Jupiter vom 13.03.2026 mit neuem Roten Fleck

pem.fue

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

heute war der Himmel zwar wieder sehr mit Saharastaub durchsetzt (wir nennen das hier Calima), was die Transparenz natürlich senkte. Ich habe es aber trotzdem versucht, das erste Mal im März nach lange Schlechtwetterpause.

2026-03-13-194711-Jupiter-Bin1_PIPP_pss_gpp_WS_w_Sh5_SB_sinc.png

Jupiter ist ganz schön klein geworden in der Zwischenzeit. Oben links am Ende des grauen Bands, ist der neue Rote Fleck zu erkennen.


2026-03-13-194711-Jupiter-Bin1_PIPP_pss_gpp50_WS_w_Sh5_SB_crop_SB.png

Hier eine Ausschnittvergrößerung mit »übertriebener« Sättigung, um die Farben herauszuarbeiten.Der neue Rote Fleck erinnert mich an ein Spiegelei.

Gruß,
Peter
 
Falls sich jemand wundert, warum ich die Sättigung hochgedreht habe in dem kleinen Ausschnitt: Wenn man den Vollmond in der Sättigung hochdreht (bei einem Farbfoto), kann man unterschiedliche Gesteins/Mineral-Gebiete sichtbar machen. Das Prinzip habe ich einfach mal übernommen und es auf die Jupiter-Atmosphäre angewendet. Vielleicht kann man damit ja unterschiedliche chemische Zusammensetzungen sichtbar machen.

Das ist natürlich ganz dünnes Eis, auf dem ich mich bewege. Weil ich absolut keine Ahnung von Geologie/Meteorologie habe, in die das Gebiet fällt. Aber ein Versuch ist es wert. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Fachmann hier, der sagen kann, ob das Quatsch ist, oder ob da was dran ist.

Gruß,
Peter
 
Die KI (Gemini) meint ja:

Frage: Wenn man bei einem farbigen Vollmondbild die Farbsättigung hochdreht, erkennt man Gebiete mit unterschiedlichen Gesteins bzw Mineral Strukturen. Kann man das suf die Jupiter Atmosphäre anwenden, um unterschiedliche chemische Zusammensetzung zu erkennen?

Antwort:

Das ist ein hervorragender Gedanke! Die kurze Antwort lautet: Ja, absolut. Tatsächlich ist das "Hochdrehen" der Sättigung und der Einsatz von Falschfarben eine der wichtigsten Methoden in der Planetenforschung, um verborgene Details sichtbar zu machen.
Beim Mond nennen wir das oft "Mineral Moon". Die bläulichen Töne deuten dort auf titanreiche Basalte hin, während rötliche Töne eher eisen- und feldspatreich sind. Bei Jupiter funktioniert das Prinzip ähnlich, aber die "Chemie" dahinter ist wesentlich komplexer als bei solidem Gestein.

1. Warum funktioniert das bei Jupiter?​

Jupiters Atmosphäre besteht primär aus Wasserstoff und Helium, aber die Farben, die wir sehen (Weiß, Braun, Orange, Rot), stammen von "Chromophoren". Das sind chemische Verbindungen, die entstehen, wenn ultraviolettes Sonnenlicht oder Blitze auf Substanzen wie Ammoniak, Ammoniumhydrogensulfid oder Methan treffen.
Durch die Erhöhung der Sättigung (oder die Nutzung von Wellenlängen außerhalb des sichtbaren Lichts) treten folgende Unterschiede hervor:
  • Höhenunterschiede: Hellere, weiße Zonen sind meist hochgelegene Ammoniak-Eiskristalle. Dunklere, rötliche Bänder liegen tiefer.
  • Chemische Varianz: Schwefelverbindungen und Phosphor sorgen für die markanten Rot- und Brauntöne. Eine Verstärkung zeigt genau, wo diese Chemikalien durch Konvektion aus dem Inneren nach oben gewirbelt werden.

2. Der Unterschied zum Mond​

Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied in der Bildverarbeitung:
MerkmalMond (Gestein)Jupiter (Gas)
MaterialFestes Mineral (Titan, Eisen)Gase & Aerosole (Ammoniak, Schwefel)
LichtreflexionDirekte Reflexion an der OberflächeStreuung in verschiedenen Tiefen
ZeitfaktorStatisch (ändert sich kaum)Hochdynamisch (Wirbel ändern sich stündlich)

3. Profi-Methoden: Über die Sättigung hinaus​

Wissenschaftler nutzen oft nicht nur die Sättigung, sondern spektrale Filter. Ein bekanntes Beispiel ist die Methan-Absorptionsbande:
  • Wenn man Jupiter durch einen speziellen Methanfilter fotografiert, erscheinen tiefliegende Wolken fast schwarz (da das Methan darüber das Licht schluckt).
  • Hochgelegene Dunstschichten (wie über dem Großen Roten Fleck) leuchten hell, da sie über dem absorbierenden Methan liegen.

4. Ein Hobby-Experiment für dich​

Wenn du selbst Astrofotografie betreibst oder Rohdaten der NASA Juno-Sonde (JunoCam) bearbeitest, versuch mal Folgendes:
  1. Erhöhe die Sättigung massiv.
  2. Nutze eine Kurven-Anpassung (Curves), um den Kontrast in den mittleren Farbtönen zu spreizen.
  3. Du wirst sehen, dass der "Große Rote Fleck" nicht einfach nur rot ist, sondern einen komplexen Kern und eine fast schon psychedelische Struktur aus verschiedenen Orange- und Pink-Tönen besitzt, die unterschiedliche chemische Konzentrationen markieren.
Es ist im Grunde wie eine "chemische Landkarte", die man durch Bildbearbeitung lesbar macht.
 
Hallo Peter, deine Überschrift ist etwas peinlich.
Dein angeblich neuer Roter Fleck ist bereits seit mehr als ein Vierteljahrhundert bekannt. Er wird als BA bezeichnet und hat sich aus mehreren weißen Ovalen in den Jahren 1998-2000 gebildet.

Fang doch mal mit den einfachen Sachen an, lerne die Nomenklatur und stell bei deinen Jupiterfotos die Rotationsachse senkrecht.
CS Mike
 
Hallo Mike,

danke für die Info und Klarstellung. Das habe ich natürlich falsch dargestellt. Den BA gibt es schon länger. Ich wusste ja auch, dass er da ist, den kann man nur im Ausschnitt mit der Farbübersättigung erkennen, aber kaum im Jupiterbild selbst. Das war zu reißerisch formuliert. Das gebe ich gerne zu.

Ich tue mich auch schwer mit der Nomenklatur der Abkürzungen. Aber ich denke, da bin ich nicht allein. Ich gelobe Besserung und werde neben der Beschreibung auch die offizielle Nomenklatur benutzen. Dane hat ja einen Link dazu, wie ich gesehen habe. Ich finde es schöner, wenn die Rotationsachse geneigt ist.

Du siehst, Mike, so einfach ist es, seine Fehler einzugestehen und bewusst zu werden. Dann eskaliert es auch nicht.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter, deine Überschrift ist etwas peinlich.
Dein angeblich neuer Roter Fleck ist bereits seit mehr als ein Vierteljahrhundert bekannt. Er wird als BA bezeichnet und hat sich aus mehreren weißen Ovalen in den Jahren 1998-2000 gebildet.

Fang doch mal mit den einfachen Sachen an, lerne die Nomenklatur und stell bei deinen Jupiterfotos die Rotationsachse senkrecht.
CS Mike
Hallo Mike,

sicher ist der Beitrag von Peter nicht ideal. Kritik kann man aber auch sachlicher äußern...

CS Jochen
 
Hallo zusammen,

hier würde ich gerne mal einhaken. Kenne mich beim Jupiter gar nicht aus, finde es aber sehr interessant. Wo kann man denn aktuelle Längengrade für solche schon länger existierende Flecken nachschauen? Zwar habe ich nur wenige Bilder mit guter Auflösung bisher machen können (8", überwiegend nicht so dolles Seeing), aber mich würde durchaus interessieren, die mal (mit WinJupos?) auszumessen und nachzuforschen, ob ich außer dem auffälligen GRF noch andere bekannte Features abgebildet bekam.

VG Tom
 
Hallo Tom,

so etwas gibt es z.B über JPL Horizons System von der NASA. Bei JPL Horizons musst du als "Target Body" Jupiter wählen und in den "Table Settings" die "Observer Longitude" (System I, II oder III) aktivieren.

Das wäre auch ein interessantes Software-Projekt. Man kann für 0:00 UTC jeden Tag diese Daten herunterladen und in seinem Bild dann überlagern. Das werde ich mal angehen, wenn ich Lust und Muße habe. Das kann die KI im Prinzip wieder erledigen.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt, denn ich wollte was anderes wissen. Die Längen- und Breitengrade zu gegebener Zeit auf Jupiter in System I und II zeigt mir z.B. auch meine eigene Software Eye&Telescope. Ich habe auch gelesen ("Planetary Astronomy"), dass man eine Aufnahme in WinJupos laden kann und die dann ausgemessen werden kann hinsichtlich der Längen und Breiten.

Aber ich suche eine Quelle, an welchen Längen (die Breiten ändern sich ja kaum) die bekannten Features wie die Ovale BA und "Kollegen" zu finden sind. Das kann keine Ephemeridenrechnung leisten, weil die Features driften und das nicht gleichmäßig. Hat WinJupos Zugriff auf aktuelle Daten und am besten auch auf die Historie, wenn ich ältere Bilder mal inspizieren will? Hatte mich bisher dafür nicht interessiert, weil meine Bilder nicht so doll waren. Doch bei gutem Seeing sind nun Details erkennbar und z.B gestern abend ist mir am NEB ein dunkles Feature bei visueller Beobachtung mit dem 12" aufgefallen, hatte die Größe eines Mondschattens, war aber keiner, und auch längst nicht so dunkel.

LG Tom
 
Hallo Mike,

sicher ist der Beitrag von Peter nicht ideal. Kritik kann man aber auch sachlicher äußern...

CS Jochen
Hallo Jochen,
hier ein sachlicher Beitrag zu Thema:
Ich habe gerade einen Übersicht über die Bezeichnung der aktuellen Jupiter Zyklonen und Antizyklonen geschrieben:
'Die aktuellen Bezeichnungen von Jupiters Flecken Februar/ März 2026' Die aktuellen Bezeichnungen von Jupiters Flecken Februar/ März 2026
CS Mike
 
Hallo Peter,

da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt, denn ich wollte was anderes wissen. Die Längen- und Breitengrade zu gegebener Zeit auf Jupiter in System I und II zeigt mir z.B. auch meine eigene Software Eye&Telescope. Ich habe auch gelesen ("Planetary Astronomy"), dass man eine Aufnahme in WinJupos laden kann und die dann ausgemessen werden kann hinsichtlich der Längen und Breiten.

Aber ich suche eine Quelle, an welchen Längen (die Breiten ändern sich ja kaum) die bekannten Features wie die Ovale BA und "Kollegen" zu finden sind. Das kann keine Ephemeridenrechnung leisten, weil die Features driften und das nicht gleichmäßig. Hat WinJupos Zugriff auf aktuelle Daten und am besten auch auf die Historie, wenn ich ältere Bilder mal inspizieren will? Hatte mich bisher dafür nicht interessiert, weil meine Bilder nicht so doll waren. Doch bei gutem Seeing sind nun Details erkennbar und z.B gestern abend ist mir am NEB ein dunkles Feature bei visueller Beobachtung mit dem 12" aufgefallen, hatte die Größe eines Mondschattens, war aber keiner, und auch längst nicht so dunkel.

LG Tom

Hallo Tom,

das ist das Problem mit dem Jupiter. Die Rotation ist über das Magnetfeld definiert. Und die Wolkensystem halten sich natürlich nicht daran. Das ist bei uns auf der Erde auch so. Aber wir haben zumindest das Observatorium von Greenwich. ;)

Jupiter.png


Ich habe mal auf die Schnelle die Systeme für mein Beobachtungsdatum in meinem zentralen Meridian eingezeichnet, hier Ssystem III. Gridabstand ist 30°. Das ist ein Python Script, dass ich nun immer anwenden kann auf meine Bilder. Kann noch verbessert werden, Version 1. ;)

Ich kann natürlich noch ein GUI daraus machen und mit dem Cursor die Position für jedes Feature auf dem Jupiter in den drei System bestimmen lassen.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

System III beschreibt eigentlich die Tiefen des Jupiter und nicht die Atmosphäre. System I gilt für die äquatornagen Bereich, in den dunklen Bändern und polwärts davon gilt System II.

Bei ein wenig Suche habe ich bei der BAA was gefunden, auf folgender Seite ganz unten:


Dort findet man die Namen der Flecken, wie sie uns Mike auch gezeigt hat. "Mein" erwähnter dunkler Fleck ist der neben dem Fleck "6".

Was ich eigentlich suche, sind tabellarische oder textuelle Daten zu den Features auf Jupiter. Also die konkreten Längengrade im System II in Abhängigkeit von der Zeit. Und eine "offizielle" Quelle, denn irgendwer müsste ja sozusagen befugt sein, neuen Features Namen zu geben. Ich denke an die IAU.

LG Tom
 
Hallo Tom,

ja, System III ist über das Magnetfeld definiert. Das hat also für die Atmosphäre wenig Bedeutung.

Jup_Lat-32.0_L2_207.4_114112.png

Die GUI-Version ist fertig. Jetzt kann die »Wissenschaft« beginnen. :)

Gruß,
Peter
 
auch hier die Korrektur der Winkel:

shot_20260313_194711.png

Hier ist der Wirbel BA markiert. Seine Transits bis Ende des Monats sind folgende:

Messung: L2=311.53, LAT=-39.04, Diam=39.9"
Datum | Zeit (UTC) | Distanz | Größe
-------------------------------------------------------
14.03.2026 | 04:47 | 4.7916 AU | 39.9"
14.03.2026 | 14:43 | 4.7978 AU | 39.8"
15.03.2026 | 00:39 | 4.8041 AU | 39.8"
15.03.2026 | 10:34 | 4.8103 AU | 39.7"
15.03.2026 | 20:30 | 4.8166 AU | 39.7"
16.03.2026 | 06:26 | 4.8229 AU | 39.6"
16.03.2026 | 16:21 | 4.8292 AU | 39.6"
17.03.2026 | 02:17 | 4.8355 AU | 39.5"
17.03.2026 | 12:13 | 4.8419 AU | 39.5"
17.03.2026 | 22:08 | 4.8482 AU | 39.4"
18.03.2026 | 08:04 | 4.8546 AU | 39.4"
18.03.2026 | 18:00 | 4.8610 AU | 39.3"
19.03.2026 | 03:55 | 4.8674 AU | 39.3"
19.03.2026 | 13:51 | 4.8738 AU | 39.2"
19.03.2026 | 23:47 | 4.8802 AU | 39.2"
20.03.2026 | 09:42 | 4.8866 AU | 39.1"
20.03.2026 | 19:38 | 4.8931 AU | 39.1"
21.03.2026 | 05:34 | 4.8995 AU | 39.0"
21.03.2026 | 15:29 | 4.9060 AU | 39.0"
22.03.2026 | 01:25 | 4.9125 AU | 38.9"
22.03.2026 | 11:21 | 4.9189 AU | 38.8"
22.03.2026 | 21:16 | 4.9254 AU | 38.8"
23.03.2026 | 07:12 | 4.9319 AU | 38.7"
23.03.2026 | 17:08 | 4.9385 AU | 38.7"
24.03.2026 | 03:03 | 4.9450 AU | 38.6"
24.03.2026 | 12:59 | 4.9515 AU | 38.6"
24.03.2026 | 22:55 | 4.9581 AU | 38.5"
25.03.2026 | 08:50 | 4.9646 AU | 38.5"
25.03.2026 | 18:46 | 4.9712 AU | 38.4"
26.03.2026 | 04:42 | 4.9778 AU | 38.4"
26.03.2026 | 14:37 | 4.9843 AU | 38.3"
27.03.2026 | 00:33 | 4.9909 AU | 38.3"
27.03.2026 | 10:29 | 4.9975 AU | 38.2"
27.03.2026 | 20:24 | 5.0041 AU | 38.2"
28.03.2026 | 06:20 | 5.0107 AU | 38.1"
28.03.2026 | 16:16 | 5.0173 AU | 38.1"
29.03.2026 | 02:11 | 5.0239 AU | 38.0"
29.03.2026 | 12:07 | 5.0305 AU | 38.0"
29.03.2026 | 22:03 | 5.0372 AU | 37.9"
30.03.2026 | 07:58 | 5.0438 AU | 37.9"
30.03.2026 | 17:54 | 5.0504 AU | 37.8"
31.03.2026 | 03:50 | 5.0571 AU | 37.8"
31.03.2026 | 13:45 | 5.0637 AU | 37.7"

Gruß,
Peter
 
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