Jupiter im Teleskop

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Das Foto ist doch schon ganz gut. Was erwartest Du ? Ich sehe in der Aufnahme deutlich mehr Details als Du ! Wenn es Dir nur um den Perfekt dargestellten Jupiter geht, empfehle ich Dir Hubble Bilder im Netz. Der Weg ist das Ziel. Ich habe mit einem Aldi Teleskop angefangen und hab mich gefreut wie ein Schneekönig, als ich Jupiter in lausigster Qualität gesehen habe. Es geht beim beobachten eben nicht nur um das perfekte Bild. Da gehst Du meineserachtens mit völlig falschen Erwartungen an das Hobby Astronomie.

Gruß Jens
 
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Zitat von coltrane:
Gestern wollte ich es unbedingt wissen und bin Mitternacht raus und habe bis 4 Uhr morgens !!! Jupiter beobachtet. Das Seeing war so gut wie man es bei 10 Versuchen vielleicht 1x hat, also wirklich top.

Trotzdem war das Ergebnis ernüchternd. Dieses Foto kommt dem Anblick in den besten Momenten nahe, zeigt aber bereits etwas mehr Details als ich sehen konnte. Die Monde waren selbst bei 500-fach teilweise perfekt zu sehen ohne Geflimmere oder Verzerrungen. Der Schatten von Io war immer wieder wie ausgestanzt, perfekt rund und schwarz. Wie schlecht kann ein Teleskop sein dass sowas zeigt? Aber trotzdem war auf Jupiter nicht viel zu sehen. Außer ein paar Bändern nicht mal 10 Details. Hier und da ein kleiner Punkt oder ein bläulicher Barren, das wars.

Ehrlich gesagt Zeitverschwendung, ich muß es so deutlich sagen.
Jetzt hattest du mal eine Nacht mit Top-Luft (die sind wirklich so selten wie deine Vorredner und du jetzt sagst), aber wenn dir das immer noch nicht reicht, dann erwartest du wirklich zu viel. Dann musst du wirklich mit dem Fotografieren anfangen.

In meinem 12-Zöller nehme ich Jupiter auch so wahr, wie du es jetzt beschrieben hast. Natürlich sind die Kontraste eher schwach (Filter helfen), aber die Schattierungen in der hellen Äquatorzone oder unterschiedliche Färbungen in den beiden Hauptbändern sehe ich eigentlich immer bei guter Luft.
 
Zitat von Haramir:
Das Foto ist doch schon ganz gut. Was erwartest Du ?
Das Foto zeigt aber schon mehr als ich sehen konnte. Selbst wenn ich alle Details zusammenrechne komme ich vielleicht auf die halbe Auflösung. Und das nach 4 Stunden Dauerbeobachtung. Die meiste Zeit sieht man nur ein paar flaue Bänder. Bescheiden kann ich da nur sagen.
 
Zitat von blue_scape:
Jetzt hattest du mal eine Nacht mit Top-Luft (die sind wirklich so selten wie deine Vorredner und du jetzt sagst), aber wenn dir das immer noch nicht reicht, dann erwartest du wirklich zu viel. Dann musst du wirklich mit dem Fotografieren anfangen.
Vergleiche mal das Bild mit dem ersten Video auf Seite 1. Um diesen Unterschied geht es mir. Und mehrere Leute haben behauptet so viel zu sehen und sogar mehr. Kann ich mir nach den gestrigen Erfahrungen zwar schwer vorstellen, aber scheinbar ist es möglich.
 
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Auf jeden Fall ein guter Thread. Ich war zwar sehr begeistert von meinen ersten Jupiter Beobachtungen, aber bei mir sieht er eher aus, wie auf dem Foto für ein 114/500er Newton. Von meinem 250/1250er sollte also noch etwas mehr gehen.

Konnte die Wolkenbänder deutlich sehen und alle 4 Monde. Sah toll aus. Aber die Wolkenwirbel blieben unsichtbar und das Bild verwaschen. Der Thread hier sollte helfen den Ursachen auf den Grund zu gehen. Habe es extra nochmal komplett neu justiert und die Beugungsringe am Stern sehen für mich (absoluter Anfänger) auch aus, wie sie sollen. Konzentrisch.

Kann aber auch am starken Wind auf der Bergspitze gelegen haben. Selten war das Teleskop wirklich ruhig.

 
Hi coltrane,

...habe immer wieder Frischluft ins Teleskop gewedelt um Tubusseeing zu bekämpfen und auch sonst alles getan um das bestmögliche Bild rauszuholen…

...Kann ich mir nach den gestrigen Erfahrungen zwar schwer vorstellen, aber scheinbar ist es möglich...

ja, man sieht bei mit guten Okularen bei 500x ohne Seeing- Geflimmere tatsächlich mehr Jupiter- Details als du beschrieben hast, vorausgesetzt die Teleskopoptik ist OK. Nur erzähl doch mal bitte woher du weißt dass dem so ist.

Frischluft ins Teleskop wedeln halte ich für nicht ausreichend. Da braucht man schon einen konstanten Luftstrom durch das Rohr um die durch IR- Abstahlung bedingen Luftschlieren wirksam zu unterdrücken.

Gruß Kurt
 
Macht es also Sinn den Lüfter (vormontiert am GSO 880 Deluxe) während der Planetenbeobachtung an zu lassen? Ich habe ihn bis jetzt kaum benutzt und einfach das auskühlen abgewartet bzw. dann schonmal ein bischen Objekte suchen geübt, etc.

Meine Jupiter Beobachtung gestern war nach ca. 2h spechteln. Ausgekühlt dürfte das Teleskop also gewesen sein.
 
Hi Lots,

Hi Kurt,

du erwartest einfach zu viel! Dann ist negatives Erlebnis vorprogrammiert....

vermutlich meinst du coltrane :)

Ich war aber in der vergangenen Nacht ebenfalls draußen und hab u. a. Jupiter mit meinem neuen 12" Cassi beobachtet. Dummerweise hat es noch einen FS, der eigentlich für einen anderen HS angepasst ist. Dh. der Fs hat für das neue Teleskop eine zu geringe CC. Teleskop ist dadurch total überkorrigiert. Trotz gutem Seeing sehen helle Fixsterne aus als hätten sie einen Heiligenschein und feine Details auf Jupiter kann man sich nur denken... Immerhin konnte ich einige Bänder und den Mondschatten permanent sehen.

Gruß Kurt
 
Einige sehr gute Erfahrungsberichte und Tipps wurden beigesteuert. Sehr gut! Das macht den Thread wertvoll! ;)


Aber in Bezug auf die eigentliche Fragestellung coltranes ist der Thread im Moment in einer Sackgasse. Somit ist er zurzeit ziemlich nutzlos und stiftet nur Verwirrung.

Jeder hat doch völlig andere Vorraussetzungen bei seiner ganz persönlichen Jupiterbeobachtung. Das Ganze ist einfach zu subjektiv. Selten können alle Faktoren genau erfasst werden, die zu diesem oder jenem Bild führen. Deswegen wird man da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen können! Die Fragestellung führt deshalb zu keinem sinnvollen Ergebnis und verunsichert nur. Vor allem verunsichert es den Anfänger, der sich am Ende noch von der Enttäuschung anderer mit herunterziehen lässt.

Es ist so leicht, falsche Erwartungen zu wecken! Gerade, wenn man sich an einem Jupitervideo unter besten Bedingungen misst, die im Detail gar nicht genau bekannt sind. So etwas sollte man generell sein lassen, das macht einen nur unglücklich! :biggrin:


Grüße,
Christian
 
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Hallo TShephard,

...Macht es also Sinn den Lüfter (vormontiert am GSO 880 Deluxe) während der Planetenbeobachtung an zu lassen? Ich habe ihn bis jetzt kaum benutzt und einfach das auskühlen abgewartet ...

woher weißt du denn wann das Teleskop ausgekühlt ist ?).

Dann hab ich bestimmt schon hier und anderswo schon xundy- mal versucht zu erklären dass die ungleichförmige IR- Abstrahlung der Tubuswand Anlass zu permanentem Tubusseing gibt. Dies gilt um so mehr je enger der Tubus und je schlechter er thermisch isoliert ist. Kurz gesagt, bei den üblichen Blechtuben sollte der Lüfter nach ca. 1/2 h Auskühlen bei Vollast auf Dauerbetrieb bei Teillast geschaltet werden. Voraussetzung ist natürlich dass der Lüfter dann keine mechanischen Schwingungen ins System bringt. Ich hab es nämlich schon mehr als einmal erlebt dass derartiger Schwingungen die Optik verschlimmbessern. Man kann das einfach testen indem man sich Polaris bei hoher Vergr. ansieht und den Lüfter ein/aussschaltet. Polaris deshalb weil man da nicht dauern schubsen muss. Den Vorteil der einwandfreien Belüftung bei Mond- Planeten- und Doppelsternbeobachtung wird man aber auch nur bei gutem bis sehr guten Seeing erkennen können, also selten. Dann lohnt es sich aber.

Gruß Kurt
 
Hallo Coltrane,
vielleicht helfen Dir ein paar Zeichnungen weiter, um Dir ein Urteil zu bilden. Zu sehen Sind einige Zeichnungen aus der Saison 2011. Die Arbeiten entstanden alle an einem Celestron SC 9,25" bei Vergrößerungen zwischen 200x und 335x und bei gutem bis sehr gutem Seeing. Das Teleskop war ausreichend abgekühlt. Ich habe bei den Zeichnungen versucht, den Kontrast der Details nicht zu verstärken, sondern so darzustellen wie er im Okular sichtbar war.
Allerdings ist es auch so, das die Zeichnungen nicht den Anblick "eines Augenblicks" darstellen, sondern die Summe an Details, die über einen Zeitraum von jeweils etwa 1/2 Stunde zu erkennen waren. Also jedesmal, wenn das Seeing ein weiteres Detail erkennen lies, wurde dies in der Zeichnung ergänzt.

Link zur Grafik: http://www.sky-scout.com/Fotos/JUPITER_22_10_2011.jpg

Link zur Grafik: http://www.sky-scout.com/Fotos/JUPITER_30_11_2011.jpg

Link zur Grafik: http://www.sky-scout.com/Fotos/JUPITER_28_11_2011.jpg
 
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@Lambert: Bis du der Lambert Spix, der den Moonhopper mitgeschrieben hat? Ein schönes Buch ist euch da gelungen, sehr gut geschrieben!

Und tolle Zeichnungen vom Jupiter!

Grüße,
Christian
 
Hallo Kurt,

wann der Tubus ausgekühlt ist, sehe ich doch, wenn die Tubustemperatur-LED auf grün umschaltet. Ne, im ernst. Ich hab natürlich keine Ahnung, wann genau er ausgekühlt ist. Aber, wenn ich 1 1/2 - 2h draussen bin, dann gehe ich davon aus, dass das der Fall ist.

Mein Lüfter kennt nur an/aus. Aber ich probier mal, ob das einen für mich sichtbaren Unterschied macht. Danke für die Erklärung.

Grüße,
Thomas
 
Fällt die Temperatur zu Beginn der Nacht rapide ab, dann kommt ein größerer Spiegel nicht nach mit dem Auskühlen. Ventilatoren helfen da auch nur bedingt. Bläst ein Ventilator auf die Mitte des Spiegels, so kühlt diese Zone schneller ab, zieht sich schneller zusammen und sorgt somit für eine Verformung, die am ehesten einer Überkorrektur entspricht. Sterne werden zu "Schneebällen", die man nie richtig scharf bekommt.
 
Hallo Etamin,
Fällt die Temperatur zu Beginn der Nacht rapide ab, dann kommt ein größerer Spiegel nicht nach mit dem Auskühlen. Ventilatoren helfen da auch nur bedingt...

ein 10" lässt sich nach meiner Erfahrung durchaus mittels Ventilator beschleunigt der Lufttemperatur anpassen. Nach Einbruch der Dämmerung hat man i. a. tatsächlich den höchsten Temperaturgradienten der Luft. So ca. -5°C /h kann durchaus vorkommen. Aber das dauert nicht die ganze Nacht lang. Sonst hätte man bei abendlichen 15°C am folgenden Morgen -30°C bis
-40°C.

...Bläst ein Ventilator auf die Mitte des Spiegels, so kühlt diese Zone schneller ab, zieht sich schneller zusammen und sorgt somit für eine Verformung, die am ehesten einer Überkorrektur entspricht. Sterne werden zu "Schneebällen", die man nie richtig scharf bekommt...

Auch dieser Zustand dauert nicht allzu lange. Nach ca. 1/5 h Temperaturanpassung war die thermische Deformation nicht mehr nachweisbar. Ich hab dazu interferometrische Messungen an einem 35 mm dicken 200 mm Newton gemacht und zwar genau zu Beginn der Dämmerung. Ohne Gebläse und "überhitztem" Spiegel hat man dagegen viel länger mit Tubusseing wg. Wärmeabgabe des Spiegels zu kämpfen. Dann ist es bei einen Newton auch verkehrt die bodennahe Luft in den Tubus zu pusten, weil diese Luft insbesondere bei windarmer Wetterlage deutlich kälter ist als die Luft vor der Öffnung. Besser ist es schon die Luft von oben nach unten durch den Tubus zu saugen.

Wenn man es besonders schnell haben will mit der Temperaturanpassung, dann nehme man einen Spiegel Zerodur o.ä. und sorge durch geschickte Ventilation dafür dass sich gar keine ausgedehnten Wärme- Luftschlieren im Strahlengang bilden können.

Gruß Kurt
 
Hallo Thomas,

... Aber, wenn ich 1 1/2 - 2h draussen bin, dann gehe ich davon aus, dass das der Fall ist...

Das ist schon OK. Nur die strahlungsbedingte ungleichförmige Temperaturverteilung an der Tubuswand wird man nicht los.

Nach eigenen Versuchen mit einem 8" Newton aus BK7 im zwangsbelüsteten Iso- Tubus konnte man nach ca. 1/2 h Ventilatorbetrieb kein Tubusseing mehr feststellen. Die Temperaturdifferenz zu Beginn lag bei fast 20°C. Bei einem anderen 8" Newton mit 11" Tubus- Innendurchmesser, ebenfalls isoliert konnte man nach der anfänglichen Abkühlphase den Lüfter abschalten.

... Mein Lüfter kennt nur an/aus. Aber ich probier mal, ob das einen für mich sichtbaren Unterschied macht...

Wenn der Lüfter sehr gut ausgewuchtet ist wird er auch bei Nennlast = Vollast keine mechanische Schwingungen erzeugen. Falls doch so sieht man das am besten hoher Vergrößerung am leicht extra oder intrafokal eingestellten (Polar)stern.

Gruß Kurt

 
So,
gestern war ich persönlich bei ICS und habe das D10 am künstlichen Stern untersuchen lassen. Heraus kam eine gewisse sphärische Abberation die sich durch ein etwas verschmiertes intrafokales Beugungsbild zeigte. Extrafokal war nichts Negatives festzustellen und im Fokus war ich mit der Abbildungsleistung sehr zufrieden. Justage war trotz des langen Transports einwandfrei! Im ICS 14-Zöller sah der scharfgestellte Stern auch nicht anders aus. Inwiefern der genannte Fehler am Jupiter eine Rolle spielt kann ich leider nicht sagen, aber sonderlich viel wirds wohl nicht sein.
Erstaunlich waren allerdings die Seeingturbulenzen die selbst auf so eine kurze Distanz und auch noch innerhalb eines Gebäudes noch sehr störend waren. Da wundert man sich dass man am Nachthimmel mit viel mehr Störfaktoren überhaupt irgendwas sieht.
 
>Da wundert man sich dass man am Nachthimmel mit viel mehr Störfaktoren überhaupt irgendwas sieht.

Im Freien gibt es weniger Störquellen, als im Innenraum, wo die Luft quasi immer turbulent in Bewegung ist, weil z.B. jede Wand eine unterschiedliche Temperatur hat.
 
Hallo coltrane,

...Erstaunlich waren allerdings die Seeingturbulenzen die selbst auf so eine kurze Distanz und auch noch innerhalb eines Gebäudes noch sehr störend waren

auf kurze Distanz kann man zwar den Sterntes machen, aber eben wg. der durch kuze Distanz bedingten, dominanten sphäriscvhen Aberration nix bis garnix über den Korrekturzustand der Optik aussagen. Es sei denn man kann den Test in AC gegen einen Planspiegel oder mithilfe eines Kollimator- Teleskops machen.

Gruß Kurt

 
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