Jupiter in Abenddämmerung

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ErikJe

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Moin erstmal!
Ich bin Erik und seit Anfang des Jahres stummer Mitleser aus Kiel.
Beobachten tue ich mit einem SW200P oder einem 20x80 Fernglas.

Nun zu meiner Frage:

Seitdem Jupiter gerade schon Abends im Hellen aufgeht, habe ich bemerkt, dass mit zunemender Helligkeit von Jupiter auch Kontrast von den Wolkenbändern verschwindet.
Erstmal, kann das sein? Oder ist das nur Einbildung? Im Internet hab ich noch nichts konkretes gefunden(zumindest im deutschsprachigen Raum).
Und wenn ja, was kann man dagegen machen? Ich habe einen variablen Polfilter, aber der hat das ganze noch verwaschener gemacht. Wobei der sehr leicht drehbar ist. Es kann sein, dass dieser sich beim rumhantieren immer wieder verstellt hat.
Gibt es da noch einen anderen Filter(abgesehen von Farbfiltern)? Oder fängt man an Das Teleskop irgendwie abzublenden. Aber dadurch würde man ja eigendlich Auflösungsvermögen aufgeben.

Ich würde mich über eine Antwort freuen :)

CS Erik
 
Hallo Erik,

schön von Dir zu lesen.

Vielleicht ist bei der Beobachtung nach dem Wechsel mit Polfilter das Seeing zufällig auch schlechter geworden.
Vielleicht mit weniger Vergrößerung nochmal probieren.

Das Polfilter kannst Du ja mit einem kleinen Stück dünnen Tesastreifen außen an den beiden Filterfassungen fixieren.

Nochmal beobachten, nicht aufgeben, länger hinsehen.

*Daumendrück* und stets klare Sicht!
 
Hallo Erik,

seit wann beobachtest Du diesen Effekt? Kann es sein, dass die Mondkonstellation daran schuld war? Der Mond "zog" ja in den letzten Tagen am Jupiter vorbei. Ausserdem hatten wir Vollmond, sodass die Leuchtkraft des Mondes auch sehr stark war und entsprechend störte.

Wenn ich richtig liege, dann müsste es jetzt Tag für Tag wieder besser werden.

CS.Oli
 
Also ich hab das ganze schon beobachtet, als der Jupiter im Morgen aufging. Also wärend es heller wurde. Da konnte ich es ja aber auf die Höhe schieben. Das geht jetzt ja leider nicht mehr. Ich werde das auf jeden Fall weiter beobachten. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich wenn ich wieder ins Okular gucke, von der Helligkeit von Jupiter erstmal geblendet bin. Kann ja bestimmt sein bei 8".
Danke für die beiden Antworten, auch wenn ich daraus entnehmen, dass das nicht "normal" ist. Wie gesagt, vielleicht liegt es auch an meiner Einbildung :D

CS Erik
 
Hallo Erik,

nein, das ist eigentlich unmöglich. Bei allen Fernrohren, mit denen ich beobachtet habe in meinem langen Astroleben,
ist der Jupiter zwar hell, aber die Wolkenbänder sind/waren immer kontrastreich und deutlich zu sehen.
Welche Vergrößerung nutzt Du denn? Welche Okulare?
Ist der Newton gut kollimiert?
Wenn Letzteres nicht der Fall ist, dann könnte das der Grund für deine Probleme sein.
Und natürlich das Seeing, wenn man den Planeten beobachtet, wenn er noch sehr , sehr tief steht. Besonders hoch kommt er ja
ohnehin in diesem Jahr nicht.
@Oli: Mit dem Mond kann das wohl nichts zu tun haben; so nah sind die sich ja nicht gekommen. Es sein denn, er hat einen offenen Gitterohrtubus, der Streulicht direkt ins Okular lässt. Die Hauptbänder kann man sogar sehen, wenn der Mond den Jupiter bedeckt.

Viele grüße Michael
 
Moin,
Danke für die Antwort.
Der Newton war kollimiert. Beobachtet habe ich mit dem Baader Hyperion 5mm. Die Vergrößerung war also schon bei 200x. Ich denke mal, dass es am Seeing lag, obwohl er zum Schluss höher stand. Da das ganze auch auf dem Balkon war, hab ich auch nicht gemerkt, ob der Wind mehr geworden ist.
Es war auch nicht kontrastlos. Ich konnte die Wolkenbänder und den GRF noch gut sehen, halt nur verwaschen. Es hat mich gewundert, dass es dann nicht mehr zwischendurch kurz scharf war, wie das ja sonst ist.
Und es ist auch kein Giiterrohr. SW200P auf EQ-5. Geht nach meinem Geschmack visuell ganz gut. Nur beim fokussieren ein bisschen wackelig.

CS Erik
 
Hallo Erik,
dann ist das eine Kombination aus atmosphärischem Seeing, Tubusseeing und zu hoher Vergrößerung bei diesen Bedingungen.
Du musst bedenken, dass bei den Temperaturen derzeit sich die Häuser mächtig aufheizen.
Ich konnte dieser Tage auch nichts machen und wohne in einem Vorort von Lüneburg mit Gärten und Einzelhäusern drum rum - chancenlos....leider. Manchmal geht es mit Saturn etwas besser, weil die Kontraste da härter sind; aber auch nicht immer.
Mars - ohne Chance.
Ein 200er Newton auf Eq5 ist aber auch sehr grenzwertig....nicht wegen des Gewichtes, sonder wegen der Hebel.
Viele Grüße Michael
 
Hi Erik,

...habe ich bemerkt, dass mit zunemender Helligkeit von Jupiter auch Kontrast von den Wolkenbändern verschwindet. Erstmal, kann das sein? Oder ist das nur Einbildung?

ja das is korrekt, durch den helleren werdenden Jupiter haben unsere Auge es schwerer den Kontrast zu den Wolkenbänder warzunehmen. Jupiter ist am besten in der späten Dämmerung zu beobachten. ggf. hilf ein Polfilter. Ist beim Mond ja ähnlich.

Gestern war übrigens ein super seeing hier in DA, selten habe ich Saturn in dieser Höhe so klar mit Cassini und Bauchbinde + 3 Monden östlich gesehen.

cs
Lothar
 
@Mikoka Ja, das kann sein. Hatte ich schon gekauft als ich davon gelesen habe. Wobei ich visuell nicht klagen kann. Fotografieren mach ich eigendlich nicht. Wobei ich eine Kamera hab und diese auch mal "angeschlossen habe". Über 30 sec geht dann aber garnicht. Beim gucken merke ich da garnichts, auch wenn ein bisschen Wind ist. Wie gesagt, nur beim fokusieren. Aber auch nicht so, dass es wirklich stört. Und die Motoren laufen auch gut und halten das Objekt im Blickfeld

@Lots Ah, Danke für die Antwort. Dann habe ich mir das also nicht Eingebildet. Saturn habe ich später auch geguckt und Cassini und die Wolkenteilung gesehen(ist das die Bauchbinde?). Mond bin ich mir nicht sicher. Rechts unten habe ich was gesehen. muss ich vielleicht in Stellarium mal verifizieren. Vielleicht lege ich mir auch mal Farbfilter zu. Die schwächen dann ja auch zusätzlich ein bisschen ab. Aber das dann später. Planeten kommen ja erst...

CS Erik
 
Hallo Erik,
es gibt noch eine Quelle für Unschärfe beim visuellen Beobachten:
Es gibt billigere Schrittmotoren und Steuerungen, die eine recht grobe Schrittfolge generieren. Folge ist, das die Nachführung unmerklich rattert, ganz wenig, aber geug, um alle feinen Details zu ruinieren. Das hatte ich mal an einer SkyView - Montierung. Oder mit dem Schneckenspiel stimmt was nicht.
Immer wenn ich die Steuerung ausschaltete, war das Bild im 75er Pentax klar und scharf. Sobald ich die Nachführung laufen ließ, war die Brillianz weg. Besonders auffällig an Mond, Planeten und an Sonnenflecken. Ich habe dann eine Nachführung mit einem Faulhaber DC-Motor und Schneckenrad-Untersetzung gebaut. Alles war gut. Siehe Anhang.
Das könntest Du auch noch mal abtesten, da bei Dir für eine Eq5 einiges an Masse in feine Schwingungen geraten kann, sollte das zutreffen. Übrigens kann das auch durch Starßenverkehr in der Nähe ausgelöst werden, wenn die Monti zu schwach ist. Ich
kenne die EQ5 und ihre Klone (Celestron CAM z.B.), die dafür ganz schön anfällig sind , wenn man sie zu schwer belastet.
Vielleicht kannst Du ja mal rausfahren und an einer ruhigen Stelle beobachten mit besserem Seeing und alle diese Möglichkeiten austesten. Auf Dauer würde ich aber mal in Richtung stärkere Montierung (Eq6er Baureihe) nachdenken, ggf. gebraucht.

Viele Grüße Michael
 

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Moin!
Das hört sich ja mal interesant an. Das werde ich mir auf jeden Fall mal angucken. Nicht motorisiert habe ich bis jetzt nur Nebel betrachtet. Da sehe ich kein Unterschied. Wobei ich gehört habe, dass man bei Galaxien und nebeln sogar mehr durch leichte Vibration erkennen kann :D Ich guck mal, ob ich da irgendwas bei den Planeten merke.
Aber als armer Student :) werde ich über eine andere Montierung erst später nachdenken. Es funktioniert ja...

CS
 
Hallo Erik,

mit Farbfiltern experimentiere ich ja viel beim Aufnehmen mit Asi120mm. Visuell habe ich die auch schon ausprobiert.
Ein farbiger Jupiter ist natürlich Geschmacksache aber fotografisch sind besonders die Wolkenbänder und der grF mit Grünfilter kräftiger. Will man Monddurchgänge und Schattenwürfe beobachten, liefert ein Rotfilter bessere Ergebnisse.
Allerdings sehe ich das Livebild auf dem Monitor in S/W. Muss man dann selbst entscheiden, wie störend ein farbiger Jupiter sein kann.

Gruß,
Holger
 
Hallo Erik

du kannst es auch schlicht mit mehr Vergrößerung probieren. Bis 250x geht blickweise schon manches mal, das Bild wird dann ja auch dunkler. Mir fällt es dadurch leichter, Farben und Strukturen zu erkennen.

VG Klaus
 
Moin!
Danke. Gegen einen farbigen Jupiter hab ich erstmal nichts, wenn man dadurch mehr erkennt.
Ja, vielleicht sollte ich mir mal ne gute Barlow oder noch ein Okular <5mm besorgen. Alles zu seiner Zeit :)

Bis dahin CS
Erik
 
Hallo,

kann es sein, das an deinem Beobachtungsort mit zunehmender einfach das Seeing ordentlich einbricht. Ich frage, weil ich an meinem Beobachtungsort oft genau dieses Beobachten kann. Zunächst ist das Seeing gar nicht so übel und durchaus 200x oder sogar 250x, mit fortschreitender Dämmerung kommt aber recht schnell der Punkt, wo selbst 100x zu viel ist. In manchen Nächten wird es dann ärgerlicherweise gar nicht mehr besser.


MfG

Rainmaker
 
Moin!
Ist mir auf jeden Fall noch nicht aufgefallen. Vielleicht kann da ein anderer Kieler mal Stellung zu nehmen. Kann aber sein. Aber wie Lothar schon geschrieben hat, haben die Augen bei hoher Helligkeit größere Probleme Kontrast in den Wolkenbändern zu sehen.

CS Erik
 
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