Jupiter 27.08.2008

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TorstenEdelmann

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Hallo zusammen,

Bevor die Saison zu Ende geht, möchte ich wenigstens ein Bildchen posten, das aus dem nicht
herzeigbaren 'Durchschnitts-Matsch' doch etwas heraussticht. Die Aufnahme stammt vom 27.08.
Während der IR-Aufnahme gab es phasenweise richtig gutes Seeing, aber nach ca. 10 Minuten
war der ganze Spass schon wieder vorbei...

Link zur Grafik: http://www.wonderplanets.de/Jupiter/2008/jup_270808.jpg

Datum: 27.08.2008 - 21:45 MESZ
C9.25, 2x Zeiss-Barlow, Toucam
jeweils 600/1500 Bilder addiert
Originalgröße, links L-RGB, rechts IR
Seeing: 6-7/10 (in kurzen Momenten Richtung 8/10)

Insgesamt war es wie zu erwarten wiedermal eine schwierige Saison, in der mir meist die Zeit und manchmal auch die Lust fehlte,
auf die kurzen Momente besseren Seeings zu warten...

Gruß & CS,
Torsten
 
Hallo Torsten,

schöne Detailzeichnung und gelungene Farben! Die kleinere Version gefällt mir besser: Es geht nichts verloren, und das Bild erscheint kontrastreicher. Wie war denn die zeitliche Länge der verarbeiteten Aufnahmevideos?

Gruß, Jan
 
Hallo Torsten,

danke für die Information bezüglich der Videodauer.

Nachdem mir schon beim ersten Betrachten Deiner aktuellen Jupiterbilder die auffälligen dunklen "Punkte" nicht ganz geheuer waren, scheinen mir die von Dir mitgeteilten Videolaufzeiten doch eher darauf hin zu deuten, dass es sich hier um Staubpartikel auf Deinem Kamerachip und nicht um Oberflächenstrukturen auf Jupiter handelt.

Denn die Jupiteroberfläche bewegt sich am Äquator in Ost-West-Richtung mit einer Geschwindigkeit von ca. 754 km/min - vgl. unsere ältere Diskussion hier. Bei dem von Dir gewählten Abbildungsmaßstab entspricht dies einer seitlichen Verschiebung der äquatornahen Oberflächenstrukturen von 1,24 px/min (Pixel pro Minute). Das sind - wenn man auf Deine Belichtungszeiten von 2,5 bzw. 4 Minuten hochrechnet - 3 px bzw. 5 px an seitlicher Verschiebung.

Eine entsprechende "Verschmierung" der dunklen Punkte ist aber in den Abbildungen nicht erkennbar. Ich kann mir die Sache nur so erklären, dass der Chip bei den Aufnahmen nicht ganz frei von - winzigen - Staubpartikeln war. Gleichzeitig hat offenbar Deine Nachführung so exakt und stabil gearbeitet, dass keine erkennbare Verschiebung der Punkte auf der Jupiteroberfläche zustande kam.

Was sagst Du zu dieser Annahme - oder hast Du einen andere Erklärung?

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

Zitat von Jan_Fremerey:
... Ich kann mir die Sache nur so erklären, dass der Chip bei den Aufnahmen nicht ganz frei von - winzigen - Staubpartikeln war. Gleichzeitig hat offenbar Deine Nachführung so exakt und stabil gearbeitet, dass keine erkennbare Verschiebung der Punkte auf der Jupiteroberfläche zustande kam.
Scharf abgebildete Staubpartikel? ?)
Ich dachte Staubpartikel äußern sich höchstens durch eine gewisse Abschattung oder Herabsetzung der Bildhelligkeit. Sie befinden sich doch sicher außerhalb des Fokus, da die den Chip schützende Glasscheibe doch auch eine gewisse Dicke besitzt.
Für mich sehen die Punkte eher wie typische IR-Details aus. Ich habe an dem Abend bei ebenfalls gutem Seeing etwas früher gefilmt, leider nicht im IR, sondern nur im R, und kann definitiv die dunklen Punkte in der STZ bestätigen. Auch sonst stimmen sehr viele Details mit meiner R-Aufnahme überein.


Grüße
Torsten
 
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Hallo Torsten, Jan

ich habe mir mal den Jupiter vom 26.08. vorgenommen und das Bild nach den vermuteten dunklen Flecken (Staub) abgesucht. Es war das erste Video, welches ich mit dem 16Zöller und Rotfilter "vernünftig" drehen konnte - trotzdem war das Bild eigentlich grottenschlecht (am Mond würde man sofort einpacken). Man erkennt auch hier im SEB und dem darunterliegenden Band diese dunklen Flecken, obwohl diese bei mir breiter und verwaschener aussehen als bei Torsten. Es sind definitiv Strukturen auf Jupiter und nicht auf dem CCD.
Die genau Brennweite muss ich erst noch bestimmen aber 8,5m könnten ungefähr hinkommen.

Sicher könnte man auch noch am Bild in Bezug auf Ästhetik feilen (etwas kleiner, mehr Kontrast, etwas dunkler), denke aber nicht, dass da noch wesentlich mehr an Details herauszuholen ist.

Bei der Angabe des ZM habe ich mich auf calsky verlassen und die Beträge für "Erde über Lambda" genommen. Ich denke, diese müssten die richtigen sein.

Link zur Grafik: http://www.unigraph.de/images/Digitalaufnahmen2007/jup20080826.jpg


cs Harald

PS: Bemerken möchte ich noch nachträglich, dass die besagten Objekte natürlich nicht die gleichen sein können, da die Zentralmeridiane gegenüber Torsten seiner Aufnahme, einen Tag später, sich um rund 135° unterscheiden.

 
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Hallo,

Irrung vom Amte!!!
Mir viel bei dem Vergleichsbild doch die große Ähnlichkeit zu Torsten seinem Bild auf. Vergleicht man die Details im SEB sieht man die gleichen Muster und Flecken. Jetzt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte Jupiter so nebenbei und rel. lustlos aufgenommen und im Rechner keinen extra Pfad dafür angelegt, sondern diese Avis zu den Avis vom Vortage, nämlich dem 26.8., geschoben. Das bedeutet, dass mein Bild auch vom 27.8. stammt und fast zur gleichen Zeit aufgenommen wurde wie Torsten seins - meine ZM Angaben könnt ihr also vergessen.
Korrekt müssten diese dann lauten:

ZMI: 259° ZMII: 357.9 ZMIII: 10.6°

Da sieht man es mal wieder, einmal nicht korrekt gearbeitet und schon ist die Auswertung hinüber. Na Gott sei Dank konnte ich noch "Schlimmeres" verhindern!

cs Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Jan,

Erstmal Danke für Deine ausführliche Analyse. Wenn meine alte Vixen SP mit
geschätzten 10 Grad Getriebespiel :D zu einer solchen Nachführleistung fähig
wäre, dann hätte ich schon längst meine erste Aufnahme im DeepSky-Forum
gezeigt :/

Ich bin ziemlich sicher, dass die Details real sind. Wie Torsten schon bemerkt
hat würden sich Staubkörner niemals so scharf abbilden, da müssten sie schon
direkt auf der CCD-Matrix liegen und nicht auf dem Schutzglas. Die erwähnten
'Punkte' waren schon während der Aufnahme im Livebild zu erahnen.
Die von Dir erwartete "Verschmierung" fehlt augenscheinlich deshalb, weil bei
der L-RGB Aufnahme die Details durch den L-Kanal dominiert werden. Wählt man
eine hohen L-Anteil (bei Jupiter fast immer wegen des vermatschten RGB), dann
tritt dieser Effekt umso deutlicher hervor und die Details entsprechen dann dem
reinen L-Bild.

Gruß & CS,
Torsten
 
Hallo Torsten, Harald und Torsten,

Eure Argumente und vor allem die Vergleichsaufnahme von Harald haben mich überzeugt, dass die dunklen Punkte keine Staubkörner sondern echte Strukturdetails auf der Jupiteroberfläche sind.

Wenn die Punkte - zumindest bei Torsten - trotz der seitlichen Fortbewegung der Jupiteroberfläche nicht in die Länge gestreckt erscheinen, dann mag das vielleicht daran liegen, dass Torsten beim Stacken auf die Gegend mit den Punkten ausgerichtet hat und nicht auf den Planetenrand. Das würde gleichzeitig erklären, warum auch die zwischen den Punkten liegenden, helleren Oberflächendetails so gut aufgelöst erscheinen.

Vielleicht hat Harald ja ein anderes Feld zur Ausrichtung der Stacks ausgewählt, so dass die Punkte und benachbarte Oberflächendetails vergleichsweise weniger scharf herausgekommen sind als bei Torsten?

Könnt Ihr Euch denn an Eure Vorgehensweise beim Stacken erinnern und meine Vermutung ggf. bestätigen? Da gäbe es doch vielleicht einen sehr hilfreichen Ansatz zur Nachahmung ...

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

es liegt mit Sicherheit an zwei Faktoren, warum diese Punkte weniger scharf rauskommen.
1. Luftunruhe und die hohe Stackanzahl - bei mir schlecht und etwa 1000 Frames

2. das Stacken selber - habe ich mit R4 gemacht, damit es schneller als mit AS geht, wenn man nur einmal auf die Mitte zentriert und das Stackkästchen so groß gemacht, dass Jupiter voll reinpasst.

Man kann allerdings das Bild noch etwas "retten", wenn man es auf etwa 80% verkleinert und mit Schärferoutinen (USM, Deconvolution, Hochpass) vorsichtig rangeht. Dies dürfte jetzt wieder eine reine Geschmacksache sein. Für die Originalgröße und wie Jupiter im laufenden Videostrom beim Betrachten rüberkommt, halte ich das Bild als "ausreichend" scharf.

cs Harald
www.unigraph.de

 
Hallo Harald,

das ist mir schon klar. Habe gerade mal herumprobiert und festgestellt, dass in Deinem Jupiter - selbst so, wie Du ihn gepostet hast - noch einiges drinsteckt, und zwar sogar recht gleichmäßig auf der gesamten Fläche.

Mir geht es aber auch eher um die Frage, warum bei Torsten die Punkte viel schärfer abgebildet werden, als die Jupiterrotation es theoretisch zulässt.

Da die Abbildung seines Jupiter - im Gegensatz zu Deinem - jedoch nur in einem engen Bereich unerwartet scharf und in den äußeren Regionen vergleichsweise wenig durchgezeichnet ist, liegt der Gedanke nahe, dass er zum Stacken eine relativ kleine Alignmentbox gewählt hat, und dass die Bewegung der Jupiterrotation innerhalb dieser Alignmentbox neutralisiert wurde, aber eben nur dort.

Vielleicht wird ja Torsten dazu noch etwas sagen können?

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

Ich habe eine 256er Alignment-Box in Registax verwendet, also fast auf die gesamte
Jupiterscheibe. Nur ein kleiner Randbereich passt da nicht mehr rein.

Hier noch ein paar Details zur Bearbeitung:
Bei Jupiter schärfe ich das Rohbild üblicherweise nur minimal mit Registax, um dann
in Fitsworks per iterativen Gauss die eigentliche Schärfung durchzuführen. Diesmal
habe ich 6 getrennte Durchläufe mit jeweils verschiedenem Radius gemacht und die so
geschärften Zwischenbilder danach nochmals mir Registax gemittelt. In PS gabs dann
nochmal eine minimale Nachschärfung mit sehr kleinem Radius und die finale Bearbeitung.
Vielleicht hat auch der kleine Radius in PS die Flecken überbetont...

Viele Grüße,
Torsten
 
Vielen Dank - Torsten - für die detaillierte Beschreibung Deiner Bearbeitungsprozedur. Es ist vielleicht nicht ganz trivial zu entscheiden, inwieweit die feinen Strukturen auf Deinem Jupiter als realistisch anzusehen sind. Im Hinblick auf die zeitparallele Aufnahme von Harald neige ich aber dazu, sie als weitgehend realistisch zu betrachten.

Jedenfall scheint mir klar, dass es sich lohnt, nach Bearbeitungsschritten zu suchen, die den Effekt der Jupiterrotation auf die laterale Abbildungsschärfe von Oberflächendetails zumindest graduell herabmindern.

Danke deshalb für die Beantwortung meiner etwas hartnäckigen Nachfragen.

Gruß, Jan
 
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