Jupiter aus der Kölner Volkssternwarte

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Blue Star

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Hallo Sternfreunde,

heute gibt es den Jupiter mal zur Abwechselung. Am letzten Montag hat der doch kräftige Wind die Wolken über Köln für ein paar Stunden weggeblasen und dies habe ich spontan für eine kleine Aufnahmesession in unserer Sternwarte (Volkssternwarte Köln) genutzt. Da das Seeing für Kölner Verhältnisse recht gut war und der Jupiter nicht ungünstig am Himmel steht, habe ich mit meiner eigenen ASI 290mc und der Sternwartenkamera, der ASI 1600mm plus Filterrad, einiges an Daten gesammelt.

Als Teleskop kam unser CLT + 10 Zoll Lochblende zum Einsatz. Also 24 Zoll bei f/22.

Die Belichtungszeit war bei beiden Kameras gleich mit 30ms und Gain 300, das Ganze aber mit verschiedenen Auflösungen. Gute 12 % der Bilder und pro Filmsequenz habe ich später mit Autostakkert 3weiterverwendet. So viel zu dem Seeing, mitten in der Stadt auf einem Schulgebäude halt. Leider wurde das Seeing mit der Zeit schlechter, was schade war, da der GRF immer mehr um die Ecke schaute. Gut ist halt so.

Das erste Bild wurde mit der ASI 290mc aufgenommen und das zweite mit der ASI 1600mm und RGB Filtern.

Folgende Software kam zum Einsatz: ASI Studio; Autostakkert 3; Fitswork und Astroart 8.

Hier nun das beste Ergebnis von jeder Kamera.

Jupiter CLT - 13.11.2023 - ASI 290mc.jpg

Jupiter CLT - 13.11.2023 - ASI 1600.jpg

Schönen Gruß und CS.
Karsten
 
Hallo Sternfreunde,

ich habe auf meiner Platte noch ein paar Dateien gefunden, welche ich beim letzten mal noch nicht bearbeitet habe. Dies habe ich nun nachgeholt und hier kommt das Ergebnis.

Hier handelt es sich nochmals um eine RGB-Version mit unserer ASI 1600mm pro, nur halt mit anderer Auflösung.

Jupiter CLT - 13.11.2023 - ASI 1600 RGB.jpg


Schönen Gruß und CS,
Karsten
 
Also… ich finde, das sind schon super Aufnahmen, man vergleiche das mal mit etwa Aufnahmen der großen Teleskope in den 80ern… Seeing ist auch immer so‘n Ding.
Von meinereinem ein deutliches :y:

Klare Nächte,
Micha
 
Hallo Marlo30,

ja ich gebe dir recht, da müsste mehr gehen, wenn unsere Sternwarte nicht den wohl schlechtesten denkbaren Platz in Köln hätte. :( Na ja mal am vom Dom abgesehen. ;) Wir sitzen auf einem Schulgebäude und hier wird zum Beispiel immer schön geheizt, was die Heizungen so hergeben. Die sehr schöne und auch sehr helle rund um die Uhr Beleuchtung von der Schule und auch sehr schöne Hochhäuser in der direkten Nachbarschaft, lass ich jetzt einmal bei den Planetenaufnahmen außen vor.
Von daher müssen wir es nehmen wie es kommt, und das ist dann noch eins der besseren Bilder. :rolleyes:

Schönen Gruß und CS,
Karsten
 
Hi Karsten,
ich kenne die Location der Sternwarte Köln, war in den 90ern mal dort, komme aus Leverkusen. Klar ist der Standort für so ein Teleskop eher schlecht, dennoch kann man aus der Stadt bezüglich Planeten einiges rausholen, wenn das Seeing passt. Habe von dort visuell gute Bilder durch den alten Refraktor u. a. Instrumente gesehen.

Grüße
Martin
 
Hallo Karsten,

Danke für die schönen Bilder! Wegen des hier in der Gegend schon lange miesen Wetters liegt meine letzte Jupiteraufnahme schon Monate zurück. Also sehr gut, dass ihr die Gelegenheiten genutzt habt!

Vielleicht habe ich das falsch verstanden, aber warum einen 24"er abblenden? Damit verschenkt man Licht und Auflösung. Ich habe mit meinem C8 von Hennef aus Jupiterbilder gemacht, die etwas schlechter sind als eure. Deswegen denke ich auch, dass ihr in Köln eigentlich mehr rausholen können solltet. Wenn man sich Bilder hier oder im Netz anschaut, die mit 12" oder mehr gemacht sind, dann zeigen die deutlich mehr Details als meine mit 8".

Viele Grüße
Tom
 
Sehe ich auch so. Gerade fotografisch kann man mehr rausholen, als visuell. Von Leverkusen aus habe schon noch gute Bedingungen für die Beobachtung mit CPC 9 und ICS 8" Dobson, 12" gingen auch noch gut.
 
Hallo Martin, hallo Tom,

klar mehr Öffnung gleich mehr an Auflösung, aber das Seeing bei uns im Lande und halt speziell an unserem Standort, zeigt dem 24 Zöller seine Grenzen auf. Wie schon beschrieben, das Schulgebäudegibt immer schön die Wärme ab und zieht vor unseren Optiken vorbei, so viel lucky moments muss ich erst einmal selbst mit den lucky images haben damit es richtig gut wird. Auch habe ich mal ein paar Test gemacht, also direkt hintereinander, mit und ohne Lochblende, da waren die Ergebnisse immer mit der Lochblende etwas besser. Warum, ich weiß es nicht genau, aber vielleicht weil nicht die volle Öffnung unter dem Wabern der Luft leidet? Des Weiteren, wie viele Volkssternwarten kennt ihr, die wie wir auf einem Schulgebäude sitzen und wirklich gute Planetenaufnahmen zeigen?
Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin bestimmt nicht der Beste, was die Bildbearbeitung von Planetenaufnahmen angeht, und ich wünsche mir auch besser Bedingungen, die haben wir da aber leider nicht. Ein paar Kilometer weiter und nicht auf einem Gebäude drauf, dann würde unser Equipment bestimmt mehr zeigen können, so aber leider nicht. Ich versuche, das Beste draus zu machen und gut ist.

@ Martin: Ja der gute alte Wachter-Coudé-Refraktor hat seit 2018 sein neues Zuhause in der Sternwarte Remplin gefunden. Komm doch einfach mal wieder bei uns vorbei, ich würde mich freuen. Dasgilt natürlich ebenfalls für den Tom und allen anderen auch. Kleine Nachricht an mich, da ich berufsbedingt nicht immer anwesend bin, und einem nettem Plausch nichts mehr entgegen.

Schönen Gruß und CS,
Karsten
 
Hi,
so ganz exakt schaue ich da auch noch nicht durch, aber aus dem Bauchgefühl heraus sehe ich's mittlerweile so, dass es fürs Stacking und Alignment umso schwieriger wird, je grösser die Verschiebungen im Bild durch die Luftturbulenz relativ zur Auflösung der Details sind. Gerade bei Multi-Point Alignment muss die Software ja Ankerpunkte in verschiedenen Frames als zum gleichen Feature gehörend erkennen, und dann die Pixel entsprechend lokal zurechtschieben (jetzt mal etwas umgangssprachlich ausgedrückt). Mit 24" können bei schlechten Seing die "Verschiebungen" eines Details zwischen verschiedenen Frames schnell 10x und mehr so gross sein wie das Detail selbst. Das überschreitet dann wohl die Fähigkeiten der aktuellen Programme, oder es müssten nochmal andere Ansätze zum tragen kommen (weiss aber ad hoc auch nicht, welche ...). Wie auch immer, es ist generell einfach enorm schwer, die Auflösung einer grossen Öffnung auch wirklich auszuschöpfen.
Oder man machts wie die Profis, und analysiert parallel zur eigentlichen Aufnahme die Luftunruhe mit Referenzpunkten (Laserstrahlen), um der Software quasi Anhaltspunkte zu geben für die Korrektur. Wenn ihr aber mit 'ner Laserkanone im Kölner Himmel rund um de Dom umherfuchtelt, bekommt ihr sicher Ärjer mit Kardinal Wölki (und nicht nur dem..) :devilish:
Hallelujah!
-Cpt.B.
 
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