Jupiter erstmals unter idealen Bedingungen

MikeWölle

Aktives Mitglied
Hallo zusammen, zum ersten Mal überhaupt hatte ich gestern Abend am 29.12.2024 für kurze Zeit ideale Bedingungen Seeing10/10 Transparenz10/10.
Die beiden größten Stürme sind sichtbar: Links in Spiegeleifarben der GRF, rechts etwas blasser der lachsfarbene BA. Man beachte das kunstvolle, zopfartige Flechtwerk im Kielwasser des GRF,
Screenshot_20241229_140902_Gallery.jpg
Die keischriftartige helle Textur im Band welches rechts, direkt über dem GRF ansetzt und auch weiter polwärts sichtbar ist, weiters die stäbchenartige Struktur des dunkelbrauen Nördlichen Äquatorialbandes.
Screenshot_20241229_141108_Gallery.jpg
Ganz rechts unten am Rand taucht auch der sogenannte Schlauch auf, ein sehr langgezogener roter Fleck.

CS Mike
2024-12-28-1955_9-RGB_lapl5_ap83_Drizzle15.jpg

CS Mike
 
Hallo Mike,

prima, dass Du so gutes Seeing und eine gute Transparenz hattest. Leider ist auf dem Bild davon nichts zu erkennen. Das Bild hat meines Erachtens zu wenig Kontrast und zu wenig Farbe. Das ist sehr schade.

Die Strukturen, die Du erwähnst, kann ich nicht erkennen. In dem kleinen Bild sehe ich nur einen "grauen Matsch". Den "Schlauch" sehe ich nicht. Der GRF ist kaum in der Farbe wahrnehmbar.

Ich finde, es ist einfach viel zu schade für so eine gutes Bild in der Qualität der Auflösung. Das ist einfach nur schlecht präsentiert, finde ich. Besonders, wenn Du uns Details erklären willst, die zumindest ich nicht erkennen kann, weil alles so blass ist.

Gruß,
Peter
 
Tja, so unterschiedlich kann die persönliche Wahrnehmung sein.
Mir gefällt die weichere Berabeitung. Feinere Details bleiben auch fein und zart.

Gruß,
Holger
 
Ich habe mir die Bilder gerade auf dem Handy angesehen. Da sieht es tatsächlich viel besser aus, als auf meinem großen Monitor am Desktop. Weil das Bild kleiner abgebildet ist. Die Pixelgröße am Handy ist wesentlich kleiner, als die von meinem Monitor. Das läßt das Bild am Handy schärfer erscheinen, als am 17" Monitor mit der gleichen Pixelanzahl. Aber die erwähnten Details erkennen ich trotzdem nicht.

Gruß,
Peter
 
Hallo Holger,

ja, so ist das. Was dem Einen gefällt, mag der Andere nicht. Aber die Welt ist eben mehr als nur eine Ansicht!

LG und CS Erich
 
Hallo Mike,

prima, dass Du so gutes Seeing und eine gute Transparenz hattest. Leider ist auf dem Bild davon nichts zu erkennen. Das Bild hat meines Erachtens zu wenig Kontrast und zu wenig Farbe. Das ist sehr schade.

Die Strukturen, die Du erwähnst, kann ich nicht erkennen. In dem kleinen Bild sehe ich nur einen "grauen Matsch". Den "Schlauch" sehe ich nicht. Der GRF ist kaum in der Farbe wahrnehmbar.

Ich finde, es ist einfach viel zu schade für so eine gutes Bild in der Qualität der Auflösung. Das ist einfach nur schlecht präsentiert, finde ich. Besonders, wenn Du uns Details erklären willst, die zumindest ich nicht erkennen kann, weil alles so blass ist.

Gruß,
Peter
Hallo, Peter,

Deine Jupiter-Bilder sind auch schon sehr gut, ich muß aber sagen, daß diese bei genauerer Betrachtung häufig zu stark geschärft sind. Hinsichtlich der Farben kann man noch sagen: Geschmacksache – wobei ich die Aufnahmen, die Mike gemacht hat, wesentlich natürlicher finde und diesen nur minimal mehr Sättigung gönnen würde.
Die Details, die bei Deinen Bildern, Peter, vermeintlich mehr oder besser zu sehen sind, sind meines Erachtens durchweg Schärfungsartefakte.

In dem Thread mit der Gegenüberstellung (Jupiter mit GRF am 29.12.2024 (mit Workflow und neuen Farben)) wird das deutlich.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo, Peter,

Deine Jupiter-Bilder sind auch schon sehr gut, ich muß aber sagen, daß diese bei genauerer Betrachtung häufig zu stark geschärft sind. Hinsichtlich der Farben kann man noch sagen: Geschmacksache – wobei ich die Aufnahmen, die Mike gemacht hat, wesentlich natürlicher finde und diesen nur minimal mehr Sättigung gönnen würde.
Die Details, die bei Deinen Bildern, Peter, vermeintlich mehr oder besser zu sehen sind, sind meines Erachtens durchweg Schärfungsartefakte.

In dem Thread mit der Gegenüberstellung (Jupiter mit GRF am 29.12.2024 (mit Workflow und neuen Farben)) wird das deutlich.

Viele Grüße
Markus
Hallo Markus,

auf meinem großen Bildschirm (27" nicht 17") habe ich auch nur 1920 x 1080 Pixel. Das lässt die Bilder unscharf und matt erscheinen. Ich habe Mikes Bild für mich hier am Bildschirm auf die Hälfte verkleinert und mit der Farbsättigung bearbeitet. Obwohl es nur ein JPEG war, konnte ich vieles besser erkennen, als auf dem Original. Natürlich nicht mehr, als auf dem Original, aber deutlicher. Auf dem Handy sieht es nochmal ganz anders aus. Aber da sind mir die Bilder zu klein.

Ja, man muss nicht übertreiben mit der Schärfung, aber Schärfeartefakte sind es nicht. Darauf passe ich schon auf.
Aber das ist ja auch alles Geschmacksache. Die Farben helfen aber auch, Details besser herauszuarbeiten. Ich ziehen zum Vergleich meiner Bilder die aus den Apps (z.B Stellarium) heran. Die sind von den Farben immer kräftiger, als das was wir hier sehen. Das ist für mich der Maßstab, wenn auch natürlich unerreichbar mit meinem Teleskop.

Gruß,
Peter
 
Hallo Mike,

der beste Jupiter, den ich bisher hier im Forum gesehen habe. Besonders wenn man bedenkt, dass es ein "ehrlicher" Jupiter ist, ohne KI, mehrfach gestackte und geschärfte Stacks, übertriebene Sättigung usw. ist. Krass, was es da an Details zu entdecken gibt.

Verstehe nicht, was es hier zu meckern gibt. Das ist einwandfrei bearbeitet. Man ist es halt nur noch gewohnt Bilder zu sehen, die bei der Bearbeitung zweimal gestorben sind. Die Bilder sind mittlerweile fast alle so daneben, dass man das Gefühl bekommt, die Leute haben Mond und Planeten noch nie in echt gesehen.

Grüße
Joachim
 
Hallo Joachim, ich denke erstens ist es immer gut, gelegentlich auch mal einen Blick durchs Okular machen um zu sehen wie Dinge wirklich sind.
Zweiten sollte man bedenken, dass Forum hier ist nur ein kleiner Teil der astronomischen Welt mit ihren Vorlieben und Neigungen, aber es ist schon in Ordnung so wie es ist, sonst wären wir ja nicht alle da.
:D
CS Mike
 
Hallo Mike,
ich finde, das hast Du hervorragend bearbeitet. Ich mag es lieber realistisch.
Ein Seeing 10 kann ich mir nicht so richtig vorstellen, 8 hab ich ab und zu am Rossfeld mit 12", 9 hatte ich mal auf La Palma mit 14". Meine Erwartungshaltung an 10 wären stehende Bilder auf dem Bildschirm und umlaufende Beugungsringe an den Monden.
Seeing war auch am Rossfeld wenigstens für 1 h ziemlich gut, auch wenn das Rossfeld Luftlinie von Dir 200 km weg ist und der Alpenhauptkamm dazwischen liegt.

Mein Resultat mit 300mm Öffnung sah am selben Abend so aus:

2024-12-28-1940_5-RGB_gross.jpg


Jupiter 2024-12-28 UT 19:40,5 RGB
Newton 300/1600 mm Eigenbau/OOUk-Optik @4800mm f16 mit 3x Barlow
ASI290MM
Baader Filter RGB

Da ist Dein Bild im Detail einiges schöner aufgelöst! Die 18" machen sich deutlich bemerkbar.

LG
Robert
 
Hallo Joachim, ich denke erstens ist es immer gut, gelegentlich auch mal einen Blick durchs Okular machen um zu sehen wie Dinge wirklich sind.
Zweiten sollte man bedenken, dass Forum hier ist nur ein kleiner Teil der astronomischen Welt mit ihren Vorlieben und Neigungen, aber es ist schon in Ordnung so wie es ist, sonst wären wir ja nicht alle da.
:D
CS Mike
Hallo Mike,

der Blick durchs Okular täuscht. Denn das Auge ist nachts weniger farbempfindlich als tagsüber: "Die Netzhaut des Auges (Retina) beheimatet zwei Arten von Photorezeptoren: die Zapfen für das Farbsehen und die Stäbchen für das Sehen bei reduziertem Licht. Die Stäbchen sind für das Sehen bei schwachen Lichtverhältnissen (skotopisches Sehen) zuständig, während die Zapfen bei stärkeren Lichtverhältnissen (photopisches Sehen) aktiv sind und uns ermöglichen, Farben zu sehen."

Deshalb hilft ein Blick durchs Okular wenig, wenns ums Farbsehen geht. Ein Blick auf die Bilder der Raumsonden, die die Planeten umkreisen, gibt einen eher realistischen Eindruck wieder.

Im Forum "Deep sky" sieht man z.B oft den großen Orionnebel. Durchs Okular sieht man ihn nur schwarz-weiß (je nach Größe des Teleskops auch ein bisschen farbig), aber auf den Bildern z.B des Seestar S50 Teleskops im Life-Modus erkennt man sofort die Farben des Orions.

Gruß,
Peter
 
hallo Mike und Peter,
sehr schöne Aufnahmen und realistisch bearbeitet, gefällt mir deutlich besser als wenn alles totgeschärft wird….
hatte zur gleichen Zeit beobachten wollen , konnte leider nur noch das Eis auf dem Fangspiegel begutachten.
Viel Spaß noch und weiterhin so tolle Aufnahmen
Grüße Alex
 
Denn das Auge ist nachts weniger farbempfindlich als tagsüber

Moin

Das trifft auf das Auge zu wenn es dunkel ist, richtig. Aber wenn ich mir Jupiter durch meinen 10-Zöller ansehe, dann habe ich nicht das Gefühl, dass mein Auge auf Dunkelheit trifft.
Ganz im Gegenteil, ich fühle mich eher geblendet. Daraus schlussfolgere ich für mich; Es ist genügend Licht für das Farbsehen vorhanden. Oder?

CS, Michael
 
Moin

Das trifft auf das Auge zu wenn es dunkel ist, richtig. Aber wenn ich mir Jupiter durch meinen 10-Zöller ansehe, dann habe ich nicht das Gefühl, dass mein Auge auf Dunkelheit trifft.
Ganz im Gegenteil, ich fühle mich eher geblendet. Daraus schlussfolgere ich für mich; Es ist genügend Licht für das Farbsehen vorhanden. Oder?

CS, Michael
Vielleicht ist das dann ja schon wieder zu hell, um Farben zu erkennen. Probier's mal mit einem Filter. Ich habe neulich noch durch einen 150mm Spiegelteleskop geschaut. Da war der Planet nur winzig, aber das dunkle Band war sehr deutlich und dunkel zu erkennen.

Gruß,
Peter
 
Die NASA Bilder sind so stark coloriert, wie es dem Macher der Bilder gefällt - die Macher müssen auf Puplikumswirksamkeit achten. Die populären Bilder würde ich nicht als Maßstab wählen. Besser Bilder vom Pic Du Midi verwenden, an denen sich erfahrene und geschmackvolle Langzeitplanetenbeobachter ausgetobt haben.
Pic du Midi

Mikes Bilder liegen nicht weit vom aktuellen Mainstream. Details der Bildgestaltung sind sicher Geschmacksache und obliegen dem künstlerischem Geschick des Bildbearbeiters. Für das, was es auf Jupiter zu sehen gibt, ist es egal. Farbgestaltung kann man mit wenigen Handgriffen in PS oder fitswork ändern, wenn man z.B. eine Karte aus Bildern verschiedener Authoren basteln muss.

Ich selbst schaue gerne auf die Kollegen, die schon lange im Fach sind und durch gleichmäßige Bildbearbeitung über längeren Zeitraum positiv auffallen. Die Mainstream Tendenz bei Jupiter ist jedenfalls eher zu blau, was vom Weißabgleich auf die WOS kommen dürfte. Beim Aufnehmen selbst ist jedenfalls der Blaukanal der lichtschwächste bei mir, obwohl die ASI290MM noch ein halbwegs ausgelichenes Lichtempfinden hat. Modernere Kameras sind ja eher R und IR gierig - da muss man dann Farbkorrektur machen.

Was ist gegen Blick durch das Okular einzuwenden? Jupiter ist in größeren Teleskopen sehr hell, so dass Farbsehen gar kein Problem ist! Ich nehme mal an, dass Mike mit 18" Öffnung auch bei 500x eher Probleme mit zuviel Licht hat :cool:

PS: Wer noch nie Jupiter durch großes Teleskop bei sehr gutem Seeing mit >400x gesehen hat, kann bei Farbe nicht mitreden. Am 28.12. war Farbe bereits mit meinem "kleinen" 300mm Teleskop bei ...8 Seeing o.k. . Einen Blick durch Mike´s Teleskop hätte ich gerne getan. Bei Ihm war das Seeing wohl noch besser....

LG
Robert
 
Was heißt denn Idealbedingungen? Also heißt 10 von 10? Ideal ist doch sowas wie 20°C (wehe ein molekül bewegt sich zu schnell). Druck muss gleich sein. Wehe ein Wasserdampfwölkchen zuviel und der Komet dahinter und die Sonne war bei C oder E? Also wenn ich mit meinen 102mm gucke oder 60mm bin ich auch vom Jupiter geblendet (aber mich interessiert eher das System mit den Monden). Welche Energiezeitalter ist grad gegenüber der definierten Steinzeit gerade? Also die Informationen die sie hier vergrößert sehen liegt immer vor. Aber ihr Auge ist zu schwach.
 
Letztlich hat jede Aufnahme und Bearbeitung ihrem eigenen Reiz. Darum geht es nicht.
Meiner Meinung nach bring die Farbe aber eine Menge zusätzliche Information, quasi eine 3. Dimension. Deshalb ich ich meine Meinung dazu geäußert.
Die Amis sind da viel entspannter. Die übertreiben sogar mit den Farben manchmal. Sowohl bei den Planeten, als auch im Deep Space. Aber das ist Geschmacksache.

Ich habe zwei Versionen hier eingestellt. Offenbar reagieren einige sehr empfindlich auf Bilder, die ihnen nicht gefallen.

Gruß,
Peter
 
In der Nacht vom 30.12.auf 31.12 waren Bedingungen nochmal besser, jedenfalls am Rossfeld. Wenn man 10 vergeben hat, wird es eng
:)

Unter Idealbedingungen verstehe ich perfekte Luftruhe, die scharfe Vergrößerungen > 500x auch an großen Teleskopen >300mm zuläßt. Das gibt es ganz selten. Wenn dann auch noch Lufttemperatur angenehm ist und kein Wind bläst, dann sind das Lebenserfahrungen. Denke immer noch an Saturn auf La Palma bei 700x mit 350 mm Öffnung, bei Wetterumschwung auf Kallima, 20° Temperatur, kein Wind, stehendes, voll farbiges Bild. Encke ist dann so wie Cassini mit 60mm Öffnung....

Gestern war damit nicht zu vergleichen. Visuell äußerst fraglicher Eindruck mit nur kurzen, knackigen Momenten bei 400x. Die Kamera hat da was anderes reingeholt: ausnahmsweise auch sehr gute Blaukanäle:

2024-12-30-2046_0-2xB.jpg


Das ergibt dann auch ein extra scharfes RGB:

2024-12-30-2050_2-RGB_Mix-V1.jpg


Jupiter 2024-12-30 UT 20:50,2 RGB
Newton 300/1600 mm Eigenbau/OOUk-Optik @4800mm f16 mit 3x Barlow
ASI290MM
Baader RGB Filter, oben Blaukanal aus zwei Filmen

LG
Robert
 
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