Jupiter mit Io und Europa am 9. Dezember

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K-H_49

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Hallo Planetenbeobachter,
leider komme ich erst heute dazu, meine Aufnahmen vom 9. Dezember hier zu zeigen.

Hierzu verwendete ich mein C8 mit 2fach Barlowlinse , DMK21AU04.AS und Farbfiltzer von Meade. Von den ca. 2000 Bildern je Kanal verwendete ich etwa 50%. Dann erfolgte die Bearbeitung mit Autostakkert2, Registax6 und Fitswork. die Bilder sind R-RGBs.

Bei den Bildern ist Süden oben. Auf der linken Seiten ist deutlich die Phasengestalt bei dem gegenwärtigen Phasenwinkel von 9.7° sichtbar. Das südliche Äquatorband zeigt sich ziemlich ausgeglichen. Weiter südlich fast zentral befindet sich ein hellerer Fleck. Viele Details sind im nördlichen Äquatorband zu erkennen.

Europa wirft seinen Schatten fast genau auf die Mitte des Planeten. Der Satellit selbst ist nur schwer ein Stück rechts vom Schatten erkennbar, und zwar erst bei einer Vergrößerung der Aufnahme und Kontrasterhöhung. Io befindet sich noch nahe des Planetenrandes, deshalb ist er gut sichtbar. Der Schatten von Europa zeigt farbige Ränder bedingt durch den zeitlichen Versatz der einzelnen Farbkanäle.

Link zur Grafik: http://www.buecke-info.de/astrotips/beobacht/jupiter/pic2014/14120905390rrgb.png Link zur Grafik: http://www.buecke-info.de/astrotips/beobacht/jupiter/pic2014/14120905454rrgb.png
Link zur Grafik: http://www.buecke-info.de/astrotips/beobacht/jupiter/pic2014/14120905454dd.png

Weitere Daten sind in meiner Homepage.
 
Zitat von Buecke:
Der Schatten von Europa zeigt farbige Ränder bedingt durch den zeitlichen Versatz der einzelnen Farbkanäle.
Hallo Karl-Heinz,

Du kannst dort lokal die Sättigung zurücknehmen, dann fallen die Farbränder weniger auf. Europa selbst ist nur schwer zu erkennen, bist Du sicher, dass er an der bezeichneten Stelle stand? Wenn ja, sollte sich dann bei der Beleuchtung nicht auch noch der Schatten von Io am Planetenrand zeigen?

Noch eine Frage zur Bildbearbeitung: Hattest Du die Farblayer für das RGB vor dem Zusammmenfügen einzeln geschärft, oder schärfst Du nur das Luminanzbild? Der vergrößerte Rotauszug (?) scheint mir darauf hin zu deuten, dass aus dem Matarial möglicherweise noch mehr Zeichnung herauszuholen ist, ohne dass Artefakte störend in Erscheinung treten.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

nun habe ich diese Aufnahmen noch einmal bearbeitet. Diesmal habe ich mit Registax intensiver geschärft und es sind wesentlich mehr Details auf Jupiter zu erkennen.

Ich schärfe immer die einzelnen Komponenten, füge meistens vom R-Kanal ein nochmals geschäftes Bild als Luminanz hinzu (R-RGB).

Wie kann man die lokale Sättigung zurücknehmen, um die Farbränder zu minimieren?

Das SW-Bild ist ein Luminanz eines stärker geschärften R-RGB. Damals war mir auch die größere Anzahl von Details aufgefallen, habe aber das leider nicht weiter beachtet.

Leider hatte ich mich bei dem Mondschatten geirrt. Rechts neben Europa befindet sich nicht der Schatten von Europa, sondern von Io. Io selbst kann man gut vor Jupiter erkennen. Europa ist schwierig zu sehen, auf dem B-Kanal (unten stehendes Bild) zeichnet sich Europa durch einen dunkleren Fleck ab. Dies ist genau die Position, die in WinJupos angegeb en wird.

Link zur Grafik: http://www.buecke-info.de/astrotips/beobacht/jupiter/pic2014//14120905454b.png

Für die Aufnahmen verwende ich eine dreilinsige 2fach-Barlowlinse von Kasai. Die Abbildungsqualität finde ich hervorragend. Seit dem ich diese Barlowlinse verwende, sind die Bilder schärfer und vor allem der B-Kanal wesentlich besser geworden. Dadurch zeigen die RGBs auch natürlichere Farben.

Nochmals Danke für dein Feedback.
 
Zitat von Buecke:
Diesmal habe ich mit Registax intensiver geschärft und es sind wesentlich mehr Details auf Jupiter zu erkennen.
Hallo Karl-Heinz,

bin ganz gespannt, das Ergebnis zu sehen !

Zitat von Buecke:
Ich schärfe immer die einzelnen Komponenten, füge meistens vom R-Kanal ein nochmals geschäftes Bild als Luminanz hinzu (R-RGB).
Das mache ich prinzipiell auch so. Je weniger ich die Komponenten des RGB schärfe, desto "entspannter" kommen bei mir die Farben heraus.

Zitat von Buecke:
Wie kann man die lokale Sättigung zurücknehmen, um die Farbränder zu minimieren?
Zu diesem Zweck markiere ich ein kleines Bearbeitungsfeld, welches den Mondschatten einschließt, und reduziere in diesem Feld die Farbsättigung. Die außerhalb des Markierungsfeldes liegenden Bereiche werden somit von der "Entfärbung" nicht betroffen.

Zitat von Buecke:
Das SW-Bild ist ein Luminanz eines stärker geschärften R-RGB.
Interessant, hätte immer von einem einzelnen Farbauszug, meistens Rot, die beste Detailzeichnung erwartet.

Zitat von Buecke:
Rechts neben Europa befindet sich nicht der Schatten von Europa, sondern von Io.
Ja, das macht Sinn, denn vor der Opposition kommt das Licht von rechts, und somit sind die Schatten immer links von dem betreffenden Mond zu finden.

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass Deine hier gezeigten Jupiterbilder in vertikaler Richtung verkippt sind. Die vielfach anzutreffenden Bilder mit oben liegendem Südpol entstehen aus dem natürlichen Anblick durch eine Drehung um 180°.

Gruß, Jan
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Zitat von Buecke:
Rechts neben Europa befindet sich nicht der Schatten von Europa, sondern von Io.
Ja, das macht Sinn, denn vor der Opposition kommt das Licht von rechts, und somit sind die Schatten immer links von dem betreffenden Mond zu finden.

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass Deine hier gezeigten Jupiterbilder in vertikaler Richtung verkippt sind. Die vielfach anzutreffenden Bilder mit oben liegendem Südpol entstehen aus dem natürlichen Anblick durch eine Drehung um 180°.
Pardon - da habe ich mich geirrt ! Vor der Opposition kommt das Licht beim natürlichen Anblick von links, und die Schatten befinden sich rechts vom betreffenden Mond. Deine Bilder sind gegenüber dem natürlichen Anblick um 180° verdreht, so wird es üblicherweise auch gemacht, und darum sind die Schatten hier links.

Mit der Bitte um Nachsicht, Jan
 
Hallo Jan,

da ich die neu bearbeiteten Bilder gleich in meiner Homepage ausgetauscht hatte, sind diese neuen bilder auch gleich in diesem Forumbeitrag zu sehen. Zum Vergleich hier das erste Bild in der früheren Bearbeitung:
Link zur Grafik: http://www.buecke-info.de/astrotips/beobacht/jupiter/pic2014/14120905390rrgba.png

Meine Bilder orientiere ich mit Süden oben, so wie es international üblig ist. Sicherlich kommt diese Orientierung noch aus einer Zeit, als man nur am Fernrohr zeichnen konnte. Zum besseren Vergleich hat man diese Regel beibehalten.

Zur Darstellung der Monde hatte ich das RRGB-Bild als Luminanz umgeformt. Wenn man dann die Bearbeitung etwas überteibt, stören nicht die ungewollten Farbänderungen.

Summenbilder schärfe ioh vor der Überlagerung zum RGB, allerdings nicht bis zur endgültigen Schärfe. Das RGB schärfe ich dann nach. Wenn ich auch besser Bilder im Blaukanal erziehle, sind sie trotzdem schlechter als meine R- und G-Bilder - sicherlich auch eine Frage des Seeings.
 
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