Jupiter, Europa, Ganymed 5. März am Tage

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Canonist

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Hallo zusammen.
Kaum gibt es mal ein paar Tage mehrere Beobachtungsmöglichkeiten, wird es schon eng. An Zeit und Festplattenplatz vor allem. Komme angesichs der guten Luft in den letzten Tagen kaum mit der Bearbeitung nach...
Deshalb das Frischeste zuerst: Jupiter von heute, aufgenommen schon am Nachmittag noch am Taghimmel bei sehr gutem Seeing. Europa kurz vor dem Eintritt, um dann direkt am GRF "mitzulaufen" (s. Christians Bild). Ganymed rechts unten. Er ist auch der erste Jupitermond, auf dem mir gelungen ist, Detail abzubilden. Es ist real und taucht auf mehreren Bildern immer wieder auf. Zudem passt es zu dem von Guide ausgeworfenen Anblick.

Besonders beachtenswert sind die Entwicklungen im STB zwischen "Red jr." und dem GRF. Da tut sich sehr viel. Außerdem die netten Wirbel in der EZ, die beständige helle Szelle im SEB und die beiden granatfarbigen Punkte im NEB.

Ich habe noch bis kurz vor 18 Uhr weitere Aufnahmen gemacht, dann musste ich leider wieder zu einem Termin. Eine Stunde später war die Luft schlicht grauenhaft. Da habe ich mich dann einfach mal ISON zugewandt - aber das ist eine andere Geschichte.

Hier nun das Bild (angesichts der schrumpfenden Jupitergröße auf 130 Prozent gebracht:


Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/temp/jupiter13-03-05tableau.jpg


LG
Rudolf
 
Eine glänzende Idee, Rudolf, das gute Seeing am Tag auszunutzen, und mit solch einem großartigen Ergebnis - Gratulation! Da werde ich mich jedenfalls baldmöglichst als Nachahmer betätigen, denn bei Dunkelheit bleibt ja jetzt gar nicht mehr viel Zeit, und das Seeing war hier die letzten Tage abends grausam. Mal sehen, was die kommenden Tage noch bringen ...

Wenn man die gegenwärtigen Vorgänge westlich des kleinen roten Flecks mit der Situation im Dezember vergleicht, könnte man auf die Idee kommen, dass der kleine dunkle Doppelspot, der da lange Zeit friedlich hinter GRF Junior hergeschwommen war, nun geplatzt ist und dabei rieseige Turbulenzen in Gang gesetzt hat.

Dank und Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan.
Tagbeobachtungen sind für mich schon lange ein Mittel. Zum einen aus der Not, weil ich auch abends manchmal Termine habe, zum anderen, um solche Seeingumstände nutzen zu können, wie wir sie gerade hatten, von typischen Tagobjekten wie Merkur und Venus mal ganz abgesehen. Jupiter ist zudem recht einfach zu finden: Es reicht, das Teleskop auf die richtige Deklination einzustellen, nach Süden auszurichten, und dann um die Differenz zur Transitzeit zu verdrehen. Dann sollte der Planet schon im Sucher zu sehen sein.
Ich werde auf jeden Fall so lange wie es geht dranbleiben.
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,


upps..., mal abgesehen von der Leistung, den am Tage
zu erwischen, sieht der aber für gutes Seeing doch
etwas verhauen aus!

Vorgestern konnte ich ihn nochmal kurz festhalten und
mus ihn noch bearbeiten.



 
Moin, Rudolf,


mit verhauhen meine ich, dass einerseits Du den Focus nicht ganz getroffen hast und andererseits sieht insbesondere der Randbereich stark verrauscht aus. Das hattest Du schon mal besser hinbekommen.

Die Faben sind hier ja immer offensichtl. eine Geschmacksache. Viel besser jetzt bei der Dir als bei Deinen letzten Präsentationen. Auf unserer HP ist eine Cassini-Aufnahme zur Einleitung des Jupiterbereiches
zusehen, guckst Du hier:


http://www.ge-sa.net/5ac9fb04-e527-41ba-b8fd-7d41827c22ea.html?1362634670150


Die lügt doch nicht oder!?


Wieso steht Deiner immer auf dem Kopf!?


 
Moin Thomas.
So, nun wird schon klarer, was Du meinst. Aber mal der Reihe nach.

Woher willst Du wissen, dass der Focus nicht stimmte? Wenn das so gewesen wäre, gäbe es gewiss keine scharfen Monde oder einen Ganymed mit Detail! Beziehst Du Dich auf einen ggf. allgemeinen Unschärfeeindruck, dann ist der eher der Luftunruhe und der Stackingmethode zuzuschreiben (s. unten).

Rauschen im Randbereich: Du hattest ja schon bemerkt, dass es sich um eine Taghimmelaufnahme handelt. Jetzt denken wir mal nach, wie das aussieht: Bei der Aufnahme heller Himmelshintergrund und am Objekt deutlich reduzierte Kontraste, ganz besonders im Blau, deutlich im Grünen, am besten schneidet noch Rot ab. Nichts desto Trotz so schon mal unvergleichbar zu Nachthimmelaufnahmen. Auch in der Verarbeitung im Übrigen: Autostakkert brachte aufgrund des hellen Hintergrundes keine vernünftige Multipointverarbeitung zustande, es ging ausschließlich Single Point. Da ich in Autostakkert immer mit 75 Prozent Histogrammausgleich arbeite, hat das Programm die Aufnahmen selbständig nachkontrastiert. Jeder, der viel mit Histogrammen arbeitet, weiß, was mit Bildern passiert, die von Natur aus kontrastflach sind: Kontrastierung hebt leider auch das Rauschen deutlich an. Das ist hier letztlich leider zum Tragen gekommen.
Dies aber auch im Zusammenwirken mit einem anderen Verarbeitungsschritt, denn die IRG-Luminanz wird über PS-Multiplizieren erzeugt, was leider manchmal im Grenzbereich durch die anschließend notwendige Aufhellung zu Ausreißern führt. An Verbesserungen arbeite ich noch, ausschlaggebend ist das hier aber nicht wirklich, sondern der Umstand der Taghimmelaufnahme. Ich kann jedem nur empfehlen, das mal selbst zu versuchen, es ist alles anders, von Aufnahme bis Verarbeitung.

Nun hätte ich natürlich auch einen "Matsch-Jupiter" hier abliefern können, eine naturbelassene, realistische Abbildung dessen, wie es auch das Auge am Okular gesehen hat. Das aber war nicht das Ziel, sondern eine Darstellung, die den Vergleich mit anderen Aufnahmen auf etwa einem Niveau erlaubt.

Die Farben variieren immer ein bisschen, bei fast allen im Übrigen. Bei mir vielleicht noch ein wenig stärker, als bei anderen, die schon länger als ein paar Monate einen eingefahrenen Workflow haben. Zudem weise ich immer wieder darauf hin, dass ich - je nach Umständen - unterschiedliche Luminanzkanäle verwende. Ist es nur ein IR, hat das bei Jupiter natürlich nachhaltig Einfluss auf die Rotbraun-Töne, die dann oft als zu hell empfunden werden. Dies ist ein IRG als Luminanz, was einem normalen L noch am nächsten kommt. Was sich dennoch nicht verhindern lässt, sind manche Blau- oder Purpurtönungen, wie im STB. Das kommt aus der Unschärfe des Blaukanals im Gegensatz zu scharfen Rot. Die decken sich dann nicht mehr exakt, was zu Farbsäumen führt.

Ob die Cassini-Aufnahme lügt, kann Dir kaum jemand außerhalb von JPL sicher sagen ;) Fest steht, Farben sind auch veränderlich, wenngleich sie bei Jupiter grundsätzlich wohl immer ähnlich ausfallen. Soweit weg davon bin ich aber doch nicht.

Kopfstehend? Ansichtssache. Süden oben war (auch hierzulande) früher ganz normal, weil das Fernrohr es so zeigte. Vielleicht hält es die ALPO Japan deshalb bis heute so, Süden oben als Vorgabe zu nehmen. Und da ich Bilder dort begonnen habe, sie öffentlich zu zeigen, hat es sich nunmal so eingebürgert. ALPO USA macht es ebenso.
Überdies sehen für mein Auge Jupiter-Bilder mit GRF oben einfach vertrauter und "richtig" aus. So kann ich meine Bilder auch sofort mit international gezeigten vergleichen, ohne immer erst alles wieder drehen zu müssen.

Viele Grüße
Rudolf
 
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