Jupiter Teil 2 - Strukturen!

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Martin_Wylicil

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Hallo Sternenfreunde,

ich muss noch einmal meiner Begeisterung Ausdruck geben. Heute sehe ich den schönsten Jupiter seit 2004 - mit der endlich besten optischen Kombination und Super-Seeing.

Habe mir vor ein paar Tagen über das Biete-Forum zwei Coronado 25 mm - Okulare erstanden, um die Bino-Möglichkeiten zu erweitern (bis jetzt waren die Bino-Erfahrungen eher enttäuschend gewesen bei Planeten).

Da Jupiter ja zur Zeit regelrecht am Himmel prangt, habe ich kombiniert:
- Das 12-Zoll-Newton auf Schubson-Montierung
- Das Baader Maxbright-Bino
- Die beiden neu erstandenen Coronado 25 mm - Okulare
- Einen höhenverstellbaren Küchenhocker

Ob nun die Kombination aus Vergrößerung und doch noch guter Abbildung der Grund ist oder einfach das Seeing besser denn je...

Ergebnis: Noch nie habe ich eine so detaillierte Jupiter-Oberfläche gesehen, es ist absolut beeindruckend. Ich konnte (kann noch immer) wenigstens 13 Zonen/Streifen/Bänder differenzieren, aber auch innerhalb der einzelnen Bänder wiederum Strukturen wie z.B. helle Ovale. Ich schaue schon seit 2,5 Stunden, unglaublich, wieviel man bei guten Verhältnissen und bester Optik-Kombination sehen kann. Man sieht ganz viele Helligkeits-Nuancen, zwischen den Bändern teilweise scharfe, teilweise stufenlose Begrenzungen/Übergänge; nebenbei kann man den Tanz der Monde mitbeobachten, die innerhalb der Beobachtungszeit deutlich ihre Positionen wechseln.

Fazit: Es lohnt sich doch, verschiedenste Okulare durchzuprobieren, und vor allem bin ich jetzt auch vom Bino überzeugt, gestochen scharfes Bild, entspanntes Betrachten ohne Anstrengung....

Wünsche allen auch solche highlights, muss jetzt schnell wieder raus, weiter betrachten...

CS,

Martin

 
Hallo Martin,

manchmal paßt einfach alles zusammen, das bleibt dann noch lange im Gedächtnis.

Seit den frühen Neunzigern hatte ich bisher nur vier Spitzenbeobachtungen von Jupiter. Das kleinste Teleskop war ein 15-cm-Newton, das größte ein 50-cm-Newton.

Viel Spaß wünscht

fquadrat
 
Es hängt viel von der Luftruhe ab. In den Morgenstunden hat man da oft mehr Glück, aber wer quält sich morgens um 4 schon aus dem Bett? Bezüglich Jupiter ist diese Zeit ohnehin vorbei, er steht morgens zu tief. Aber für Saturn lohnt sich das jetzt.
 
Hallo Martin,

fein dass es nun klappt. :)
Ich denke, die 2fach Barlow hast Du auch noch vor dem Ansatz und vergessen, sie zu erwähnen!?
Dann kommt das mit den 25 mm Okularen sehr gut hin.

Zwei 18er Okulare wären auch noch eine nette Idee. Meine schärfste Bino-Kombi am 12" f/5,3 sind zwei 18er Baader Classic-"Orthos" und vor dem Ansatz die 2,7er APM-Barlow (Konakorrigierend), das geht noch recht häufig.
Mehr (12,5er Orthos) ist dann schon sehr oft seeinggestört.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sternenfreunde,

ja, natürlich, die 2-fach-Barlow hatte ich vergessen zu erwähnen (und meine Brille). Ich hatte auch noch versucht mit den Baader Hyperion 13 mm - das war aber zu viel des Guten, da wurde es unscharf. Interessant war, dass die Luft gar nicht so ruhig war, das Bild "waberte" auch beim Blick durch die 25 mm - Coronados, und war dennoch gestochen scharf, ein Super-Jupiter!

Weiter wünsche ich CS, hier ist es leider bewölkt und fängt an zu schneien ;(

Gruß, Martin
 
Hallo Martin,

ich kann deine Begeisterung sehr schön nachvollziehen. Mir erging es vor mehreren Jahren ganz ähnlich wie dir. Auf der Emberger Alm hatte ich in einer unglaublich guten Nacht Jupiter wie nie zuvor in einem 18" mit Bino gesehen...der Hauptgrund übrigens, weswegen ich mir dieses Teil nur Tage später offiziell "an Land gezogen" hatte. Selbst in meinem damaligen knackscharfen 12" MN hatte ich das so nicht gesehen.

Mir fiel die Kinnnlade bei der Beobachtung runter und es zog mir quasi die Socken aus. Andere Beobachter machten vergleichbare Erfahrungen. Beschreiben kann man das dann in einem Wort etwa so: Hubble...

Sehr schön kann man die Qualität der Luftruhe an den Jupitermonden beurteilen. Hast du bei deiner Beobachtung evtl. bewußt darauf geachtet? Dort werden dann Strukturen auf Ganymed und Kallisto recht einfach gesehen und sogar auf den anderen beiden Monden geht etwas. Die Monde sind dabei klar abgegrenzte Kügelchen mit sauberem Rand ohne irgendwelche "Schwänzchen". Sonst sieht man diese Strukturen meist nur sehr schwammig oder gar nicht und die Ränder der Kügelchen sind viel schlechter definiert.

Seit dieser Beobachtung habe ich einige weitere sehr schöne Anblicke von Jupiter gehabt, auch in den letzten Wochen. Aber an das, was ich damals gesehen habe, reicht es eben doch nicht ganz heran.

Viele Grüße
Werner

 
Hallo Werner,

ja - mit 18`` :).....

Ich habe tatsächlich auch immer wieder die Jupitermonde bewußt betrachtet, aber es bleiben doch nur Pünktchen. Ich habe teilweise in den threads gelesen, daß Hobbyastronomen sogar Mondbedeckungen am Jupiter "sehen" - Respekt, aber ich glaube nicht, dass ich das mit 12´´ hinbekomme. Werde aber weiter die Monde ins Visier nehmen; auch bei anderen Zielobjekten hat es teilweise bis zu 10 Jahre gedauert, bis ich sie zum ersten Mal zu Gesicht bekam (z.B. Rosetten-Nebel, Nordamerika-Nebel). Fazit bleibt, dass die Jupiterstukturen - wie Du schön schreibst - fast "Hubble"-mäßig zu sehen waren. Natürlich kenne ich die hochauflösenden Jupiterbilder via Internet, v.a. von Cassini-Huygens.. aber die direkte Beobachtung ist ein besonders bewegender Eindruck. In Jahren, wo ich Saturn vor der Flinte hatte und Schulfreunde meine Kinder "mal eben" durchschauten, fiel ihnen wirklich die Kinnlade herunter...

Na ja, vll. finde ich ja bald jemanden, der seinen 18-Zöller über das Forum anbietet :)

CS wünscht

Martin
 
Hallo Martin,

es geht auch mit 12", wenn auch niemals so locker wie mit 18".

Gerade habe ich ein Bild gefunden, welches in etwa zeigt, was ich meine, wenn ich sage, dass ich in günstigen Situationen der Monddurchgänge einen "plastischen/räumlichen" Eindruck gewinne.
Der Mond steht etwa in der Mitte des Breichs in dem mir das möglich ist, wobei es noch nicht mal darauf ankommt, ob ich mit Binoansatz oder ohne Binoansatz beobachte.

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1144088/Jupi...

Zufällig ein 18-Zöller!

Bei sehr guter Luftruhe und wenn Du dann höher vergrößerst kannst Du in diesem Bereich (mit Augenverbiegen) visuell auch mit 12" hellere und dunklere Bereiche in den kleinen Nondscheibchen sehen.
Ob das immer reale Struktur ist, darüber kan man streiten (wenn man will).
Jedenfalls sind die Monde visuell neben der Planetenscheibe in der Regel zu hell (vor dem dunklen Hintergrund) und mehr in der Mitte der Planetenscheibe ist die Planetenscheibe zu hell, meistens kann man dort den Mond gar nicht oder nur sehr schwer verfolgen.
Sehr bewährt hat sich bei mir diffuses Umgebungslicht bei der Mond- und Planetenbeobachtung. Durch Ausschaltung der Dunkeladaption reduzieren sich Blendung und Überstrahlung sehr deutlich, auch wenn man mal nicht mit optimaler AP beobachten kann. Die Detailwahrnehmung wird gefördert.

Beim "räumlichen Sehen" mit Binoansatz, z.B. bei dem Planeten/Mond Beispiel kommt es m.E. sehr darauf an, ob das Bild, dass man dort eine große und eine kleine "Kugel" sieht, als Erfahrung im Hirn hinterlegt ist und dass man sich das vorstellen kann. Das Hirn interpretiert was die Augen sehen dann "richtig" und der 3D Eindruck stellt sich trotz fehlender Parallaxe ein.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

danke für den link - eine tolle Aufnahme, ja - sogar auf dem Bildschirm kommt die Plastizität/Räumlichkeit gut zur Darstellung! So habe ich es ja auch in meinem ersten Bericht beschrieben. Die Dynamik war toll beim Europa-Durchgang.

Allerdings kann ich beim besten Willen keine Strukturen auf den Monden selbst sehen. Es ist richtig - manches muß man im Kopf schon "hinterlegt" haben, damit man weiß, wonach man Ausschau hält.... ich halte es lieber umgekehrt: Eine neue Struktur suche ich erstmalig auf, zeichne sie, und vergleiche dann mit Fotos, ob ich richtig gesehen habe; gerade bei schwachen Objekten (z.B. Cirrhusnebel im Schwan) ist das äußerst spannend.

Aber jetzt habt Ihr mir ja die nächste Herausforderung vorgegeben, Strukturen auf den Jupitermonden zu erkannen... werde mich anstrengen.

Gruß und CS aus dem wolkenverhangenen Sauerland,

Martin
 
Hallo Martin,

wie Günther oben schrieb geht das mit den Strukturen auch bereits mit 12" ganz gut. Am einfachsten ist dies bei Ganymed möglich und bei sehr guter Luft wird das dann überdeutlich. Selbst bei nicht ganz optimalen Bedingungen und nur ca. 180-200x kann man das bei Ganymed bereits ansatzweise sehen. Dass wir hier auch von echten Strukturen sprechen, zeigt diese sehr schöne Beobachtung von Mike (allerdings mit 24"):

Ganymedzeichnung

Man kann hier durchaus mit Planetariumsprogrammen o.ä. vergleichen, welche Mondstrukturen in "Echtzeit" darstellen können.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,

heute Abend war das Seeing in Stuttgart wieder sehr gut, obwohl es etwas diesig war. Ich konnte am 12" f/5 Dobson zum ersten Mal das 3.5mm Delos gewinnbringend verwenden. Das Bild war bei 429x insgesamt recht ruhig, sekundenweise sehr ruhig.

Faszinierend war vor allem, wie bei dieser Vergrößerung die Äquatorbänder eine komplexe Struktur bekommen. Das habe ich so ausgeprägt vorher nicht gesehen. Die Begrenzung der Bänder wird uneben und leicht wellenförmig mit Aus- und Einbuchtungen. Hellere und dunklere Strukturen in verschiedenen Farbschattierungen wie weiß, dunkelbraun und dunkelblau in und an den Bändern werden nach und nach erkennbar.

Das Gute an der Astronomie: Wenn man einmal am Teleskop erlebt hat, wie etwas aussehen kann, merkt man es sich und weiß, wonach man beim nächsten Mal schauen sollte.

Viele Grüße
Mark
 
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