Jupiter 22.09.2013

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ThomasWinterer

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Hallo zusammen,

gestern Nachmittag nutzte ich die Zeit, um meinen 20ger mal wieder zu justieren und die Spiegel vom Sommerdreck zu befreien. Unglaublich, was sich da an Pollen und Staub angesammelt hat. Empfindlich, was die Optiksauberkeit angeht, darf man bei so einer offenen Bauweise nicht sein. Habe bei der Gelegenheit festgestellt, dass der Okularauszug nicht lotrecht zum FS stand und auch die Klemmung des Baader FFC machte mir in der Vergangenheit immer Probleme. Obwohl der Spiegel durch das Okular betrachtet immer perfekt justiert ist, stimmt diese nicht mehr, sobald ich den FFC ansetze und die Justage mit der Kamera am Bildschirm kontrollierte. Obwohl ich einen FeatherTough benutze, biegt sich die lange Verlängerungskonstruktion etwas nach unten und erzeugt mir so eine leichte Dejustage. Schuld daran ist unter Anderem auch noch die merkwürdige FFC Außenhaut, die durch ihre gewellte Form (warum auch immer) bei mir eine saubere Klemmung verhindert. Eine angesetzt Hülse am Filtergewinde behob das Problem dann.

Trotzdem ist mir heute Morgen, bei zähem Nebel mal ein erster brauchbarer Jupiter gelungen. Die Histogrammwerte lagen unter 50% und die Belichtungszeiten für R und G bei 30 fps. Den Blau-Kanal musste ich sogar mit 15fps aufnehmen. Das seeing war sehr ordentlich.

Auch die Firecapture Derotationsfunktion scheint seine Aufgabe recht ordentlich zu machen. Werde da noch weitere Tests durchführen. Das angehängte RGB-Bild entstand ohne diese Funktion.

Viele Grüße und cs,
Thomas

Link zur Grafik: http://bilder.sky-win.de/Homepage_Bilder/Planeten/Vorlage%20ALPO%20Jupiter_220913_0410UT_RGB.jpg
 
Hallo,

Schönes Ergebnis. Eine Frage zu den Histogrammwerten. Ist mit unter 50% die Pegelhöhe gemeint ?

Falls ja, wie wird das eigentlich beeinflusst ?
Ich habe da eventuell einen Zusammenhang festgestellt, dass sich bei mir Summenbilder, die einen höheren Ausschlag auf der Y-Achse haben, mehr schärfen lassen.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Holger,

danke für die nette Antwort!

Wenn du dir während der Aufnahme das Helligleitshistogramm in Fitecapture anzeigen lässt, dann wird der Ausschlag von links nach rechts immer größer, je heller das Bild wird. Ich sterbe einen möglichst großen Histogrammwert an, um möglichts viele Graustufen abbilden zu können. Jetzt waren meine Bedingungen aber so schlecht, dass eben nur ein Ausschlag unter 50% möglich waren.

Ich glaube, dass hat jetzt nicht unbedingt etwas mit deinem Y-Ausschlag zu tun.

Viele Grüße,
Thomas



 
Hallo Thomas,

ein sehr schönes Bild ist dir gelungen! Du hast ja echt ein tolles, riesigen Teleskop. Es ist schon beeindruckend was du damit für ansprechende Bilder machst. Auch gut, dass du die Probleme der Justage bzw. der Zentrierung der Newton Optik hinbekommen hast. Mir scheint es oft so, dass der FFC viele Problemchen mit sich bringt. Es ist ja wohl ein recht schweres, teures und empfindliches Teil. Eventuell könnte man auch einfach über eine einfache und gute Barlowlinse nachdenken. Damit hätte man weniger Probleme, das Ganze wäre kompakter und leichter und man hätte wohl ähnliche gute Ergebnisse. Eventuell bekommt man aber nicht so problemlos die nötige Brennweite. Deine FPS sind ja auch nicht so gewaltig hoch und dennoch ist das Ergebnis sehr gut. Ich komme Aufgrund meines alter Laptops momentan auch nicht wesentlich über 40pfs hinaus.



Viele Grüße und Clear Skies
Christian
 
Hallo Christian,

zunächst danke für die Anerkenneung!

Zitat von Christian_P:
Mir scheint es oft so, dass der FFC viele Problemchen mit sich bringt. Es ist ja wohl ein recht schweres, teures und empfindliches Teil.

Es ist eigentlich nicht der FFC an sich, sondern das für mich ungünstige Klemmverhalten an meinem Okularauszug. Durch den hohen Projektionsabstand wird ein recht langes Gebilde daraus, dass ja perfekt auf der optischen Achse ausgerichtet sein sollte. Ein f/4 Newton versteht da keinen Spaß und eine Justage am Stern durch das Gesamtsystem ist definitv nötig.

Natürlich kann man zur Vergrößerung außer der Okularprojektion auch eine Powermate oder Barlow einseten.
Momentan habe ich mich aber auf den FFC eingeschossen.

Habe vom 25.09. noch eine Aufnahme bei wesentlich besserer Durchsicht. Das Seeing war extrem hochfrequent und ich konnte am Monitor nur sehr schwer feine Details ausmachen. Nach der anschließenden Bildbearbeitung kam dann doch, für die derzeitige Planetengröße, brauchbares heraus.

Herzliche Grüße

Thomas

Volle Auflösung auf meiner HP.

Link zur Grafik: http://bilder.sky-win.de/Homepage_Bilder/Planeten/Vorlage%20ALPO%20Jupiter_250913_0349UT_RG-RGB.jpg
 
Hi Thomas,

die Bilder sprechen für sich! ;) Bei deiner Bearbeitung finde ich erstaunlich, wie gut du die Strukturen heraus modellierst. Zum Beispiel in der Nordpolzone sind feinste Flächen herausgearbeitet. Das ist wirklich Oberliga.



Nochmals zum FFC:
Für den Einsteiger ist ein FFC schon eine heftige Investition, da tut es sicherlich auch eine Barlow. Der High-End-Fotograf wird sich dann wohl eine Zeiss-Abbe-Barlow oder den FFC holen und adaptieren. Der Einsteiger, Aufsteiger hat aber auch kein 20Zoll Newton. Für mich ist es nachvollziehbar, das man dann auch keine optischen Kompromisse mehr eingehen möchte und jegliche Fehlerquelle durch Qualität auszuschalten versucht.




beste Grüße und weiterhin viel Erfolg!
Christian
 
Hallo Thomas,

tolle Bilder! Besonders beim Zweiten zeigt deine Opitk, was in ihr steckt.

Die Designer bei Baader scheinen Nuten- und Rillenfetischisten zu sein. Ist ja auch beim MPCC so. Hab den FFC auch seit ca. 2 Jahren leihweise von einem Astrostammtischkollegen hier. Ordentlich klemmen kann ich das Teil an keinem meiner Teleskope. Wenn man es schafft, bildet er toll ab. Hätte mir das Teil sicher schon gekauft, wenn er in einer glatten 2" Hülse wie der Paracorr geliefert würde. Habe übrigens noch nie gehört, dass die Kameras mit Paracorr alle rauspurzeln, weil sie keine Nut haben. ASA-Usern scheint man auch zuzutrauen, dass sie ihre Kameras ordentlich am Teleskop befestigen. Nur Baader produziert mit dem Sicherheitshinweis astrofotografisches Frustpotential.

CS
Wolfgang
 
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