Jupiter-Studie: Blau mit halber Öffnung

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Zitat von Christian_P:
Die Vergößerung ändert nichts daran außer die Größe.
Hallo Christian,

bei visueller Beobachtung spielt natürlich auch die Bildhelligkeit eine gewisse Rolle, sowie das seeingbedingte "Flimmern", welches bei stärkerer Vergrößerung vermutlich zunehmend "nervt". Ich denke, dass diese Phänomene die Rückwendung der Kurvenäste in dem gezeigten Diagramm und somit im Umkehrpunkt die "optimale" Vergrößerung begründen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,
Bei videografischer Bilderfassung und digitaler Bildverarbeitung verschieben sich die nutzbaren Vergrößerungen naturgemäß erheblich nach oben, und es gibt praktisch keine rückläufigen Äste im Diagramm

Für Lucky Imaging stimmt das im Prinzip, aber:
Die Ausbeute an scharfen Bildern wird extrem gering!
Die Erforschung des Seeings durch Fried in den 60'ern hatte einen ernsten Hintergrund. Es ging um Raketenabwehr und optische Früherkennung. Da bringt es nix, mit zu großer Öffnung eine halbe Stunde auf ein scharfes Bild zu warten. Anderseits muss die Öffnung möglichst groß sein, damit man überhaupt etwas erkennt.

Lies das Fazit des Fried Artikels einfach noch einmal unter diesem Gesichtspunkt, dann wird es klarer.

Im Grunde genommen kann man hier keine allgemein verbindliche Grenze definieren.
Aber sicher doch!
Es macht nur keinen Sinn, solche Probleme in einem populärwissenschaftlichen Forum lösen zu wollen. :schwitz:
Trotzdem, oder gerade deshalb, sind Deine anschaulichen Vergleiche so wertvoll!

Fried hätte kaum mit mathematischen Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn es nicht nötig gewesen wäre. Aber sei sicher, die Sache ist vollständig geklärt und erforscht. Da hängt heute die ganze adaptive Optik mit einem Milliarden-Budget dran.
Das erste was auf einem potentiellen Standort steht, ist ein DIMM Messgerät.

---> huhu, kalt

Viele Grüße
Kai




 
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hallo Christian,

das hat zu tun mit der Fähigkeit des Auges Kontraste wahrzunehmen. Bei zu hoher Vergrösserung werden Kontrastabstufungen weicher und zunehmend schlechter wahrnehmbar, und man kann weniger Details sehen. Was "zu hohe Vergrösserung" ist, bestimmt das Seeing aber auch das Auge des Betrachters. Augen sind nicht gleich. Das Diagramm soll einen physikalisch-physiologischen Zusammenhang sinngemäß darstellen, die Werte sind nicht durch ein allgemeines Naturgesetz bestimmt. Der Zusammenhang wird aus dem Buch ersichtlich, das ich dir als Optik-Interessiertem empfehlen kann. Ein sehr lesbares Fachbuch!

lg Tommy
 
also meine theorie zu der scheinbar besseren aufloesung bei halber oeffung ist, dass beim abblenden eine groessere tiefenschaerfe besteht, also evtl. unschaerfen bei schlechtem seeing oder leichtem fehlfokus besser kompensiert werden, weiterhin war das abgeblendete system sicher obstruktionsfrei, weiterhin sagt man doch, dass man bei kleiner oeffnung weniger seeingprobleme hat.
die belichtungszeit oder gain musste aber doch angepasst worden sein nach dem abblenden, oder?
 
Hallo Peter,

die von Dir genannten Einflüsse haben gewiss alle mehr oder weniger entscheidend zu dem kontrastreicheren Bild bei 5" geführt. Entscheidend ist für mich, dass am Ende tatsächlich bei halber Öffnung ein besseres Ergbnis herausgekommen ist, wobei mir im Hinblick auf die mit zunehmender Öffnung bekanntermaßen anwachsnden Seeingprobleme Deine letzte Bemerkung
Zitat von Zyklop:
weiterhin sagt man doch, dass man bei kleiner oeffnung weniger seeingprobleme hat.
von vorrangiger Bedeutung zu sein scheint.

Zitat von Zyklop:
die belichtungszeit oder gain musste aber doch angepasst worden sein nach dem abblenden, oder?
Klar, die Belichtungszeiten sind (bei konstantem Gain) in der zuletzt gezeigten Vergleichsanimation angegeben. Die längere Belichtungszeit von 30 ms wirkt hier natürlich im Gegensatz zu den von Dir genannten Einflussgrößen eher zu Ungunsten des 5"-Bildes.

Dank und Gruß, Jan
 
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