Ist der Ablick des Himmels im All besser als unter den optimalsten irdischen Bedingungen?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas leo4708
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leo4708

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Moin!
Ich habe mit einem Bekannten eine kontroverse Diskuson über das o.g. Thema geführt. Er behauptet, dass es im All, z.B. auf der Rückseite des Mondes oder auf der ISS, wenn sie im Erdschatten ist, ein besseres visuelles Bild für das menschliche Auge gibt, als auf der Erde; selbst bei optimalsten Bedingungen. Ich habe schon mehrfach im Urlaub (Hochgebirge und Sternenpark) einen fantastischen Himmel erblicken können, der mir das Auffinden bekannter Sternbilder erschwerte. Das wäre angeblich da oben noch um ein Vieles besser. Er hat ein beginnendes Interesse an Astronomie und fand beim Stöbern einen Artikel, der angeblich von einem "unvergleichlichen" Sternenhimmel mit bis zu 100 x mehr Sterne sprach; ein Ausschnittsfoto der Milchstraße sollte das simulieren:


Leider ließ er das Argument nicht gelten, dass dieses Foto unrealistisch wäre, auch widersprach er dem Argument mit dem bekannten "Olbers-Paradoxon" und forderte einen Beweis, z.B. durch die Aussage eines Astronauten (ISS oder Apollo). Ich stehe auf dem Standpunkt, dass bereits die Benutzung eines Fernglases (z.b. 7x50) aufgrund der optischen Gesetze diesen "Nachteil" (sofern es überhaupt einer ist) kompensiert, da so ein Fernglas eine viel größere Öffnung als die menschliche Pupille hat. Ich habe auch eigene Astrofotos von Deep Sky Objekten gezeigt, die selbst nach stundenlangen Belichtungen nicht diese Sternendichte wie das angebliche Musterbild aufweisen.

Gibt es konkrete Aussagen über persönliche Erfahrungen von den genannten Astronauten?

VG & CS
Peter
 
Hallo Peter,

ich war in Namibia unter dunklem Himmel kein Fremdlicht, man sah nichts, außer den Sternenhimmel.
Ich war schon etwas enttäuscht, auch wenn natürlich Dunkelwolken und die magelanschen Wolken mit bloßem Auge zu sehen waren. Alles jedoch hauptsächlich im Zenit.

Das menschliche Auge hat ein eher geringes Nachtsicht-Vermögen. Nur fotografisch kann eine solche Lichtsammelleistung und Abbildung durch längerfristige Aufnahmeprozesse erzeugt werden.

Grüße
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,
ihr habt wahrscheinlich beide Recht. Im Weltraum hat man einen besseren Blick auf das Weltall als von jedem Punkt der Erde. Man kann auch auf der hellen Seite des Mondes sein, wenn das Auge an Dunkelheit adaptiert ist, dürfte der Anblick atemberaubend sein, besser als auf der Erde, selbst Namibia oder Hochgebirge. Die Atmosphäre, auch eine nicht durch Licht oder Staub belastete, streut etwas Sternlicht, Mondlicht und enthält eine natürliche Menge an Staub und Wasserdampf. Trotzdem wird kein Foto den Anblick mit dem Auge korrekt widergeben, einfach weil das Auge kein Licht sammelt, ein Foto aber schon. Schon in naher Zukunft kannst du mit deinem Freund hochfliegen und es einfach ausprobieren, macht nur noch ein paar hunderttausend Euro.
CS Harald
 
Allein das nicht Vorhandensein der Atmosphäre, kein Seeing dürfte den optischen Eindruck sehr entgegenkommen.

hoffentlich ist das Helmglas des Raumanzugs dann aber Voll-APO-like, alles andere wäre zu schade ;)
 
Hallo Peter,

falls einem nicht der Helm oder ähnliches einen Strich durch die Rechnung macht, wäre der Anblick wie bereits oben beschrieben auf jeden Fall etwas besser.

Auf der Erde wird ja gerne mal das Hochgebirge weitab von Lichtquellen als optimaler Standort auf der Erde erwähnt, jedoch muss man die mit der Höhe verminderte Sauerstoffaufnahme durch den Körper beachten. Aus diesem Grund liegt hier die maximale Höhe irgendwo bei ca. 2500 m oder ein klein wenig drüber. Darüber wird das Ganze wegen Sauerstoffmangel zunehmend kontraproduktiv.

Im Weltraum oder auf dem Mond braucht man ohnehin einen Raumanzug, welcher immer eine ausreichende Sauerstoffsättigung bieten sollte. Somit besteht dieses Problem nicht.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,
meiner Meinung nach findet man in der Bortle-Skala interessante "Sichtansichten" bis 8mag.
Habe mal einen "Astromenschen" gefragt, ob man das aus der ISS sehen könnte. Seine Antwort war: die fliegen doch nicht bei absoluter Dunkelheit um die Erde. In den Räumlichkeiten ist doch Licht an. Demzufolge kann auch diese Größe wohl nicht erreicht werden. In einem alten Beob.-Bericht (ich glaube der bezog sich auf das Sudelfeld auf 1440 m Höhe) wurden mit bloßem Auge 7.2mag erreicht. Hier in 31167 vor 2000 bis knapp 7mag (Stadtrand), mit einem 30x80 Bino auf Stativ bis 12.4mag erkannt (geschätzt anhand einer Veränderlichen-Karte der AAVSO, Objekt stand im Süden. )
Ein anderer Vergleich: vor etlichen Jahren Vergleich, hier Wohnort 31167, zum Torfhaus/Oberharz, 821 m = + 1mag besser, und Wintermilchstraße (Orion stand im Süden) zart gesehen. Alles geschriebenes schon mal an anderer Stelle auf A. de erwähnt.
Planetarium in Wolfsburg zeigt durchweg bis 6.5mag "vis." Anhand eines Sternfeldes beim Großen Bären sofort wiedererkannt. Vergewisserung des Vortragenden: ja, es sind bis 6.5mag, die hier gezeigt werden. Ich wurde gefragt, wie ich auf die Frage komme, und ich sagte ihm wg. Beob. V. St.

Gruß Günther
 
Die Apollo-Astronauten waren alle auf der Tagseite unterwegs. Die hätten ein langes Ofenrohr gegen das Streulicht gebraucht, um Sterne zu sehen und die Sonne bzw. das Streulicht von der Mondoberfläche auszublenden. Keine Ahnung, wie viel Licht das Helmvisir schluckt.
 
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