Jupiter im C11HD

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StHz

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Hallo zusammen,

vorgestern gelang mir mein erstes Jupiterbild mit dem neuen C11HD. Kamera war eine ASI174mm mit 2,5x Barlow und IR-Passfilter. Das Seeing war wirklich schlecht, dennoch zeigen sich einige Details. Am linken Rand taucht gerade eben der GRF auf. Dennoch bin ich nicht wirklich zufrieden: Das Bild ist verrauscht, die Details wirken aufgeblasen. Geschärft habe ich mit Giotto, doch sobald ich einen kleinere Filter anlege, schärfe ich nur noch das Rauschen.

Link zur Grafik: http://astro-kooperation.com/wp-content/uploads/2017/05/Jup_010215_1_115_2.jpg
(Weitere Daten durch Klick aufs Bild)

Hier ein Ausschnitt aus dem Original-Video:
Link zur Grafik: http://astro-kooperation.com/wp-content/uploads/2017/05/Jup_010215_pipp.gif

Vielleicht hat ja einer der Planeten-Profis hier einen Tipp für mich, was ich besser machen kann.

Viele Grüße
Stefan

 
Hallo Stefan,

das Problem mit dem Rauschen Schärfen kenne ich nur zu gut.
Du schreibst, dass Du 10% von 1650 Bildern gestackt hast.

Dann wäre mein Rat zuerst mal längere Videos aufzunehmen.
Bei Jupiter so 90sec. Das wären bei Deiner Belichtungszeit und
Deiner Kamera so ca. 10000 Frames.

Damit hast dann eine wesentlich höhere Anzahl Frames zum stacken zur Verfügung was dann das Rauschen besser unterdrückt.

Grüße
Volker
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Volker,

vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habe bereits rund 60 s pro Video belichtet. Habe mir nun eine schnellere SSD zugelegt und werde damit testen, ob mehr Bilder auf der Platte ankommen. Wobei ich (in einem anderen Video mit rund 5000 Frames) selbst bei einer Verwendungsrate von 50% (entsprechend rund 2.500 Bildern) schnell das Rauschen schärfe. Ich werde demnächst mal einen Vergleich einstellen.

Vielleicht noch eine Frage zu RGB-Filtern: Benötige ich da welche mit IR-Sperrfilter oder können es visuelle RGB-Filter sein?

Viele Grüße
Stefan
 
Hi Stefan,
du brauchst CCD Filter die blockieren auch gleichzeitig IR.
CCD Interferenzfilter Baader , oder halt die von Astronomik.
Kanns aber auch die von ZWO nehmen, wobei ich noch nirgendwo gelesen habe ob die homofokal sind.
Gruesse
Claude
 
Hallo Volker,

ja, allerdings ist der Laptop ein wenig älter und verfügt nur über eine 5.400rpm HDD. Ich denke, da liegt ein Engpass. FC zeigte Frameraten von >100/s an, tatsächlich aufgezeichnet wurden dann aber deutlich weniger (z.B. bei einem ca. 80 s AVI nur etwa 5.100).

Aber wie gesagt, selbst wenn ich >2.000 Frames in AS!2 addiere, kommt beim Schärfen sehr schnell das "Korn" durch, jedenfalls bei Filtergrößen in Giotto von 5 bis 9. Bei 11 und größer ist das weniger problematisch, dafür sehen dann alle Details aufgeblasen aus.

PS: Mich würde noch interessieren, wie ihr das oben eingebundene Video hinsichtlich Seeing einschätzt. Ist das aus eurer Sicht brauchbar oder schlecht? Mir fehlt bislang die Vergleichsmöglichkeit...


CS
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,

das Video zeigt meines Erachtens ein recht wechselhaftes Seeing,
da hängt es dann sehr davon ab, wieviel "brauchbares" Seeing Du pro Film hast.

Bei wieviel Frames ist denn der 50% Schnittpunkt im Graph von Autostakkert?

Stell doch mal das ungeschärfte Summenbild ein, da lässt sich vielleicht mehr dazu sagen.

Grüße
Volker
 
Also: Als erstes mal das Seeing ausschalten - allerdings suche ich selbst seit Jahrzehnten nach dem Schalter...
(jokemode off): Im Ernst: Viel mehr kannst Du bei dem Seeing nicht erwarten. Das würde bei mir auf der Skala vermutlich bei maximal 2-3/10 rangieren. In Worten: grauselig. An sich lohnt da schon gar kein Aufnehmen mehr, aber bei den wenigen Gelegenheiten... Ein Angler würde ja wahrscheinlich auch noch Fischen gehen, obwohl er weiß, dass vielleicht nur noch ein Fisch im Teich ist...

Ansonsten sind die vorangegangenen Tipps alle richtig.
Wichtigste Konsequenz: An einem neuen Aufnahmegerät geht wohl kein Weg vorbei. Schnelle Kamera braucht nunmal schnelle Platte. Sonst machst Du Dir en Vorteil wieder kaputt. Und aus einer Riesenenge an images heute auswählen zu könne, ist unabdingbare Basis guter Bilder.

Deine Filtergrößen sind im Übrigen für schlechtes Seeing normal. Da geht man immer die Gratwanderung zwischen Rauschen niederhalten und Details noch nicht zu stark verunschärfen... Kleine Filterradien kann ich auch nur verwenden, wenn das Seeing mal super ist. Und dann kommt es auch noch auf die Pixelgröße der Kamera an. Eine DMK braucht kleinere als eine ASI 224 MC zum Beispiel.
LG
Rudolf
 
Hallo Volker und Rudolf,

vielen Dank für eure Hinweise, insbesondere für deine Einschätzung des Seeings, Rudolf. Das gibt mir mal eine Vergleichsbasis.

Ich habe einmal zwei Summenbilder hochgeladen, einmal mit 10% von ca. 1.650 Frames, das andere mit 40%:

10%

40%

Und hier sieht man mein Dilemma:

Link zur Grafik: http://astro-kooperation.com/wp-content/uploads/2017/05/Jup_005852_total.jpg
(Rechtsklick und "anzeigen" für die volle Größe)

Das Rohbild wurde hier stets mit Giotto geschärft und zwar jeweils mit den Filtereinstellungen Rechteck (Schärfung und Rauschunterdrückung) sowie Kritische Dämpfung. Filtergrößen habe ich angegeben. Man sieht, dass kaum Details, sondern fast nur das Rauschen geschärft wird. Dreieck scheint weniger Rauschen zu produzieren, dafür werden die Details aber auch stärker aufgeblasen.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

hab mich mal kurz an Deinem Summenbild versucht, kam aber nichts besseres bei raus, als das was Du gezeigt hast.

Von daher ist es wohl am sinnvollsten dranzubleiben und auf bessere Bedingungen zu hoffen.

Grüße
Volker
 
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