Jupiter 2014/02/16 20.35MEZ, Seeing 3/10

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Christian_P

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Hallo Miteinander,


gestern Abend war ich draußen und hab mit meinem Gitterrohrdobson den Jupiter beobachtet. Das Seeing war eher schlecht. Die Jupiterscheibe war stabil scharf zu sehen, aber die schnellen Höhenwinde haben viele Details verschmiert. Das Seeing kann daher nur die Note 3/10 bekommen, mehr nicht. Meteoblue meinte [3, 1, 1.19"]. Ich hab lange visuell mit dem 5mm Nagler beobachtet, konnte aber das Oval BA, das hier deutlich hervortritt, visuell nicht ausmachen. Das nächste mal muss ich mehr drauf achten. Mehr als der Rotkanal war an meinem Dob nicht möglich. Eine Farbcam ist im Zulauf! Das Bild möchte ich aber dennoch zeigen, da man ja ganz gut was sehen kann. Der Südpol ist oben. Links oben im SEB verschwindet gerade die Wirbelschleppe des GRF.





Link zur Grafik: http://www.diffraction.de/astronomy/pictures/planets/jupiter_2014_02_16_19.35UT.jpg

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beste Grüße und CS
Christian
 
Hi Christian,

schön mal wieder was von Dir zu sehen, trotz des Stresses. Zumindestens hat Meteoblue recht schnelle Jetstreams vorausgesagt...Insofern haut es ja mit deinen beschriebenen Beobachtungen hin. Neue Cam, was soll es denn werden?

Beste Grüße Nico
 
Hi Nico,

danke für deine Rückmeldung! Der Stress ist nun erst mal vorbei. :D

Ich habe das Bild noch mal bearbeitet, nun etwas sanfter, es wird automatisch aktualisiert, da es auf meinem Onlinespeicher liegt. Ja, Seeing ist immer ein Problem, aber ich dachte mir, warum nicht auch bei nicht optimalem Seeing was machen. So kann man es später mit besserem Seeing vergleichen und man kann ja dennoch Oberflächendetails festhalten und mit anderen Bildern vergleichen, auch wenn die Ergebnisse nicht so optimal sind.

Es müssen ja nicht immer Pretty Pictures sein. Das Bild geht jedenfalls auch zur ALPO Japan. Man schaue sich den Salat an bunten abwechslungsreichen Bildern des Jupiter dort mal an.


Ich habe mir die ALccd5L-II color CMOS geholt. Bei guten Bedingungen kommt die dann zum Einsatz. Das Filterrad am Dobson macht sich nicht besonders gut. Die Abstände zwischen R,G und B werden dann etwas lang und das zusätzliche Gewicht des Filterrades ist auch ein Problem.




beste Grüße,
Christian
 
Hallo Christian.
Als Ergebnis bei 3/10 gut und mehr als akzeptabel. Solche Luft und gleichartige Ergebnisse habe ich diesen Winter am laufenden Meter. Irgendwie ist immer Jetstream.
Die Werte von Meteoblue kann ich immer noch nicht richtig deuten. 3 und 1 lassen schon erst mal nichts so Gutes ahnen, 1,19 hingegen wäre ja schon ziemlich gut. Was Du jetzt aber nicht mit erwähnt hast, ist die Jetstream-Geschwindigkeit, und nach meinen Beobachtungen ruiniert die alles, wenn sie über 20m/s liegt.

Viel Glück und Erfolg mit Deiner neuen Konstellation!
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

die Jetstream-Geschwindigkeit lag bei ca 30m/s. Ich hatte auch visuell den Eindruck, dass da ein schneller Wind drüber lag, der die Details verwaschen hat. Das Bild war zwar recht stabil, dafür aber doch kontrastarm und halt verwaschen. 1.19 Bogensekunden Auflösung kann ich deshalb nicht bestätigen. Die Angaben von Meteoblue lassen aber wenigstens eine grobe Einschätzung der Lage zu.

Ich hab mich für 3 von 10 entscheiden, da ich es neulich schon mal wesentlich besser erwischt hatte, da gab ich nur 5 von 10. Du hattest ja mal gesagt, dass hier in Deutschland ein Seeing von 9/10 und 10/10 praktisch ausgeschlossen ist, das kommt wohl nur äußerst selten vor. Deswegen bin ich mit den Nummern vorsichtig. Ich lese oft 3/5 auf der Pickering Skala, aber man muss sich klar machen, dass das 6 von 10 sind! Ein ausgesprochen gutes Seeing für unsere Breiten. Mir gefällt die Zehner Skala besser, weil diese mehr Abstufungen erlaubt.

Mit dem Newton bin ich noch am fummeln :-) es ist ein leichtbau Gitterrohrdobson bei dem man viel justieren und probieren muss. Aber das wird schon!




Vielen Dank für deine Rückmeldung und gute Planetenjagd!

Gruß
Christian
 
Hi Christian ,
Ich mag immer deine dezente Bearbeitung !
Ja dieses Seeing , waere nicht schlecht wenn wir auch mal 10 von 10 haetten :-))
Naja da kann man nix aendern .
Jedenfall noch viel Erfolg mit deinem Dobson !
Gruss
Claude
 
Moin zusammen.
Kaum hab ich's geschrieben gehabt, da werde ich schon wieder Lügen gestraft. Laut Meteoblue hätte ich gestern Abend Seeing von bestenfalls 1,28" und Schichten von 3 und 1 sowie 26 bis 28 m/s (!!) Jetstream gehabt. Also eigentlich Werte, bei denen man sich nichts verspricht.
Als es gegen 23 Uhr dann doch aufklarte, habe ich mir das Stern-Szintillieren angeschaut, und es wirkte merkwürdig langsam und ruhig... Also, mal lieber am Teleskop schauen, ob es da auch so ist.
Beim Scharfstellen Jupiters hat es mich fast umgehauen! Im Rohbild waren Details erkennbar, wie ich sie sonst nur aus bearbeiteten Aufnahmen kenne!! Weicher zwar und natürlich durch ein wenig Seeing bewegt, aber unglaublich aufgelöst. Die Gegend um den GRF war zu sehen, und die Girlanden im SEB dahinter waren allesamt da - im Rohbild; und nicht nur in IR Pass und R, sondern auch in G und B!!
B war so gut wie G in letzter Zeit selten mal, und G so, wie ich es sonst nur von den Rotkanälen kannte. Logisch, dass ich aufgenommen habe, bis die Festplatte voll war... Bearbeitet ist natürlich noch nichts, hatte eh nur vier Stunden Restschlaf.

Fazit: Meteoblue kann nur ein (sehr vager) Anhaltspunkt sein. Man sollte sich nicht vom eigenen Test am Teleskop dadurch abhalten lassen.
Übrigens kommt es mir so vor, als ob die deutlich gröbere Einstufung von Skippy Sky die generelle Lage besser beschreibt und trifft.

Ach ja, meine Einschätzung von gestern: 8/10
Bin gespannt auf die Bearbeitungen heute nachmittag.
LG und CS
Rudolf
 
Hallo Christian,

danke für's Zeigen! Sauber dokumentiert!
Gerade die Beschreibung des visuellen Eindrucks finde ich wertvoll.

Welche Belichtungszeit hast Du verwendet?

Die Jupiterscheibe war stabil scharf zu sehen, aber die schnellen Höhenwinde haben viele Details verschmiert.
Das deutet, in Bezug auf Deine Öffnung, auf ein Seeing über 2", eher 3" hin.
(Verhältnis Öffnung zu Fried Parameter)
Dann "krieselt" das Bild in sich, was man bei sehr hoher Vergrößerung sehr schön an hellen Sternen sehen kann.

An meinem besten(!) Standort sind diese Angaben oft um Faktor 2 zu optimistisch. Auf der Terrasse sogar um Faktor 3 oder mehr.

Skalen wie Pickering beziehen sich übrigens auf eine fixe Öffnung. Bei Pickering sind es 5" (130mm) und damit ist der Anblicks bei 300mm ein völlig anderer.

Viele Grüße
Kai





 
Eins vorweg!
8/10 (...) Bin gespannt auf die Bearbeitungen heute nachmittag.
wow! Da bin ich auch gespannt! ;)









Hi Claude,

danke für deine Rückmeldung! Mit deinem C11 bist du wahrscheinlich besser dran! :) Es wird noch ein wenig Einarbeitungszeit kosten und dann eine gute Nacht verlangen, bis ich was vorzeigen kann. Bis dahin begnüge ich mich mit der Beobachtung unter normalen alltäglichen Umständen.






Hi Rudolf,

ich gönne dir diese guten Bedingungen von ganzem Herzen! :super: Danke für den Tipp; Skippy Sky, das muss ich mir mal anschauen.





Hi Kai,

ich freue mich über deine Antwort! :) Die Belichtungszeit war ca. 15ms, ich hab da gar nicht so drauf geachtet. Ich würde das Seeing auch recht grob einschätzen. Ich hatte jedenfalls schon einen Abend an dem es merklich besser war. Ich hab lange justiert und wirklich geduldig auch visuell beobachtet. Da war wohl wirklich nicht mehr drin. Ich kann keine perfekte Justage garantieren, aber ich denk es war ok. Was mich wunderte war der niedrige Kontrast auch bezüglich des erwähnten besseren Abends, an dem mehr ging. Ich werd das weiter im Auge behalten.







beste Grüße
Christian
 
Halo Christian.
Will die Rückmeldung nicht schuldig bleiben.
Und auch die ist wieder eine Überraschung: Geschätzte 8/10 am Monitor erwiesen sich bei der Bearbeitung als bestenfalls 5-6/10 :((
Der Grund lag offenbar wiederum im Jetstream. Bei genauer Betrachtung der Videos am Monitor im Haus war zu sehen, dass zwar die meiste Zeit eine Menge an Details erkennbar war, wie ich sie gerade in letzter Zeit nicht gewohnt war, andererseits aber ständig ein Schleier schnellbewegter Luft mit geringer Zitterfrequent darüber lag. Vielleicht vergleichbar mit einer Flussstelle, in der Du den Grund zwar durch das fließende Wasser gut sehen kannst, weil die Oberfläche recht glatt ist hat, aber das schnell vorbeifließende Wasser dennoch vor dem Untergrund gut sichtbar ist.
Folge: Die Bilder haben zwar gut Detail, wirken aber dennoch nicht wirklich knackig scharf. Entäuschend also. Dennoch zeigen alle Farbauzüge deutliche Details innerhalb des GRF. Das war mir dieses Jahr so noch nicht vergönnt.
CS
Rudolf
 
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