Jupiter-Vergleich

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Jan_Fremerey (verstorben)

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Angeregt durch eine aktuelle Diskussion mit Werner Graml - „blueplanet“ - über die hinlänglich diskutierte Frage nach der optimalen Ankopplung von Videokameras an das Teleskop habe ich heute mal die folgende Zusammenstellung von Jupiterbildern aus meinen Archivdaten angefertigt.

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/1-4_Text.jpg

Die den Bildern zugrundeliegenden Videos sind mit unterschiedlichen Kameras aufgenommen worden. Der eingesetzte Kamerachip (Sony) und dessen Pixelabstand dpx sind jeweils in der zweiten Zeile der zugeordneten Bildbeschreibung angegeben. Alle Videos wurden unmittelbar im Primärfokus meines offenen FH 6“ f/20 Faltrefraktors, d.h. ohne optische Nachvergrößerung – und mit Grünfilter – aufgenommen.

In der jeweils dritten Zeile der Textblöcke ist der polare Durchmesser der Jupiterscheibe zum Zeitpunkt der Aufnahme angegeben sowie die Poldistanz des Jupiterbilds auf dem Chip in Einheiten des Pixelabstands dpx.

In der letzten Zeile ist der Nachvergrößerungsfaktor angegeben, um den die mittels AviStack gewonnenen Summenbilder in Fitswork vor der abschließenden Schärfungsprozedur vergrößert wurden. So erscheinen alle Bilder auf dem Bildschirm in derselben visuellen Vergrößerung. Alle Bilder wurden – ohne Rücksicht auf Rauschen und Artefakte – nach exakt derselben Prozedur „entwickelt“.

Zumindest die hier gezeigte Gegenüberstellung scheint mir keinen Hinweis darauf zu geben, dass es vorteilhaft wäre, eine Kamera mit dpx = 5,6 µm bei Öffnungsverhältnissen unterhalb von f/20 zu betreiben. Erstaunlicherweise lieferten hier sogar die Kameras mit den deutlich größeren Pixeln qualitativ bessere Ergebnisse.

Wenn ich die auf meiner Website geposteten Videoclips zu den ausgewählten Aufnahmen miteinander vergleiche, komme ich allerdings schnell zu dem nicht überraschenden Schluss, dass die Bildqualität im wesentlichen eine Frage des Seeings ist. Außerdem wird klar, dass man auch bei nahezu perfektem Seeing – wie zum Zeitpunkt der ersten Aufnahme – mit dpx = 8,3 µm eine recht ordentliche Bilddefinition erzielen kann. Diese Ankopplung entspricht bei 5,6 µm Pixelabstand – wie also beispielsweise mit der DMK21 oder der monochrom umgebauten ToU – einem Öffnungsverhältnis von f/13 bzw. im Falle der größeren DMKs mit dpx = 4,65 µm einem Öffnungsverhältnis von f/11.

Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass zum Zeitpunkt der ersten Aufnahme die Ankopplung mit f/30 oder f/40 eine noch bessere Auflösung gebracht hätte. Im Hinblick auf die Teleskopöffnung von 6“ möchte ich dies allerdings doch eher bezweifeln.

Inwieweit die hier gewonnenen Erkenntnisse auch auf die Abbildung von kontrastreichen Objekten am Mond-Terminator übertragbar sind, wäre ggf. im Rahmen entsprechender Bildvergleiche zu klären. Zu dieser Frage gab es ja hier bereits eine eher zufällig zustandegekommene und daher nicht ganz konsequente Gegenüberstellung ...

Gruß, Jan
 
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