Jupiter im Teleskop

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coltrane

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Wenn ich mir so ein Video anschaue, dann frage ich mich warum ich überhaupt noch selbst rausgehen soll?
Seit 10 Jahre beobachte ich nun schon mit meinem 10er Dobson, aber mehr als einen weißen Klecks mit ein paar Bändern habe ich am Jupiter nie gesehen. Hier und da mal ein Knubbel in den Bändern oder ein kleiner Streifen, das geht schon mal, der GRF ist auch kein Problem. Aber so wie in dem Video, da komm ich nichtmal annähernd ran. Selbst bei gutem Seeing bleibt der Anblick stets fahl und unwirklich. Kaum Farben, hauptsächlich Grautöne.
Deswegen meine Frage an die anderen Beobachter. Wie seht ihr den Jupiter? Wie erreicht man eine Ansicht wie in dem Video, oder ist das visuell garnicht möglich?
 
Hi,
habe auch ein 10" Flextube Dobson, und sehe genau so wie Du.
Nur wenn man mit der Cam aufnimmt, sieht man halt mehr Details.

Ich denke dass das visuell mit einem 10" nicht moeglich ist.
Selbst wenn du eine 5X Barlow nimmst. und dann auf einer Brennweite von 6 Meter bist.

LG
Claude
 
Hi ihr beiden,

sprechen wir hier von der letzten Ansicht, also dem gestackten Bild am Ende des Videos oder von der Video-Sequenz davor?
Denn letzteres erreiche ich mit meinem 10" f/4,8 durchaus. Natürlich nicht ganz in der Größe, aber die Details kann man schon ausmachen. Natürlich nur nach längerer Beobachtung und nicht nur durchschauen und n Hubble-Bild erwarten ;)
Hatte ihn vorgestern noch im Okular bei 300x und es macht immer wieder Spaß

Gruß
Chris
 
Hallo coltrane,

hast du dein Newton gründlich kollimiert?

Zeigt dein Newton saubere Beugungsscheibchen bei hoher Vergrößerung?

Hast du dein Newton schon mal an engen Doppelsternen getestet?

Sprich: Kannst du dir also sicher sein, dass deine Optik gut eingestellt ist?

Sonst wird deine Optik nie wirklich was am Jupiter zeigen können. ;)


Grüße,
Christian
 
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Hi Christian,
meiner ist justiert, abgekuehlt ca 2Stunden draussen bevor spechteln.
Bei 300x Vergroesserung erkenne ich keine Strukturen, nur die Baender und die Monde.

Gruss
Claude
 
Einige der Details (vielleicht sogar die meisten) kann ich durchaus herausarbeiten wenn man gutes Seeing hat und sich lange Zeit nimmt. Aber wohlgemerkt nur herausarbeiten, keineswegs die ganze Zeit problemlos sehen so wie im Video. Das ist mein Dilemma. Mein Eindruck ist ein völlig anderer. Bei 200-fach zB sehe ich den Jupiter nur etwa ein Fünftel so groß, und bis auf leichte Grau- und Brauntöne keinerlei Farbe. Man hat nie das Gefühl wirklich einen Planeten zu sehen, eher ein Phantombild davon.

Zur Kollimation:
Ich habe keinen Laser, nur so ein Justierokular mit einem kleinen Loch in der Mitte. Den Rest mache ich grob mit Augenmaß und die Feinjustage dann am Polarstern. Meiner Ansicht nach ist die Justierung gut genug. An epsilon Lyrae habe ich bei 500-fach kreisrunde Beugungsscheibchen.

Allerdings sind die Sterne stets von sehr viel "Geflimmere" umgeben, wo ich mir oft die Frage stelle wo das herkommt? Epsilon Lyrae ist locker als Doppelstern zu erkennen, aber dieses Geflimmere ist meistens so stark dass sich die Sterne berühren. Bei hellen Sternen wie Wega kann ich bei hoher Vergrößerung nur noch einen hellen Punkt in der Mitte erkennen, umgeben von einem Schneeball so groß wie Jupiter bei 100-fach. Schwache Sterne wie zB in M13 hingegen sind perfekt punktförmig ohne sichtbare Fehler.

Oft stelle ich mir die Frage ob das durch die Seeingproblematik unvermeidlich bei jedem so ist, oder ob es auch besser gehen könnte. Obwohl, Auskühlungsprobleme kann ich ausschließen weil mein Teleskop in der Garage lagert und dort immer bestens gekühlt ist. Und beim Mond zB habe ich selbst bei hoher Vergrößerung ein sehr scharfes Bild, ein schlechter Spiegel kanns eigentlich auch nicht sein. Nur beim Jupiter verstehe ich nicht wie man im gezeigten Video einen solchen Anblick zustande bekommt, der völlig von meinen persönlichen Ergebnissen abweicht.
 
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Super, wenn du die Beugungsscheibchen so siehst! :super:

Nehmen wir mal an, das Video ist wirklich mit einem 10Zoll Newton entstanden, dann wird das unter allerbesten Bedingungen geschehen sein, d.h. bester Luftruhe. Da steht aber glaube ich gar nichts von Newton(?), das sollte aber mehr oder weniger unerheblich sein.

Diese Bedingungen müsstest du erst mal selbst vorfinden.

Ich sag mal so, wenn du gefühlsmäßig bei mittleren Vergrößerungen immer ein scharfes Bild hast, z.B. vom Mond, dann wird deine Optik schon in Ordnung sein. Also es darf dir da nichts komisch vorkommen, wenn du zum Beispiel terrestrisch ein Objekt einstellst z.B. Häuserdächer, Dachrinnen, rostige, poröse Stellen, Mauerwerk etc. in einiger Entfernung, dann muss es bei 50x/100x glasklar scharf abgebildet sein, mit allerfeinsten Details. Die Luft darf dann natürlich nicht sehr unruhig sein!

Größere Öffnungen sind ja bekanntermaßen viel anfälliger für Luftunruhe. So hat man unter durchschnittlichen Bedingungen eher selten excellentes Seeing. Das Video soll aus Griechenland/Kreta aufgenommen worden sein, da sind vielleicht viel bessere Bedingungen anzutreffen.(?)


Grüße,
Christian
 
Moin!

Das Video ist bei dieser Vergrößerung sicher bei extrem guten Seeing entstanden, was man hierzulande nur in Nächten hat, die man an einer Hand abzählen kann. So groß wie in denm Filmchen vergrößert man visuell soieso nicht. Dann kommt es drauf an, die Feinheiten zu erkennen, wozu - wie oben geschrieben - schon einige Beobachtungserfahrung gehört.

Der Film wurde auf Kreta aufgenommen. Da gibt es Gebirgszüge, die bis 2400 m hoch gehen - mit einem entsprechenden Himmel. Wer mal da war, wird wissen, was ich meine.
Dazu kommt noch, daß so eine CCD-Webcam in der Nacht bzw. bei schwierigen Lichtverhältnissen eine ganz andere Farbwahrnehmung als jemand mit bloßem Auge hat.

Wenn ich allerdings von "Sternenmatsch bei 100fach so groß wie Jupiter" lese, dann stimmt vermutlich schon was Grundsätzliches am *entfernt* oder den Okularen nicht.
 
Zitat von RoudenLeiw:
Bei 300x Vergroesserung erkenne ich keine Strukturen, nur die Baender und die Monde.

Eine gut gebaute aktive Belüftung und eine Tubusisolation können wunder wirken. Der Flextube brauch evtl. eine Socke. Ein variabler Polfilter kann helfen, die optimale Helligkeit einzustellen.
Diese Maßnahmen helfen Quellen für Seeing auszuschließen. Sie ersetzen keine Beobachtungserfahrung und auch keine Beobachtungdauer.
 
Zitat von winnie:
Moin!
Wenn ich allerdings von "Sternenmatsch bei 100fach so groß wie Jupiter" lese, dann stimmt vermutlich schon was Grundsätzliches am *entfernt* oder den Okularen nicht.
Nochmal zur Erklärung:
Wenn ich einen hellen Stern wie Wega bei hoher Vergrößerung beobachte, 250-fach und mehr, dann sehe ich keinen Punkt mehr, sondern einen flimmernden Schneeball so groß als wie Jupiter bei 100-fach.
Und da frage ich mich in wie weit das normal ist? Liegt das alles am Seeing, oder trägt die Obstruktion von 26% dazu bei? Liegt es vielleicht sogar an den 3mm dicken Fangspiegelstreben? Wie ist das bei euch?
 
Hallo,

also zunächst zum Video: Das ist zweifelsfrei sehr schön aber keineswegs so, dass man das visuell nicht sehen könnte...ganz im Gegenteil. Möchte hier nicht reißerisch rüberkommen, allerdings kenne ich visuell definitiv noch deutlich mehr Details als das, was auf dem Video zu sehen ist. Letztes Jahr auf der Emberger Alm (ITT) bzw. noch besser vorletztes Jahr bei der einen klaren aber super ruhigen, wenn auch feuchten Nacht am Ende des ITT konnte man das beobachten. Allerdings durch ein 18" und kein 10". Aber selbst mit einem feinen 10" ist visuell bei sehr guten Bedingungen noch mehr als auf dem Video...und vor allen Dingen noch schärfer...zu sehen.

Nun zu Wega: Ich habe den Eindruck, dass du bei relativ schlechtem Seeing, bzw. nicht ausgekühltem Teleskop schaust. Der Hinweis mit dem "Schneeball" bringt mich darauf. Bei gutem Seeing ist auf jeden Fall klar das Beugungsscheibchen definiert. Bei 250x im 10" sollte das bereits gehen. Das sieht dann nicht wie ein undefinierter Schneeball aus. Es gibt natürlich noch mehr Gründe, warum Wega so aussehen kann, aber ich bin mal nur auf das Naheliegenste eingegangen, vorausgesetzt dein Fernrohr war im Fokus und halbwegs ordentlich justiert.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

ich gehöre auch zu den eher Unerfahrenen und Planeten sind auch nicht mein Spezialgebiet. Justage, Seeing sowie Grau-/Polfilter wurden schon genannt. Ich denke aber auch, dass die Wahl der Okulare und speziell bei Jupiter auch die richtige Vergrößerung eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen. Jupiter hat "leider" nur sehr feine, dezente Kontraste. Eine geringfügig zu hohe Vergrößerung kann da schon manches Detail "schlucken". In Bezug auf Okulare setze ich (auch bei Deepsky) fast nur gute Orthos ein. Selbst mein günstiges 6mm Kasai Classic zeigte mir bei meiner letzten Beobachtung in der Morgendämmerung ein deutlich angenehmeres, ruhigeres Jupiterbild als z.B. meine 6mm Blaukante. Details konnten leichter wahrgenommen werden, Kontrast und Schärfe waren einfach besser. Es kann also durchaus auch an den verwendeten Okularen liegen. Gerade bei schnelleren Systemen.

Gruß, Robert
 
Hier ein Video dass sehr gut den Detailgrad zeigt den ich maximal sehen kann. Nur halt viel viel kleiner und die Farben weniger kräftig. Selbst in den besten Nächten in denen sogar Details auf Ganymed in Reichweite kommen, sehe ich Jupiter nicht besser.
An Okularen habe ich übrigens Nagler und das TS Bino.
 
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Wenn ich mich so an meine letzte Beobachtung (25.07.2012, 03:20 - 04:20) erinnere (Zeichnungen wären hier wohl am besten), konnte ich bei ca. 200x schon recht deutlich eine fasrige Struktur in den Wolkenbändern sehen. Allerdings stand da Jupiter noch relativ tief. Auch Zeichnungen, z.B. von Uwe Pilz mit seinem 12" f/4.5 Ninja-Dobson, zeigen sehr viel Struktur. Sicher braucht man etwas Zeit beim Beobachten, aber da geht deutlich mehr.

Verwendest du die Nagler auch solo am Planeten oder nur mit dem Bino? Vielleicht ist das recht günstige Bino nicht unbedingt erste Wahl am Planeten ?)

Nachtrag: Hier mal die Seite v. Uwe Pilz mit einigen Zeichnungen. Vielleicht hilft dir das als Vergleich. Verwendet wurde u.A. auch 6" Mak.
 
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Würde dich gern mit richtigem Namen ansprechen, aber du nennst ihn nicht...

Man kann methodisch auf verschiedene Weise vorgehen. Wichtig wären in etwa folgende Dinge, hinter denen du einen Haken machen kannst. Schwierig ist die Ferndiagnose, da ich deine Beobachtungserfahrung nicht kenne.

- Hast du direkte Vergleiche, d.h. möglichst am gleichen Abend mit einem anderen, möglichst (nachweislich) gutem Teleskop direkt neben deinem?
- Hast du selbst Vergleiche an anderen Teleskopen bei gutem Seeing, so dass du weißt wie Jupiter unter diesen Bedingungen an einem 10" aussieht?
- Siehst du in einem viel kleineren Teleskop mit den gleichen Okularen mehr?
- Ist sichergestellt, dass die Beurteilung des Teleskops von einem geeigneten Beobachtungsplatz fern von Kaminen/Straßen/Hauswänden, etc. stattfand und auch das Teleskop mindestens 2-3 Stunden Zeit hatte, auszukühlen?
- Wurde Jupiter, bzw. Wega bei ausreichend großer Horizonthöhe, möglichst zur Zeit der Kulmination beobachtet?
- Kann man davon ausgehen, dass das Teleskop ordentlich justiert war und im Fokus beobachtet wurde?
- Behält das Teleskop die Fokuslage, oder rutscht der OAZ evtl. mit den Hülsen durch?
- Hat ein anderer, erfahrener Beobachter das Teleskop einmal am Himmel gesehen?
- Können mechanische Probleme der Spiegellagerungen ausgeschlossen werden?

Erst wenn diese Punkte abgehakt sind, könnte man sich über evtl. mangelhafte Qualität der Optiken Gedanken machen. Vielleicht hilft das ein wenig weiter...

Viele Grüße
Werner


 
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Also,
ich bin kein Optiktester und habe auch keinen Zugang zu perfekten Geräten. Aber so viel Erfahrung habe ich schon, dass ich so Sachen wie falsche Justierung, schlechtes Seeing, zu niedriger Stand des Planeten etc. ausschließen kann.

Nach langer Überlegung bin ich zu dem Schluß gekommen dass es nur die Qualität des Hauptspiegels sein kann. Mein Gerät ist das Galaxy D10 von ICS, also der rote GSO. Immerhin mit Pyrex Spiegel, die einen deutlichen Aufpreis kosten und als besser wie die BK7 beworben werden. Der Spiegel ist auch gewiss keine Gurke, aber irgendeinen Grund wird es schon haben wieso andere Spiegel allein mehr kosten als mein ganzes Teleskop.

Wenn manche hier behaupten sie könnten am Jupiter mehr Details sehen als im Video oben und Beugungsscheibchen an Wega, dann macht mich das schon stutzig. Dann waren alle meine Planetenbeobachtungen der letzten 10 Jahre für die Katz, weil mein Spiegel dafür schlicht zu schlecht ist. Schon ärgerlich, das Ding hat immerhin 1000€ gekostet.

Bei Wega versteckt sich der Stern wie gesagt immer hinter einem Schneeball. Jupiter läßt bei 200-fach schon nach, unter 1mm AP ist praktisch nichts mehr zu holen. Auch tagsüber an nahgelegenen Baumspitzen merkt man wie die Bildqualität abbaut je näher man Richtung 1mm AP kommt. Das Bild bleibt zwar brauchbar, aber die letzte Brillianz und Detailauflösung fehlen einfach. Aber genau diese letzten Prozente sind vermutlich die Entscheidenden die fehlen.

Ich kann mich noch an ein Nürnberger Teleskoptreffen erinnern, wo ich Jupiter in einen 4- oder 5-Zoll Refraktor mit Bino so scharf wie noch nie sehen konnte, trotz tiefer Stellung im Schützen. Das war was ganz anderes als bei mir im Dobson. Zwar waren keineswegs mehr Details zu sehen, aber die Schärfe und Echtheit des Bildes war schon erstaunlich.

Deshalb die Frage, wie seht ihr den Unterschied zwischen GSO- und richtig guten Spiegeln? Kann das der Grund für die unterschiedlichen Ergebnisse sein? Wenn ja was müßte ich tun und ausgeben um einen richtig guten Spiegel nachzurüsten? Weil, jedesmal das Teleskop rauszutragen um vergeblich Details hinterher zu jagen die man eigentlich sehen könnte, das bringts ja auch nicht!
 
Ich selbst kann zwar nichts mit eigenen Erfahrungen beitragen, aber ein Bekannter sieht sehr wohl den Unterschied zwischen einem guten bis sehr guten und einem eher durchschnittlichen Spiegel, vor allem an feinen Details bei Planeten. Wie die Serienstreuung bei den GSO-Spiegeln ist, die ICS verbaut, kann ich nicht beurteilen.

Ein Bekannter hatte sich vor einigen Monaten mal eine 12" Lightbridge gekauft, welche ebenfalls bei höheren Vergr. am Planeten total versagt hatte. Die Sterne waren ebenfalls etwas aufgeblasen (schon bei geringerer Vergr.), als wenn man nicht richtig fokussiert hat. Die tatsächlichen Ursachen wurden zwar nicht gefunden und Meade hatte auch keine Fehler finden können, aber das Gerät wurde getauscht und liefert nun eine Abbildung, wie man es erwarten würde.

Ich würde an deiner Stelle mal einen erfahrenen Beobachter in deiner Nähe heranziehen, der sich mit Sterntest und Ähnlichem etwas auskennt. Ich glaube auch, dass zuviele Faktoren eine Rolle spielen, die die Abbildungsqualität herabsetzen. Auch die eigene Sehleistung sollte man nicht ganz unterschätzen.

Gruß, Robert
 
hhmm coltrane ich weiß ja nicht...

Werner hat oben die Qualität an letzter Stelle genannt, vorher müssten alle anderen Faktoren überprüft werden. Sofort alles auf die Qualität der Optik zu schieben wäre viel zu kurz gegriffen.

GSO ist bekannt für die regelmäßige Ablieferung guter Spiegel und garantiert eine beugungsbegrenzte Abbildung derselben. Von daher müsstest du schon viel Pech gehabt haben, einen schlechten Spiegel zu erwischen. Das ist eigentlich eher unwahrscheinlich, ausgehend von dem, was man so hört. Es seie denn, vor 10 Jahren war das noch deutlich anders.


Grüße,
Christian


 
Hallo Coltrane,

sicher, die Möglichkeit, dass es sich evtl. um eine schlechte Optik handeln könnte ist gegeben. Die genannten Optiken haben mit Sicherheit größere Streubreiten zwischen Gurken und durchaus besser als nur akzeptabel. Jedoch würde ich nicht voreilig einen Schluss in diese Richtung ziehen wollen. Verschiedene Dinge hast du ja abgehakt, müssen also nicht mehr hinterfragt werden.

Bitte unterschätze nicht die Auswirkung von schlechten Seeingbedingungen. Wobei ich dies insgesamt sehe (Tubusseeing + atmosphärisches Seeing + lokales Seeing). Ein Galaxy D10 hat soviel ich weiss keine Lüfter. Somit ist Tubusseeing schon einmal je nach Temperaturunterschied zwischen dem Ort der Lagerung des Teleskops und dem Beobachtungsort potenziell gegeben. Ein 10" ist generell viel anfälliger als ein 5". Das kleinere Teleskop zeigt viel leichter ein scharfes Bild. Allerdings mag ich nicht glauben, dass du in 10 Jahren quasi immer damit zu kämpfen hattest. Wenigstens ab und zu sollte das Seeing kein Problem darstellen. Auch der direkte Vergleich sprach nicht für den 10". Nur...im größeren Teleskop steht das Bild fast nie so ruhig wie im kleineren. Das kann schlechte Bildqualität auch vortäuschen. Schau, mehr Details hast du offenbar nicht im kleineren Teleskop am selben Abend gesehen.

Laß das Teleskop auf einem Teleskoptreffen von Spezialisten in der Begutachtung am Himmel durchchecken. Dann siehst du klarer. Es stehen ja die Tage einige Treffen an.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Coltrane (?)
Bevor hier wieder über irgendwelche Hersteller, Spiegelqualität, Justage oder sonst was spekuliert wird, könntest du uns mal verraten von Wo aus du beobachtest, oder hab ich das überlesen? Wie sind deine Beobachtungsbedingungen?

Die gezeigten Videos entsprechen eigentlich den Abbildungsleistungen bei gutem UND schlechtem Seeing, unabhängig vom Teleskoptyp. Wenn ich es hier auf die Rheinebene übertrage habe ich zu 99% die Abbildungsleistung vom "schlechteren" Jupifilm. Vielleicht zwei dreimal im Jahr kann man richtig Details am Jupiter sehen. Aber auch nur dann, wenn man zu DER Zeit auch Beobachtet. Du verstehst auf was ich hin will.
Selbst wenn du am Dorfrand oder auf´m Acker beobachtest, kann sich das Umfeld tagsüber aufheizen und man hat Nachts wenn es die Wärme wieder abgibt sehr mieses Seeing, trotz dunkelstem Standort. Also nochmals, erzähl mal mehr von deinem Beobachtungsort.

Und, das sollte man auch nicht ausser acht lassen, sehen hier Leute im Forum Details im Teleskop die wohl eine Kombination aus Sehen und Wissen wie das Ding aussehen kann, vereint ;)

Gruss Hans-Peter

 
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Hi Coltrane,

ehe Du an Deinem Spiegel verzweifelst, wann warst Du das letzte Mal beim Augenarzt/Optiker?

Tagsüber sind unsere Pupillen stark zusammengezogen und leichte Sehfehler (Hornhautverkrümmung, Eintrübung Glaskörper, Linsenfehler, Netzthautschäden...) fallen nicht auf.

Nachts, bei voll geöffneter Iris dagegen können sie sich genau so bemerkbar machen, wie Du Dein Seherlebnis schilderst!

Allerdings kann auch grottiges Seeing das Bild so aussehen lassen...
 
Hallo Hans-Peter,

ich muss dich dahingehend korrigieren, dass ich nicht finde, dass dieses verlinkte Video definitv alles zeigt, was hierzulande visuell bei sehr gutem Seeing deutlich besser als 1,0" möglich ist. Es ist schön, zeigt schon einiges, dennoch ist da Luft nach oben! In größeren Teleskopen ist das überhaupt kein Thema. Das können dir einige Leute hier im Forum bestätigen, welche unter solchen Bedingungen Planeten beobachten. Selbst mit 10" geht da noch signifikant mehr (konnte mich an einem perfekten 10" MN auf der WSP in Florida davon überzeugen, wobei man dazu noch nicht mal das 0,4"-0,5"-Seeing von dort braucht). Schau dir bitte die Jupiterbeobachtungen bzw. Zeichnungen von winzigsten Details innerhalb der Schattierungen auf Jupitermonden letzten Herbst hier im Forum an. Dann weisst du in etwa, von was ich spreche. Möglicherweise ist auch dein Beobachtungsplatz nicht ganz optimal und typisches Top-Planetenseeing kommt dort vielleicht nicht oder viel zu selten zustande. Was hat übrigens ein "dunkler" Standort mit gutem oder schlechtem Seeing zu tun? Nun wirklich nichts!

Das Problem bei Coltrane ist anders gelagert. Vielleicht ist es die Optik, vielleicht doch etwas ganz anderes...keiner kann dies schlüssig durch Analyse aus der Ferne erklären. Alles pure Spekulation! Allein Coltrane kann bei methodischem Vorgehen das Problem eingrenzen oder auch lösen. Es kommen ja viele Hinweise, welche ihn sicherlich weiterbringen.

Viele Grüße
Werner

 
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Hallo Fee,

Sehfehler haben natürlich Einflüsse in der Erkennbarkeit von Details. Allerdings machen sich viele Sehfehler (ausgenommen Trübungen und dunkle Schlieren bei zunehmendem Alter) bei kleiner AP im Gegenteil eher weniger bis gar nicht bemerkbar. Selbst starker Asti ist bei <1mm AP kein Störfaktor mehr.

Die Beobachtungen, welche Coltrane schildert, wurden v.a. bei kleiner AP gemacht.

Klar, Coltrane wird um sein Augenlicht selbst am ehesten Bescheid wissen und wird deinen gut gemeinten Hinweis sicher einordnen können.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner
klar hab ich den Jupiter schon deutlich besser gesehen. Sogar extrem viel besser. Aber wie ich ja schon geschrieben habe muss man auch zu der Zeit am Beobachten sein. Wenn ich also mal einen Jahresdurchschnitt der Jupitersichtbarkeit nehme ist er i.d.R. eher wie im schlechten Film und wenige male wie im guten Film und ganz ganz selten einfach Perfekt. Wenn ich zu der Zeit Nachtschicht oder sonstwas gehabt hätte wäre eben der bessere Film das Beste gewesen. Man muss also auch Glück haben um zu der richtigen Zeit am Okular zu hängen.

Gruss Hans-Peter
 
Beim Augenarzt war ich erst letztes Jahr, der konnte nichts Auffälliges feststellen außer Astigmatismus der aber bei kleinen APs keine Rolle spielt.
Wo die Ursache nun genau liegt weiß ich nicht. Aber eins weiß ich sicher, dass ich mit meinem 10-Zöller niemals so einen Anblick wie im ersten Video schaffen werde, auch in 100 Jahren nicht.
Ich hatte auch schon gutes Seeing von unter 1 Bogensekunde, aber selbst da hats mich nie vom Hocker gehauen.
 
Hallo Coltrane,

wenn es so aussieht, dann solltest Du versuchen, bei einem Teleskoptreffen oder einer Sternwarte, Dein Teleskop mit ähnlichen Geräten anderer zu vergleichen. So kannst Du zumindest feststellen, ob Dein Teleskop in Ordnung ist bzw. etwas gänzlich daneben liegt. Nicht zu vergessen ist auch das Zubehör wie Okulare, Zenitspiegel usw. Das wäre wohl der einfachste Weg, Klarheit zu bekommen. Dass Du in 10 Jahren nur schlechtest Seeing hattest, würde ich auschließen. Jupiter ist, wie ich finde, sehr anfällig für schlechtes Seeing. Obwohl er sehr groß ist sind die Kontraste und die sichtbaren Strukturen sehr zart und werden bei unruhiger Luft sehr schnell verwischt, dass nur noch die beiden Hauptbänder erkennbar sind. Bei guten bis sehr guten Bedingungen zeigte mein 5" APO deutlich mehr, als das Video. Das sollte dein 10 Zöller auch hinbekommen, wenn er in Ordnung ist.

Viel Erfolg!
Bocian
 
Also meine Erfahrung ist folgende, in 80% der Nächte ist auf Jupiter wirklich nichts bis auf 4 bis 5 Bänder und dem GRF und ab und an ein Paar ,,Knoten'' auf Jupiter zu sehen.
Hat man aber einer der wenige Nächte mit gutem Seeing bleibt einem selbst bei 8 Zoll der Mund offen stehen.
Dort sind dann in den Bändern zahlreiche Strukturen zu sehen wie auf einem guten Foto.
Die Monde sind dann als unterschiedlich grosse Scheibchen sichtbar.
Im 12 Zöller von Gso sah ich schon Albedostrukturen auf Ganymed.
Es ist schon ein Erlebnis wenn Jupiter im 12 Zoll Dobson bei über 400x im Okular steht, oder im 8'' bei 300x.

Jupiter reagiert extrem empfindlich auf schlechtes Seeing ebenfalls auf schlechte Justage des Teleskopes.
Ein 10'' Dobson sofern er ok ist sollte soviele Details zeigen können das es schwierig ist sie mit Worten zu beschreiben bzw. sie zu zeichnen.

So ab ca. 3 Zoll sieht man das die Bänder nicht ,,glatt und struckturlos'' sind neben dem GRF sieht man da auch erste gröbere Strukturen an den Bändern die aber meist schwer zu erfassen sind, ab 4'' wirds dann nochmal eine Ecke leichter mit 4 Zoll sollten auch die Monde zu winzigen Scheibchen werden.
Die Realität ist leider die das die Teleskope ihr Potenzial aufgrund des Seeings nicht ausspielen können.

Hier Jupiter in kleineren Öffnungen bis 8''http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm

Viel Spass mit dem 10'' Dobson
Patrick
 
Hi coltrane,

Wenn ich mir so ein Video anschaue, dann frage ich mich warum ich überhaupt noch selbst rausgehen soll?
Seit 10 Jahre beobachte ich nun schon mit meinem 10er Dobson, aber mehr als einen weißen Klecks mit ein paar Bändern habe ich am Jupiter nie gesehen....

Nach eigenen Beobachtungen mit div. 8" bis 12" Newtons geht Jupiter ca 2 bis 5x im Jahr visuell deutlich besser als im Video gezeigt. Da du nun auch schon seit 10 Jahren beobachtest müsste dir das aufgefallen sein, wenn denn dein Teleskop OK ist.

Falls die Optik deines Teleskops sich in einer der viel zu engen Blechröhren befindet dann kann sie so gut sein bis zu besser geht nicht und das Seeing der Luft über dem Teleskop ebenfalls, trotzdem wirst du immer die auf Jupiterdurchmesser aufbeblasene Wega und einen kontrastarmen Jupiter sehen. Ursache dafür ist nach meiner Einschätzung die ungleichförmige Temperatur an der Tubuswand wg. IR- Abstrahlung. Nach einenen Messungen an einer derartigen Blechröhre können Temperaurdifferenzen von ca. 5° C auftreten. Dh. die himmewärts gerichtete Seite des Tubus kann innen ca. 5°C kälter sein als die Seite die nur den Boden "sieht". Die daraus resultierende Temperaturschichtung der Luft führt zu Turbulenzen. Dagegen hilft nur eine ordentliche, permanent wirkende Zwangsbelüftung des Tubus.

Um evtl. grobe Otikfehler auszuschließen empfehle ich den Sterntest am künstlichen Stern im freien in ca. 50 m Abstand bei bedecktem Himmel und annähernd Windstille.

Gruß Kurt
 
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Gestern wollte ich es unbedingt wissen und bin Mitternacht raus und habe bis 4 Uhr morgens !!! Jupiter beobachtet. Das Seeing war so gut wie man es bei 10 Versuchen vielleicht 1x hat, also wirklich top.

Ich habe alle Vergrößerungen aufgefahren die ich mit Bino und ohne einsetzen kann, habe immer wieder Frischluft ins Teleskop gewedelt um Tubusseeing zu bekämpfen und auch sonst alles getan um das bestmögliche Bild rauszuholen.

Trotzdem war das Ergebnis ernüchternd. Dieses Foto kommt dem Anblick in den besten Momenten nahe, zeigt aber bereits etwas mehr Details als ich sehen konnte. Die Monde waren selbst bei 500-fach teilweise perfekt zu sehen ohne Geflimmere oder Verzerrungen. Der Schatten von Io war immer wieder wie ausgestanzt, perfekt rund und schwarz. Wie schlecht kann ein Teleskop sein dass sowas zeigt? Aber trotzdem war auf Jupiter nicht viel zu sehen. Außer ein paar Bändern nicht mal 10 Details. Hier und da ein kleiner Punkt oder ein bläulicher Barren, das wars.

Ehrlich gesagt Zeitverschwendung, ich muß es so deutlich sagen. Mehr ist aus diesem Teleskop nicht rauszuholen, und ich kann mir schwer vorstellen dass selbst ein perfektes Teleskop recht viel mehr schafft. Besseres Seeing als ich in den besten Momenten hatte gibt es nicht.
 
Hi Kurt,

du erwartest einfach zu viel! Dann ist negatives Erlebnis vorprogrammiert. Gestern habe ich fast zur selben Zeit ~4:15 bis 4:30 MESZ den Jupiter bei 250x im 12,5 Dobson beobachtet. Der IO-Schatten war schon beeindruckend und die Bänder sowie Wolkenwirbel in den helle Äquatorbereichen. Ich konnte sogar gegen 4:30 IO auf der Oberfläche als heller Kreis im dunklem südlichen Äquatorband erkennen.
Fazit: Bei Planetenbeobachtung muss man halt geduldig sein und lange beobachten. Das Teleskop muss seht gut justiert sein und das Seeing muss passen. Die Okulare sollten so wenig Linsen wie möglich haben und natürlich gut vergütet sein, damit keine Reflexe entstehen.

Aber sicherlich wirst du nie den Jupiter so sehen, wie auf einer mittelmäßig oder guten Aufnahme. Aber durch stetige Beobachtung wirst du die Wahrnehmung allmählich steigern können.

Gruß
Lots
 
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