Jupiter 19. Februar 2013

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Canonist

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Hallo zusammen.
MeteoBlue und das Satellitenbild hatten recht: Es gab für meinen Standort heute Abend in der Tat ein kurzes Aufklaren, das ich (Gartensternwarte sei Dank) auch schnell zu einem Blick zum Jupiter genutzt habe. Und siehe da: Das Seeing war unerwartet ruhig. Schon sehr sehr lange nicht habe ich den Planeten so klar und detailreich sehen dürfen. In knappen 30 Minuten sind ein paar Sequenzen gelungen, von denen ich das erste Bild hier zeigen will.
Ausnahmsweise habe ich mal mit 1,5x Drizzle in Autostakkert gespielt und tatsächlich dieses Ergebnis als subjektiv etwas schärfer befunden. Deshalb ist der Jupiter auch so groß, ich habe das Bild nicht wieder rückverkleinert.
Alle anderen Daten stehen wie immer im Bild:


Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/jupiter13-02-19tableau.jpg

Sternfreundliche Grüße
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

da hat dein C14 ja gute Dienste geleistet! Sehr gute Details und saubere Verarbeitung. Die Bedingungen bei euch scheinen wirklich gut zu sein.

Viele Grüße
Michael
 
Moin Du Artillerist!


herzlichen Glückwunsch zu dem Wetter!

Ein beeindruckender Ball!

Bid dabei zu rotieren!
 
Hi Rudolf,

schoener Jupiter geworden.
Gratulation !

Claude
 
Hallo zusammen.
Vielen Dank für Eure netten Rückmeldungen.
Für mich war es endlich eine Gelegenheit, zu sehen, was das Gerät wirklich kann. Ich habe es ja erst seit Dezember und hatte seitdem keine wirkliche Chance, mal annähernd die Leistung auszutesten. Solange zweifelt man dann erst einmal an der optischen Qualität, bis die sich wirklich mal zeigt.
Da das Seeing zwar nicht schlecht, aber keineswegs optimal war, ist die Messlatte noch ein Stück nach oben verschiebbar. Trotzdem wäre ich sehr zufrieden, wenn ich solche Bilder des öfteren mal hinbekäme.
Einen deutlichen Unterschied zu anderen erkenne ich vor allem in der Qualität der Blau- und Grünbilder. Während Auflösung und Detailfülle bei Rot und IR-Pass gut vergleichbar sind mit Bildern ähnlich großer oder benachbarter Geräte wie des C 11 bei guter Luft habe ich immer den Eindruck, dass Blau und Grün bei anderen besser kommen. Warum auch immer. Vielleicht schaffe ich es ja, die Farbauszüge mal einzustellen, dann kann sich jeder selbst ein Bild machen. Die Detailfülle, die ich ich jedenfalls bei manch anderem finde, haben meine Farbauszüge nicht. Da liegt dann auch der Rest an Schärfe im Argen, den ich gern noch draufpacken möchte. Ich weiß nur nicht, ob nur das Seeing schuld ist, oder auch andere Faktoren noch mitspielen (Filtersatz?). Ich habe schon sorgsamer fokussiert, das hat was gebracht, vor allem fällt ohne Zweifel die Luftruhe ins Gewicht. Am 19. hatte ich die besten Grünauszüge bislang, auch Blau war recht gut, aber ich meine immer noch, dass es bei anderen deutlich detaillierter ist.
Irgendwelche Ideen?
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf, ein ausgezeichneter Jupiter ist das! Schön, dass du den Luxus einer Gartensternwarte hast. Davon träume ich. Ich hab aber auch noch'n bisschen Zeit dafür. Vielleicht wird es ja noch was.


Zum Filtersatz kann ich nicht viel sagen, da ich damit noch keine nennenswerte Erfahrung habe. T.Edelmann hat ihn länger benutzt und nach seiner Aussage gute Erfahrungen damit gemacht. Filter von Baader-Planetarium oder Astronomik sind natürlich teuerer, sind aber auf lange Sicht vielleicht einen Versuch wert. Ich hoffe aber, dass es nicht daran liegt.


Ich habe mal gemessen: Auf Deiner Aufnahme kann ich Details von ca. 1 bis 2mm Größe messen, bezüglich eines Durchmessers von ca. 130mm. Dann komm ich auf (1/130)*40 ~ 0.3" bis (2/130)*40 ~ 0.6". Wenn man optimistisch ist, könnte das schon nahe am Limit Deiner Optik liegen. Nach Schätzungen aus der Praxis von P.Wellmann liegt das Optimum bei 10/D (D in cm), also 10/35,6 ~ 0.28". Das gilt nur für eine sehr gute Optik. Auch sind unter besten Bedingungen noch feinere Strukturen detektierbar.

Du hast recht, wenn Du sagst, dass z.B. auf Aufnahmen von T.Hansen die Strukturen insgesamt etwas schärfer und definierter zu sehen sind. Ich würde aber nicht behaupten, dass dort mehr Details zu sehen sind.

Wegen der stärkeren Lichtbrechung in der Atmosphäre sind natürlich der Gruen- und gerade auch der Blaukanal stark vom Seeing betroffen. So zeigen dieses Kanäle erwartungsgemäß das geringste Detail. Wenn diese Kanäle allerdings gut sind, kann man schließen, dass das Seeing auch ausgezeichnet gewesen ist. Also gehe ich davon aus, dass das Seeing bei Dir noch besser sein kann. Ich kann den Seeing-Wert (in ") bei meteoblue nun nicht mehr nachvollziehen. Weißt du ihn noch?

Vielleicht ist es ja möglich, die Bildbearbeitung ein wenig zu ändern. Wie weiß ich allerdings nicht. Sodass dann im Endeffekt durch den IRPass- und Rot-Kanal ein natürlicherer schärferer Bildeindruck entsteht. Dazu müsste man die anderen Profis hier im Forum befragen, inwieweit die vielleicht etwas anders machen.


Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Christin.
Danke für Deine ausführliche Analyse und Messbemühungen.
Mal von hinten angefangen: Laut MeteoBlue hätten es gestern 1,7 bis 1,8" Seeing sein sollen. Laut meiner Beobachtung aber war es viel besser (wenn auch nur für nicht mal 30 Minuten mit einer Delle mitten in dieser Zeit, als ein paar Wolkenfetzen durchzogen). Es war auf jeden Fall besser als Abende, für die sogar 1,2 bis 1,4" avisiert waren. Nun ist der Wert experimentell, und die Praxis weicht immer wieder deutlich von dieser Prognose ab.

Die Grundsätzlichkeit der drei Farbauszüge ist mir wohl bekannt. Bei dem bisher eher unterdurchschnittlichen Seeing kam das Detail zu 90 Prozent aus dem Rotbereich. Diesmal war Grün immerhin schon sehr viel schärfer und detaillierter, dennoch habe ich im Vergleich den Eindruck, dass ich hier noch nie die Auflösung erreicht habe, die ich bei anderen des öfteren finde.
Auch war erkennbar, dass es bei den letzten beiden Malen mit guter Auflösung sogar Momente gab, wo Grün ruhiger erschien als Rot!

Dass die Auflösung dieser Aufnahme so gut ist, freut mich. Ich hatte auch den Eindruck, dass ich in den Bildern anderer nicht mehr an Detail sehe, sie wirken aber dennoch schärfer als meins. Es liegt nahe, da an die sicher unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Verarbeitung zu denken. Das werde ich noch im Detail zu erforschen versuchen. IR-Pass gibt auch jetzt schon einen bedeutenden Anteil zum Eindruck dazu, wenngleich es diesmal eher ein L-RGB war, weil ich Grün und IR-Pass zum L-Kanal gemischt habe, um einen natürlicheren Eindruck zu behalten als bei einem reinen IR-RGB.
LG
Rudolf
 
Hi Rudolf,
Meteoblue kann ich seit einigen Wochen nicht mehr trauen.
Stimmt hinten und vorne nicht mehr hinsichtlich Seeing und Bedeckung.

Überlege mal, ob du nicht vielleicht die einzelen Kanäle nochmal derotieren willst mit winjupos - vielleicht kann man noch mehr rausholen aus den Daten als eh schon.
Man kann es ja easy gegenüberstellen.
VG
 
Zitat von Canonist:
Na, lieber Rudolf, es sei Dir verziehen. Link zur Grafik: http://www.4smileys.com/smileys/love-smileys/give_a_rose_girl.gif




Ja, die Angaben von meteoblue sind manchmal nicht so zuverlässig. Das ist ja auch ein schwieriges Geschäft! Der Aufnahme sieht man aber auch an, dass das Seeing ganz gut war.

Vielleicht findest du bearbeitungstechnisch noch etwas heraus. Da Spielt sicherlich ganz viel mit rein. Die Art und stärke der Schärfung etc.


Viele Grüße,
Christian
 
Hallo zusammen.
MeteoBlue ist mal so mal so. Die Bedeckungsangaben haben nach meiner Beobachtung eine höhere Zuverlässigkeit als die Seeing-Prognosen. Letztere nehme ich ohnehin nur bestenfalls als Anhaltspunkt. Die Richtung stimmt wenigstens meistens: Wenn hohe Jetstreamwerte anliegen und die Schichten beide rot sind, brauche ich in aller Regel gar nicht erst rauszugehen. Das stimmte bislang fast ausnahmslos. Über den brauchbaren Bereich gibt es dann sehr unterschiedliche, wahrscheinlich auch lokal geprägte Erfahrungen.

Die Derotation reizt mich schon länger, aber das muss ich erst erlernen, und dazu braucht man Zeit. Wenn sich welche findet, werde ich das wie Thomas ganz sicher mal an den guten Bildern probieren, ob man es damit nicht noch weiter auf die Spitze treiben kann.

Ich weiß kaum, wie andere ihre Bilder bearbeiten, mindestens nicht in den Fein-Details.
Ich für mich habe als derzeit besten Weg das Stacking in AS2 und Schärfung via Registax herausgefunden. Wobei ich bei den wavelets die Gauss-Variante ohne Layer-Kopplung nutze und das ganze Hauptgewicht in Ebene 1 liegt, also z.B. Regler auf 70 bis 80 bei 0,8 bis 1,00 Schärfe und Rauschminderung zwischen 0,9 und 0,11 je nach Kanal und Verwendungsrate. Die anderen Schärferegler bleiben meistens in der Ausgangsstellung ganz links. So komme ich mindestens zu den crispesten Ergebnissen.
Aber vielleicht bekomme ich ja demnächst mal mehr Einblick in Verabeitungsprozeduren.
LG
Rudolf
 
Bin schon länger am Überlegen, ob ich mal ein Videotutorial für Planeten in AS!, Fitswork, Photshop und Winjupos machen soll.
Wenns die Torstens es nicht machen, muss man selber aktiv werden auch wenn man nicht der Oberchecker ist.
Wenn mir einer zuvorkommt - bidde. ;-)


 
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