Jupiter RGB mit 5,2 µm CMOS bei f/13

#1
Hier ist die erste RGB-Probe aus einer Serie von heute Nacht:



Das IR-Satellitenbild zeigte massive Wolkenschleier, trotzdem war das Seeing sehr gut. Aufnahme von 0018 MEZ (Rot) mit ALccd5 und QGVideo am 10" Schüsselteleskop bei f/13, Filterfolge Grün (30s) - Rot (60s) - Blau (30s) mit 60 fps bei 15 ms Belichtungszeit und 60% Gain, Nachvergrößerung insgesamt 1,8-fach. - Vielleicht gibt es später noch eine Animation.

Gruß, Jan
 
#2
Hallo Jan,
Hammer Bild , und das mit einer ALCCD5!
Ich haette nie gedacht , dass man solche Bilder mit der Cam machen kann.
Ich bekomme das mal nicht so hin mit meinem 10" Dobson Flextube und einer IMG0H 618 Chip.
Respekt !

Gruss Claude
 
#3
Hallo Jan,

erstmal: Ein superklasse Bild. :super:

Die ALccd5 mit 5µ2 hab ich ja neben der Alccd5V mit 6µ auch.

Hierzu natürlich gleich ein Satz Fragen, auch wenn ich evtl. nerve:

Bei 10" und f/13 müsste der Jupiter rund 127 Pixel Durchmesser haben, also grade mal 0,4" pro Pixel. Dein Bild hier hat 270Pixel Durchmesser. Hast Du das wirklich 2x hoch skaliert? Beim Stacken? Oder danach?

Und nächste Frage: WIE quetscht Du aus der ALccd5 60fps raus? Auch bei 10msec Belichtungszeit und ROI ist bei meiner ALccd5 bei 22fps Ende. Kannst Du mir mal Deine genauen Aufnahmeeeinstellungen für die ALccd5 nennen? Und mir mal sagen, wieviel Pixel Durchmesser Jupiter in etwa in Deinen Rohbildern hat?

Wenn ich dies Ergebnis sehe , vermute ich ein prinzipielles Problem in meinem Setup.

Gruß

Markus


 
#4
Hallo Jan,

Gratulation! Da ist Dir ein erstklassiges Bild gelungen und Jupiter hat sich dazu noch von seiner "interessanten Seite" gezeigt :)

Ich wundere mich etwas, dass bei Dir der Himmel klar war, hier war alles komplett zu :(

Frank
 
#5
Hallo miteinander,

Ihr scheint Euch ja fast ebenso über das Ergebnis zu freuen wie ich selbst, vielen Dank also erstmal für Eure freundlichen Kommentare!

Wie ich zuvor schon bemerkt hatte, zeigten die IR-Satellitenbilder heute Nacht beträchtliche Wolkenschleier über Westdeutschland. Normalerweise hätte ich unter solchen Bedingungen gar nicht aufgebaut. Andererseits stand Jupiter sichtbar am Himmel, wenn auch sonst kaum etwas zu sehen war. Darum war ich einfach neugierig, denn mir ist auch klar, dass Schleierwolken oder Hochnebel nicht unbedingt ein Zeichen für besondere Luftunruhe sein müssen. Also habe ich aufgebaut und es natürlich nicht bereut.

Insgesamt habe ich in der Zeit von Mitternacht bis ein Uhr fünf RGBs mit jeweils 15 min Abstand aufgenommen, am Ende wurde es dann etwas duster auf dem Chip. Die Luft war kalt aber trocken.

Um gleich die zweite Frage von Markus zu beantworten: Ich wollte heute Nacht auch mal ausprobieren, wie sich die schon länger im warmen Zimmer getestete Bildrate von 60 fps auf die Bildqualität am Jupiter auswirken würde. In diesem Zusammenhang verweise ich auf eine kürzlich geführte Diskussion zu den besonderen Eigenschaften der Auslese-Software "QGVideo", die der ALccd5 beiliegt. Man erreicht hier nämlich die zu einem gewählten ROI-Format passende Bildrate nur bei optimaler Einstellung der Belichtungszeit. Bei den aktuellen Aufnahmen hatte ich das Bildformat 260x260 vorgegeben, und das läuft am schnellsten mit 15 ms Belichtungszeit. Bei ROI 96x96 kommt man mit der ALccd5 sogar auf 166 fps! Dieses Format ist aber für Jupiter schon zu klein, das wäre dann mit 6 ms Belichtungszeit eher das Richtige für Mars.

Zu den Aufnahme- und Abbildungsmaßstäben (Markus): Hier erstmal je ein Rohbild aus den Aufnahmevideos in der Reihenfolge G-R-B:



Nach bisherigen Rechnungen komme ich mit meinem ALccd5-Setup auf f/13 und 0,32 arsec/Pixel. Das hatte ich ebenfalls aufgrund der Vermessung von Jupiteraufnahmen ermittelt, will ich aber gerne nochmal überprüfen. Die oben angegebene Nachvergrößerung von 1,8x ergibt sich rein rechnerisch aus der mit "Drizzle" in AutoStakkert v1 verknüpften Vergrößerung um den Faktor 1,5 und aus einer 1,2-fachen Nachvergrößerung (dSinc) vor der abschließenden Bearbeitung in Fitswork.

Gruß, Jan
 
#6
Hallo Jan,

ich habe mir mal das Rohbildkomposit in Photoshop angesehen, und nur im R-Kanal steuerst Du das Histogramm auf 50% aus, in den anderen Kanälen sogar weniger als 33%.
Bei derart niedriger Ansteuerung laufe ich immer wieder in die klassische Zwiebelringproblematik.

Belichtest Du wirklich so knapp, und wenn ja, wie umgehst Du Zwiebelringe?

Gruß

Markus


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#7
Zitat von Lotz:
Belichtest Du wirklich so knapp, und wenn ja, wie umgehst Du Zwiebelringe?
Hallo Markus,

die Zwiebelringproblematik ist mir wohlbekannt, siehe z.B. hier, die hatte ich allerdings immer mit der Interline-Transfer-Auslesetechnik von CCD-Kamerachips in Verbindung gebracht. Bei der ALccd5 gibt es das Problem offenbar nicht, da diese mit einem CMOS-Chip arbeitet.

Der CMOS-Chip mit "Rolling-Shutter" war übrigens ein besonderer Grund für mein Interesse an der ALccd5. Denn damit lassen sich bei reduziertem Bildformat (ROI) offenbar prizipiell viel höhere Steigerungen der Bildausleserate erzielen als mit CCD-Sensoren. Auch das hängt offenbar (so habe ich zumindest die Auskunft eines Mitarbeiters von Point Grey verstanden) mit dem CCD-Auslesemechanismus zusammen. Bei diesen Chips müssen nämlich die in den Zeilen angesammelten Ladungspakete jeweils in der vollen physikalischen Breite des Chips via Interline-Transfer herausgeschoben werden. Eine Verringerung der Bildbreite durch ROI bringt demnach keine Vorteile, nur die Verringerung der Bildhöhe und damit der Zeilenzahl. Mit meiner Chameleon CCD-Kamera komme ich deshalb über 30 fps nicht hinaus.

Die Anschaffung einer neuen Kamera mit dem schnellen ICX618 Chip schien mir im Hinblick auf das viel kleinere Bildformat (640x480 gegenüber 1280x1024), sowie auf den Preis und die möglichen Zwiebelringe in der Tat weniger attraktiv.

Meine aktuellen Aufnahmen sind übrigens hauptsächlich deshalb unterbelichtet, weil die Gaineinstellung der Auslesesoftware QGVideo trotz des stufenlosen Reglers nur stufenweise reagiert, und die nächst höhere Stufe zu einer Überbelichtung des Rotkanals geführt hätte. Beim Blaukanal hätte ich gewiss eine Stufe höher stellen können. Darauf habe ich aber verzichtet, da ich weiß, dass AutoStakkert die ausgegebenen Summenbilder ohnehin automatisch auf gleiche Helligkeit trimmt. So brauchte ich hier am Ende keinerlei Änderungen an der Farbbalance des RGB vorzunehmen.

Nochmal zu den Abbildungsmaßstäben: Die Auflösung des Kamerarasters ergibt sich bei meinem derzeitigen Setup mit der ALccd5 bei f/13 zu 5,2µm/254mm/13 = 0,32 arcsec. Mit einer aus den Originalframes entnommenen Poldistanz der Jupiterscheibe von 141 Pixeln ergibt sich hierfür eine Winkeldistanz von 142*0,32 arcsec = 45,4 arcsec in hinreichend guter Übereinstimmung mit den aktuellen Tabellenwerten. An der Stelle ist also offenbar alles ok.

Gruß, Jan
 
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#8
Hallo Jan,

auch ich habe die Brennweitenberechnung anhnad Deiner Bilder nachvollzogen und komme auf das gleiche Ergebnis.

Könntest Du mir mal bitte ungeschärfte Summenbilder in R G und B zukommen lassen. Ich möchte mal probieren, ob ich anhand dieser mit meinem Worklfow vergleichbar gute Bildresultate hinkriege.

Viele Grüsse

Markus


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#9
Zitat von Lotz:
Könntest Du mir mal bitte ungeschärfte Summenbilder in R G und B zukommen lassen.
Hallo Markus,

die unvergrößerten und ungeschärften Summenbilder mit 80% Verwendungsrate aus AutoStakkert v1 sind als 16-Bit TIFF-Dateien über die folgenden Links erreichbar: Grün - Rot - Blau . In der 8-Bit-Darstellung sehen sie so aus:



Viel Spaß beim Experimentieren!

Gruß, Jan
 
#10
Zitat von Lotz:
Belichtest Du wirklich so knapp, und wenn ja, wie umgehst Du Zwiebelringe?
Zitat von Jan_Fremerey:
die Zwiebelringproblematik ist mir wohlbekannt, ... die hatte ich allerdings immer mit der Interline-Transfer-Auslesetechnik von CCD-Kamerachips in Verbindung gebracht. Bei der ALccd5 gibt es das Problem offenbar nicht, da diese mit einem CMOS-Chip arbeitet.
Hallo Jan, also so richtig verstehe ich die Erklärung nicht. Nun ist ja das Zwiebelringproblem auch außerhalb astronomischer Anwendungen durchaus prominent, wenn nämlich bei gerasterten Bilddarstellungen die digitalisierte Abstufung der Grau- oder Farbwerte zu grob ist. Insofern hätte ich eher den Verdacht, dass da bei der Auslese der Signale oder auch bei der anschließenden Bildbearbeitung eine Digitalisierung mit unzureichender Auflösung zuschlägt. Bei der Hardware hätte man dann die ADC-Auflösung unter Verdacht, aber das betrifft CCD und CMOS in gleicher Weise. Oder eben die Belichtung, denn je knapper die Belichtung desto gröber werden die Grauwertabstufungen, darauf zielte ja die Frage von Markus wohl ab.

Zur Demonstration des Zwiebelringeffekts im gewöhnlichen Alltag, schau mal in dem folgenden Link die Abbildungen 1 und 2 an. Man kann dieses Problem dann in der Bilddarstellung mit verschiedenen Dither Verfahren eliminieren, welche die stufenförmigen Zwiebelringkonturen durch einen statistischen Umverteilungsalgorithmus, wie z.B. Floyd-Steinberg dithering, aufbrechen und so effektiv unsichtbar machen.

Gruß, Peter

 
#12
Hallo jan,

danke erstmal. Werd sie mir heut nachmittag privat runterziehn.
Aber ich seh schon vom ersten Eindruck, _was_ da alles drinnen steckt! Solche Summenbilder hätt ich auch gerne.

Ich hatte gestern die gelegenheit mit _etwas_ reduziertem Öffnungsverhältnis aufzunehmen. Mein Rechner zuhause verwursetet die Videos grade im batchmode. (2x jeweils LRGB zu 30sec bei 40fps).

Wie meine ALccd5V allerdings bei 33msec Belichtungszeit 40fps realisiert, wird wohl das Geheimnis von QGVideo32 bleiben. Laut Registax sind's aber wirklich 1200frames pro 30sek Video.

Viele Grüsse

Markus

 
#13
Hallo Peter,

Dank für Deinen Kommentar! - Das charakteristische Merkmal der CCD-Zwiebelringe besteht darin, dass sie jeweils nur in Richtung der Bildzeilen aus dem abzubildenden Objekt "herauswachsen" und dass sie eine erhebliche "Reichweite" aufweisen, die sich deutlich außerhalb dessen bewegt, was Du zu Recht über andere bekannte Schärfungsartefakte bemerkst. Auffällig ist außerdem, dass die CCD-Ringe besonders stark in Erscheinung treten, wenn der Kamerachip außerhalb seiner Spezifikation betrieben wird. Hier ein Beispiel vom ICX098-Chip aus der DMK21 älterer Bauart:



Die Kamera war gemäß Herstellerangaben für Ausleseraten von bis zu 60 fps spezifiziert, obgleich der Chip selbst laut Sony-Datenblatt nur maximal 30 fps kann.

Gruß, Jan
 
#14
Zitat von Lotz:
... wird wohl das Geheimnis von QGVideo32 bleiben.
Hallo Markus,

die neueren Kameras des chinesischen Herstellers QHY, insbesondere die ALccd5-II, arbeiten mit der etwas komfortableren Auslesesoftware EZPlanetary, dazu gibt es aber leider noch keine Treiber für die ALccd5. Trotz gewisser Anlaufschwierigkeiten mit der Software erscheinen mir diese CMOS-Kameras aber auch hinsichtlich ihrer Bildqualität für Amateur-Astrografen durchaus attraktiv.

Bin gespannt auf Deine Bildergebnisse, kann allerdings - zumindest aus den 8-Bit Summenbildern - beiweitem nicht erkennen, was da möglicherweise "alles drinnen steckt".

Gruß, Jan
 
#15
Hi Jan,

wenn Du meine Summenbilder kennen würdest, würdest Du auch sofort sehen, dasss in dem Deinigen deutlich mehr an Info drinsteckt!
Die ungeschärften Summenbilder zeigen bei mir Strukturen deutlich weniger prominent => ein Indiz dafür, dass wohl auch meine Optik (noch) nicht optimal ist...
Mal schaun, ob der FFC einen messbaren Hub bringt.

Gruß

Markus
 
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#16
Hallo Jan, dann habe ich offenbar missverstanden, was da mit den Zwiebelringen gemeint war. Unter dieser Bezeichnung laufen anscheinend ganz unterschiedliche Artefakte. Dazu gehören neben den beugungsähnlichen Ringen an Deinem Saturnbild vor allem auch die von mir erwähnten artifiziellen Abstufungen der Planetenscheibe zum Rand hin, aber teilweise auch dunkle Ringe im Zusammenhang mit der DMK 21AF04.AS, wenn diese bei 60 fps betrieben wird, siehe angehängte Links.

Gruß, Peter

DMK 21AF04.AS - Ring Artefact Testing

Ghost images of bright edges DMK21AU04.AS

no onion rings at 60 fps for DMK 21AU618

 
#17
Hallo Peter,

danke für die Links, die beschäftigen sich offenbar auch mit der von mir angesprochenen Problematik. Nachdem ich andererseits diese Bemerkung von Markus:
Zitat von Lotz:
Bei derart niedriger Ansteuerung laufe ich immer wieder in die klassische Zwiebelringproblematik.
nochmal gelesen habe und weiß, dass er selbst z.Z. vorzugsweise mit CMOS-Kameras arbeitet (vgl. seine Galerie), neige ich jetzt doch auch zu der Auffassung, dass eher Du ihn richtig verstanden hast als ich.

Als Beispiel für das, was Du meinst, erscheint mir dann vielleicht die aktuelle Aufnahme von Horst Anders geeignet, obwohl ich hier - zugegebenermaßen aus Unkenntnis - eher die von ihm angewandte Derotationstechnik von WinJUPOS in Verdacht hätte. Allzu grobe Grauabstufungen, so wie sie in den von Dir angeführten Beispielen zum Dithering gebracht werden, würde ich eher bei ungestackten Aufnahmen erwarten, darauf beziehen sich offenbar auch die dortigen Bildbeispiele. Durch das Stacken gewinnen wir aber gegenüber den Originalframes der Aufnahmevideos erheblich an Graustufen. Unsere Summenbilder weisen doch gewöhnlich eine Graupalette von > 14 Bit auf. Wenn man die am Ende auf 8 Bit zurückkonvertiert, solle man m.E. keine größeren Lücken innerhalb der 8-Bit Palette mehr finden. Anders mag die Sache aussehen, wenn man die Bildbearbeitung nur im 8-Bit-Raum vornimmt.

Gruß, Jan
 
#18
Hi Jan,
sehr schönes Ergebnis.
Ich muss vielleicht doch mal die alccd5 rausholen aber ich muss jedesmal den Treiber wechseln - phd und qgvideo laufen nicht mit dem gleichen Treiber - das nervt, deshalb läuft sie nur als guiding-cam.
 
#19
Hallo Jan,

ich erinnere mich an ein paar Marsbilder vor einigen Jahren hier im Forum mit ziemlich ausgeprägten Stufeneffekten am Rande der Planetenscheibe. Die Ringe auf dem Jupiterbild von Horst Anders sehen eher wie Beugungseffekte aus. Die Ursachen für solche Artefakte wurden vor drei Jahren von Herbert Heimel untersucht und hier vorgestellt. Du wirst Dich erinnern, da Du an dieser Diskussion beteiligt warst. Leider sind die damals gezeigten Bilder jetzt nicht mehr zugänglich.

Gruß, Peter



 
#20
Vergleichsbearbeitung Deiner Summenbilder

Hallo Jan,

ich habe jetzt mal mit Deinen Rohbildern experimentiert und deren Informationsgehalt ist - gelinde gesagr - brachial.

Ich habe versucht, mit relativ kleinen Schärfungsradien zu arbeiten, um feine Details und weiche Übergänge hinzukriegen.

Ich stelle hier mal mein Resultat aus Deinen 3 Rohsummenbildern ein.

Bildbearbeitung:

FitsWork:

1. RGB-Kompositing mit Fitswork
2. dSinc auf 150%
3. Iterative Gausschärfung
4. dSinc nochmal 150%
5. Rot-kanal dSinc auf 150%
3. Iterative Gauss-Schärfung (etwas härter als bei (3.)
6. Nochmal dSinc 150%

Photoshop CS6:

1. Beide Bilder öffnen
2. Das geschärfte Rotkanalbild als Luminanzebene mit 75% Deckkraft über das vorgeschärfte RGB legen
3. Tonwertkorrektur / Gradationskurventuning
4. Export als JPG mit max. Qualität:



Im Vergleich sehe ich, dasss mein Rohmaterial deutlich "weicher" ist, hier scheint bei mir was noch nicht optimal zu sein => Der wetterbedingt noch ausstehende Test mit dem FFC (gestern war es wieder wolkig, heute Eisregen) wird zeigen, ob es am Projetiv liegt oder an der Primäroptik.

Viele Grüsse

Markus


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#21
Vergleich mit langem Öfffnungsverhätnis

Hallo Jan,

im Vergleich zu Torsten Hansens mit 11" aufgenommenen Bildern zeigt sich, dass bei Torsten immer etwas mehr an Feindetails in den Bildern ist. Er arbeitet aber auch mit 9,72m Brennweite, das sind bei 11" fast f/35!

Hier mal zwei von der Jupiterstellung ähnliche Bilder:

Torsten Hansen mit vermutl. f/35, Direktlink aus diesem Thread: :



Und meine Bearbeitung Deines Bildes:



Man sieht in Torstens sanft bearbeiteten Bild Dinge deutlich, die man bei Dir immerhin ansatzweise erahnen kann => kannst Du Dein Setup mal testweise auf zumindest von f/13 richtung f/20 bringen und mal schaun, was im Direktvergleich an Auflösung rüberkommt. Die derzeitige hohe Juppiteropposition ewäre ja günstig dafür.
Ich vermute, bei etwas feiner aufgelöstem Sampling ginge bei Dir _noch_ mehr!

Gruß

Markus


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#22
Re: Vergleichsbearbeitung Deiner Summenbilder

Zitat von Lotz:
Informationsgehalt ist - gelinde gesagr - brachial.
Hallo Markus,

vielleicht siehst Du das jetzt speziell im Vergleich mit Summenbildern aus Deiner eigenen Produktion. Wenn Du darüber ins Grübeln kommst, ob Dir der FFC fehlt, oder ob es eher am Teleskop liegt, dass Deine Rohbilder meistenteils "weicher" sind, dann muss ich meine Befürchtung dagegenhalten, dass es wohl doch eher die Sichtbedingungen sind, die an Deinem Standort möglicherweise noch seltener brauchbar sind als hier.

Meine Vermutung kann ich sogleich belegen mit der folgenden Zusammenstellung von vier der insgesamt fünf in derselben Nacht (12./13.Dezember) zwischen 0 und 1 Uhr MEZ gewonnenen Aufnahmen:



Hier siehst Du, wie sehr sich das Seeing innerhalb einer 3/4 Stunde verändert hat, und welch ein kurzes Glück ich wirklich mit der zweiten Aufnahme hatte.

Alle Teilbilder sind in exakt derselben Weise "entwickelt" worden:

1. Summenbilder mit 1,5x Drizzle und Convolution aus dem p80-Ordner (Verwendungsrate 80%) von AutoStakkert v1, alles weitere in Fitswork v3.94:
2. RGB-Composit und dSinc 120%
3. Iterative Gauß-Schärfung mit R=1,5 und 10 Iterationen
4. Einfache Gauß-Schärfung mit R=1,01 und Stärke 100%
5. Abspeichern als JPG 90%

Wie Deine Ausarbeitung zeigt, bevorzugst Du eher die etwas größeren Darstellungen und pastellartige Töne. Wäre mal interessant zu sehen, was andere Mitleser ggf. aus den für jedermann zugänglichen Summenbildern (s.o.) herausholen.

Gruß, Jan

P.S. - Gerade erst sehe ich Deine letzte Eingabe mit dem Jupiter von Torsten Hansen. Auch da würde ich vermuten, dass das Seeing von entscheidender Bedeutung war und nicht unbedingt die längere Aufnahmebrennweite. Torsten ist nicht nur wegen seiner exzellenten Bildbearbeitung, sondern auch wegen der überdurchschnittlichen Sichtbedingungen an seinem Standort so erfolgreich und bekannt.
 
#23
Zitat von P_E_T_E_R:
Die Ursachen für solche Artefakte wurden vor drei Jahren von Herbert Heimel untersucht und hier vorgestellt. Du wirst Dich erinnern, da Du an dieser Diskussion beteiligt warst. Leider sind die damals gezeigten Bilder jetzt nicht mehr zugänglich.
Hallo Peter,

Klar, wenn es um real existierende Beugungserscheinungen an kontrastreichen Kanten geht, sollten diese von CCD- und CMOS-Kameras gleichermaßen abgebildet werden. Vielleicht kann Markus ja kurz bestätigen, dass er diese Erscheinung meint, und vielleicht hat er auch ein Bildbeispiel zur Hand. Bei meinem aktuellen Jupiter hatte ich keine Probleme damit und auch keine "Vorsichtsmaßnahmen" - wie etwa durch zonale Bildbearbeitung - getroffen. Möglicherweise ist aber der Helligkeitskontrast an den Jupiter-Rändern auch nicht so krass wie an der sonnenbeschienenen Seite vom Mars, um den es ja in der älteren Diskussion vor allem ging. Schade, dass die Bilder nicht mehr da sind.

Gruß, Jan
 
#24
Re: Vergleich mit langem Öfffnungsverhätnis

Zitat von Lotz:
Ich vermute, bei etwas feiner aufgelöstem Sampling ginge bei Dir _noch_ mehr!
Hallo Markus,

bisher habe ich nur die Erfahrung gemacht, dass bei besserem Seeing trotz der kurzen Brennweite - im Falle meiner älteren Jupiterserie f/11 - mit meinem System tatsächlich noch deutlich mehr geht. Solche Bedingungen habe ich aber seit September 2010 hier noch kein zweites Mal erlebt, und nur bei solchen Bedingungen kann man sinnvolle Vergleiche anstellen.

Zur Frage, was ich bei den gegenwärtigen Farbaufnahmen noch verbessern könnte (damals hatte ich nur "monochrom" mit einem 35-nm Ha-Filter aufgenommen), habe ich hier noch das Ergebnis eines kleinen Vergleichs:



Hier erkennt man die Auswirkung der Farblayer-Justierung beim Zusammenfügen des RGB-Komposits: Einmal habe ich für die automatische Farbjustierung die ganze Planetenscheibe ausgewählt, und einmal nur einen begrenzten Bereich im Zentrum. Die zweite Version zeigt immerhin eine geringügig bessere Durchzeichnung kleiner Bilddetails, dafür aber auch deutliche Einfärbungen der seitlichen Ränder des Planeten. Die Farbränder sind Grün und Blauviolett und weisen darauf hin, dass ich in der Filterfolge G-R-B aufgenommen habe. Der Farbversatz resultiert einfach aus der Jupiter-Rotation, denn wenn die Farblayer auf zentrale Abbildungsdetails justiert werden, die sich mit der Rotation in seitlicher Richtung fortbewegen, ergibt sich für die Planetenränder zwangsläufig eine Fehlpassung, und die äußert sich genau in den hier sichtbaren Einfärbungen der seitlichen Ränder des Planeten.

Abhilfe könnte man hier vermutlich mit WinJUPOS schaffen, oder indem man - wie ich früher schon einmal vorgeschlagen hatte - z.B. mit der Filterfolge BGRGB aufnimmt und für die Farben Grün und Blau mittels Morphen jeweils ein auf den Zeitpunkt der Rotaufnahme interpoliertes Bild erzeugt. Vielleicht ergibt sich ja bald einmal eine Gelegenheit für entsprechende Versuche.

Gruß, Jan
 
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#25
Re: Vergleichsbearbeitung Deiner Summenbilder

Zitat von Jan_Fremerey:
Deine letzte Eingabe mit dem Jupiter von Torsten Hansen.
Hallo Markus,

bei nochmaliger, genauerer Betrachtung der Aufnahmen von Torsten Hansen fällt mir auf, dass es weniger die Detailauflösung ist, die mich bei seinen Bildern so fasziniert, als vielmehr die Feinheit der Farbastufungen. Vielleicht sollte man doch einmal versuchen mit einer größeren Farbtiefe als 8 Bit aufzunehmen. Das setzt natürlich eine schnelle Kamera voraus, und gerade in dieser Hinsicht erscheinen mir die neuen CMOS-Typen interessant.

Gruß, Jan
 
#26
Re: Vergleich mit langem Öfffnungsverhätnis

Zitat von Jan_Fremerey:
Abhilfe könnte man hier vermutlich mit WinJUPOS schaffen, oder indem man - wie ich früher schon einmal vorgeschlagen hatte - z.B. mit der Filterfolge BGRGB aufnimmt und für die Farben Grün und Blau mittels Morphen jeweils ein auf den Zeitpunkt der Rotaufnahme interpoliertes Bild erzeugt.
Nachtrag - Die Beseitigung des Farbversatzes geht bei der aktuellen Aufnahme auch einfacher:



Aus dem über eine zentrale Region justierten RGB schneide ich den durch die Maske eingegrenzten Teil heraus und setze ihn in das über den Planetenrand zentrierte Bild ein. Das sieht dann so aus:



Den dunklen Spot links neben dem kleinen roten Fleck auf der Südhalbkugel sieht man hier zweigeteilt. In ähnlich deutlicher Weise habe ich das bislang nur auf einer C14-Aufnahme von Wayne Jaeschke bei ALPO-Japan gesehen. Der "Doppelspot" hat in meiner Aufnahme eine innere Distanz von ca. 3,5 Pixeln, das entspricht 2 Pixeln in den Aufnahmevideos und damit recht genau dem theoretischen Auflösungsvermögen von 0,6 arcsec meines 10"-Spiegels im roten Spektralbereich. Von daher sehe ich eigentlich keinen Grund, die Aufnahmebrennweite zu verlägern.

Gruß, Jan
 
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#27
Hallo,

nein, ich rede von den Zwiebelschalen, die sich ergeben, wenn die Randabdunkelung aufgrund nicht genügend feiner Signalabstufungen beim Schärfungsprozess stufig wird.

Viele Grüsse

Markus


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#28
Hallo Zyklop,

bei mir läuft die ALccd5 mit dem sleben Treiber unter PHDGuiding, Guidematser UND QGVideo.

Du musst nur die Treiber nehmen, die auf der mitgelieferten CD sind, mit den neuesten Treibern aus dem www funzt das nicht.

Gruss

Markus


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#29
Zitat von Lotz:
... wenn die Randabdunkelung aufgrund nicht genügend feiner Signalabstufungen beim Schärfungsprozess stufig wird.
Hallo Markus,

so etwas kann doch eigentlich nur bei der Bearbeitung von 8-Bit-Dateien passieren? Die Grauabstufung unserer 16-Bit-Summenbilder ist doch so fein, dass diese Art von Stufen nicht in Erscheinung treten dürften. Kannst Du uns mal ein Bildbeispiel zeigen?

Gruß, Jan
 
#30
Zitat von Lotz:
nein, ich rede von den Zwiebelschalen, die sich ergeben, wenn die Randabdunkelung aufgrund nicht genügend feiner Signalabstufungen beim Schärfungsprozess stufig wird.
Hallo Markus,

um zu verstehen, wie das aussehen könnte, habe ich die Farbtiefe meiner aktuellen Aufnahme probeweise von 256 auf 16 Stufen reduziert:



Die dabei entstehenden Stufenartefakte sehen ganz ähnlich aus wie in der bereits weiter oben zitierte Aufnahme von Horst Anders. Ist es das, was Du meinst?

Gruß, Jan
 
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