Jupiter 17.7.19

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliger Benutzer (6068)
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Freunde,

wer das liest sollte sehen, dass er mit einem Fernrohr heute noch vor die Tür kommt.
auf die Schnelle!
Ich habe mit dem 8" f/5 vom Balkon aus sehr gutes Seeing, der Binoansatz mit der Düring Barlow ist im Eiinsatz.
Vor 29 Minuten hat sich ein Mond rechts unten vor den Planeten geschoben und der GRF ist sehr deutlich, rötlich zu sehen, ebenso wie Strukturen in Bändern und Zonen.

Wer kann sollte ran.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

ja ich komme gerade frustriert rein. Plötzlicher Wolkenaufzug, war so nicht vorhergesagt. Ich habe zum Glück noch eine Serie Avis aufnehmen können.
Aber dennoch, ich hatte mich so auf den Ganymed Durchgang gefreut und dann das, echt ärgerlich.

Gruß,
Holger
 
Hallo Günther,

Mist, an Planeten habe ich dieses Jahr gar nicht mehr gedacht. Die hatte ich aufgegeben, da die so tief stehen. Ich bin ja nicht so weit von Dir weg. Da hätte ich wahrscheinlich auch gestern das tolle Seeing mit Jupiter gehabt, wenn ich aufgebaut hätte.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo zusammen,


brauchbares Seeing und dann bei so einem Ereignis noch unvorhergesehene Wolken, das ist doppeltes Pech Holger, sehr schade drum Deine Bilder hätte ich, in Erwartung guter Qualität (wie immer), gerne gesehen.
Man kann bei so tiefem Stand wirklich 90% der Nächte abhaken, da hast du schon recht Heiko, aber bei mir ist der Aufwand mit wenig mehr als 5 Minuten Rüstzeit bis zur Beobachtung auf dem Balkon halt so gering, dass mich vertane Zeit nicht ärgern oder belasten muss, wenn es nichts wird.
Der Lüfter wird sofort in Betrieb genommen und ein schneller Kontrollblick zeigt dann schon, ob es was werden könnte oder nicht. Wenn der dann 20 Minuten gelaufen hat und/oder in etwa der Höchststand des Planeten im Süden erreicht ist, kann es zwar immer noh sein, dass das Seeing wieder schlechter geworden ist, aber naja, es passt oft genug, um den geringen Aufwand zu lohnen.
Oft genug war in diesem Jahr bislang.........zwei bis drei Mal:oops: und nur gestern so gut, dass ich mal Alarm geschlagen habe.
Trotzdem, aufgeben ist unter meinen Umständen keine Option, eher kommt dann, wenn es passt, der Gedanke auf, was wohl drin gewesen wäre, wenn ich mich anstatt auf den seeingtechnisch immer problematischen Balkon auf die deutlich günstigere Wiese begeben hätte.

Egal, gestern war es wirklich recht gut, für den Balkon sehr gut und obwohl es später etwas schlechter wurde reichte es noch für einen feinen Saturn mit Bauchbinde und der Cassini-Teilung in den Ansen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Günther,

ganz so gut war das Seeing bei mir nicht. Das Livebild zeigte doch recht unruhige Bedingungen allerdings hatte ich ja leider keine Chance auf mehr Aufnahmen, denn meist kommen bessere Momente im Laufe der Zeit.
Hier dennoch das fertige IR/G-RGB Bild:
jupiter_170719_203844.jpg

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

wenn es der 8er oder 12er Newton war, dann hast du das Bild gedreht.

Trotzdem eignet es sich für eine kleine Gegenüberstellung, was visuell vom Balkon aus in den besten Momenten mit dem 8" f/5 drin war.

Die Farben deutlich blasser, dennoch das NEB mit gezackten Rändern kräftiger dunkelbraun als als das mittelbraun bis gräuliche SEB und der Zwischenraum, also die oft deutlich hellere EZ, eher in zarterem Braun. Der große rote Fleck deutlich orrangebraun abgesetzt steht mit der Hälfte des Durchmessers nach oben (Süden) aus dem SEB heraus,in die beigefarbene STZ hinein. Die Verwirbelungen seiner "Schleppe" waren diffus, nicht klar herauszudeuten.
Der Eintritt von Ganymed war klar zu beobachten, der strahlende Lichtpunkt wird erst zum "Pickel" am Planetenrand und hebt sich dann, schon vor dem Planeten für einige Minuten immer wieder als kleines kugeliges Bällchen vor den gräulich ineinanderfließenden südlichen Bändern und Zonen ab, die gräulich erscheindend nicht trennbar waren.
Eines der nördlicheren Bänder hob sich blickweise schwach dunkler aus dem grau der Polregion heraus.
Trotzdem war das Seeing immerhin so gut, dass mir kurze Momente des räumlichen, plastischen Eindruckes einer kleinen hellen Kugel vor einer großen bunten Kugel gelangen.
Ein Eindruck der bei mir übrigens nicht der beidäugigen Beobachtung vorbehalten ist.
Im aktuellen Bild von Holger kommt Ganymed gerade ein klein wenig zu schwach beleuchtet herüber um das darzustellen, während der leicht unscharf verschwimmende Planetenrand diese Wahrnehmung begünstigt.

Für die Beobachtung des Schattendurchgangs wurde es mir zu spät, zumal das Seeing und die Beobachtungssituation auf dem Balkon sich ungünstig entwickelte.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Günther,

ja stimmt war der 12er und das Bild ist gedreht. Bei mir am Bildschirm war mit Asi120mc und auch mit Asi120mm & Grünfilter der Mond kaum zu erkennen. Erst im IR Bereich trat er deutlich hervor.
Hier zum Vergleich mal die unbearbeiteten Summenbilder:
jupiter-3er-170719.jpg


Bei der visuellen Beobachtung könnten Farbfilter, hier z.B. rot bestimmt bei der Wahrnehmung helfen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

für mich ein spannendes Thema und ja, ich habe früher auch häufiger mal mit Farbfiltern nachgeholfen, um z.B. der GRF besser rauszuholen, da bieten viele Filter Möglichkeiten.

Allerdings bin ich ein absoluter Fan von weitestgehend natürlichen Farben, habe im Wechsel immer wieder erlebt, dass ein Detail möglicher Weise mit Filter auffälliger war, aber ohne Filter nie unsichtbar. Einzige ausnahme sind neutrale Grau-/Doppelpolfilter die Licht passend dämpfen. So habe ich wohl eine m.E. positive Art Ehrgeiz entwickelt, zu sehen was zu sehen ist und meine Augen auf diese Art wohl auch trainiert.
Außerdem........fotografisch bin ich, wie du weißt, ziemlich.......nein völlig ahnungslos.

Ich sehe halt, dass Du da vergrößerungstechnisch weit über dem liegst, was visuell auch nur einigermaßen zumutbar wäre. Du kannst eben dann über Belichtungszeit, Bildbearbeitung und Bildsummierung sehr viel wieder "geradebiegen" was ich von vorne herein vermeiden muss.

Welche "visuelle" Vergrößerung liegt denn bei Deinen hier gezeigten (Summen)Bildern an?
Der Jupiter aus dem ich meine Beschreibungen ziehe war etwas größer als eine Erbse oder ein Kirschkern.

Meine derzeitige und bislang beste Strategie liegt in der Vermeidung auch nur eines Ansatzes von Dunkeladaption (auf dem Balkon mit schwachem, nicht blendendem Umgebungslicht ideal) und natürlich der konsequenten Vermeidung von Tubusseeing (aktive Belüftung und Isotubus) sowie Streu-/Störlichteinfall ins Teleskop (Tau-/Streulichtkappe, Veloursauskleidung).

Dazu dann noch als sehr wichtiger Punkt die Vermeidung von Übervergrößerung und zu großen Seeingeinflüssen.
Da ist nun der Binoansatz der Schlüssel zum Erfolg, kann man doch mit relativ moderaten Vergrößerungen auch an größeren Teleskopen durch die Aufteilung des Lichts auf zwei Kanäle Blendung und Überstrahlung vermeiden.
Zudem erscheint der Planet um den Faktor 1,3 bis 1,4 größer als bei einäugigem Sehen, was die Erkennbarkeit vorhandener (nicht vermehrter) Details deutlich erhöht.
Dadurch ist es weniger notwendig oder attraktiv, bis ans absolute seeingbedingte Vergrößerungslimit zu gehen, die scharfen, klaren, ungestörten Momente nehmen deutlich zu.

Man nutzt dann zwar häufig z.B. am am 8 Zöller mit 150-170fach nicht das volle Auflösungsvermögen (des Systems Teleskop/Augen/Visus), aber was will man bei 200fach mehr sehen, wenn seeingbedingt kein ruhiges Bild mehr zustande kommt.

Das System Teleskop/Kamera/Monitor reißt da oftmals deutlich mehr.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Günther,

ja das ist mit Kamera, Filtern und Barlow dann schon eine enorme Brennweite, ich schätze mehr als 4000mm.
Visuell ist der natürlich viel kleiner aber dafür blieb mir hier leider keine Zeit. Ansonsten gehe ich da auch nicht an die maximale Vergrößerung heran. Mein Lieblingsokular ist hier das 8mm Planetary. Auch bei weniger guten Bedingungen ist noch ein scharfes Ergebnis möglich. Besonders wenn dann die kurzen Momente kommen, bei denen plötzlich eine Fülle an Details auftauchen.

Gruß,
Holger
 
Okay Holger,

wenn man das in Relation meiner beschriebenen Beobachtungen und Deiner gezeigten Bilder setzt wäre ich hier mindestens über 500fach und das mit nem 8-Zöller, also irgendwas um 0,4 mm AP.
Da sehe ich, selbst unter so brauchbaren Bedingungen und mit so gutem Gerät wie gestern dann.....ähh.....nicht viel mehr als trüben Seeingmatsch.

Ein 8er Planetary gibt Dir am 12-Zöller runde 180/190fach, das passt dann schon meistens deutlich besser, wenn auch unter allerbesten Voraussetzungen durchaus mal 300fach und mehr drin sind.
Bei dem tiefen Stand ist das einfach nie bis zu selten drin, verzichten muss man deswegen allerdings keineswegs.

Man kann halt nur nicht erwarten, die Öffnung visuell voll nutzen zu können, wobei das visuelle Bild selbst wenn man bei 150 bis 200fach hängen bleibt, nach meinen Feststtellungen im 8-Zöller schon deutlich detailreicher ist und sattere Farben zeigt als im 6-Zöller oder mit noch weniger Öffnung.
Dein 12-Zöller macht sich ja, wenn ich das richtig sehe, auch fotografisch gegenüber dem 8-Zöller nicht nur unter Bestbedingungen "bezahlt".

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

ja ab durchschnittlichen Bedingungen. Aber der tiefe Stand macht mir dann doch zu schaffen. Da helfen auch 12" nichts, denn die besten Ergebnisse mit dem 8er aus dem Jahr 2016 kann ich zur Zeit nicht erreichen.
Am Mond ist der Auflösungsgewinn aber deutlich zu sehen und so muss ich noch ein wenig warten, die Zeit wird noch kommen.
Nächstes Jahr steht der Jupiter ja noch genauso niedrig aber 2021 gehts ja wieder richtig bergauf.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

2016 zählt da nicht, denn du müsstest ja für Gleichstand der Bedingungen sorgen und beide Teleskope jetzt im Vergleich mit den Photonen füttern. Dann bleibt der 8er auch hinter den besten Ergebnissen von 2016 zurück.
Aber egal, gerade ist mal nicht die beste Zeit um 12 Zöller und noch größere Öffnungen an Planeten auszureizen, das wird auch wieder besser.

Gruß
*entfernt*
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben