Jupiter am 8.9. in RGB und mit Baader Methanfilter

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H_Heinicke

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Ich hatte bisher Planetenfotos immer mit einer Colorkamera aufgenommen, vielleicht aus Bequemlichkeit. Nun habe ich aber doch meine S/W-Kamera hinter das Filterrad gehängt. Eines fiel mir gleich auf. Das Lifebild war in den Farbkanälen deutlich besser als im Luminanzfilter. So habe ich ein reines RGB angefertigt, ohne L-Kanal. Die Verstärkung bzw. Gain habe ich gemäß Lifehistogramm angepaßt, wobei ich allerdings nur den Blaukanal etwas „hochholen“ mußte. Nach dem Zusammenmontieren der Farbkanäle in Photoshop stimmte die Farbe bereits. Ich habe an der Farbbalance überhaupt nichts verstellen müssen.
Da das so gut geklappt hat, werde ich jetzt wohl überwiegend nach dieser Methode arbeiten.
Hier also zwei Bilder im zeitlichen Abstand von 40 Minuten

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/fotohelmut/images/Jupiter_2009/Jupi_2x_8-9-09.jpg

Ich hatte kürzlich Jupiter im Astronomik-Methanfilter aufgenommen. Das ist mit 50nm aber recht breit. Nun habe ich von Baader Planetarium ein neues Methanfilter mit nur 8nm Bandbreite zum Testen bekommen. Bei meinem Filter ist die Fassung noch unbeschriftet. Das Filter wird z.Z. wohl noch nicht beworben.
Man hatte mir nicht viel Hoffnung gemacht, daß ich mit dem TEC140 überhaupt ein Bild zuwege bekomme. Aber ein Versuch macht kluch!
Zwischen beiden obigen RGB Aufnahmen habe ich also das Methanfilter ausprobiert. Es paßt übrigens in mein Filterrad hinein, das Astronomikfilter hingegen nicht, da es zu dick ist. Und ich war selber erstaunt. Mit einer Belichtungszeit von 1,7 Sek. konnte ich in ca. 6 Min immerhin 200 frames aufnehmen, aus dem 145 für das folgende Bild verwendet wurden

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/fotohelmut/images/Jupiter_2009/Jupi_20h12UT_Methan8.jpg

Eine Frage: Aus was bestehen die hellen Polkappen eigentlich? Offensichtlich ist dort nur wenig bis gar kein Methan. Und im Methanband ist die Abplattung bei den Polen kaum zu sehen.

Gruß
Helmut

Homepage: Helmuts Astro-Seite

 
Hallo Herr Heinicke,

großes Lob. Die Jupiter Bilder in Farbe sind beeindruckend
schön und zeigen zahlreiche Details.

Sternfreundlicher Gruß
Günther
 
Hallo Helmut,

Deine RGB`s finde ich wirklich erstklassig, das Umsteigen auf monochrom hat sich auf jedem Fall gelohnt. Torsten Hansen wies allerdings in seinen Beiträgen einige Male daraufhin, daß die DMK`s im grünen Bereich besonders lichtempfindlich sind, daher wäre auch da eine evtl. Histogram-Anpassung ratsam. An Deinen aktuellen Bildern wohl aber nicht, hier scheint alles zu stimmen :super:

Viele Grüße & cs,
Maciek
 
Hallo Maciek,

es freut mich, daß die Jupiteraufnahmen nicht nur mir gefallen, sondern auch Dir.
Wie Du schon erwähnst, ist es wichtig, schon bei der Aufnahme auf das Lifehistogramm achten, und ggf die Belichtung anzupassen. Das ist bei meiner Aufnahmesoftware Lucamrecorder sehr gut gelöst. Nicht nur, daß die Histogrammanzeige aussagekräftig ist, ich kann auch jederzeit sowohl Belichtung als auch Gain während der Aufnahme praktisch stufenlos regeln.
Bei meiner Kamera ist, um genau zu sein, der Grünkanal auch etwas lichtempfindlicher als der Rotkanal. Ich habe gegenüber dem Rotkanal ca. 10% heruntergeregelt, um noch Sicherheitsabstand zur Vollaussteuerung zu haben.

Viele Grüße
Helmut
 
Re: Jupiter am 8.9. in RGB und mit Baader Methanfi

Hallo Helmut,

Das sind ja Ergebnisse, die man einer 140-mm-Optik kaum zutraut, und die man selbst aus viel größeren Teleskopen eher selten zu sehen bekommt!

Wozu denn auch L-RGB, wenn RGB so gut funktioniert? Die Bilder gefallen mir sehr. So konnte ich der spontanen Versuchung nicht widerstehen und habe mittels Paintstar sogleich eine gemorphte Animation (864 KB) angefertigt.

Von Deinen Methanbildern gefallen mir die mit dem breiteren Filter aufgenommen besser. Denn sie zeigen feinere Oberflächendetails auf dem Planeten.

Wenn ich richtig verstehe, dann deuten doch die hellen Zonen darauf hin, dass dort mehr - und nicht weniger - Methan vorhanden ist als in den anderen Regionen. Vielleicht sollte man die Belichtung versuchsweise einmal auf die Methanzonen selbst abstimmen, um dort ggf. noch Feinstrukturen sichtbar zu machen, und die anderen Gebiete einfach unterbelichtet lassen. Wenn die Mondschatten so hell herauskommen, sagt uns das m.E., dass dort eine vom Sonnenlicht unabhängige Methanbanden-Emission stattfindet. Vielleicht kann ein Fachkundiger dazu etwas sagen?

Deine Bilder sind für mich erneut ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass sich auch mit relativ kleinen Optiken sehr attraktive Ergebnisse erzielen lassen.

Dank und Gruß, Jan
 
Re: Jupiter am 8.9. in RGB und mit Baader Methanfi

Hallo Helmut,

mensch, der ist toll geworden der Jupiter!!
Ist ein feines Gerät der TEC.
Ja, probieren geht über studieren, der Methan sieht auch sehr gut aus.

Gruß Wolf Manfred
 
Re: Jupiter am 8.9. in RGB und mit Baader Methanfi

Hallo Jan,

danke für Dein sehr positives Urteil. Aus diversen Postings von Dir weiß ich, daß Du sehr kritisch bist, auch gegenüber Dich selbst. Insofern weiß ich Dein Urteil einzusortieren.

Die gemorphte Animation sieht ja toll aus. Mein Kompliment. Ich habe übrigens noch eine dritte Aufnahme von dem Abend, die ca. 20 Min nach der zweiten aufgenommen ist. Diese habe ich aber noch nicht ausgearbeitet. Da muß ich noch ran. Da könnte man die Animation noch erweitern! Wenn ich die fertig habe, poste ich sie, und vielleicht könntest Du sie dann noch "einbauen"?
Eine Frage: Ich wollte mir das Gif-File speichern. Wenn ich mit Rechtsklick auf das Bild gehe, so wird mir zum Speichern aber nur eine BMP-Datei angeboten.

Was das Methanbild betrifft, so sind die Aufnahmen mit dem schmalen und dem breiten Filter eigentlich nicht zu vergleichen. Das breite Filter hat seinen besonderen "Reiz" dadurch, daß man noch von den Oberflächendetails einiges mitbekommt.
Die Verhältnisse sind aber genau anders herum - wenn ich nicht völlig falsch liege. Die Monde sind auf dem Bild mit dem breiten Filter HELL, und der Schatten ist normal dunkel. Methan in der Athmosphäre dämpft das Sonnenlicht (wie bei den Frauenhoferschen Linien im Sonnenspektrum). Die Monde haben keine Atmosphäre, also sind sie hell. Die Zuordnung Mond und Schatten kann man durch Vergleich beider Aufnahmen - RGB-Bild mit Methanbild - gut erkennen. Bei dem Colorbild sind die Monde noch geradeso vor der Planetenoberfläche zu erkennen.

Gruß
Helmut
 
Re: Jupiter am 8.9. in RGB und mit Baader Methanfi

Hallo Helmut,

vielen Dank für die Aufklärung bezüglich der Zuordnung von Monden und Schatten - da hatte ich in der Tat nicht genau genug hingeschaut! Die Monde sind also - wie Du zutreffend bemerkst - hell, weil sie - anders als der Planet selbst - keine Methanatmosphäre besitzen, die das "Methanlicht" verschluckt. Das leuchtet ein!

Bleibt nun noch die Frage, warum von den Polkappen mehr Methanlicht aus dem Sonnenspektrum zurückgestreut wird als von den mittleren Breiten der Planetenoberfläche. Vielleicht ist ja die Methankonzentration in der Jupiteratmosphäre an den Polen geringer? Darüber wird man gewiss in den Suchmaschinen etwas finden können ...

Wenn ich auf meinem PC den in meinem Beitrag gesetzten Link zur GIF-Datei mit der linken Maustaste und anschließend die dann allein auf dem Bildschirm erscheinende Animation mit der rechten Maustaste anklicke und in dem Menue "Save target as" auswähle, wird mir kein BMP-File, sondern sofort die GIF-Datei zum abspeichern angeboten. Habe daher leider an dieser Stelle keine Idee zu Deiner Frage.

Gruß, Jan
 
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