Jupiter 19.09.09

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Maciek

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Hallo miteinander,

das anhaltend schlechte Wetter brachte mich dazu, einige Bilder vom 19. September zu bearbeiten, die ich eigentlich aufgrund des schlechten Seeings schon von der Festplatte löschen wollte. Aber was macht man nicht alles aus Langeweile...

Also - feine Details wird man in den Fotos nicht erkennen. Dafür gabs aber ein interessantes Spiel der Jupitermonde Io und Callisto. Während der Aufnahme verschwand plötzlich Callisto spurlos, eine Finsternis in Jupiters Schatten also... Ich hätte nicht erwartet, daß der Planetenschatten so kurz nach der Opposition so weit entfernt liegt (letztes Bild der Reihe).

Link zur Grafik: http://astromaciek.de/Astrobilder/Planeten/Jupiter/Jupiter%20170909_Bildfolge_Callisto_Bedeckung.jpg

Originalgröße

Just zu diesem Zeitpunkt wurde auch das Seeing etwas besser und so beschloss ich, eine Animation des Io-Eintritts zu machen. So schnell wie das bessere Seeing kam, so schnell ging es auch leider wieder, also beendete ich die Aufnahmen.

Link zur Grafik: http://astromaciek.de/Astrobilder/Planeten/Jupiter/Animation_190909.gif

Viele Grüße & cs,
Maciek
 
Hallo Maciek,

das ist doch eine hervorragend gelungene Serie mit z.T. erstaunlich feiner Detailzeichnung, zumal, wenn man die geringe Höhe des Planeten über dem Horizont bedenkt.

Der Eindruck der besonders weiten Entfernung des Jupiterschattens in östlicher Richtung entsteht natürlich nur deshalb, weil Kallisto auf einem im Vergleich zu den anderen hellen Jupitermonden relativ weiten Bahnradius umläuft.

Hierzu eine überschlägige Kopfrechnung: Zum Zeitpunkt des Schatteneintritts befindet sich Kallisto immerhin um seinen Bahnradius von 1,9 Mio km hinter dem Planeten. Das sind etwa 13 Planetendurchmesser und es ist siebenmal weiter als die aus Deiner Aufnahmeserie erkennbare seitliche Versetzung des Schattens. Dies bedeutet aber nichts anderes, als dass wir uns zum Zeitpunkt Deiner Aufnahme mit der Erde um ca. 1/7 unserer Entfernung von Jupiter oder ca. 0,1 Mio km von der Oppositionslinie nach Osten bewegt haben. Das entspricht etwa 10% unserer jährlichen Bahnbewegung um die Sonne und somit einem Zeitraum von ca. 36 Tagen, der zwischen der Opposition und Deiner Aufnahme vergangen war - das passt.

Gruß, Jan
 
Berichtigung

Wir hatten uns natürlich nicht nur um 0,1 Mio sondern um 0,1 Mrd (Milliarden) km = 100 Mio km = 1/10 Erdbahnumfang bewegt!

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

herzlichen Dank für Deine Antwort und die Erklärung, über die ich mich sehr gefreut habe. :super: Könntest Du mir noch kurz erklären, wie Du auf den Wert der Schattenversetzung kommst, damit ich die Rechnung vollständig nachvollziehen kann?

Viele Grüße & cs,
Maciek
 
Zitat von Maciek:
Könntest Du mir noch kurz erklären, wie Du auf den Wert der Schattenversetzung kommst, damit ich die Rechnung vollständig nachvollziehen kann?

Hallo Maciek,

um die Schattenversetzung in Einheiten des Planetendurchmessers zu bekommen, habe ich einfach die Distanz zwischen der rechten Jupiterkante und dem aus Deiner Bildfolge geschätzten Ort des Verschwindens von Kallisto an meinem Bildschirm ausgemessen und anschließend durch den in gleicher Weise ermittelten Planetendurchmesser geteilt.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

verstehe, vielen Dank. Ich hatte den Fehler gemacht, daß ich von der li. Jupiterkante aus gemessen habe und kam so natürlich auf ganz andere Werte...

Gruß,
Maciek
 
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