Jupiter 28.Sept2023

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moonwalker69

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Hallo allerseits,

hatte jetzt Zeit eine weitere Jupiteraufnahme auszuarbeiten, das Seeing war zwar am 28.sEptember gut, aber nicht außergewöhlich, wie am 9.September bei mir.

Da ich ja lange Einzelbelichtungszeiten wähle, fehlt mir in dem kurzen Jupiterzeitfenster die hohe Frameanzahl fürs Schärfen. Also einziger Ausweg-Derotieren -diesmal mit 5 AVIs in einer Zeitspanne von 11 Minuten ,da kommen dann doch meherere tausend Frames zusammen...

Weitere Angaben unten im Bild.

2023-09-28-0106_2 Fits1_6AC.jpg


VG Martin
 
Hallo Martin,

der Grund für meine Reaktion auf Dein Bild ist, dass ich Dir ein paar Hinweise und Verbesserungsvorschläge geben möchte.
Zunächst mal, Dein Teleskop scheint kein schlechtes zu sein! Ich finde aber, dass Du das Potential des Gerätes nicht optimal nutzt.

Auf meinem Bildschirm erscheint Dein Jupiter sehr dunkel. Ein Blick ins Histogramm macht auch sofort klar, warum dies so ist; etwa 40% des Bildsignals liegt im dunklen Bereich. Stellt man das Histogramm auf etwa Grauwert 160, so wirkt das Bild deutlich heller.
Sollte das Bild auf Deinem Bildschirm "normal" hell dargestellt werden, vermute ich, dass Du Deinen Bildschirm zu hell eingestellt hast.

Der blaue Rand rechts zeigt sich im Histogramm (fitswork) übrigens besonders deutlich. Dies kann nach meiner Einschätzung eigentlich nicht am Derotieren liegen. Evtl. hat mit der Einstellung des ADC etwas nicht gestimmt.

Wenn ich die Bildgröße ausmesse, fällt mir auf, dass Du effektiv bei 840 cm Brennweite aufgenommen hast. Dies entspricht knapp f/27,6, was für die ASI178, nach meiner Einschätzung, deutlich zu viel ist. Eine Blendenzahl im Bereich f/14 würde die Belichtungen knapp auf ein Viertel reduzieren und die Statistik deutlich verbessern.

Grüße
Torsten
 
Hallo Torsten,

Danke für Deine Anmerkungen, ich versuche schon mein Teleskop so gut wie möglich zu nutzen,
aber es gibt immer Verbesserungspotential und mir ist eine kritische Anmerkung lieber als gar keine.
So ein Forum ist ja auch dazu da über kontroversielle Dinge zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Wenn ich die Bildgröße ausmesse, fällt mir auf, dass Du effektiv bei 840 cm Brennweite aufgenommen hast. Dies entspricht knapp f/27,6, was für die ASI178, nach meiner Einschätzung, deutlich zu viel ist.

Das ist am einfachsten aufzuklären:
ich hätte vielleicht noch zusätzlich angeben sollen, daß das Bild auf ca.200% der Originalgröße vergrößert ist, um Details leichter erkennbar zu machen (viele skalieren ihre Bilder, geben aber den Faktor nicht extra an, werde ich aber in Zukunft machen um Missverständnisse zu vermeiden).

Ich habe jetzt nochmals die Originalgröße nachgemessen und habe daher tatsächlich mit f/14,3 (4300/300) aufgenommen, also genau Dein vorgeschlagener Bereich (mir wäre, gerade bei den kleinen Pixeln der 178QHY, ein ÖV von f/27,6 ebenfalls viel zu viel).

Eine Blendenzahl im Bereich f/14 würde die Belichtungen knapp auf ein Viertel reduzieren und die Statistik deutlich verbessern.
Daher bleibt mir da leider nicht wirklich viel Spielraum bei der Reduzierung der Belichtungszeiten wenn ich im niedrigen Gain-Bereich bleiben will.

Optimal wären ja sogar f/11 bis f/12 mit der 178er, aber eher für die Monokamera, ich nehme ja nur mit der 178er Farbkamera auf und da finde ich Öffungsverhältnisse von f/14, f/15 oder auch f/16 noch für vorteilhaft.

Mehr zu denken gibt mir Dein Hinweis mit der SEHR dunklen Darstellung.
Auf meinem Bildschirm erscheint Dein Jupiter sehr dunkel.
Mir ist das mit der Helligkeit (aber auch mit den Farben) auch schon aufgefallen, da ich 2 Laptops in Verwendung habe.
Mein 11 Jahre alter Laptop mit 17"Bildschirm zeigt ein wesentlich dunkleres Bild und auch in den Farben (Farbsättigung) gedämpfteres Bild (und normalerweise lade ich mit diesem meine Bilder hoch).

Doch der viel neuere, etwas kleinere, hat ein viel helleres Bild (auch wenn ich die Bildschirmhelligkeit auf nur 10% reduziere), die Farben sind viel satter und er hat eine viel höhere Bildschirmauflösung (2560x1600 Pixel).

Bei beiden Bildschirmen habe ich aber keine Möglichkeit der Bildschirmkalibrierung (außer der ganz primitiven Möglichkeit die Helligkeit zu verändern).

Ich habe zwar diesmal mit Absicht eine ETWAS dunklere Darstellung gewählt, aber für mich immer noch ausreichend hell um alle Details gut zu sehen, zumindest an meinen neuen Laptop. Denn ich habe das Bild mit meinen neuen Laptop hochgeladen (mache das normalerweise mit meinem 11 Jahre alten).

Der Grund für die etwas dunklere Darstellung war eine Abmilderung des -genau von Dir angesprochenen- störenden zu blauen rechten Planetenrandes.
Auch wirkt die 200% Bildgröße von Jupiter nach dem Hochladen hier wesentlich größer als auf meinem neuerern Laptop mit der feineren Bildschirmauflösung, das sollte ich auch in Zukunft berücksichtigen.
Aber es wird schwierig allen Bildschirmen und Bildschirmauflösungen, Farb- und Helligkeitskalibrierungen der Bildschirme aller Betrachter gerecht zu werden.

Hier nun eine hellere und auf 180% skalierte Version :
2023-09-28-0106_2 Fits1_7.jpg


Viele Grüße und CS
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin,
grundsätzlich ist mir dein Bild aufgefallen, weil es doch recht viele Details zeigt. Danach schaue ich immer, mit welchem Teleskop das gemacht wurde und für 12" und Farbkamera ist das Ergebnis recht gut, also ein "Like" von mir.
Grundsätzlich ist mir dein Bild zwar immer noch zu blau, Jupiter ist ja eher cremefarben, aber das ist eine Kleinigkeit.
Aufgefallen ist mir, dass du in deiner Argumentation Fehler hast.
Die Anzahl der Bilder alleine ist überhaupt nicht wichtig. Ebenso der Gain. Wichtig hingegen ist das Signal zu Rausch Verhältnis.
Dh., du darfst ruhig mehr Gain geben, dafür sind die Bilder zwar verrauschter, aber du kommst auf mehr Bilder. Da tut sich nicht viel. Im Gegenteil, ein höherer Gain ist tendenziell sogar besser, vielleicht nicht ganz am Anschlag. Damit kommst du dann auch auf kürzere Einzelbelichtungszeiten. 33 ms sind für 12" schon wirklich lang. Im Dateinamen steht irgendwo "Fits". Machst du wirklich 32 bit Einzelbilder? Das ist definitiv nicht nötig. Nicht mal 12 oder 14 machen aus meiner Sicht Sinn, bei 8 bit bist du dann möglicherweise nochmal etwas schneller.
Viele Grüße
ralf
 
Hallo Ralf,
entschuldige bitte die sehr verspätete Antwort, ich bin leider immer noch viel zu unregelmäßig hier im Forum.
Danke auch dir für deine Anmerkungen und was die Farbgebung des Jupiterbildes betrifft, so muss ich dir recht geben, auch ich finde es in der Nachbetrachtung auch etwas zu bläulich.

Aber ich will hier auch einige Missverständnisse aufklären die in deinem Beitrag auftauchen.
Die Anzahl der Bilder alleine ist überhaupt nicht wichtig. Ebenso der Gain
Das habe ich so nie geschrieben (und gemeint).
Denn wenn es mir nur alleine um eine hohe Frameanzahl ginge, bräuchte ich ja nur die Einzelbelichtungszeiten drastisch verkürzen und müsste dann aber natürlich den Gainwert ziemlich hochfahren um noch ein vernünftiges Signal-Rausch-Verhältnis beizubehalten.

Der Gainwert alleine macht naturlich auch keinen Sinn, aber wenn es das Seeing hergab, fand ich es bis jetzt vorteilhafter durchaus mit dem Gainwert herunterzugehen um auf einen besseren Dynamikumfang nicht verzichten zu müssen.
Da macht es vielleicht auch Sinn mit 12/14bit zu arbeiten, aber eben nur bei relativ niedrigem Gain. Bei herkömmlichen höherem Gain geht der Dynamikumfang relativ schnell in den Keller, da gehen selbst 12/14Bit Aufnahmen ins Leere und belasten nur die Datenmenge (da gibt es ja auch das entsprechende Diagramm des 178color Sensors: gain versus dynamik range).
Und da bin ich gleich beim nächsten Missverständnis:

Wenn in manchen meiner Dateinamen Fits auftaucht dann habe ich nur zur meiner Kennung die Buchstaben "Fits" im Dateinamen eingefügt (dass ich das Bild NACH der Aufnahme in Fitswork bearbeitet habe), sie sind ja nicht in der Endung. Ich habe noch nie mit Fitsdateien aufgenommen, noch dazu wären das 32bit, das wäre auch für mich eine reine Datenverschwendung.

33ms klingt wirklich lang, aber ich habe sogar bis etwa 45 ms bei sehr gutem Seeing ganz gute Erfahrungen gemacht.
siehe Aufnahme vom 7.September :

[IMG width="300px" height="300px"]https://forum.astronomie.de/data/xfmg/thumbnail/56/56695-c18c3b58162c242caf4d900debc4dbab.jpg?1697965038[/IMG]

Das sind aber auch meine oberen Grenzen (bei sehr gutem Seeing), im Normalfall liege ich eher zw. 20 und 30ms und ich bin mir bewußt, dass das noch immer mehr ist als die meisten die mit 12" oder mehr unterwegs sind.
Bei weniger gutem Seeing bin ich ohnehin gezwungen die Belichtungszeit zu senken und den Gain hochzufahren, aber ohne Not muss man das ja nicht immer machen, nur um mehr frames zu generieren.

Natürlich ist es auch für mich immer eine Gratwanderung ein gutes S-N Ratio einzuhalten mit den längeren Einzelbelichtungszeiten, denn manchmal geht das ja doch wieder auf Kosten der feineren Details (Einzelbelichtungszeit).

Und ich glaube es gibt ja sowieso kein exates Patentrezept für Jupiteraufnahmen, das sind ja meine Erfahrungswerte von meinem Aufnahmestandort bisher, aber wir profitieren vom Austausch von Erfahrungen und Anregungen untereinander.
Daher finde ich eine konstruktive Kritik (so wie ich auch deine Anmerkungen von dir als einem erfahrenen und sehr erfolgreichen Planetenfotograf verstehe) immer willkommen und hilfreich.

Viele Grüße aus der Steiermark,
Martin
 
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