Jupiter mit GRF, Europa (das volle Programm)

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Hi Jan,

da haben wir uns mißverstanden. Ich meinte, es bringt nichts, bei gleicher Brennweite kürzer zu belichten, um mehr Frames zu kriegen.

So hatte ich die Aussage verstanden. Verkürzung durch Brennweitenreduzierung erhöht natürlich definitiv die SNR,
reduziert allerdings auch die Detailauflösung.

Gruß

Markus


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Juniper Hill Observatory

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Sternwarte: sternwarte.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

Zitat von Lotz:
Verkürzung durch Brennweitenreduzierung ... reduziert allerdings auch die Detailauflösung.
Nach meiner Erfahrung muss man damit erst ab f/D < 2,5*p rechnen. Kannst Du denn noch etwas zu Deiner 6*p-Theorie sagen, oder vielleicht inzwischen auch eine passende Theorie dazu anbieten, warum 2,5*p in der Praxis ausreichen? Es erscheint mir doch in jedem Fall angemessener, die Theorie an die Praxis anzupassen und nicht anders herum.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

Gerade die Praxis bestätigt doch den Erfolg auch bei etwas mehr Brennweite. f/25 bis f/30 und weniger an hellen Planeten ist ja immer noch gang und gäbe. Du sagst, du hast praktischen Erfolg mit deinen f-Werten. Andere sagen, sie haben praktischen Erfolg mit ihren f-Werten. Es gibt verschiedenste Gründe, warum der Eine eine solche Brennweite wählt oder wählen muss (ausrüstungstechnisch) und der Andere eben eine andere. In allen Fällen ist ein Erfolg garantiert, beachtet man andere wichtige Faktoren. Es ist halt nicht DAS alleinig entscheidende Kriterium. Was nun wirklich optimal ist, darüber kann man sich lange 'streiten'. Ich finde, das erreichte Ergebnisbild sollte das Kriterium sein. Ist es gut, war auch die Methode nicht verkehrt.

Zitat von Jan_Fremerey:
Zitat von Christian_P:
Gefühlt finde ich es irgendwie sinnvoll den Pixeln etwas mehr Zeit für die Belichtung zu gönnen und den Gain lieber zu verringern.
Hallo Christian,

durch Überlagern von Marsaufnahmen, die ich im Abstand von 30 ms mit einer Belichtungszeit von jeweils 5 ms aufgenommen hatte, konnte ich feststellen, dass scharfe Einzelbilder in erheblichem Umfang verloren gehen.
Dein Test ist mir bekannt. Wenn ich bei passablem Gain (im Roten am besten < 40%) 5 bis 10 ms belichten könnte, würde ich es am Mars und Jupiter auch tun. Nur halt nicht um jeden Preis. Meine jetzige S/W-Kamera-Filter-Kombination gibt das nicht her. Darum lasse ich sie lieber mit 'moderaten' Werten laufen. Auch das Histogramm versuche ich möglichst stark auszunutzen. Das erhöht ebenfalls die nötige Belichtungszeit und/oder den nötigen Gain. Das ist mir der größere erreichte Dynamikumfang aber wert, auch wenn das vielleicht leichte Auflösungsverluste ergibt. Das Seeing muss ja sowieso immer entsprechend sein. So tragisch sind etwas längere Belichtungszeiten nun auch nicht. Wir reden ja immer noch über hundertstel Sekunden-Bruchteile.


Gruß,
Christian
 
Hallo jan,

meine 6p-Theorie habe ich in Interstellarum veröffentlicht und werde das Pamphlet wohl demnächst mal auf meinen Webspace hochladen.

Interessanterweise sehe ich bei meinen Aufnahmen, dass ich bei deutlich unter 6p auch deutliche Detailverluste hinnehmen muss.
Ich persönlich hab es - entgegen dem, was Deine Bilder zeigen - nie geschafft, mit beispielsweise 3*p auch nur annähernd die Details wie mit 6*p zu samplen, weder an meinem 10"-Newton, meinem 6" Refraktor noch jetzt dem 7,5" MN.
Bei Deiner Schüssel scheint das komischerweise zu klappen.

Viele Grüße

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

ich will Deiner Schüssel nicht unterstellen, dass sie sich an Theorien halten würde.
Mich würde aber trotzdem in Deinem Setup - ich bewundere ausdrücklich das, was Du mit relativ kurzen Öffnungsverhältnissen zaubern kannst - interessieren, was Du mit beispielsweise f/20 oder f/25 erreichen könntest. Meinst Du, Du kannst das mit Deinem Equipment erreichen oder ist es Dir von der Barlow her gar nicht möglich, höher zu kommen?
Ich vermute, dass Du mit mehr Brennweite detailmässig nochmals ziemlich nach oben kommen könntest. Das würde mich einfach mal interessieren, ob da noch was ginge.

Viele Grüße

Markus



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Hallo,

als Grobumriss kann ich schonmal sagen, dass man durch Hochpassfiltern Strukturen, die mit MTF>1 abgebildet sind, noch nachweisen kann.
Bezieht man hierin das Shannon'sche Abtasttheorem mit ein und zieht die bei üblichen matrixförmig angeordneten Bildpunkten im Sensor anisotrope Sensorauflösung hinzu (in der Diagonalen ist die Sensorauflösung kleiner), so kommt man irgendwo in die Größenordnung 6*p.

Viele Grüße

Markus



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Hallo Markus,

der diagonale Abstand der Pixel ist ja genau das (sqrt(2) ~ 1.4142)fache des Abstands in einer der parallelen Richtungen. Würde man diesen Faktor schon mal mit in Betracht ziehen, wäre man schon bei ca. 4.2*p, ausgehend von 3*p. Was heißt denn MTF > 1.?


Gruß,
Christian
 
Hallo Jan-David,

das sind erstklassige Resultate, Respekt!

Ich lese immer öfters von der Derotation mit Winjupos. Lohnt sich die Einarbeitung, und ab welcher Aufnahmedauer sollte man Derotieren?
Ich fange gerade erst mit der Planetenfotografie an, da fehlen noch etwas die Erfahrungswerte. Noch eine Frage: Bei Deinen Bildern fällt mir auf, dass die Planetenränder im Vergleich zum Rest relativ unscharf sind. Warum ist das so?

Grüße Markus
 
Hallo Markus(II),

vielen Dank für Deinen Kommentar.

Im ersten Post ist unten die Animation aus den nicht derotierten Einzelkanälen und den derotierten Kanälen zu sehen. Der Abstand war jeweils 3 Minuten. Hier kommt es also schon zu einem kräftigen Versatz. Man kann daher über den Daumen peilen, dass sich das prinzipiell immer lohnt, wenn das Seeing es hergibt und Du nicht in weniger als einer Minute Deine komplette Aufnahmeserie im Kasten hast.

Mich wundert, dass Dir das mit der Randunschärfe ausgerechnet bei meinen Bildern ins Auge sticht. Das sieht man eigentlich überall:

- Es ist allgemein so, dass der Rand weniger Bearbeitung verträgt, da aufgrund der Randverdunklung dort der Singal-Rauschabstand geringer ist.
- Außerdem will man Schärfungsartefakte, die am kontrastreichen Planetenrand immer sehr gerne auftreten, vermeiden.
- Hinzu kommt, dass ich direkt am Rand in Autostakkert keine Alignmentpunkte setze, da ich sonst keinen einheitlichen Planetenrand erhalte. Somit verschmieren die Strukturen dort tendenziell mehr.

Du wirst schnell selbst Erfahrung mit der Planetenfotografie sammeln und Deine eigene Bearbeitungstaktik finden. Die erste bittere Erkenntnis gebe ich Dir auf den Weg: 99% der Zeit wartet man auf den Tag, oder die 5 Minuten, mit gutem Seeing. 0.98% der Zeit sitzt man an der Bearbeitung und 0.02% lang dauert effektiv die Aufnahme.

Viele Grüße,
Jan-David
 
Hallo Jan-David,

ja, das hört sich plausibel an. Keine Angst, mir ist das nicht nur an Deinen Bildern aufgefallen, aber da ist es deutlich zu sehen, da der Planet selbst sehr scharf ist. Sehe es als Kompliment, bei Anderen fällt es nicht so auf, da das Ganze insgesamt weniger scharf ist ;) .

Das mit dem Seeing ist wirklich entscheidend. Da ist es zweitrangig, welche Öffnung man hat, wenn´s wabert, dann wird's halt nix. Mein Erstlingswerk habe ich schon hinter mir (http://forum.astronomie.de/phpapps/...ics/1078494/Jupiter_am_14_03_2014#Post1078494), jetzt hab ich mir selbst ne Kamera bestellt. Mittlerweile weiß ich auch, dass die komischen Farben beim ersten Bild durch falsches Debayern kam. Ich bin gerade dabei, das AVI noch mal neu zu bearbeiten, aber diesmal richtig debayert...

Grüße Markus der II.
 
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