt nicht hergestellt werden. 12x50-Gläser gibt es jede Menge, fast von jedem Hersteller; es gibt noch zwei 12x56-Gläser: das Zeiss Victory (Dachkant) und das Steiner Night Hunter (Porro). Allein das Zeiss Victory bekommt man auch in Deutschland ab 1400 Euro (neu vom Fachhändler). Das Steiner wie das Fujinon vielleicht auf extra Bestellung; im reguläern Angebot ist es m. W. nicht.
Ich würde erst einmal die optische Qualität des von Dir ersteigerten Glases überprüfen, wenn das O.K. ist, solltest Du überlegen, das Glas zu behalten und mit dem Verkäufer über den Preis verhandeln.

Schöne Grüße,
Gabriel
 
Re: 12x60-Chinese

Hallo Frank,
Wir sind gleichzeitig fündig geworden:
ich habe auch soeben das "Oberwerk" gefunden, in Deutschland wird es offensichtlich noch nicht angeboten.
Vielen Dank!
Gabriel
 
Re: Jetzt geht es um die Herkunft

Hallo Ontracker,

Meopta hat einen eigene Produktion.
Das Fernglas hat die übliche Blauvergütung der 60er Jahre.
Mein Meopta 12x60 hat nicht ganz die schönen kleinen Sternabbildungen wie mein Zeiss Jena Dekarem ,
ist trotzdem ein gutes Gebrauchsglas für astronomische Beobachtungen.
Das Gesichtsfeld von 5,5° bei 12 facher Vergrösserung ist überaus zufriedenstellend.
Durch das relativ geringe Gewicht von 1300 Gramm kann das Meopta 12x 60 gerade noch freihändig gehalten werden.
Dies war für mich der wesentliche Punkt meiner Kaufentscheidung.
Wenn man sich das Meopta genauer anschaut, ist festzustellen
daß alle Fugen am Gehäuse schön abgedichtet sind.
Sollten die Fugen nicht mehr vorhanden sein , wurde das Glas bereits geöffnet.
Für den Preis von 200 Euro wird man kaum ein besseres Glas dieser Grösse bekommen,
so schlecht war der Kauf nun auch wieder nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
(Ausgenommen Du bist Sammler und nicht Benutzer.)
Ein Zeiss 15x60 wird auch gebraucht ein Vielfaches kosten!
Schade ist nur, daß originale Beschriftungen überklebt wurden!

Ich Wünsche Dir viel Spass damit, und hoffe das die Justage in Ordnung ist.
Wenn nicht, dann würde ich das Fernglas zurückgeben.

Mit freundlichem Gruß,
Gerd
www.bksterngucker.de
 
Re: Jetzt geht es um die Herkunft

Vielen Dank Gerd

Aber ich bin immer noch nicht ganz schlüssig, ob ich es behalten soll. Ich denke ich werde auf Rückgängigmachung bestehen.
 
Re: Jetzt geht es um die Herkunft

Das ist die letzte Originalmail des Verkäufers. Bis auf die Namen hab ich nichts verändert.

>>Sehr geehrter Herr D.,
Diese Sache macht mir elend viel Aufwand. Wer bezahlt mir das ?

Die ersten Behauptungen habe ich erschüttern können, doch ich kann hier keine Garantien abgeben für immer neue Unterstellungen und behauptunge. .Ich habe das Glas gutgläubig gekauft für astronomische Beobachtungen. Ich wollte nur ein sehr gutes Glas haben. Der Augenschein spricht für mich - das Glas ist handwerklich sehr gut gefertigt. Es hat seltene Superweitwinkelokulare die auch noch eine sehr gutes Bild machen.

Kurz vor Schluß meldet sich bei mir jemand und behauptet etwas.
Wenn Sie sagen, sie wollen den Kauf rückgängig machen, dann ist das für mich in Ordnung.
Nur erwarte ich, da Sie wohl von ebay Zeiss - Spezialisten angesprochen worden sind, daß ich einem Beleg bekomme, daß es sich um eine Fälschung handeln muß.

Sie wurden angesprochen und verunsichert - das sollte nun belegt werden. Ich wurde angesprochen und habe nachgeforscht. Wie gesagt die 12x60 Gläser hat es doch gegeben.

Ich mag wenigstens den Beweis der Fälschung haben. Wer behauptet das Fernglas ist eine Fälschung, der muß dies auch beweisen !!

Nur auf die Nachrede, es handele sich um eine Fälschung kann ich nicht viel geben.
Wenn wir über ebay Regeln reden, dann erwarte ich auch, daß jemand, der etwas behauptet, es auch beweisen kann. Und das bitte auf Papier mit nachweisbaren Quellen.
Auch so habe ich kein Problem mit der Rücknahme. Aber wer sagt es ist eine Fälschung, der muß es auch beweisen.

Ich habe nicht die Beweislast, sondern der, der sowas behauptet - das ist deutsches Recht ! Sie behaupten dagegen, ich habe die Beweislast zu tragen. Ich widersprechen Ihnen da grundsätzlich. Wer behaupet jemand ist ein Betrüger oder jemand bringt Fälschungen in den Umlauf, der ist verpflichetet dies zu belegen und nicht umgekehrt.

Bitte schicken Sie mir die Beweise zu und ich werde umgehend das Geld rücküberweisen.

Ich habe keine Beweislast, sondern habe gutgläubig gehandelt.

Für eine Artikel ein Gutachten anfertigen zu lassen das vielleicht 1000 oder 2000 Euro kostet das wird jeder Richter als unverhältnsmäßig ansehen.

Diese riesige Zirkusvorstellung ärgert mich !

MfG L.
 
Re: Jetzt geht es um die Herkunft

Hi,

wenn der Verkäufer Zweifel an unseren Zweifeln hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, warum teilst Du ihm nicht mit, was der Herr von Zeiss auf Michi's Anfrage geschrieben hat? Hier steht es. Das sollte eigentlich genügen. Wenn er diese Aussage in Zweifel zieht, dann ruf einfach bei Zeiss an und laß es Dir nochmal bestätigen. Bestehen immer noch Zweifel, gib ihm die Telefonnummer vom Zeiss Archiv ...

Es ist sicher verständlich, daß Dein ebay Partner nicht gerade erfreut ist, wenn das Geschäft nicht zustande kommt. Da die Zweifel an der Echtheit nicht aus der Luft gegriffen sind, sollte eine Einigung ohne irgendwelchen Ärger doch möglich sein.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Jetzt geht es um die Herkunft

Ich hab ihm den Link auf die Meopta-Seite geschickt, er hat sich selbst durch direkten Vergleich überzeugen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> und hat es offensichtlich auch getan. Er schrieb, daß er mir das Geld zurücküberweist. Nur jetzt verdient ebay bei der Sache, eigtl. auch nicht Sinn und Zweck der Sache. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />
 
ebay-Gebühren zurückfordern

Hallo,

in so einem Fall besteht die Möglichkeit, den Kaufvertrag in gegenseitigem Einvernehmen zu lösen. Das beantragt der Käufer bei ebay über das missverständlich benannte Formular "Mitteilung über einen unzuverlässigen Bieter". In einem Untermenü gibt es den Punkt mit dem gegenseitigen Einvernehmen. Der Verkäufer erhält nach einer Bestätigung durch den Käufer dann die Verkaufsprovision gutgeschrieben, und der Bieter wird NICHT verwarnt.

Vielleicht sollte man das dem Verkäufer vorschlagen, damit er nicht auf der Verkaufsprovision sitzen bleibt. Die Angebotsgebühr muss er allerdings trotzdem zahlen...

Ciao,

Christof
 
Re: ebay-Gebühren zurückfordern

Happy end! Das Geld hab ich auf alle Fälle schon wiedergekriegt. Das mit den ebaygebühren will er noch machen.
 
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