Jupiter 09.03.2026

Quanten

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Hallo zusammen
Komme gerade von einer sehr schönen Jupiter Beobachtung.
Bei Vergrößerungen von 250-450x gab es gerade einiges zu sehen.

Zuerst der Kamin welcher sich in ein farblich zweigeteiltes SEB auflöst.
Das STB fast dunkelbraun und vor dem GRF abgeschnitten.
Dann den GRF in zwei unterschiedlich hellen orange Farben und weiß umrandet.
Gefolgt von einer langen weißlichen Verwirbelung mit feinen Strukturen.
Im NEB zwei bläuliche Einbuchtungen.
Die SPR und NPR in beige mit immer wieder aufblitzenden feinen Bändern.
Das interessanteste hier fand ich die weißlichen Verwirbelungen welche der GRF nach sich zog.

Dann ging es weiter mit einem weiteren Highlight dem Jupitermond Kallisto, welcher sich als schönes dunkel grau-blaues Scheibchen zeigte und gegen 21:25 Uhr in Jupiters Schatten verschwand.

Dann habe ich noch die Io-Bedeckung angesehen und wieder abgebaut.
LG
 
Hallo Quanten,

kann deine Beobachtungen nur bestätigen. :y: Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich ebenfalls an dieser Stelle etwas ausführlicher berichte…

Auch hier im SW hatten wir nicht nur gestern recht gute Bedingungen für die Jupiterbeobachtung. Dann natürlich die Highlights am fortgeschrittenen Abend: GRF-Transit, Kallistoverfinsterung und Io-Bedeckung…alles innerhalb weniger Minuten. Das hat man nicht alle Tage und schon gar nicht bei diesen Seeingbedingungen.

Geschaut habe ich gestern mit Bino bei anfänglich ca. 205x und dann bis ca. 370x mit dem 9er Refraktor. Das Seeing war bis unmittelbar vor der Verfinsterung am besten. Das Io-Scheibchen stand so gut wie still, fast gar keine Bewegung mehr. Genau zu Verfinsterungsbeginn gegen ca. 21:11 zogen Wolken über die Planetenscheibe. Gottseidank nur kurzzeitig, so daß man sehr schön die Änderung der Phase von Kallisto beobachten konnte. Nach wenigen Minuten sah man deutlich wie er quasi von „innen“ nach außen in den Schatten von Jupiter wanderte und er nach einigen Minuten später einen „Halbkallisto“ offenbarte.

Gleichzeitig wanderte der GRF immer weiter Richtung Rand und zeigte wunderbar die zahlreichen Verwirbelungen im Gefolge und feinste Bandstrukturen in Polnähe.

Es sei noch am Rande erwähnt, dass auch noch Beobachtungen von mehreren „Standardobjekten“ vor der Kallistoverfinsterung gemacht wurden: M42, M35, M37, M38, M41. Alle ebenfalls mit Bino bei ca. 64x. Die Sterne standen streckenweise so still, dass man eher an ein Gemälde dachte. Ungemein ästhetische Anblicke, die ich trotz aufgehelltem städtischen Himmel nicht missen möchte. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

auch hier in Vorarlberg war das Seeing über weite Teile des Abends sehr gut. Ich bin immer wieder hinaus zu meinem 350mm f/12,6 Tetra-Schiefspiegler. Das Instrument wurde vor einigen Tagen nach langer Bauzeit fertig und wird nun auf Herz und Nieren getestet, bevor es wieder auseinandergenommen und lackiert wird.

Jupiter war grandios. Zahllose Details sichtbar. Besonders beeindruckend der Transit des GRF mit der Wirbelschleppe, und die, im Vergleich mit kleineren Instrumenten, viel satteren und deutlich abgestuften Farben.

Leider hatte ich die Kallisto-Verfinsterung nicht auf dem Schirm. Vom Seeing und der Auflösung her wäre sicher einiges möglich gewesen.

Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo Guntram,

Jupiter war grandios. Zahllose Details sichtbar. Besonders beeindruckend der Transit des GRF mit der Wirbelschleppe, und die, im Vergleich mit kleineren Instrumenten, viel satteren und deutlich abgestuften Farben.

Leider hatte ich die Kallisto-Verfinsterung nicht auf dem Schirm. Vom Seeing und der Auflösung her wäre sicher einiges möglich gewesen.

Ja, im 18er vor mehreren Tagen waren die Farben bei ca. gleicher Vergrößerung natürlich etwas „knalliger“ und die Auflösung erreiche ich mit 9 Zoll natürlich ebenfalls nicht ganz. Jedoch war der Unterschied in der Helligkeit geringer als normalerweise, da am Abend mit der Dobsonbeobachtung der Himmel stärker staubgetrübt war als gestern. Außerdem ist der Anblick mit quasi nachtschwarzem Himmel direkt im Übergang von der Planetenscheibe nur obstruktionslos ohne Spinne zu genießen. Das wird bei deinem Schiefspiegler nicht anders sein. ;)

Ja schade, dass du Verfinsterung verpasst hast. Deutlich sichtbare Phasenunterschiede in der Ausprägung der Mondscheibe sieht man nur selten so gut.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Quanten.

Es ist eine Vier- Spiegel- Variante, die ich aus einem zu Grunde liegenden Entwurf von Michael Brunn abgeleitet habe. Ein Bildfeld von 0,5° / 38,5mm Durchmesser ist beugungsbegrenzt, und frei von Vignettierung. Das mit 2 Zoll Okuaren erreichbare Feld ist ohne nennenswerte Einschränkung nutzbar. In der Bildmitte erreicht der Strehlwert des Entwurfes 99%. Der Hauptspiegel ist nicht ganz parabolisch, sondern elliptisch deformiert, wie beim Dall-Kirkham. Alle anderen Spiegel sind einfache Sphären. Die Bildfelneigung ist korrigiert. Das Instrument hat die übliche astronomische Bildorientierung.
Die optische Baulänge liegt bei 1870mm, und ist damit um etwa 1150mm kürzer als der klassische katadioptrische Kutter.

Die Optik und auch der mechanische Aufbau sind kompletter Selbstbau. Ich hatte überlegt, einen Dall- Kirkham dieser Größe anzugehen, so wie sie von Takahashi unter der Bezeichnung Mewlon angeboten werden. Der Tetra war aber optisch einfacher zu realisieren, und hat bei vergleichbarer Lichtstärke die bessere Bildqualität.
Das Instrument ist natürlich wesentlich länger und voluminöser.

Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo Jochen.

So schaut er momentan aus. Auf die großen Lüftungsschlitze kommen außen noch verschließbare Klappen. 3 Zoll Auszug, mit Bino. Die Dobson-Montierung ist eine provisorische Lösung zu Testzwecken; am endgültigen Aufstellunsort kommt eine wesentlich stabilere Konstruktion auf einer EQ Plattform zum Einsatz.

20260310_120529_5.jpg


Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo Guntram,

Hut ab, so etwas sieht man nicht alle Tage. :y: Darf ich fragen, was der optische „Tubus“ ohne Rockerbox ca. wiegt?

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner.

Abgewogen habe ich ihn noch nicht. Er ist aber leichter, als man im ersten Moment meinen könnte. Denn es wurde, so wie bei seinem kleineren Bruder mit 200mm Öffnung, leichtes Pappelsperrholz von 6mm Dicke für die Beplankung verwendet. Die eigentliche Tragstruktur sind Spanten aus Sperrholz, die mit Kiefernholzleisten verbunden sind. Der 200er wurde 2008 fertig, und er hat schon unzählige feuchte Beobachtungsnächte ohne Schäden überstanden. Deshalb habe ich wieder zu diesem bewährten Material gegriffen. Wichtig ist natürlich eine gute Lackierung. Das Gewicht des Tubus des 200ers beträgt inklusive Sucher, Motorfokus, Okular und Montagerahmen mit Höhenrädern 18,8kg.
Der HS ist 25mm dünn, aus Borofloat, bezogen von Stathis, genauso wie die anderen drei Spiegel. 18 Punkt Auflage. Der kleinste Spiegel hat nur noch 130mm Durchmesser.
Da das Instrument ohnehin nur stationär verwendet wird, spielt das Gewicht keine große Rolle. Übrigens ist Falschlicht über ein Feld von etwa 50mm Durchmesser komplett ausgeblendet. Da leuchtet nichts am Sekundärspiegel vorbei ins Gesichtsfeld.

Ich werde später, wenn das Instrument fertig ist, noch einmal etwas darüber schreiben.


Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo Guntram
Mega cool, auch gleich mit Lüfter, da hast du dir richtig Gedanken gemacht über das ultimative Planetenteleskop, auch die Öffnung von 14" wird gerne als Sweet Spot angesehen.
und die, im Vergleich mit kleineren Instrumenten, viel satteren und deutlich abgestuften Farben.
Das wird noch besser mit einem ADC, gerade Jupiter ist in seinem Farbenspiel einmalig.
LG
 
Hallo Quanten.

Der ADC war noch gar nicht im Einsatz.
Der Sprung von 200mm auf 350mm war deutlich. Die viele Arbeit hat sich wenigstens am Okular gelohnt!

Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo Guntram
Hier vielleicht eine Idee für eine ATM Nachführung?
Die Skywatcher P400 AZ-GOTO Rockerbox.
Leider hat TA kein aktuelles Bild auf ihrer Homepage, auf den Fotos ist noch die alte Rockerbox zu sehen.
Die Aktuellen haben Rutschkupplungen welche man Werkzeuglos von Hand einstellen kann, WIFI, Doppel Encoder usw. eigentlich alles was eine moderne Montierung haben sollte.
So sehen die neueren aus.
Da müsste man vielleicht nur die Seitenteile verlängern?
Der Einblick würde sich für deinen Tera nur in der Vertikalen ändern und die AZ Montierung ist sehr stabil.
Die Handhabung und Bedienung wäre durch die Handsteuerbox deutlich komfortabler als bei einer EQ-Plattform.
Bei der AZ-Bodenplatte kann man links und rechts noch gut etwas abscheiden, dann passt sie auch im aufgebauten Zustand noch durch eine Standard Balkontür.
LG
 
Hallo Quanten.

Vielen Dank für den Tip! Ich werde ihn beim Abwägen der Möglichkeiten berücksichtigen.
Ich arbeite mit dem 200er Tetra, der vom Entwurf her sehr ähnlich dem 350er ist, mit einer EQ Plattform und komme damit gut zurecht. Der 350er ist aber schon eine andere Kategorie. Ich müsste mich um die genauen Maße kümmern, und das Ganze auch einmal "in Natura" ansehen.

Ich komme gerade von einer Jupiter- und Doppelsternbeobachtung mit dem 200er herein. Das Seeing war ausgezeichnet, ein schöner Abend.
Aber leider mit einem bitteren Beigeschmack.
Es hat sich herausgestellt, dass eine leichte Trübung, die ich auf verschmutzte Okulare bzw Bino-Ansatz zurückgeführt habe, leider zweifelsfrei in meinem rechten Auge lokalisiert ist. Es ist mein Beobachtungsauge. Es ist nicht völlig dramatisch, stört aber bei der Beobachtung hellerer Sterne und auch Planeten doch merklich.

Nun, man wird nicht jünger.

Vielen Dank,
Guntram
 
Hallo zusammen,
ein hochinteressantes Gerät!
@ Quanten, du schriebst:

"Die Handhabung und Bedienung wäre durch die Handsteuerbox deutlich komfortabler als bei einer EQ-Plattform."
Einspruch😉

Ich vermute ich habe mit der TEPP Montierung die komfortablere Handsteuerbox am Markt:
20260312_181909.jpg

Kein Kabel, da Funkverbindung, mit einer Hand in 2 Achsen steuerbar, ergonomisch geformt, passt samt Hand in die Jackentasche wenn es kalt ist.
Da kein Metall sondern Kunststoff auch angenehm warm in kalten Nächten. Besser geht es kaum.
CS Mike
 
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