Jupiter Seeing & GRF Veränderung

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Hallo Holger, so sehr ich deine wertvollen Ratschläge und deine grandiosen Fotos, welche du mit minimalen Aufwand erreichst schätze, bei den mit Morphmaker erstellten Animationen bin ich skeptisch, denn sie stellen nicht dar was wirklich ist. Die Animation des GRFs mit den fälschlicherweise nur von einer Seite strömenden Bändern und Zonen ist dafür leider ein gutes Beispiel. So gut der Effekt auch ist, aber Morphmaker ist kein wirklich adäquater Ersatz für einen Zeitrafferfilm.
Nix für ungut.
CS Mike
 
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Hallo Mike,

naja es gibt ja Details die sich nicht so rasant ändern aber mit dem Planeten rotieren, teilweise je nach Schicht unterschiedlich schnell.
Natürlich z.B. der GRF und Oval BA aber auch die White Spots halten sich länger.
Bei den anderen Flecken und waagerechten Strichen war ich da nicht sicher aber wenn man die beiden Bilder betrachtet sieht das schon sehr ähnlich aus.
Da könnte man schon davon ausgehen, dass die sich selbst in der Zeit zwischen den Aufnahmen nicht groß verändert haben und nur weiter gewandert sind.

Deswegen habe ich die Morhpunkte gezeigt um das transparent zu machen. Verwirbelungen in den Bändern habe ich bewusst nicht markiert, da ich da keine wirklichen Gemeinsamkeiten finden konnte. Bei den White Spots war ich mir sicher, bei den Flecken, die jetzt so schön auf den GRF zulaufen nicht.

Ist natürlich ein schöner Effekt bei dem ich aber selbst unsicher bin ob das so real ist.

Ich forsche da jetzt mal auf der Alpo Japan Seite nach, vielleicht sind da noch mehr gute Aufnahmen vom Zeitraum zwischen dem 22.09.22 und 12.10.22.

Gruß,
Holger
 
Gut Holger, daß du mir nicht zürnst, danke dafür! Um ein Gefühl für die Dynamik der Jupiteratmosphäre zu bekommen, eignen sich die alten Zeitrafferfilme der Voyager Sonden sehr gut.
CS Mike
 
Nein ganz im Gegenteil. Du hast mich eher motiviert da nochmal genauer nachzusehen und da bin ich gerade dabei.

Und es sind zum Glück reichlich Aufnahmen vorhanden, die Fleckengruppe taucht bisher immer auf aber wahrscheinlich nicht ganz so wie ich dachte.
Der waagerechte Strich bewegt sich weniger schnell als die Flecken knapp darüber / davor, von den drei Punkten scheinen zwei sich zu verschmelzen.

Man ist das interessant, ich mache erst einmal weiter, bin bisher bis zum 29.09 gekommen.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

so die Analyse ist abgeschlossen und Mike hatte recht. Meine Animation entspricht so leider nicht der Realität !
Die 3 Flecken, die ich auch mit Morphpunkten versehen hatte, wandern bis zum GRF und verschmelzen dabei.
Aber sie wandern tatsächlich auf den GRF zu, nur noch schneller als ich dachte und so leider schlecht zu animieren. da fehlen mir die Zwischenbilder.
Der waagerechte Strich (auch der ganz unten), die weißen Spots wandern aber ohne sich selbst besonders zu verändern weiter, das ist also real.
uebersicht2209bis1210nr.jpg

Ich versuche das zwar noch zu animieren aber zur Zeit verformt sich noch alles, besonders im SEB. Nur da weiß ich gar nicht wo ich Punkte setzen soll.
Wahrscheinlich wird das nichts, eventuell muss ich die Punkte auf den Flecken einfach weglassen.

Gruß,
Holger
 
Was immer wieder auftaucht, egal zu welchem Tag das Foto gemacht wurde, ist die dunkle Wand links vom GRF! In den 60iger und 70 iger Jahren wurde die Theorie entwickelt, das es sich um einen ortsstabilen Riss oder Narbe im Planetenkörper handelt.
Damals wurde auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, das die Kometen der Jupiterfamilie ursprünglich durch vulkanische Prozesse auf einem der Jupitermonde erzeugt wird. Man ging von extrem starkem Vulkanismus planetarem Aussmaßes auf den Jupitermonden aus. Im Zeitalter der Planetenmissionen wurde später der Vulkanismus auf Io entdeckt. Er hat die jüngste planetare Oberfläche im Sonnensystem. Aktuell bin ich nicht mehr mit dem derzeitigen Stand der Theorie vertraut!
VG Frank
 
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Danke Frank für die Info.

Ich habe übrigens noch keine Erklärung für die schnellere Bewegung der dunklen Flecken gegenüber dem GRF gefunden. Die sind ja fast auf der gleichen Höhe / Schicht. Das es zu den Polen schneller rotiert (z.B. die white spots unten ) war mir bekannt.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger ich suche gerade nach einem Video in dem die enorme Strömung um den GRF zu sehen ist. Da sieht man auch das da alles gegensätzlich strömt und nicht geschichtet wie in deiner Ani. Ich melde mir dann....
VG Frank
 
Ich habe da ja die Jupiter Bilder auf der alpo Japan Seite durchforstet. Zeitraum zwischen meinen Aufnahmen, also 22.09 bis 12.10.22
Die Flecken tauchen überall auf aber sie bewegen sich viel schneller auf den GRF zu als ich aufgrund meiner beiden Bilder gedacht hätte.
Die 3er Gruppe 1) verschmelzt dabei mit der Zeit mit der linken dickeren Wand vor dem GRF.

Gruß,
Holger
 
Hier ein Beispiel beim Umströmen eines ortsfesten Hindernis von laminar zu turbolent.

den Link kann jeder anschauen. Suchbegriff Voyager Jupiter Strömung

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Hallo,

heute Morgen den 07.08.22 habe ich mich um kurz vor 4 Uhr aus dem bett gequält um dann doch wieder den 12er Dobson aufzubauen.

Tja und dann der erste Liveanblick auf dem Monitor: Riesen Enttäuschung !
Verwaschen und kaum scharfzustellen. Eigentlich wollte ich da schon abbauen und nicht mehr abwarten. Kaum denkbar, dass sich die Bedingungen in absehbarer Zeit so gewaltig verbessern können.

Nun ja, zum Glück habe ich alles stehen lassen und immer mal wieder kontrolliert und erst nach 5 Uhr wurde es doch noch besser.

Ich muss das jetzt aber unbedingt mal zeigen wie extrem die Unterschiede anhand der Summenbilder deutlich werden:
Den Anhang 272989 betrachten

3 Summenbilder von 05:30 bis 05:33 habe ich dann auf 05:30 Uhr derotiert und dieses 150% Ergebnis erzielt:
Den Anhang 272991 betrachten
Die Position des GRF und die Bedingungen passten ziemlich gut mit einer Aufnahme vom 24.07.22 überein.
Den Anhang 272986 betrachten

So fällt die Dynamik um den GRF herum richtig auf. Hier nochmal nur der Bereich als Animation:
Den Anhang 272987 betrachten

Dem GRF ist anscheinend eine Augenbraue gewachsen :D

Gruß,
Holger
Mir wuerde es sehr interessieren mit welchem Teleskop und Astrocamera Du diese wunderschoene Bilder gemacht hast. Und wieviele Bilder "gestackt" sind.
 
Hallo,

das ist der GSO 12" F5 Standard Dobson und die Asi120mc (ältere USB2 Version).
Pro Avi versuche ich in ca. 1 Minute an die 6000-8000 Frames zu sammeln. Davon stacke ich dann zwischen 30 und 40 %.

Gruß,
Holger
 
Hier ein etwas höher Aufgelöstes Video. Die Sonde Voyager hat vor Urzeiten das aufgenommen. Leider nix aktuelles gefunden!? Beachtet mal die gegenläufige Rotation auf engem Raum. Und die Umströmung des GRF.
VG Frank


Hier noch die Sonde Cassini.

 
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Danke Frank, die Cassini Animation kannte ich noch nicht. Die kleinen roten Stürme im NEB, welche gegenüber dem GRF ortsfest sind, finde ich bemerkenswert.
CS Mike
 
Danke Frank,

sehr interessant. Besonders die zweite Animation zeigt die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen.
Unten die White Spots holen gegenüber dem Grf auf. Die dunklen Stellen im SEB scheinen aber gegenläufig von rechts nach links zu wandern.
Also genau andeers wie bei den von mir beobachteten Flecken links vom GrF.

Gruß,
Holger
 
Hallo Leute,
das einzig Ortfeste ist der GRF und wie Mike bemerkte ebenso die roten Flecke im NEB. Alles andere drifte über die Oberfläche. Das finde ich bemerkenswert, aber von Seiten der Wissenschaft gibt's da kein Statement. Ein Wirbelsturm soll das sein? Irdische Wirbelstrüme bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit über den Planeten und sind nie ortsfest. Aber wenn ich in der Badewanne den Abfluss ziehe, sieht's genauso aus. Der GRF wurde zu Zeiten der Teleskop Ära entdeckt, aber die Wahrscheinlichkeit das er davor schon existierte ist recht hoch! Es muss etwas unterhalb der dichten Atmosphäre sitzen, ein Hindernis oder eine Senke mit planetarem Ausmaß!
VG Frank

Hier eine NASA Auswertung der Juno Mission. Man beachte die elektrischen Vorgänge an jupi und die Aussagen der Wissenschaftlern...o-ton wir haben keine Erklärung dafür! Im Video wird auch die Wichtigkeit der Amateur Astronomen gezeigt für die Erforschung Jupiters!

 
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Der GRF ermöglicht uns ja den Blick in tiefere Schichten, der Sturm soll ja einige hundert Kilometer tief sein. Da kommt mir eine Idee: Könnte man dieses Loch oder Senke nicht darin erkennen und vielleicht sogar seine Tiefe messen, indem man Jupitermondschatten beobachtet die genau über den GRF ziehen? Da müsste sich doch eine Veränderung in der Geometrie des Schattens zeigen, wenn er über den tiefer als der Rest des Jupiter liegenden Sturm zieht.
CS Mike
 
Ja, die obere Schicht liegt 500km tiefer als Umgebung. Das muss man sich mal vorstellen. Unsere Lufthülle ist da gerade mal 80-120 km hoch.
Das mit dem Schatten könnte man vorher mal an einem Model testen. Da bietet sich Io an. Bei senkrechten Blick ist da eher nix zu sehen, aber in Randlage müßte es einen Effekt geben?
VG Frank
 
Ja zunächst ein Modell um abschätzen zu können, ob es beobachtbar wäre. Und zweitens eine Berechnung wann ein Mondschatten genau über den GRF zieht. Welches Programm könnte das leisten?
CS Mike
 
Und zweitens eine Berechnung wann ein Mondschatten genau über den GRF zieht
In Stellarium werden die Schattenereignisse ja sehr genau vorhergesagt, nur die Position des GRF muss man anpassen.
genau über den GRF ziehen? Da müsste sich doch eine Veränderung in der Geometrie des Schattens zeigen,
Gute Idee, zumindest direkt nach dem Rand müsste der Schatten sich leicht verformen wenn es etwas schräg nach unten in die Tiefe gehen sollte.

Gruß,
Holger
 
Als Model bietet sich eine Honigmelone an. 12cm Durchmesser. 1mm gleich 1000km. Nun mit einem Skalpel eine 15 mal 12 mm Fläche,... 0,5mm tief entfernen, eine kleine Erbse als Io benutzen. Nun einen Scheinwerfer draufhalten. Versuch macht klug!? Es müsste eine Treppe im Schatten zu sehen sein?
VG Frank
 
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