andre_christian
Aktives Mitglied
So langsam wird einem hier im Süden der Republik die Wetterlage unheimlich. Gefühlte 5 Monate Hochdruck mit hohem Anteil an Nebeltagen. Gestern versprach der Tag nach obligat nebligem Beginn doch eine lohnenswerte Nacht zu bringen und obendrein ist auch noch Neumond....
Ort: Nähe Holzkirchen
Zeit: 22.00 – 2.00 Uhr
Gerät: 8 Zoll Dobson
fst: 6,0 (And)
Nach dem gemütlichen Aufbau peile ich als erstes den Polarstern an; auweia der ist ja nur „pflaaaatsch“ ! Nachdem ich den Stern extrafokal eingestellt hatte wird schnell klar warum: Um den Spiegel herum wabern die Luftschichten. Also flugs den Lüfter angeschraubt um den Spiegel zu akklimatisieren.
Derweil prüfe ich die Himmelsqualität in der zenitnahen Andromeda: 6,0 mag , und auch Sirius flackert auffallend gelassen; die Zeichen stehen also gut....
alpha UMI (DS) „Polarstern“ ich habe mal gehört, es handelt sich um einen Doppelstern; und was für einer, vor allem den krassen Helligkeitsunterschied finde ich beeindruckend. Als Phasenwinkel hätte ich mal 200° geschätzt.
Ein Schwenk in Richtung Andromeda bringt ein weiteres DS-Juwel:
gamma And (DS) „Almaak“, bei 100X fach gut zu trennen; unter einem PW von 90° trifft man hier auf ein rötlich / blaues Paar (der Albireo des Herbstes ?!) Eigentlich handelt es sich um ein 3fach System. Ich hab aber nur 2 erwischt, egal, ich schaue sowiso nochmal vorbei....
in Richtung des Dreiecks kann ich visuell 56 And (DS) ausmachen. Ein weites Paar dessen Trennung bei 30X problemlos gelingt. Beide erscheinen rötlich – weiß und beide sind m.E. gleich hell. Das bedeutet entweder einen PW von 290 oder 110° . Ich habe die Literatur bemüht (double stars von Sissy Haas) der PW lautet 299°!
Beim Aufsuchen von 56 And hat er sich schon ins Okular gemogelt...
NGC 752 (OH) And ; bei 30x Vergrößerung zeigen sich rd. 50 – 70 Sterne in lockerer Verteilung mit weitgehend homogener Helligkeitsverteilung. Lediglich am Ostrand findet man etwas hellere Mitglieder. In der NO-Ecke erscheinen sie etwas konzentrierter, dort kann ich auch 2 U-förmige Sternketten erkennen.
Sollten die rd. 20 Sterne die sich im Westen „blasenförmig“ anordnen auch noch dazu gehören, so würde ich dem OH eine ovale Form bescheinigen.
Auf der Suche nach weiteren Objekten lasse ich den Blick schweifen: M 31kann ich freiäugig erkennen, ebenso „hatschi“ Persei; Moment mal..der Perseus ist doch auch einen Besuch wert:
Ausgehend von alpha Per peile ich horizontal bis ich über NGC 1245 (OH) stolpere
Im Sucherokular zeigt sich ein nebliges Fleckchen. Bei 100x ist der Anblick m.E. am besten. Eine weitere Vergrößerung geht auf Kosten des nebligen Eindrucks. Etwa 30 Mitglieder sind gut erkennbar; den Innenbereich kann ich nicht weiter auflösen, aber die Gesamtanzahl müsste > 100 Sterne sein. Der Haufen macht einen komprimierten Eindruck und weist eine ovale Form auf. Die Helligkeitsverteilung der „aufgelösten“ Sterne ist nahezu identisch.
Für den nächsten Kandidaten steht das Teleskop völlig aufrecht (sehr Rücken schonend ) aber zum Wedeln im Zenit einen blöde Bewegung; und so sause ich erst mal in M34 hinein. Ein netter Anblick, aber da wollte ich ja nicht hin. Nach ein paar Korrekturen lande ich bei NGC 1023 (GLX) Per ; bei 100x präsentiert sich ein heller Kernbereich umgeben von einem zarten Halo. Mit indirektem Sehen würde ich ihr eine elliptische Form bescheinigen. Und dass sind dann auch schon alle Details für mein Equipment; liegt wohl auch an der Entfernung, die laut Karkoschka bei 45 Mio. Lichtjahren liegt.
Ein bellender Fuchs verteidigt am Waldrand sein Revier und lenkt meinen Blick in nördliche Himmelsrichtung; der Wettergott schiebt Nebel oder Wolken heran...
Zum Glück bilden die Sterne mü und ypsilon Per mit 2 weiteren einen Halbkreis, die gute Ausgangspunkte für die nächsten Objekte sind
NGC 1528 (OH) Per Hier tummeln sich bei 60facher Vergrößerung rd. 50 Sterne in lockerer Anordnung, Im Ost Bereich liegt eine Konzentration vor, wobei sich die Sterne in Form 2er Rechtecke anordnen. Ein weiterer Hingucker ist eine Sternkette die sich von S nach O halbkreisförmig hinzieht, wobei östlich dieser Linie die Serndichte geringer ist und dem Haufen fast schon eine dreieckige Form verleiht.
Westlich davon entdecke ich im 2ten Anlauf NGC 1491 (GN) Per ; bei 150x erscheint es so, als ob ein Stern eine dreieckige Schleppe hinter sich her zieht. Der Einsatz eines UHC-Filters (Ich habe leider keinen anderen 2 Zoll Filter !) bringt keine Verbesserung..
Der Nebel rückt näher und ich husche nochmal über gute Bekannte: M36/38 im Fuhrmann, den Orion-Nebel, Jupiter; M35 und NGC 2158 in den Zwillingen und als Rausschmeisser Mars im Löwen.
Das Teleskop hat zum Schluss eine Reifschicht (ich wahrscheinlich auch..) und so kann ich es kaum glauben, dass der Temperaturfühler vom Auto „nur“ -2° anzeigt. Also ich hatte den Eindruck Sibirien liegt gleich um's Eck; gelohnt hat sich die Nacht aber allemal.....
CS
Andi
Ort: Nähe Holzkirchen
Zeit: 22.00 – 2.00 Uhr
Gerät: 8 Zoll Dobson
fst: 6,0 (And)
Nach dem gemütlichen Aufbau peile ich als erstes den Polarstern an; auweia der ist ja nur „pflaaaatsch“ ! Nachdem ich den Stern extrafokal eingestellt hatte wird schnell klar warum: Um den Spiegel herum wabern die Luftschichten. Also flugs den Lüfter angeschraubt um den Spiegel zu akklimatisieren.
Derweil prüfe ich die Himmelsqualität in der zenitnahen Andromeda: 6,0 mag , und auch Sirius flackert auffallend gelassen; die Zeichen stehen also gut....
alpha UMI (DS) „Polarstern“ ich habe mal gehört, es handelt sich um einen Doppelstern; und was für einer, vor allem den krassen Helligkeitsunterschied finde ich beeindruckend. Als Phasenwinkel hätte ich mal 200° geschätzt.
Ein Schwenk in Richtung Andromeda bringt ein weiteres DS-Juwel:
gamma And (DS) „Almaak“, bei 100X fach gut zu trennen; unter einem PW von 90° trifft man hier auf ein rötlich / blaues Paar (der Albireo des Herbstes ?!) Eigentlich handelt es sich um ein 3fach System. Ich hab aber nur 2 erwischt, egal, ich schaue sowiso nochmal vorbei....
in Richtung des Dreiecks kann ich visuell 56 And (DS) ausmachen. Ein weites Paar dessen Trennung bei 30X problemlos gelingt. Beide erscheinen rötlich – weiß und beide sind m.E. gleich hell. Das bedeutet entweder einen PW von 290 oder 110° . Ich habe die Literatur bemüht (double stars von Sissy Haas) der PW lautet 299°!
Beim Aufsuchen von 56 And hat er sich schon ins Okular gemogelt...
NGC 752 (OH) And ; bei 30x Vergrößerung zeigen sich rd. 50 – 70 Sterne in lockerer Verteilung mit weitgehend homogener Helligkeitsverteilung. Lediglich am Ostrand findet man etwas hellere Mitglieder. In der NO-Ecke erscheinen sie etwas konzentrierter, dort kann ich auch 2 U-förmige Sternketten erkennen.
Sollten die rd. 20 Sterne die sich im Westen „blasenförmig“ anordnen auch noch dazu gehören, so würde ich dem OH eine ovale Form bescheinigen.
Auf der Suche nach weiteren Objekten lasse ich den Blick schweifen: M 31kann ich freiäugig erkennen, ebenso „hatschi“ Persei; Moment mal..der Perseus ist doch auch einen Besuch wert:
Ausgehend von alpha Per peile ich horizontal bis ich über NGC 1245 (OH) stolpere
Im Sucherokular zeigt sich ein nebliges Fleckchen. Bei 100x ist der Anblick m.E. am besten. Eine weitere Vergrößerung geht auf Kosten des nebligen Eindrucks. Etwa 30 Mitglieder sind gut erkennbar; den Innenbereich kann ich nicht weiter auflösen, aber die Gesamtanzahl müsste > 100 Sterne sein. Der Haufen macht einen komprimierten Eindruck und weist eine ovale Form auf. Die Helligkeitsverteilung der „aufgelösten“ Sterne ist nahezu identisch.
Für den nächsten Kandidaten steht das Teleskop völlig aufrecht (sehr Rücken schonend ) aber zum Wedeln im Zenit einen blöde Bewegung; und so sause ich erst mal in M34 hinein. Ein netter Anblick, aber da wollte ich ja nicht hin. Nach ein paar Korrekturen lande ich bei NGC 1023 (GLX) Per ; bei 100x präsentiert sich ein heller Kernbereich umgeben von einem zarten Halo. Mit indirektem Sehen würde ich ihr eine elliptische Form bescheinigen. Und dass sind dann auch schon alle Details für mein Equipment; liegt wohl auch an der Entfernung, die laut Karkoschka bei 45 Mio. Lichtjahren liegt.
Ein bellender Fuchs verteidigt am Waldrand sein Revier und lenkt meinen Blick in nördliche Himmelsrichtung; der Wettergott schiebt Nebel oder Wolken heran...
Zum Glück bilden die Sterne mü und ypsilon Per mit 2 weiteren einen Halbkreis, die gute Ausgangspunkte für die nächsten Objekte sind
NGC 1528 (OH) Per Hier tummeln sich bei 60facher Vergrößerung rd. 50 Sterne in lockerer Anordnung, Im Ost Bereich liegt eine Konzentration vor, wobei sich die Sterne in Form 2er Rechtecke anordnen. Ein weiterer Hingucker ist eine Sternkette die sich von S nach O halbkreisförmig hinzieht, wobei östlich dieser Linie die Serndichte geringer ist und dem Haufen fast schon eine dreieckige Form verleiht.
Westlich davon entdecke ich im 2ten Anlauf NGC 1491 (GN) Per ; bei 150x erscheint es so, als ob ein Stern eine dreieckige Schleppe hinter sich her zieht. Der Einsatz eines UHC-Filters (Ich habe leider keinen anderen 2 Zoll Filter !) bringt keine Verbesserung..
Der Nebel rückt näher und ich husche nochmal über gute Bekannte: M36/38 im Fuhrmann, den Orion-Nebel, Jupiter; M35 und NGC 2158 in den Zwillingen und als Rausschmeisser Mars im Löwen.
Das Teleskop hat zum Schluss eine Reifschicht (ich wahrscheinlich auch..) und so kann ich es kaum glauben, dass der Temperaturfühler vom Auto „nur“ -2° anzeigt. Also ich hatte den Eindruck Sibirien liegt gleich um's Eck; gelohnt hat sich die Nacht aber allemal.....
CS
Andi