Canonist
Aktives Mitglied
Hallo zusammen.
Glück muss man haben. Das traf bei mir am Dienstag gleich zweimal zu: Zum ersten, weil ich durch einen Hinweis von Bernd Gährken erst wieder daran erinnert wurde, dass am Nachmittag Jupiter von drei Mondschatten gleichzeitig getroffen werden würde, und zum Zweiten, weil das Wetter bei einem solch seltenen Ereignis tatsächlich einmal mitspielte. Die Wolken, die sich tagsüber gebildet hatten, lösten sich am Nachmittag zusehends auf und waren vor Sonnenuntergang dann fast völlig verschwunden.
Trotzdem war diese Beobachtung eine erhebliche Herausforderung, denn sie fand zum einen am hellen Tage statt, zum anderen bei einem Jupiterabstand zur Sonne von nur noch knapp 38 Grad, was wiederum zur Folge hatte, dass die feuchte Luft in diesem Himmelsareal deutlich hell und weißlich erschien.
Vom Mond ausgehend habe ich dann nach Jupiter per Koordinaten gesucht. Im Sucher war er nicht auszumachen. Im Okular habe ich ihn nach einigen Minuten Abschwenkens gefunden - gerade so, denn das Scheibchen war extrem kontrastschwach und gerade noch bei Bewegung auffällig.
Diese Umstände stellten wiederum die DMK vor Probleme, denn mit den gewöhnlichen Arbeitseinstellungen für Jupiter war so gar nichts anzufangen. Statt dessen versprach ein ansonsten verpönter Eingriff in die Kontraststeuerung mindestens halbwegs verwertbare Ergebnisse. Zu Beginn der Beobachtung gegen 19 Uhr MESZ musste ich selbst beim IR Pass teilweise bis Kontrast 30 runter (normal 100!), damit überhaupt ein Scharfstellen möglich war. Im Laufe der nächsten 90 Minuten ging es dann sukzessive rauf bis 80. Die Helligkeitsunterschiede bei den IR-Pass-Bildern rühren von unterschiedlichen Kontrastversuchen her.
Die Luft war anfangs grauselig in Resten sich auflösender Wolkenfetzen. Dann wurde es immer mal wieder erstaunlich ruhig. Binnen einer etwa 70 Sekunden langen Aufnahme konnte die Seeing-Qualität aber von erstaunlich gut bis "washout" reichen.
Trotzdem habe ich neben den am besten aussehenden Rotbildern auch dreimal einen RGB-Durchgang versucht, von dem ich mir angesichts des kaum erkennbaren Blaus nicht viel versprochen habe, die dann aber doch ganz brauchbar wurden. Im Tableau jeweils als Anblick wie ich ihn später visuell selbst im Teleskop gesehen habe sowie als kontrastverstärkte Version.
Visuell war im Übrigen gegen 20:30 MESZ mit etwas Mühe nur der größte Mondschatten von Ganymed auszumachen...
Fazit: Der Einsatz hat sich gelohnt. Keine Jupiterbilder gewohnter Qualität (den GRF rechts am Rand kann man im letzten Bild nur erahnen), aber mein bislang erstes Dreifach-Event (nach einigen Fehlversuchen).
Und anscheinend gibt es gar nicht so viele Parallelbeobachtungen, in Deutschland waren wohl auch zu viele Wolken unterwegs.
Das war dann wohl auch mein letzter Jupiter für diese Oppositionsrunde.
Ach ja, das Wichtigste am Schluss, das Bild: (Rechtsklick und Grafik anzeigen für volle Größe)
Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/j0306tabgr.jpg
CS
Rudolf
Glück muss man haben. Das traf bei mir am Dienstag gleich zweimal zu: Zum ersten, weil ich durch einen Hinweis von Bernd Gährken erst wieder daran erinnert wurde, dass am Nachmittag Jupiter von drei Mondschatten gleichzeitig getroffen werden würde, und zum Zweiten, weil das Wetter bei einem solch seltenen Ereignis tatsächlich einmal mitspielte. Die Wolken, die sich tagsüber gebildet hatten, lösten sich am Nachmittag zusehends auf und waren vor Sonnenuntergang dann fast völlig verschwunden.
Trotzdem war diese Beobachtung eine erhebliche Herausforderung, denn sie fand zum einen am hellen Tage statt, zum anderen bei einem Jupiterabstand zur Sonne von nur noch knapp 38 Grad, was wiederum zur Folge hatte, dass die feuchte Luft in diesem Himmelsareal deutlich hell und weißlich erschien.
Vom Mond ausgehend habe ich dann nach Jupiter per Koordinaten gesucht. Im Sucher war er nicht auszumachen. Im Okular habe ich ihn nach einigen Minuten Abschwenkens gefunden - gerade so, denn das Scheibchen war extrem kontrastschwach und gerade noch bei Bewegung auffällig.
Diese Umstände stellten wiederum die DMK vor Probleme, denn mit den gewöhnlichen Arbeitseinstellungen für Jupiter war so gar nichts anzufangen. Statt dessen versprach ein ansonsten verpönter Eingriff in die Kontraststeuerung mindestens halbwegs verwertbare Ergebnisse. Zu Beginn der Beobachtung gegen 19 Uhr MESZ musste ich selbst beim IR Pass teilweise bis Kontrast 30 runter (normal 100!), damit überhaupt ein Scharfstellen möglich war. Im Laufe der nächsten 90 Minuten ging es dann sukzessive rauf bis 80. Die Helligkeitsunterschiede bei den IR-Pass-Bildern rühren von unterschiedlichen Kontrastversuchen her.
Die Luft war anfangs grauselig in Resten sich auflösender Wolkenfetzen. Dann wurde es immer mal wieder erstaunlich ruhig. Binnen einer etwa 70 Sekunden langen Aufnahme konnte die Seeing-Qualität aber von erstaunlich gut bis "washout" reichen.
Trotzdem habe ich neben den am besten aussehenden Rotbildern auch dreimal einen RGB-Durchgang versucht, von dem ich mir angesichts des kaum erkennbaren Blaus nicht viel versprochen habe, die dann aber doch ganz brauchbar wurden. Im Tableau jeweils als Anblick wie ich ihn später visuell selbst im Teleskop gesehen habe sowie als kontrastverstärkte Version.
Visuell war im Übrigen gegen 20:30 MESZ mit etwas Mühe nur der größte Mondschatten von Ganymed auszumachen...
Fazit: Der Einsatz hat sich gelohnt. Keine Jupiterbilder gewohnter Qualität (den GRF rechts am Rand kann man im letzten Bild nur erahnen), aber mein bislang erstes Dreifach-Event (nach einigen Fehlversuchen).
Und anscheinend gibt es gar nicht so viele Parallelbeobachtungen, in Deutschland waren wohl auch zu viele Wolken unterwegs.
Das war dann wohl auch mein letzter Jupiter für diese Oppositionsrunde.
Ach ja, das Wichtigste am Schluss, das Bild: (Rechtsklick und Grafik anzeigen für volle Größe)
Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/j0306tabgr.jpg
CS
Rudolf