Ist das sein Geld wert?

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Shaun

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Hallo zusammen.

Ich bin schon seit längerem stiller Beobachter in diesem Forum. Nun also meine ersten Fragen. Was würdet ihr von folgendem Equipment halten:


8" Meade LX200 Tubus auf EQ-6 SkyScan Pro


Kostenpunkt: ca. 2500 Euro (laut Astroshop)

Ich verspreche mir folgendes davon (spätestens nach den Updates, s.u.):
- Gute Eignung für optische Beobachtungen
- Solider Anfang für Fotografie (insb. wenn etwas später Leitrohr und Autoguider dazukommen)

Spätere Updates:
- Okularset (ich habe noch welche von meinem alten Teleskop, die sind fürs erste in Ordnung)
- Leitrohr + Autoguider

Fragen:
- Erwarte ich zuviel?
- Gibt es für das Budget (2500 Euro max.) eine bessere Kombination?

Notwendige Eigenschaften für mich:
- Transportabel
- Goto Montierung (jaja... ;))
- zumindest nicht unbrauchbar für Fotografie
 
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Hallo Shaun,

für den Preis würde ich etwas anderes in Betracht ziehen. Du scheinst, wie so viele, eine eierlegende Wollmilchsau zu wollen. Ich habe das Ganze auch schon durchgemacht, und bin zu folgender Erkenntnis gekommen:

1) Fotografie (Deep Sky) ist ein Traum, wirklich gut verwirklichen lässt sich das jedoch erst mit einen Budget jenseits der €4000. Und man darf nicht vergessen, dass Astrofotografie Zeit in Anspruch nimmt. VIEL Zeit. Ich habe mir das irgendwann abgeschminkt, es war mir persönlich viel zu aufwändig.

2) Beim Beobachten zählt u.a., dass sich das Gerät sehr schnell aufbauen lässt, also möglichst kompakt und leicht ist. Natürlich ist Öffnung auch ein bedeutender Faktor, alles ab 6" ist schon sehr gut und eröffnet auch die Deep Sky Beobachtung.

Wie gesagt, ich hatte damals ähnliche Ansprüche wie du, und für unter €900 bekam ich die, für mich, perfekte Ausstattung:
- Orion UK 6" F/6 Newton mit 2" 1:10 Micro-Crayford auf einer Vixen GP2 mit Holzstativ (Old-School ist fein!)
- 2 HR Planetenokularen (4mm und 7mm)
- 26mm TS WA
- Leuchtpunktsucher, Justierlaser
- Gebraucht eine 2-motorige Motorisierung für die GP-2
- Webcam

Ich kann diese Kombi wärmstens empfehlen, vor allem für Anfänger die ein klein wenig mehr ausgeben wollen. Sollte das Thema Astronomie dann doch nicht auf Dauer so interessant sein, dann hat man nicht so viel Geld in den Sand gesetzt.

Edit: Viele werden dir zu einem Dobson raten für den Anfang. Das habe ich auch probiert, allerdings war mir das 'Rumgeschubse' zu nervig auf Dauer. Mit der motorisierten GP-2 kann ich mich zurücklehnen und entspannt beobachten nachdem ich das Objekt gefunden habe. Übrigens, GoTo fand ich damals auch reizvoll, allerdings hat sich herausgestellt, dass das Einrichten (meiner Meinung nach) zu lange dauert und ausserdem das Suchen & Finden mit den größten Spaßfaktor ausmacht. Hätte ich früher gar nicht gedacht :)

Viele Grüße,
Markus
 
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Danke für die Antwort.

Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen: Ich bin kein Anfänger (zumindest kein blutiger) in Sachen Astronomie. Nach dem obligatorischen 60mm Referaktor den man vom Papa geschenkt bekommt für 50 Mark (oder Euro) hatte ich ein 4,5" Newton auf eine parallaktischen Montierung von Meade. Ich bin damit aber nicht so recht glücklich geworden, weil ich zum einen der nötigen Justierarbeit wohl nicht so recht gewachsen war und zum anderen bei mir dir Freude des Aufsuchens nicht so recht aufgekommen ist.
Was würdest du denn für mein Budget in Betracht ziehen? Es darf wohl um die 2000 sein und zwar ohne Objektive, das ist es mir wert.
 
Wie gesagt, ich würde einen parallaktisch montierten Newton nehmen, der kann nämlich auch (wenn es denn sein muss) zur Fotografie verwendet werden. Dein 8" LX200 ist dafür nicht perfekt geeignet, da dass Öffnungsverhältnis zu 'langsam' ist.

Das Justieren eines Newton ist gar nicht so schwierig, ein vernünftiger Laser und fertig. Es hat mich 5 Minuten gekostet, die Prozedur zu verstehen und durchführen zu können.

Was ich gar nicht genug betonen kann, ist tatsächlich die Größe und das Gewicht der Ausrüstung. Die EQ-6 ist sauschwer, und das Teil immer raus schleppen zu müssen und dann noch die 8" zu montieren ist auf Dauer kein großer Spaß (und ich bin alles andere als ein schmächtiger Fuzzi). Unterschätze das bitte nicht, in die Falle bin ich auch schon einmal getappt.

Wenn du unbedingt €2000 ausgeben willst, kannst du auch mal nach einem 5" APO/ED Refraktor auf einer HEQ-5 Ausschau halten. Das ist nicht ganz so groß und schwer, und sehr gut für die Deep Sky Fotografie geeignet.

Gruß,
Markus
 
hallo Shaun,

im Prinzip meine ich auch wie Markus, schau zuerst ob dir das nicht zu schwer wird, und überlege ernstlich einen Newton zu nehmen - er hat mehr Feld und ist visuell schärfer als das SCT. Aber auch überlegen ob du mit dem Design klarkommen kannst (OAZ nicht hinten, Tubus manchmal verdrehen müssen). Justieren muss ich mein C6 auch fast jedesmal, das wird Routine.

Ein ED120 ist auch ein schönes Gerät, hat aber deutlich weniger Lichtsammelkraft als ein 8".

Meiner Meinung nach sollte ein kurzer 8" auch auf einer HEQ5 fotografisch nutzbar sein, vor allem wenn man die Transportabilität beachtet. Ein windstilles Eckchen darfs dann aber schon sein.

lg Tommy
 
Hi!

Nur in Kürze, da ich die EQ6 nicht persönlich kenne: Ein 8"-SCT ist wegen seiner zwei Meter Brennweite fotografisch schon eine ordentliche Herausforderung. Je weniger Brennweite Du hast, desto einfacher wird's (falls Du nicht nur Mond und helle Doppelsterne fotografieren willst oder Planeten mit der Webcam).

Teleskop-Service hat jetzt einen 6" f/6 Newton entwickelt, der könnte ein ganz guter Allrounder sein - nicht zu viel Brennweite für die Fotografie, aber auch nicht zu schnell, so dass Du keine High-End-Okulare brauchst. Müsste dieses Gerät sein, ich find nur den Thread hier im Forum dazu grad nicht.

Für Fotografie hab ich eine Vixen GPD2 mit FS2-Steuerung, Bildfeldebner für meinen ED80 und Autoguide angepeilt, die ich gebraucht (ohne Stativ) hoffentlich mal für unter 2000 kriege, Listenpreis sind um die 3000 - drum hab ich bei billigeren Montierungen grad keinen Überblick mehr. Mit einer H-EQ5 und einem C8 (nicht meine eigenen, gehören der nächsten Sternwarte) sind mir schon ein paar gute Fotos gelungen, wegen des hohen Gewichts und der hohen Ausschuss-Rate ohne Guiding kommt die Kombination aber nur selten zum Einsatz.

Eine kleinere Optik hat den Vorteil, dass sie ruckzuck aufgebaut ist. Mein ED80 auf Vixen Porta und Berlebach-Stativ ist einsatzbereit, wenn an einer parallaktischen Montierung noch die Gegengewichte montiert werden, dafür geht zurzeit allenfalls Mondfotografie. Aber beobachtet wird mit dem kleinen häufiger als mit einem großen Trumm.

Wenn in einer Nacht fotografiert wird, wird *nur* fotografiert. Für reine Beobachtungsnächte ist vielleicht der Griff zusätzlich zu einer einfachen, aber soliden azimutalen Montierung sinnvoll (Giro, Ayo, je nach Gerät evtl. auch Vixen Porta) - dann kann das ganze parallaktische Fotogerödel zu hause bleiben, wenn du's nicht brauchst.

Gruß,
Alex
 
Hallo Freunde,
also ich sehe für 2500 Euro gutes Potential für den Einstieg in die Astrofotografie, vorausgesetzt eine Kamera ist vorhanden. Es kommt auch immer darauf an was für Vorstellungen man hat, aber mal ehrlich, die wenigsten fangen mit CCD-Kameras und super Apos an.

Die Montierung hast du schonmal gut gewählt, da steckt einiges an Potential drin. Lediglich über die Optik würde ich nochmals nachdenken, 2000mm Brennweite sind etwas viel für den Anfang. Ich würde dir eher einen 6 oder 8" F5 Newton raten.
Wenn du dann noch Geld übrig hast (oder später) kannst du gut noch einen kleinen Apo oder ein Leitrohr auf die EQ6 montieren, die trägt das gut.

Schau dir dein Wunschteleskop aber auch mal bei einem Händler an, die sind größer als man denken mag!

Viele Grüße,
Florian
 
Hallo Shaun,

ich habe letztens auch ca. 2500 Euro ausgegeben. Ich habe die CGEM Montierung und einen 10" Newton gekauft. Alles zusammen wiegt gute 60 kg. Aber alles ist gut transportabel und kein "Paket" schwerer als 20kg. Ich fahre zum beobachten immer ca. 20 km aufs Feld und baue auf. Das Einladen ins Auto dauert 5 Minuten und ist überhaupt nicht lästig (ernsthaft). Ich habe die Möglichkeit gut Planeten zu fotografieren, kann Deep-Sky beobachten und wunderbar fotografieren und der Aufwand ist fast minimal. Das Alignment der Montierung dauert mit Poljustage keine 20 Minuten und Du drückst 4 Tasten und das Objekt ist absolut mittig eingestellt. Aufwand sehe ich hier garnicht.
Da mir das Aufsuchen auch Spaß macht, nutze ich nicht immer GoTo. Aber hier kann man echt nicht von Aufwand etc. reden. Das gehört zu meinem Hobby.

Fotos von meiner Ausrüstung findest Du hier
www.michaelkunze.de

Wenn Du Fragen hierzu hast schreibe ruhig ne Mailo der poste hier.

Es gibt nichts wichtigeres als eine stabile Montierung!!!

Grüße
Michael
 
Hmm, also gut, ein Newton. An das Gesichtsfeldargument hatte ich garnicht gedacht, das spricht wirklich gegen ein SC. Aber wie sieht das mit der Stabilität aus, ein 10"-Newton Tubus wiegt laut Astroshop ca. 15kg. Wenn da noch Leitrohr, Kamera und Autoguider dazukommen, hält das eine EQ-6 oder eine CGEM noch aus? Wären da nicht 8" besser?
 
hallo Shaun,

ich knipse mit einer Eos 450 auf dem Skywatcher 10" EQ6, huckepack habe ich einen 80/400 als Leitrohr. Wenn man ein windgeschütztes Plätzchen hat, geht das durchaus, aber mehr trägt die EQ6 nicht mehr. Eine Vollmetall-Prismenschiene bringt sehr viel, denn die Profilschiene wird schon leicht zur Feder. Damit habe ich so gut wie keinen Ausschuss bei den Fotos. Guck mal hier: 10"EQ6 - M13 und hier: 10" EQ6 - Sturmvogel UHC

lg Tommy
 
Moinsen
Gehts auch gebraucht?Im Bieteforum bietet jemand einen 12" Orion UK Leichtbaunewton an.Ca 14Kg.Praktischerweise außerdem eine modifizierte EQ6 mit Goto.Guck doch da mal rein und frage den Anbieter wie es mit der Knipserei aussieht.

gruß Michael
 
Danke für den Tip!

Ich habe noch eine weitere Frage: Das einzige Gegenargument gegen SC scheint ja die große Brennweite zu sein. Dem kann man doch aber mit einem Bildfeldebner beikommen, oder?
 
Zitat von Shaun:
Danke für den Tip!

Ich habe noch eine weitere Frage: Das einzige Gegenargument gegen SC scheint ja die große Brennweite zu sein. Dem kann man doch aber mit einem Bildfeldebner beikommen, oder?
Nein, der Bildfeldebner ebnet das Bildfeld. Was Du benötigen würdest wäre ein sogenannter Reducer.

Trotzdem würde ich in Sachen Deep Sky Fotografie an Deiner Stelle nicht unbedingt mit einem SC in der Größe anfangen. Es sei denn Du beschränkst Dich auf reine Mond- und Planetenfotografie. Ich kenne die SC-Reducer Kombination zwar nicht genau, aber Du dürftest damit immer noch weit über 1000mm Brennweite landen. Und diese muss von Dir und der Montierung+Guiding erstmal gehändelt werden können. Gucke Dir mal die Fotos an die hier hochgeladen werden: Es gibt nicht viele die mit über 1000mm Brennweite Deep Sky fotografieren. Und nur ganz selten mal Kollegen die an die 2000mm Brennweite, oder darüber hinaus gehen. Und das hat sicher auch einen Grund. ;)

Gruß,
Daniel
 
hallo Shaun,

der Reducer/Flattener am SCT verkürzt zwar die Brennweite, jedoch führt er eine starke Vignettierung herbei. Mit einer DSLR oder ähnlich grossem Chip hast dann nur mehr vignettierte Freude.

Der OrionUK hat eine gute Optik, mechanisch ist der Tubus jedoch für Fotografie ungeeignet ("Jogurtbecher"). Alles verbiegt und verwindet sich.

Die Brennweite ist eigentlich beherrschbar, ich habe mit einem C6 sogar auf der EQ5 Fotos gemacht, mit Autoguiding allerdings.
Hier siehst du auch die (nicht bearbeitete) Vignette vom f/6,3 Reducer:
M51 mit C6 und Reducer

lg Tommy
 
Hallo Shaun,

ich hätte einen MN71 von Intes abzugeben. Gebraucht aber mit guter Optik.

Geht sehr gut auf einer EQ6 bei mir. Es sind immerhin 7 Zoll f/6 und was die Schärfe angeht, es liegen Welten zwischen dem Intes und einem 8"" SC. Ich hatte mal ein C8, kein Vergleich. Visuell habe ich Planeten mit nichts anderem als mit dem MN 71 besser beobachten können. Planetenaufnahmen würden von einer Verlängerung der Brennweite(FFC, oder Barlow) profitieren.

Pinpoint-Sterne bis zum Rand, auch fotografisch, und ohne jeglichen Reducer.

Es gibt noch jemand der Interesse hätte, und Bilder vom Gerät sehen will. Ich werde also Fotos von ihm machen und Dir auch gerne zusenden, wenn Du interessiert bist.

CS Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zunächst einmal: Vielen Dank für die vielen hilfreichen und geduldigen Antworten! Ich freue mich sehr, dass ihr einem Anfänger wie mir so viel Zeit widmet. Das Internet ist nicht gerade voll von Foren wie so einem hier.

Vielen Dank auch für die Verkaufsangebote. Leider ist die Sache noch nicht ganz so akut bei mir (das liebe Geld...). Wahrscheinlich wird das dieses Jahr nichts mehr. Ich möchte mich nur schon einmal jetzt schon gründlich erkundigen um keinen teuren Fehlkauf zu landen. Außerdem macht das Planen und Zusammenstellen auch schon Spaß ;)

Ein paar Fragen habe ich aber noch ;)
Wenn der Orion nicht verwindungssteif genug ist - welche guten Alternativen gibt es denn? (@Michael: Was für ein 10" Newton hast du?)

Und noch eine eher allgemeine Frage: Welchen Vorteil haben denn SCs, der so eine Preisdifferenz gegenüber einem Newton rechtfertigt? Nachteilig ist ja schonmal die eher hohe Brennweite (Nachteil vielleicht nur für Fotografie-Einsteiger?). Wie sieht das mit der Koma-Anfälligkeit aus?
 
Hallo Shaun,

ich habe einen GSO 10" Newton (beim Teleskop-Service momentan bei 548 Euro). Ich habe Bilder auf

www.michaelkunze.de

Dort findest Du unter Astronomie einige Infos zu meiner Konfiguration. Ich wollte eben Deep-Sky und Planeten fotografieren. Hierzu nehme ich dann die DMK.21AF04.AS. Bilder findest Du auch auf meiner Webseite.

Wenn Du Fragen dazu hast, dann her damit.

Grüße
Michael
 
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