Jupiter mit Transit von Io plus Schatten und GRF vom 14.01.2025

pem.fue

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Hallo zusammen,

gestern Abend gab es einen Transit von Io plus Schatten vor dem Jupiter zu beobachten. Später schaute auch noch der GRF um die Ecke. Die Bedingungen waren alles andere als gut. Es gab immer wieder Wolken. Zeitweise war es ganz bewölkt, klarte aber dann wieder ganz auf. So ist das Wetter hier. Unberechenbar.

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Wegen des Windes konnte ich kein kleines ROI (640x480) aufnehmen und bin auf die nächsthöhere Einstellung gewechselt. Deshalb habe ich aber drei aufeinanderfolgende AVIs zusammengefasst und ausgewertet.

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Der Mondschatten hat einen Ring bekommen durch das stacken. Vermutlich, weil das Seeing den Schatten hin und her zittern ließ. Aber auch Io zeigt ein bisschen Struktur. Ich dachte erst, wes wäre der Bewegung geschuldet, aber der obere und untere Rand von Io ist auch gut zu erkennen und macht ihn wieder rund.

@MikeWölle : Der »Kamin« hat sich wieder neu gebildet, wenn ich das richtig interpretiere.

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Nach dem Austritt von Io ist die Struktur des Io nicht mehr so gut zu erkennen, weil der Kontrast zum schwarzen Hintergrund hoch ist.

Ich habe wieder mein altbewährte Konfiguration benutzt: Celestron 9,25 Edge HD und ASI715MC fokal bei 2395mm auf AM5 und mit ASIAir gesteuert.

Gruß,
Peter
 
Nun ja, ich war ja schon immer ein Astrofotografie Skeptiker. Inbesondere was die z.T. extensive Bearbeitung angeht zwecks "Verschönerung".

Das Beispiel hier ist ein gutes, wie z.B. der Schatten über Mass aufgebläht wird mit dem Stacking. War mir schon früher aufgefallen. Gerade auch bei den kürzlichen Schattentransits von Titan am Saturn.

Im vorliegenden Fall ist der Schatten einiges kleiner als der Körper. Im Foto kommts aber deutlich andersrum raus. Inwieweit der "Rand von Io" da rauskommt oder obs nich nur ein weiterer Stackingeffekt ist lasse ich auch mal offen.

Skysafari / Winjupos.

Gruss

skysafari.io.jpg
winjupos.io.jpg
 
Hallo CHnutschti,

der Schatten hat scharfe Kanten. Darauf reagieren die Stacking-Programme immer sehr stark. Darum gibt es wahrscheinlich den Ring um den Schatten. Das hat mit "Verschönerung" erstmal nicht zu tun. Das ist einfach so, wenn man Frames stacked und der Schatten bewegt sich durch das Seeing:


Hier erkennst Du, wie sich der Schatten bewegt.

Das der Schatten immer größer ist, als der Mond, liegt daran, dass die Penumbra (Halbschatten) größer ist, als der Mond. Aber Du kannst Dir auch gerne solche Ereignisse in der Simulation anschauen, wenn Du der mehr Glauben schenkst.

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Durch anpassen der Stackingparameter und wenige aggressives Schärfen, ist der Schatten nun kleiner geworden.

Gruß,
Peter
 
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Hallo CHnutschti,

falls Du noch Interesse an einer Antwort hast: Ich habe mich heute Morgen nochmal mit dem Thema beschäftigt, gestern hatte ich kaum Zeit.
Du hast insofern recht, dass es an der Bearbeitung der Aufnahmen liegt, wenn die die genau vermessen will. Deshalb war Deine Kritik berechtigt.

Ich habe das AVI nochmal neu analysiert und die Alignment-Points (APs) so klein wie möglich gewählt in meinem verwendeten Stacking-Programm PlanetarySystemStacker. Damit ist der Ring um den Io-Schatten verschwunden. ich brauche aber mehr Frames, damit diese APs als Kästchen nicht sichbar werden auf dem fertigen Bild.

Io.gif

Ich habe anschließen zwei unterschiedliche Wavelet Schärfungen vorgenommen. Bei weniger schärfen erhält man einen kleinen Schatten als bei stärkerem schärfen. Ich habe die erste Ordnung der Wavelets im ersten Fall weggelassen und der Schatten wird kleiner.

Mond, Durchmesser (km), Mittl. Abstand zu Jupiter (km), Kernschatten (Umbra) auf Jupiter, Halbschatten (Penumbra) auf Jupiter, Charakteristik des Schattens
Io, 3.642,421.700, ~ 3.030 km, ~ 4.250 km, "Scharf begrenzt, tiefschwarz, relativ groß."
Europa, 3.122,670.900, ~ 2.150 km, ~ 4.090 km, "Kleiner als Io, wirkt durch den breiteren Halbschatten am Rand ""weicher""."
Ganymed, 5.262,1.070.400, ~ 3.700 km, ~ 6.800 km, "Der größte Schatten insgesamt, aber mit sehr ausgeprägtem Halbschatten."
Callisto, 4.821, 1.882.700, ~ 2.100 km, ~ 7.550 km, "Der Kernschatten ist sehr klein (fast aufgelöst), der Halbschatten extrem breit."

Gruß,
Peter
 
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Nun ja, die Botschaft ist, dass man m.E. nicht allzu gläubig in die eigenen Pixel sein soll, nachdem sie die Blackbox "Stacking & Bildbearbeitung" durchlaufen haben.

Beim hohen Kontrast wird vermutlich alles addiert was einigermassen Kontrast hat zum Hintergrund, wodurch es eben immer grösser wird. Im Gegensatz zu Körper, diffus abgehoben zum Hintergrund, der vermutlich eher immer kleiner wird bei Stacking, da "im Zweifel" es ausgeschlossen ist.

Bei den Schatten von Titan kürzlich hatte ich Schatten gesehen, die geschätzt mindestens 2x so gross waren wie die tatsächliche Ausdehung.

Zu den Schatten ein reales Bild von Hubble, der die verschiedene Ausprägung des Halbschattens gut aufzeigt.


Gruss
 
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Hallo CHnutschti,

es sind eben auch sehr kleine Objekte von der Erde aus betrachtet. Io hat momentan nur 1,2" und meine Pixelauflösung ist ~0.125". Das sind dann gerade mal weniger als 10 Pixel linear mit meiner Ausrüstung. Bei Callisto ist der Halbschatten 1.57x größer als der Planet selbst. Und mit starkem Kontrast sieht er Halbschatten auch so aus wie der Kernschatten, ganz schwarz.

Im Falle des Titan beträgt der Halbschatten 122% vom Titandurchmesser, der Kernschatten 93%. Bei Io sind es 115% beim Halbschatten. Das ist auch kaum unterscheidbar von der Größe des Mondes selbst. Aber doppelt so groß sollt der Schatten nie sein. Das ist dann zu viel Datenverarbeitung.

Gruß,
Peter
 
Die räumliche Auflösung meines Celestron 9,25 betragt gerade mal 0.49". Das sind gerade mal zwei Pixel (oder besser PSF) für den Io. Bei 18" sind es auch nur vier Pixel. Das ist arg wenig. Aber der Schatten ist schwarz, da gibt es nichts aufzulösen. Den kann man glauben, wenn er nicht durch die Wavelets vergrößert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieses hochfrequente Gezappel hab ich so noch nie gesehen!? Ist das in der Zeit gerafft das Video? Der nächste Io Transit kommt! Vll sind die Bedingungen dann besser und man kann dann auch die Artefakte ausschließlichen! Io bewegt sich eben sehr schnell vor Jupiter, das Aussehen es Mondes wird dadurch langgestreckt. Ich würde nur 20-30 sek belichten. Winjuopos kann Monde ebenfalls derotieren.
Viele Grüße Frank
 
Hallo Frank,

ich hatte zu wenig Information zum AVI gegeben. Ich habe das originale AVI mit PIPP_Linux auf den Jupiter zentriert, aber ohne Interpolation, einfach um vielfache von 2 Pixel (wg Bayer) verschoben, sodass die Bilder übereinanderliegen. Zudem sind die auch noch nach Qualität geordnet worden. Das bedeutet, dass das Seeing kein zeitlicher Ablauf ist, sonder Random gestreut ist innerhalb der Aufnahmezeit von 73s . Daher springt der Schatten im Bild. Ansonsten sind die Bilder alle 10ms aufgenommen worden. Da die im AVI-Format abgespeichert wurden, kann es sein, dass einige Frames verloren gehen bei der Aufnahme. Das unterscheidet auch AVI von SER.

Zur Notwendigkeit von Winjuopos habe ich dann auch noch ein Experiment gemacht:
Ich habe drei hintereinander folgende AVIs zusammengesetzt. Die haben dann eine Laufdauer von 230s bekommen. Das bedeutet für meine Konfiguration mit C9.25 und ASI715MC eine Pixelverschiebung um ca 7.4 Pixel am Äquator.

juprot3.gif

Ich habe nun zwei APs (Alignment Points) Größen benutzt, einmal 20 Pixel und das andere Mal 75 Pixel. Mit 20 Pixel kann PSS den Mond und vorallem den Schatten nicht mehr »einfangen« und verschmiert diese. Auf der anderen Seite bleiben die feinen Strukturen nach wie vor erhalten, egal welche AP-Größen ich wähle. Allerdings gibt es im oberen Bereich in paar Kringel. Weil die aber weiter nördlich sitzen (cosinus), fällt die Rotation als Ursache aus. Der Kringel oben in der Mitte ist bei 20 Pixel AP in zwei Teile unterteilt. Das liegt am Oversampling, meine ich. Daraus faked das Stacking oder auch die Wavelets einen Doppelkringel.

Aber wichtig ist auch, dass eigentlich Winjuopos man eigentlich nicht braucht.

Gruß,
Peter
 
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