Jupiter 07.09.2021 - Asi120mc vs. Asi120mm mit Farbfiltern

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komposer

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Hallo,

mit meinem 12" F5 Dobson, Baader Q-Turret Barlow und Asi120mc/mm mit Farbfiltern habe ich wieder viele Avis gesammelt.
Filter: TS47&RG610 = IR-Pass für Rotkanal, Baader Grünfilter = Grünkanal, TS47&IR-Cut = Blaukanal

Mein Workflow für 2 mögliche Endergebnisse:
- IR / Grün / Farbaufnahme Asi120mc / Grün / IR / Blau zu Testzwecken

Ich arbeite ja manuell ohne Filterrad (zu wenig Backfokus), also immer wieder rein- und rausschrauben der Filter.
Mit der Abfolge liege ich zeitlich noch eng beieinander, so dass die Derotation mit Winjupos nicht zu Randartefakten führt.

Die Farbaufnahme liegt in der Mitte, so kann ich die für beide Mono Sessions verwenden kann.
Derotiert wird immer auf die bessere IR Aufnahme.

Nun habe ich die Farbaufnahme in die 3 Kanäle zerlegt und mit den Mono Aufnahmen verglichen.
Hier eine Übersicht, alle Summenbilder habe ich vorab seperat in fitswork bearbeitet:
jupiter-test-070921c.jpg


Wie zu erwarten war, liefert die Mono Kamera mit den Farbfiltern etwas bessere Ergebnisse. Ich habe keinen RGB Filtersatz, daher muss ich die Farbaufnahme mit der vorhandenen Asi120mc machen.
Ein RGB nur aus den Filteraufnahmen führt zu deutlichen Farbverfälschungen.
Beim Blaukanal hätte ich auch noch einen 80a Blaufilter zur Verfügung. Beim Mars leistete der TS47 aber schon gute Arbeit, so dass ich mich diesmal für diesen entschieden habe.
Die Bänder sind dadurch natürlich nochmal kräftiger, die Belichtungszeit allerdings höher.

Auffällig ist natürlich das viel bessere IR Bild. Grün und Blau fallen deutlich ab. Daher ist ein passender Kompromiss für die Luminanz angesagt ohne zu blasse Bänder zu erhalten.

An den rechten Endergebnissen sieht man sehr gut die Unterschiede.
Verwende ich alle 3 Kanäle für die Luminanz (mitte rechts) ist die Farbgebung dem original Farbbild der Asi120mc (oben rechts) sehr ähnlich aber mit besserer Qualität.

Addiere ich für die Luminanz nur IR und Grün sind die Bänder etwas blasser und heller rot aber bei weitem nicht so extrem wie bei einem IR-RGB.
Das Bild ist aber deutlich schärfer und zeigt mehr Strukturen. Für mich ein recht guter Kompromiss.

Also habe ich mich wieder für das IR/G-RGB entschieden und noch etwas nachbearbeitet:
Jup_070921_235405p120a.jpg


Auffällig ist ja der deutlich schlechtere Grün/Blaukanal. Bisher dachte ich, dass liegt an der größeren Seeinganfälligkeit bei den kürzeren Wellenlängen. Inzwischen bin ich da aber unsicher.
Wie viel Anteil könnte da wohl die atmosphärische Dispersion haben ?
Zur Zeit habe ich noch keinen ADC aber vielleicht bietet sich da bald die Gelegenheit das zu testen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger, vielen Dank für diesen Beitrag. Ich finde es extrem interessant, solchen Betrachtungen zu folgen. Du zeigt nicht nur fantastische Ergebnisse, sondern gewährst auch tiefe Einblicke in Deinen Workflow. Und dass Du nicht immer sofort zu Highend Zubehör greifst und trotzdem geniale Bilder erhältst, macht noch mehr Mut aus dem eigenen Equipment das maximale herauszuholen.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo,

hier 2 Bilder als Animation im Wechsel um zu zeigen wie extrem die Farbunterschiede beim GrF sind:
Jup_130921_231249p120vergleich.gif


Und hier die 3 derotierten Luminanz-Ausgangsbilder:
Jup_130921_231249p150-swpics.gif


IR wieder am schärfsten, grün mittel und blau / violett am schwächsten, allerdings die kräftigsten Bänder.
Tja, was spielt da jetzt mehr eine Rolle, Seeing oder atmosphärische Dispersion ?

Gruß,
Holger
 
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