Jet und junger Mond

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herwig

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Hallo Astrofreunde,

Nach langer Durststrecke hat das Wetter heute Mitleid gehabt und die Sicht auf den jungen Mond freigegeben. An hohe Vergrößerungen war nicht zu denken ( Föhn ), aber immerhin wurde der Mond durch einen Jet verziert. War noch bei Tageslicht...
Ein Einzelbild in Originalgröße .
Link zur Grafik: http://members.aon.at/sulzbacher/jetmond.jpg

Ich habe es leider nicht geschafft, einen link zum video ( massiv komprimiert ) zu setzen. ?)

Vielleicht gefällt es euch auch ohne video.

cs herwig
 
Hallo Herwig,

ein schönes Bild! Das Foto wirkt sehr dreidimensional, gefällt mir gut :super:

Viele Grüße & CS,

Maciek
 
Hallo Herwig,

das Bild gefällt mir auch sehr gut. Könntest Du mal bitte schreiben mit welcher Optik Du das gemacht hast...?

Gruß & CS

Obi
 
Vielen Dank für euer Interesse und eure netten Kommentare,

Optik war mein kleiner Apo mit Astreya 75/450 Optik, aufgenommen wurde ein Avi focal mit der Opticstar PL130m, mit der ich alle meine Mondaufnahmen mache, nur die Optik wechselt ( meist C11 ). Das Bild ist ein unbearbeitetes Einzelbild aus dem avi.

cs herwig
 
animation

Hallo,
Jetzt habe ich es endlich geschafft, den Glückstreffer auch als animiertes GIF zuzeigen. Natürlich massivst komprimiert.

Link zur Grafik: http://members.aon.at/sulzbacher/jetmond.gif

Ich denke, das Wandern des Kondensstreifens müsste mit der Erddrehung und der Parallaxe durch die Höhe des Fliegers zu tun haben... ?)
Für reinen Windeffekt ist zu wenig Deformation zu sehen.

cs herwig

 
Re: animation

Hallo Herwig,

trotz Komprimierung ist in der Animation noch genug zu erkennen. (Und plastisch wirkt es auch noch immer)
Mir gefällt es sehr gut! :super:
 
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Re: animation

Hallo Ekkehard,

Danke für dein Interesse.
Plastisch war irgendwie ein Reizwort und ich habe versucht, ein Schielstereo daraus zu basteln, hat aber leider nicht funktioniert, die Positionsänderung war zu groß, bzw meine framerate zu gering.

cs Herwig
 
Re: animation

Zitat von herwig:
Ich denke, das Wandern des Kondensstreifens müsste mit der Erddrehung und der Parallaxe durch die Höhe des Fliegers zu tun haben... ?)
Für reinen Windeffekt ist zu wenig Deformation zu sehen.

Hi Herwig,

es hat in der Tat mehr mit dem Wind zu tun. Die nach rechts laufende Zerfaserung gibt einen deutlichen Hinweis darauf.
Dass die Deformation nicht stärker ausgefallen ist, hängt damit zusammen, dass die Luftströmung laminar und nicht turbulent ist.

CS
Chris
 
Re: animation

Hallo Chris,
wäre eine interessante Aufgabe für Mathematiker.
Nachgeführtes Teleskop auf tiefstehenden Mond mit Flugzeug in wahrscheinlich 10 km Höhe...

vielleicht ist jemandem langweilig. :)

cs Herwig
 
Re: animation

Eine grobe Messung am Bildschirm mit dem Linear sagt mir, dass die seitliche Versetzung des Kondensstreifens nur etwa 6x langsamer war als die Geschwindigkeit des Flugzeugs. Das deutet auf einen Seitenwind von rund 150 km/h hin.

Das Flugzeug flog etwa in südwestlicher Richtung, der Wind kam somit grob aus Südost. Ob Föhn in einer Höhe von 10 km noch so stark weht?

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: animation

Hallo Jan,

In tendiere doch eher zur Erdrotation, da sich sozusagen das Teleskop unter dem Jet wegdreht und der Winkel Teleskop- jet-Mond größer werden müsste.
Ich habe ein Summenbild zentriert auf den Mond gemacht. Es verschiebt sich nicht nur der kondensstreifen sondern insgesamt die Linie Jet-Kondensstreifen. Also müsste eigentlich dann auch der Jet vom Wind verblasen sein...

Link zur Grafik: http://members.aon.at/sulzbacher/jet2a.jpg

cs Herwig
 
Re: animation

Hallo Herwig,

das Summenbild ist in der Tat recht instruktiv. An der Bewegung des Kondenssstreifens hatte ich auch schon bemerkt, dass diese nicht genau im rechten Winkel zum Flugzeugkurs verläuft. Der Wind kam demnach vom Flugzeug aus gesehen ein wenig von vorne.

Die Erddrehung halte ich aber in diesem Zusammenhang für vernachlässigbar. Denn die Auswirkung der Erddrehung lässt sich an der Verschiebung des Mondes messen, und es dauert doch ca. zwei Minuten, bis der Mond sich um einen Durchmesser bewegt, also ein Vielfaches der von Deinem Video erfassten Zeit.

Gruß, Jan
 
Re: animation

Hallo watkin,

an den Jetstream hatte ich auch zuerst gedacht, der sollte aber in unseren Breiten eher aus westlichen Richtungen wehen. Deshalb war ich dann dem Hinweis auf die am Tage der Aufnahme vorherrschende Föhnwetterlage gefolgt. Man könnte natürlich einfach mal die Höhenwetterkarte vom gleichen Tage heraussuchen ...

Gruß, Jan
 
Re: animation

Hallo Herwig!

Interessante Bilder!

Wenn der Flieger einen vollen 90 Grad Crosswind von links hat, driften Flieger und Kondensstreifen zusammen völlig gleichmäßig mit der vollen Crosswind-Komponente nach rechts, der Kondensstreifen würde immer exakt mittig hinter dem Flieger bleiben. Der Flieger wird dabei von der Kurslinie vom Wind nach rechst abgetrieben.

Will der Pilot die Abdrift durch den linken Seitenwind vermeiden, so steuert er leicht nach links gegen den Wind. Der Flieger bleibt dann auf der vorgesehenen Kurslinie, während die Kondenssteifen nach wie vor vom Wind nach rechts abgetrieben werden. Das führt dann zu dem "Dreieck" im Bild, auf dessen unterer (linker) Seite sich der Flieger bewegt hat.

Die Abdrift durch den Wind regelt das "Winddreieck", das jeder Pilot beherrschen sollte. Es besteht aus drei Vektoren, dem Windvektor und den boden- und luftbezogenen Vektoren der Flugzeugbewegung. Der Winkel zwischen den Letztgenannten ist der Vorhaltewinkel (WCA), der sich wohl an der Spitze des Kondensstreifendreiecks im Summenbild abschätzen lässt. Zur Berechnung des Winddreiecks benötigt man dann aber noch zwei weitere Angaben wie zum Beispiel Geschwindigkeit des Fliegers gegen die umgebende Luft (TAS), Geschwindigkeit des Fliegers über Grund (GS), Windgeschwindigkeit (WV).......:schwitz::schwitz:

Gruß, Peter

P.S.: Zum Glück berechnet das heutzutage Alles der Bordcomputer (FMGC), früher gab es dafür noch spezielle Rechenschieber mit Drehrädern. Den Rest machen dann Autopilot und FADEC (Full Authority Digital Engine Control), während sich der Pilot die Sonne auf den Pelz scheinen lässt.....
 
Re: animation

Hallo Leute,

Klasse Bild!

würde gerne mal versierte Informationen aus der Praxis hinzufügen ;-).

Wie schon Peter sagte, es handelt sich nur um den Einfluss des Windes!

Zunächst ein paar Fakten:

  • Ein Linienflugzeug folgt fast immer einem festen Kurs über Grund, außer es hält lediglich ein Heading (Azimut). - Der Wind ist (gemäß Einstein ;-) ) relativ: Es handelt sich um ein Luftvolumen, dass sich als ganzes bewegt (mit einigen wenigen Geschwindigkeitsgradienten, die dann aber immer Turbulenz beim Fliegen bedeuten). Das bedeutet: Für das Luftvolumen ist es unerheblich, ob es sich bewegt, oder ruht.
  • In einem Luftvolumen, dass frei von Turbulenz (Verwirbelung) sich als Ganzes mit einer Geschwindigkeit von X km/h bewegt, ist ein Kondensstreifen immer unverzerrt, egal ob X=5 km/h oder X=500 km/h
  • Ein Flugzeug, dass in einem Luftvolumen fliegt, welches sich selbst bewegt, merkt von dem Wind an sich erstmal gar nichts. Einzig die Bewegung über Grund wird davon beeinflusst, aber aerodynamisch ist es dem Flugzeug egal, ob der Wind still ist oder mit 1000 km/h bläst. Hätte man im Flugzeug einen Rückspiegel, und würde genau nach hinten (entlang der Flugzeugachse, nicht entlang der Kurslinie über Grund) schauen, würde der Kondensstreifen genau gerade hinter dem Flugzeug verlaufen (sofern die Luft nicht sonderlich verwirbelt ist)
  • Bei Seitenwind kommt die Anströmung der Luft auf das Flugzeug trotzdem genau von vorne, das Flugzeug fliegt nicht "schief" oder wird von der Seite angeblasen. Um aber auf der Kurslinie über Grund zu bleiben, muss man den Kurs (Azimut) so korrigieren, dass man die Drift über Grund ausgleicht. Trotzdem kommt dann die Luft von genau vorne...


Zu deinem Bild ein Gleichnis:
Du stehst am Ufer eines langsamen Flusses und möchtest auf die andere Seite schwimmen. Da du aber genau auf der gegenüberliegenden Seite ankommen willst und nicht einige hundert Meter weiter flussabwärts, musst du wohl deine Schwimmrichtung bezogen zum Wasser etwas aufwärts korrigieren.
Trotzdem schwimmst du immer genau gegen das Wasser, es kommt nicht von der Seite, sondern aus deiner subjektiven Sicht genau von vorne.
Da du aber ein Vektordreieck aus Geschwindigkeiten bildest (deine subjektive Vorwärtsgeschwindigkeit wird zerlegt in die Geschwindigkeit in Richtung des anderen Ufers und in die Geschwindigkeit genau im Betrag der Flussgeschwindigkeit, aber in entgegengesetzter Richtung, um das Abdriften zu verhindern).

Hast du nun einen Farbbeutel am Körper, wird die Farbe hinter dir zurückbleiben, und zwar exakt hinter dir, nicht schief sondern von dir aus gesehen genau gerade.

Was sieht nun ein Beobachter am festen Ufer (im Falle des Fotos: am Boden mit Kamera)?
Er sieht, dass du auf einer geraden Linie senkrecht zum Fluss ans andere Ufer schwimmst, während dein Farbbeutelstreifen abgedriftet wird.
Der Beobachter sieht aber auch, dass der Farbstreifen immer genau "hinter" dir ist, da du dich zwar senkrecht zum Ufer bewegst, aber eigentlich dabei etwas flussaufwärts schaust.
Da der Fluss ruhig fliesst, wird deine Farbspur auch nicht "zerfasert", sondern löst sich gleichmäßig auf.

Genau das sieht man auf dem Foto:
Das Flugzeug fliegt auf einer festen Gerade, die auch zum Mond fix ist.
Das es etwas nach links zeigt (von der Kurslinie aus) gleicht es die Abdrift durch den Backbordwind aus.
Sein Kondensstreifen wird dabei mit dem Wind aber immer parallel zur Flugzeugachse verschoben.
Also: Nur der Wind.


Anbei mal ein Bild vom 21.01.2007 auf dem Weg nach Wien in einer Höhe von etwa 9600 Meter.
Der Wind bließ mit 258 km/h (139 Knoten) absolut ruhig und ohne Wirbel (Turbulenz) aus Westen.
Anhand des Pfeiles kann man die Windrichtung erkennen.
Übrigens: Die kleine gelbe senkrechte Linie auf der Kursrose ist das anliegende Azimut (etwa 097°) (und somit die Richtung aus der die Luft dem Flugzeug entgegenströmt), während die lange grüne Linie mit der Raute am Ende den Kurs über Grund angibt (etwa 093°). Sorry, das Bild stammt vom Handy und ist ziemlich überbelichtet...
Das heisst für einen Beobachter am Boden sah es so aus, als ob wir schräg flogen (und zwar mit der Nase 4° nach rechts) und der Kondensstreifen wurde nach "links vorne" also nach Ost-Nordost verdriftet.



Beste Grüße,

Michael
 

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Re: animation

Hallo Michael, hallo Peter

Danke für die Mühe und kompetenten Kommentare!
Ein bisschen Rotation muss allerdings trotzdem dabei sein, wenn man die Bewegung des Horizontes bei laufender Nachführung verfolgt. Um es ganz auf die Spitze zu treiben wäre noch die Windrichtung und Stärke zum damaligen Zeitpunkt über Linz interssant.

Danke fürs Erklären!

cs Herwig
 
Re: animation

Hallo Herwig,

die Erdrotation ist da nicht sichtbar. Sie macht pro Zeitsekunde nur 15 Winkelsekunden aus. Der ganze Vorgang dauerte nur 2 bis 3 Sekunden. Da sieht man bei der gegebenen Vergrößerung praktisch nichts.

Gruß

Kurt
 
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