Jupiter mit GRF und Europa am 6.8.2009

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Lotz

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Hallo Planetenfreunde,

In der NAcht vom 5. zum 6. August 2009 habe ich klaren Himmel genutzt, um auch mal den großen roten Fleck
fotografisch ins Visier zu nehmen. Leider war das seeing dieses mal nicht so gut wie ein paar Tage zuvor,
als Entschädigung kam immerhin noch Europa mit aufs Bild.


Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/da9e0400.jpg



Auf meiner Planetenseite
findet Ihr in der Jupiterrubrik den mit NEU gekennzeichneten Link zum Bild mit einigen weiteren
technischen Details zu Optik und Kameraeinstellungen und vor allem zu den Aufnahmebedingungen.





Viele Grüße,


Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
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Die Mailadresse: ntl.observatory at freenet.de
 
Hallo Markus,

am linken Rand bei ca. 11 Uhr taucht gerade eben so erkennbar der Impactfleck auf. Ein bisschen warten und Du hättest den ganzen Fleck drauf bekommen.
Ich war für Aufnahmen des Impacts am selben Tag 'ne knappe Stunde später draußen (->Fotogalerie).

Ciao Werner
 
Hi,

tja, wenn ich das noch gemerkt hätte! Der Impactfleck fehlt mir noch in meiner Sammlung. Immerhin hats jetzt mal für den GRF gereicht, meist is der auf der Rückseite, wenn ich Jupi fotografiere :-)

Viele Grüße und danke für Deine Antwort.

Gruß

Markus


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Hallo Markus,

den GRF hast Du ja diesmal sehr gut erwischt!

Schade nur im Hinblick auf Deine offensichtlich sehr gut abgestimmte Optik, dass die Farbwiedergabe des aktuellen Bildes wieder in ähnlicher Weise unausgeglichen ist wie in Deiner vorherigen Eingabe: Zu viel Rot auf der Scheibe und ein kräftiger Cyan-Rand - so sieht es zumindest auf meinem Bildschirm aus.

Ich halte die Farbabstimmung in der aktuellen Jupiter-Animation von Herbert Heimel für recht ausgewogen. Die entspricht im übrigen auch weitgehend meiner Überarbeitung Deiner vorausgegangenen Jupiteraufnahme, die ich noch ohne die Vorlage von Herbert angefertigt habe.

Vielleicht ist mit der Farbeinstellung Deines Bildschirms etwas nicht in Ordnung? Bei den sehr guten Möglichkeiten Deiner Optik würde es sich gewiss lohnen, die Bildaufbereitung zu verbessern.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

danke erstmal für Deine sehr sehr konstruktive Kritik!
Damit sprichst Du mir voll aus der Seele.
Ich bin mit den aktuellen Farben auch nicht wirklich zufrieden
und war daher um so mehr verwundert, daß ich grade auf dieses Foto
von verschiedensten Seiten die Rückmeldung bekommen hatte, diesmal
sei die Farbgestaltung perfekt gelungen und sehr nahe am visuellen
Eindruck. Ich empfand es geradewegs anders herum.
Ich finde es extrem schwer, bei den RGBs die Farbe so zu justieren,
daß wirklich ein natürliches und ausgewogenes Bild entsteht.
Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, daß die Summenbilder bereits
sehr, sehr harte Kontrastumfänge zeigen, was auch dem visuellen Eindruck
in diesem Refraktor entspricht: sehr sehr scharf gezeichnete und
überaus dunkle Bänder.
Ich werde im nächsten Schritt meinen RGB-Workflow nochmals ändern.
Meine Vermutung ist, daß es daran liegt, daß meine Blaubilder mit
zu geringer Intensität fotografiert werden. Ich werde nun versuchen,
VOR dem RGB-Compositing die Histogramme der Einzelsummenbilder auf gleichen
Tonwertumfang zu stretchen, damit erhoffe ich mir, den Grünblauen
Planetenrand wegzukriegen, der wohl nur durch Histogrammunbalance
entsteht - ein Farbsaum ist es definitv nicht, alle 3 Bilder (R,G,B)
sind gleich groß und scharf bis zum Planetenrand.

Ich werd heute Abend nochmal rangehen und auf jeden Fall über die
resultate berichten.
Wie setzt Du bei der Aufnahme von RGBs die Histogramme der Einzelkanäle
bei der AUfnahme und Bildverarbeitung ins Verhältnis? R:G:B=1:1:1?
Oder sollte R:G:B ca. 2:1:2 sein, um die Empfindlichkeitskurve des Sensors
zu kompensieren?

Viele Grüße

Markus

 
Hallo Markus!
Die grünblaue Randzone ist meiner Erfahrung nach auf eine
zu starke Kontrastierung des Rotbildes zurückzuführen.
Dabei wird nämlich die Randzone dunkler bzw das Rot weniger
und somit überwiegt Grünblau.
Grüße: Herbert
 
Hallo Markus,

mit der Farbabstimmung hatte ich anfangs auch einige Probleme. Inzwischen belichte ich Blau gleich bei der Aufnahme doppelt so lang wie Rot und Grün und dann achte ich bei der Verarbeitung der Farbauszüge darauf, dass diese alle derselben Schärfungsprozedur unterworfen werden.

Die Tatsache allerdings, dass ich aus Deinem fertig bearbeiteten Jupiter vom vorausgegangenen Thread eine für mein Empfinden - und im Vergleich mit Herberts Jupiter - weitgehend ausgeglichene Darstellung gewinnen konnte, sagt mir, dass Du zuvor bei der Verarbeitung keinen grundsätzlichen Fehler gemacht hast.

Vielleicht liegt es doch an der Bildschirmeinstellung?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

dannke für das feedback.

Inzwischen belichte ich Blau gleich bei der Aufnahme doppelt so lang wie Rot und Grün

Bedeutet dies im Umkehrschluß, daß Du bei der Aufnahme das Histogramm für rot und grün nur zu 50% ausnutzt, bei blau hingegen voll?

Gruß

Markus
 
Hi Herbert,

so sehe ich das vom Prinzip auch!
Nur is mir net klar wo das passiert!
Ich stacke r, G und B und addiere die ungeschärften Komponenten mit fitswork zum RGB. Erst dann schärfe ich.
Ich dreh also nix an einzelnen Farbkanälen und trotzdem hat das Rot so einen brachial höheren Kontrast als der Rest. ISt mir momentan noch schleierhaft, warum.

Gruß

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Lotz:
Bedeutet dies im Umkehrschluß, daß Du bei der Aufnahme das Histogramm für rot und grün nur zu 50% ausnutzt, bei blau hingegen voll?

Nein. - Das bedeutet zunächst nur, dass ich bei Blau eine vergleichbar gute Schattendurchzeichnung habe wie bei den anderen Farben.

Die aus Registax oder AviStack gewonnenen Summenbilder der drei Farbauszüge verarbeite ich zunächst im 32-Bit Fließkommaformat inklusive Kontrastverstärkung mittels Fitswork zu jeweils einem weitgehend ausgereiften monochromen Halbtonbild. Erst dann setze ich diese Bilder - ebenfalls in Fitswork - zu einem RGB-Bild zusammen. Abschließend nehme ich im Bedarfsfall noch leichte Farbkorrekturen in Picture Publisher vor, weil ich mit den dortigen Werkzeugen gut vertraut bin.

Andere Bildbearbeitungsprogramme - wie z.B. Photoshop - bieten möglicherweise mehr, aber mir reicht das bisher. Picture Publisher benutze ich gelegentlich - interessehalber - auch zur Nachbearbeitung von Bildern anderer Autoren, so auch im Falle Deines vorausgegangenen Jupiter.

Wenn es Dich interessiert, kann ich gerne eine solche Korrektur auch einmal genau protokollieren, so dass Du diese ggf. mit Deinem Bildbearbeitungsprogramm - am besten natürlich ebenfalls mit Picture Publisher - in entsprechender Weise nachvollziehen kannst.

Gruß, Jan
 
FARBUPDATE: Jupiter mit GRF und Europa am 6.8.2009

Hallo,

ich habe nun vor dem RGB-Compositing nochmals die Histogramme in R, G und B auf 85% Toplevel hochgezogen, und versucht, die Randabdunkelung des Planeten farbneutral, ohne Cyaqnstich hinzukriegen. Meinen Monitor habe ich auch, so gut wie möglich, versucht zu kalibrieren.

Ich hoffe, das Ergebnis ist jetzt zufriedenstellender:

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/dabe0680.jpg

Viele Grüße

Markus


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Re: FARBUPDATE: Jupiter mit GRF und Europa am 6.8.2009

Hi Markus,

falls es interesssiert, hier mein workflow zu RGBs:
- stacking und Schärfen der sw- Bilder für jeden Kanal separat in Giotto (genau wie bei Farbbildern)
- Import der geschärften sw-Summenbilder in fitswork
- Zusammensetzen zu RGB und Farblayer zurechtrücken
- Farbkorrektur über Anpassung der einzelnen Farbkanäle, in meinem Fall R: 90%, G: 100%, B: 150%.
Die Prozentsätze für R,G und B hab' ich über einen "Weißabgleich" mit einer Lichtquelle bekannter Farbtemperatur (HQI-Strahler, Sonnenlicht, etc.) ermittelt. Einfach von einer gleichmäßig beleuchteten Fläche jeweils nacheinander mit der Cam (am bestsen durchs Scope wie in der Nacht auch) die R-, G-, und B-Kanäle aufnehmen. Nachher die Einzelbilder laut obigem workflow (natürlich ohnr schärfen) zu einem RGB zusammensetzen und das resultierende Bild mit RGB-Korrekturen wieder auf weiß trimmen. Die so ermittelten RGB-Prozentsätze nehm' ich dann als Richtwerte für meine Aufnahmen. Klappt bei mir ausgezeichnet und geht schnell.
Natürlich kann man sich noch erheblich mehr Mühe geben und hier und da noch weiter optimieren.

Ciao Werner
 
Re: FARBUPDATE: Jupiter mit GRF und Europa am 6.8.2009

Hallo Werner,

natürlich interessiert mich das! Danke für die Darlegung Deines worklfows.

Wo ich durchaus erstaunt bin, daß Du die Einzelkanäle schärfst und danach erst das RGB zusammensetzt. Ich schärfe erst das komplette RGB. Ist das wohl der übliche Weg, kanalweise zu schärfen? M8uß ich direkt mal testen.

Gruß

Markus


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